Präfidentschafts-Candidaten verkörpert sich das geistige und materielle Streben der großen principiellen Gegensätze, welche das politische Leben unter dem Sternenbanner ausmachen. Republikaner und Demokraten — das bedeutet in der Union einen größeren Gegensatz, als Whigs urb Tories in England, « Conservative und Liberale in Deutschland, denn die Entscheidung ändert dort nicht nur das ganze Regierungssystem, sondern von unten bis oben herauf die gesammte Verwaltung, den Personen und den Principien nach. Diesmal ist der Wahlkampf ein ganz besonders heftiger, denn in beiden Lagern erkennt man, wie große Anstrengungen nölhiz sein werden, um den Sieg zu erringen.
In der jüngsten Zett hat die republikanische Partei verzweifelte Anstrengungen gemacht, ihren Kandidaten Garfield von den zahlreichen Verdächtigungen weiß zu waschen, welche gegen ihn erhoben werden. Es ist dies eine Mohrenwäsche, denn „reinlich und zweifelsohne" ist die echt amerikanische Laufbahn des Kandidaten nicht, zumal in früheren Zeiten von seinen eigenen Anhängern jene Beschuldigungen erhoben worden find, welche die Demokraten jetzt wieder aufwärmen. So befindet sich die republikanische Presse in der unglücklichen Lage, ihr Verdammungsurthetl aus alter Zett widerrufen und mildern zu muffen.
Dadurch hauptsächlich sind in neuester Zeit die Chancen des Generals Hencock, des demokratttchen Kandidaten, gestiegen. Zudem gilt auch in der Union die Erinnerung an soldatischen Ruhm aus dem Unabhängigkeitskriege als die beste Empfehlung, und es ist von Einfluß aus die Wahl, daß die früheren Soldaten der großen Fretwilltgen-Armee einen politischen Verein zur Förderung der Chancen ihres töpferen Waffengenoffen gebildet haben. Früher waren die Demokraten gespalten, diesmal sind die Republikaner uneinig, denn die geschlagene Grant-Clique steht im Schmollwinkel und die Anhänger Shermans, die frühere republikanische Regierungspartei, welche Garfield als eigenmächtig fürchtet, zeigt sich wenig thätig. Die Chancen Garfields haben sich also beträchtlich verringert.
HeltgraPhische Depeschen.
Wag»er's telegs. SsrrespOir»exr - BAvesN.
Loudon, 4. August. Das Oberhaus hat die irische Pächterentschäoi- gungs-Bill mit 282 gegen 51 Stimmen verworfen. Im Laufe der Debatte erklärte die Regierung, im Falle das Oberhaus die Bill verwerfe, übernehme es die Verantwortung für die Folgen. Lord Beaconsfield bekämpfte die Bill auf's Heftigste.
— Nach einer amtlichen Meldung aus Quetta verlautet von einer Ansammlung afghanischer Stämme zwischen Chaman und Kandahar. Ajub Khan sei bis Mirkarez vorgerückt und habe Truppen zum Angriff auf Chaman abgeschickt. Seine Artillerie soll auf Kakran verrücken, um die Zufuhren für Kandahar abzuschneiden. — Eine Nachricht aus Kabul besagt, General Roberts habe den Befehl erhalten, mit einer starken Macht aller Waffengattungen aus Kandahar zu marschiren. Eine Meldung aus Simla bestätigt, daß Roberts mit 10,000 Mann von Kabul sofort gegen Kandahar vorrückt.
Petersburg, 4. August. Die „Agence Russe" bezeichnet die Allarm- gerächte in Betreff der Verhältnisse Bulgariens und Ostrumeliens für unbegründet. Uebrigens seien Bulgarien und Ostrumelien durch Rußland berathrn und wüßten, daß fle vielzuviel mit der Entwickelung ihrer inneren Angelegenheiten zu thun hätten, um sich auf abenteuerliche Unternehmungen einlaffen zu können, die ihre Wohlfahrt gefährden würden. Bezüglich der allgemeinen Lage bemerkt die „Agence Russe", die beste Garantie für die Aufrechterhaltung des europäischen Einvernehmens seien die schwerwiegenden Folgen« welche die isolirte Action einer einzelnen Macht haben könnte.
Berlin, 4. August. Bei der heutigen Ziehung der preußischen Claffen- Lotterie fiel das große Loos (450,000 «X) auf Nr. 68,127.
London, 4. August. Gladstone hat die vergangene Nacht ruhig verbracht. Das Fieber hat beträchtlich abgenommen. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend.
London, 4. August. Ein Telegramm des Generals Burrow aus Kandahar vom 29. Juli meldet, er habe erfahren, die Vorhut Ajub Khans habe Maimand besetzt und sei deßhalb am 27. Juli Morgens mit Artillerie von Kischkinakhund abmarschirt; er habe den Feind um 9 Uhr Morgens angegriffen. Die Gesammtmacht des Feindes habe 7 reguläre Regimenter im Eentrum, drei andere Regimenter in der Reserve und 2000 Mann Cavallerie auf dem rechten Flügel und 400 Berittene, sowie 2000 Ghazis und irreguläre Infanterie auf dem linken Flügel gezählt. Die andere Cavallerie und die übrigen irregulären Truppen seien in der Reserve geblieben. Außerdem hätte der Feind 5 oder 6 Batterien, darunter Hinterladerbatterien in Zwischenräumen aufgestellt. Bis 1 Uhr sei das Treffen auf Artilleriefeuer beschränkt geblieben, welches der Feind so gut unterhielt und dirigirte, daß die bessere Qualität der britischen Geschütze keinen Ersatz für die geringere Quantität geboten habe. Das Feuer der englischen Hinterlader sei nicht wirkungslos geblieben. Allein in Folge des energischen Angriffes der Ghazi-Cavallerie stürzten die Sapoys verwirrt auf das 66. Regiment zurück, wobei 2 Geschütze im Stich gelassen wurden und die Formation verloren ging. Die Infanterie reterirte langsam und wurde von der Cavallerie und Artillerie abgeschnitten. Rach heißem Kampfe grlang es Burrow, die Infanterie herauszuziehen und in die Rückzugslinie zu bringen. Der Feind setzte die Verfolgung bis 10 Meilen von Kandahar fort, aber nicht energisck. Die Cavallerie, Artillerie und ein Theil der Infanterie erreichten am 28. Juli, Morgens 7 Uhr, das Argandab-Ufer, 40 Meilen vom Gefechtsfeld entfernt. Die Mehrzahl der Verluste entstand durch Durst und Erschöpfung. Fast die ganze Munition, 400 Martini- und 700 Snider-Gewehre, sowie 2 Reunpfünder gingen verloren.
Lokales.
Gießen, 5. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog passirte heute Vormittag 11 Uhr 43 M. auf der Reise nach Romrod den hiesigen Bahnhof.
— Gestern Vormittag wurde ein verheiratheter Mann von hier wegen Verbrechens aeaen die Sittlichkeit verhaftet. b
— Eine Anzahl Laternen (7 Stück) auf der Frankfurter Straße re. fielen dem Vanda- ftsrnus der letzten Nächte wiederum zum Opfer.
Vermischtes.
Darmstadt, 2. August. sPostpersonalnachrtchten.j 1) Angcstellt sind die Postpraktt- feinten Gombel und Kokel in Mainz als Postsecretäre. 2) Gestorben ist der Geh. Regierungsrath und Qber-Postcommissär a. D. Freiherr v. Röder Diersburg in Darmstadr.
— Unser Kaiser hatte am 22. Juli ds. Js. em Alter von genau 1(>00 Monaten (83 Jahre 4 Monate) erreicht Diese merkwürdige Ziffer bot vier Herren aus der Buchdruckerei des Lloyd zu Triest, sämmtlich Angehörige des deutschen Reichs, willkommenen Anlaß, ihrem Patriotismus Ausdruck zu geben. Sie sandten nämlich an den bekanntlich in Gastein weilenden deutschen Kaiser ein Telegramm, in welchem sie dem greisen Monarchen zu dem glücklich erreichten Alter von Tausend Monaten herzlich gratulirten. Dir Gratulanten erhielten darauf noch an demselben Tage aus Gastein nachstehendes Dank-Telegramm: „Seine Majestät der
Kaiser und König haben mich zu beauftragen geruht, Ihnen, sowie den übrigen drei Unterzeichneten des Telegramms für vasselbe Den Allerhöchsten Dank mit Dem Bemerken auszusprechen, wie namentlich Die angelegte Berechnung Das besondere Allerhöchste Jntereffe erregt hätte. Ge- heimerath Bork."
— Um zu zeigen, wie weit man es in Der Gemüsezucht gebracht und auf welche Weife eine Vervielfältigung Der Ernten erzielt werden könne, Dafür wiro vom „Raff. B." ein Beispiel aus Sachsenhausen angeführt. Die erste unD zweite Ernte liefern Daselvst Wmterspinac und Wintersalat, welche im vorhergehenden Herbste angebaut woroen sind; ersterer wiro früher, letzterer (Zwischenbau) später geerntet und entwickelt sich vorzüglich nach Äberntung Des SpinatS. Hierauf folgt Salat, Der etwa in 6 Wochen brauchbar ist, als Dritte Ernte. Zwischen Den Salat werden Kohlrabi gepflanzt, welche sich hauptsächlich nach Entfernung Des Salats aus- bilDen unD ebenfalls nach 6 Wochen ausgenommen werden — vierte Ernte. Hierauf werden Wirsing und Krauskohlpflanzen gleichzeitig oder in einem Abstand von 14 Tagen gesetzt, welche man im halben September abbringt — 5. und 6. Ernte. Wenn aber, wie häufig geschieht, nach Wegnahme des Salats Zwergbohnen gesteckt werden, kann sogar noch eine siebente Ernte erzielt werden. Es verlangt eine solche Bewirthschaftung natürlich reichliche Düngung und fleißige Begießung.
Trier. fUrweltlicher Fund.) In den Kiesgruben bei Wafferbilltg, Ehrang und Jffel sind in Der letzten Zeit wiederholt Kauzähne und Stoßzähne Des vorsünDfluthlichen Elephanten gefunden worden. Die Gesammtzahl der solchergestalt für unser Flußgebiet bekannten Funde ist eine erhebliche und neuerdings auch durch den Aufschluß der Gerolsteiner Höhle vermehrt worden. Es wird auf diese Weise immer mehr bestätigt, Daß in Dem vorweltlichen Zeitalter (der Diluvialzeit) die großen Dickhäuter der jetzigen heißen Zone zahlreich unsere Gegend bewohnt haben, als schon die Mosel mehr oder weniger tief ihr Bett in unsere Berge emgegraben hatte. Ein Fund bei Wafferbilltg beweist ferner, Daß in jener Vorzeit bereits auch der Mensch in hiesiger GegenD gelebt hat. (Tr. Z.)
Frankfurt a. M., 4. August. Kommenden Samstag, den 7. d. Mts., werden die verbündeten Frankfurter Männergesang Vereine und Der Dilettanten-Orchester-Verein zum Besten Der bei Dem Feuerwerke aus dem Turnplätze Verunglückten ein großes Concert im zoologischen Garten veranstalten.
Die gesammte Einnahme wird unverkürzt dem genannten Zwecke zu Gute kommen, da die Verwaltung der Neuen Zoologischen Gesellschaft auf jede Vergütung für Ueberlaffung deS Locals verzichtet hat. Den Acttonären und Abonnenten, welchen Der freie Eintritt gegen Vorzeigung ihrer Karten gestattet sein wird, soll Gelegenheit geboten werden, durch freiwillige Spenden das Ihrige zur Milderung des Unglücks Der schwer Betroffenenen beizutragen und bei Der allgemeinen Theilnahme, welche Die beklagenswerthen Opfer jener Katastrophe in allen Kreisen finden, steht nicht zu bezweifeln, Daß Das Ergebniß Des Concertes ein recht günstiges sein wird.
— sM a s s e n - V e r g i f t u n g.j Man entsinnt sich noch, daß vor einigen Monaten in Saint-Denis bet Parts ein großer Theil der Einwohner plötzlich unter Erscheinungen erkrankte, Die Darauf schließen ließen, Daß man es hier mit einer Maffenvergtftung zu thun hatte. Es stellte sich Denn auch alsbalD heraus, daß die Brode eines Bäckers in Saint-Denis, der seiner guten Waare wegen viel Absatz hatte, Arsenik enthielten und daß alle Diejenigen, welche von jenen Stoben gegessen, unter Den heftigsten Schmerzen erkrankt waren. Die sofort angestellten Ermittelungen ergaben, Daß ein Bäckergeselle, Namens Bauve, Das scheußliche Ber brechen begangen hatte. Dieser Bäcker erschien nun vor Dem Pariser Assisenhof. Baude ist 32 Jahre alt und ein verkommenes Subject. Er trank viel und hatte bereits bei seinem Lehr- herm, einem ehrenhaften Bäckermeister, verschiedene Schwindeleien verübt. Nichtsdestoweniger konnte sich dieser nicht entschließen, Baude aus seinem Dienst zu jagen, weil er trotz Allem und Allem Miteid mit diesem Menschen, Der Frau und Kinder hatte, besaß. Weit entfernt, sich dankbar zu zeigen, faßte Baude im Gegentheil ein lebhaftes Rachegefühl gegen seinen Lehrherrn. Dieses Rachegefühl wuchs, als Baude am legten Neujahr keine Gratification von feinem Meister, auf die er stark gerechnet hatte, erhielt. Von jetzt an sann Baude nach, wie er sich am besten rächen könne. Er hatte bald einen Plan gefaßt. Er kannte einen Arbeiter, Namens Schlegel, der in einer Glasfabrik in Saint-Denis beschäftigt war. Von D:efem ließ er sich eine Quantität Arsenik verschaffen unter dem Vorwand, es gegen Ungeziefer anwenden zu wollen. Im Besitz des GifteS begab er sich in den Pferdestall des Meisters, streute dasselbe in die Krippe eines der Pferde, — am anderen Tage war das Thier tobt. Kurze Zeit barauf, als wieber etwas vorgefallen war, wiederholte Baude dieses Verbrechen; ein zweites Pferd fiel demselben zum Opfer. Diese Rache aber genügte dem Gesellen noch bet Weitem nicht. Am 5. 'Jiprii begab er sich in die Backstube und warf sein Gift in den Backtrog, welcher den Teig zu l»o Broden enthielt. Die Untersuchung hat ergeben, baß es 120 Gramm Arsenik waren, bie Baube in ben Trog hineingeschüttet hatte, ein Quantum, das genügt, um 300 Menschen zu tövten. In der That sind Denn auch ungefähr 300 Menschen in Saint-Denis erkrankt, die mehrere Tage die furchtbarsten Schmerzen auszustehen hatten, von denen jedoch glücklicherweise Niemand gestorben ist. Komisch wahr bie Vernehmung all' Derjenigen, bie an jenem vergifteten Brobe erkrankt waren. Jeber mußte bie Art feiner Erkrankung beschreiben unb es kamen babei die drolligsten Ausdrücke zu Tage. Einige alte Damen gentrten sich, von ben Folgen, welche die Vergiftung bei ihnen hervorgcrufen, zu sprechen, unb ber Präsibent mußte seine ganze Berebt- famieit in Auwenbung bringen, um bic Damen zum Reben zu bringen. Der Gerichtshof sprach bem Angeklagten alle milbernben Umstände ab unb verurtheilte ihn zum Tode. Als Baude die Verkünbtgung bes Todcsurtheils vernahm, zuckte er zusammen, als ob er das Beil am Halse spürte. Er brach in ein furchtbares, wimmerndes Geheul aus unb bie Oenbatmcn mußten ihn fast bewußtlos aus bem Saal schleppen.
Worms, 2. August. Der Fuhrknecht einer hiesigen Dampfmühle verhöhnte dieser Tage einen bieberen Arbeiter wegen seines einfachen Frühstücks (Hanbkäse unb Brob), während er mit seinem Complicen Rothwem trank unb sehr gut frühstückte. Der Großh. Gensdarmerie fiel bies auf, sie schenkte beßhalb bem Treiben bes Genannten Aufmerksamkeit unb fanb heraus, baß derselbe am Freitag 2 Säcke Korn im Werthe von 38 X vom Wagen seines Dienstherrn gestohlen unb an einen gleichfallsigen Feinschmecker um Den Preis von 20 Jt verkauft hatte. Lange Gesichter gab es nun, als Die Großh. Gensbarmerie kam, um sie in's Hotel Morgenstern abzuholen. Sie sinb gestänbig, seit kurzer Zeit in gleicher Weise 17 Säcke Korn ent; toenbet unb verwerthet zu haben, unb werben nun Gelegenheit finben, Betrachtungen barüber anzusteüen, was besser schmeckt, bie — Morgensternsuppe ober bas frugale Frühstück des Arbeiters, ber sich solches auf ehrliche Welse verdiente. In höchst raffinirter Weise scheinen die Betheiligten ihr Handwerk schon längere Zeit getrieben zu Haden. (N. W. Ztg.)
Frankfurt, 2. August. Ein Bude, der für die Festzeit Geld brauchte, plünderte die väterliche Münzsammlung und verkaufte die einzelnen werthvollen Stücke nach ihrem Silberwerth. Die Münzen, die eingeschmolzen sein sollen, sind verloren. Ein anderer verschaffte sich sein Festgelb daburch^ baß er ein schweres seidenes Kleid und einen Sammetmantel der Mutter, mehrere hundert Mark wertb, für 30 JL versetzte. Zu bedauern ist nur, daß zuerst andere Menschen im Verdacht ber Täterschaft stauben
— Heber ben „Fastenkünstler" Dr. Tanner schreibt ein Arzt an ben „Stanbard": „Die ärztliche Welt ist an bie maßlose Leichtgläubigkeit ber Menschen, sobalb es sich um eine „Wunber- geschtchte" hanbelt, so sehr gewöhnt, baß sie auch im Falle von Tanner's vierzigtägigem Fasten es nur lächelnd mit ansehen konnte, mit welchem Feuereifer die kostspieligen transatlantischen Telegramme vom Publikum verschlungen werden. Was mich betrifft, so muß ich erklären, daß ich cs nicht glaube, baß Dr. Tanner einzig unb allein von Wasser lebt. Es liegen ber Wissenschaft bis jetzt keine Thatsachen vor, bie bafür sprechen würben, baß ein Mensch vier Wochen lang ohne Nahrung, fest ober löslich, leben könne, unb wenn vier Wochen, warum nicht länger. Es riecht bie ganze Historie etwas stark nach bem alten Samum. Dr. Tanner hat sich einem schrecklichen Experiment unterzogen, baß ihm aber Nahrungsmittel in bteser ober jener Art, ober etwa, was wir Aerzte paratriptische Agentten, wie Kaffein, Theobromin, nennen, zugeführt werben — ich zweifle nicht Daran. In keinem Falle habe er selbst oDer seine Anstifter irgend welchen Anspruch auf Die Theilnahme Der wissenschaftlichen und gebildeten Welt bei diesem albernen und ganz nutzlosen Geschäfte, unb ich muß meine Collegen in New-Aork tabeln, baß sie solchen Unsinn unterstützen; benn es ist traurig, Männer ber Wissenschaft auf Seite deS Unsinns zu finben- Wir haben übrigens bei uns Gelegenheit genug, ben Hungertob zu stubiren, ben Hungertob, welchen Noth unb Elenb herbeiführen. Was brauchen wir Da Die StaDien des Verhungerns zu beobachten, die ein thörichter Mensch durchmacht?"
Bochum, 31. Juli. Die „Westf. Volks.-Ztg." schreibt: „Die Zeche Baaker Mulde bei Linden ist am Versinken; der Schacht ist in einer Tiefe von 30 Lachtern von der Wetter- l sohle ob völlig eingestürzt. Die Pumpe ist bereits in Die Tiefe gegangen, der riesige Dampfkessel ist gefolgt, und daß ganze Gebäude, deffen Umgebung man abgesperrt hat, scheint von der Erde verschlungen zu werden. Man vernimmt in der Nähe ein unheimliches unterirdisches Getöse. Zum Glück gelang cs, die zahlreiche Belegschaft frühzeitig zu warnen und zu letten; auch zwei zurückgebliebene Arbeiter, für die man schon Befürchtungen hegte, kamen noch vor der Katastrophe wohlbehalten zu Tage. Es wird wohl lange dauern, ehe bie Zeche wieder in Betrieb gesetzt werben kann; ber Schaben ist groß unb eine große Anzahl von Arbeitern wirb brotlos werben "
Groß warb ein. In unserer Stabt ist ein Gegenfüßler bes amerikanischen Fastenheros i Dr. Tanner aufgetreten. Ein junger Mann hat in einem hiesigen Gasthause infolge einer
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