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Wette von halb 9 Uhr Abends bis Mitternacht folgende Speisen verzehrt: Einen Paprika- Rostbraten mit Erdäpfel, ein Wiener Schnitzel mit Zuckererbsen, ein Rindssilet mit Nockerln, rtne Schwetns-Earbonade mit Kürbis, eine Viertel Ente mit Gurken, eine Portion Gansbraten, ein halbeö Backhuhn, einen Rostbraten mit Zwiebeln, ein Beefsteak mit Et, eine geröstete Kalbsleber, eine Portion Hirn mit Nieren, ein Kalbspörkölt, ein Gulyasfletsch, eine Portion gebackene Gansleber und ein Hühnchen-Eingemachtes mit Kohlrüben; hierzu trank er 11/2 Liter Bier, 21/2 Liter alten Wein und drei Flaschen Sauerwasscr. Das war die Mahlzeit, die er infolge der Wette eingenommen hatte; zum großen Staunen seiner zahlreichen Zuschauer verlangte er aber hierauf noch eine Omelette, die er sich gleichfalls ausgezeichnet schmecken ließ. Der Viel- freffer soll sich — wie „Nagyvarad" versichert — am Tage nach dem Bravourstücke ganz wohl befunden haben.
Limburg, 4. August. (Fruchtmarkt.) Rother Wetzen X 20.00, Weißer Wetzen X 20 00, Korn X 15.65, neues Korn X 15.50, Gerste X 00.00, Hafer, X 8.40, Erbsen X —. (Durchschnittspreis pro Malter.) Kartoffeln (50 Kilo) X 0.00.
SehllTsberieiit, Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen.
Bremen, 4. August. Der Postdampfer Neckar, Capt. W. Wtlligerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24. Juli von Newyork abgegangen war, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagtere, Post und Ladung 6 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 140 Paffagtere und volle Ladung.
Butzbach, 3. August. Seit einigen Tagen circulirt in unserer Stadt wieder das Gerücht, die hiesige Garnison sollte aufgehoben werden. Wir sind in der Lage, zur Beruhigung der aufgeregten Grmüther darüber aus guter Quelle Mittbeilung machen zu können und zwar dahin gehend, daß von einer gänzlichen Aufhebung der hiesigen Garnison durchaus nicht die Rede ist, möglicher Weise findet am 1. April 1881 ein Truppenwechsel statt, das heißt, es wird beabsichtigt, die hier garnisonirenden 2 Escadrons des 2. Großh. Heff. Dragoner-Regiments lLeib-Dragoner-Regtment) Nr. 24 nach Darmstadt zu verlegen und an deren Stelle ein Infanteriebataillon, wahrscheinlich das neu zu errichtende 3. Bataillon des Großh. Heff. Infanterie-Regiments Nr. 116 hterselbst zu dislociren. (?) Ein höherer Jntendanturbeamte von Kaffel war wegen dieser Angelegenheit gestern hier anwesend, um das Casernement einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen und um sich gutachtlich darüber äußern zu können, ob cs möglich sei, ohne erhebliche Baukosten die hiesige Kaserne zu einer Infanterie-Kaserne umzubauen. Genannter Herr soll nach stattgehabter Einsichtnahme sich dahin geäußert haben, daß fraglicher Umbau ohne erhebliche Kosten und Zeitaufwand möglich sei. Weitere Mitthetlungen über -diese für unsere Stadt so hochwichtige Frage hoffen wir unseren verehrten Lesern s. Z. machen -zu können. (W. B.)
Eingesandt.
Wie wir vernehmen, wird der „Gießener Zitherkranz", veranlaßt durch mehrere an ihn «rgangene Aufforderungen, nächsten Samstag Abend in dem von Herrn L ony aufs Freundlichste zur Verfügung gestellten Saale seines Bterkellers ein Concert veranstalten. — Schon verlang enen Winter hatten wir öfters Gelegenheit, den, größtenthetls aus tüchtigen Zithersptelern bestehenden, strebsamen jungen Verein in kleineren Kreisen sowohl, als auch in Concerten zu hören und ist demselben auch der wohlverdiente reichlichste Beifall zu Theil geworden. Es wird deßhalb auch jedenfalls von vielen Setten mit Freuden begrüßt werden, wenn der erwähnte Verein in einem so schönen Local wie der Lony'sche Bierkeller zu concerttren beabsichtigt und wünschen wir, daß die Einnahme, welche, wie wir hören, zur Vereinscaffe fließen soll, eine recht reiche sei, umsomehr, als oer „Gießener Zttherkranz" schon viele Opfer bet Veranstaltung von Wohlthätigkeits-Concerten gebracht hat. K-
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 4. August. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Altes Heu kostete je nach Qualität der Centner X 4.00—0.00, neues Heu X 2.50—3.00, Strob X 3.00—0.00. Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. X 0.80—00, 2. Qual. X 0.70-00, im Detail das Pfd. X 1.00—00, 2. Qual. X 0.90—00. Eier das Hundert ital. X 6.20, deutsche Eier 4.80 X, Ochsenflei)ch per Pfund 65—70 ^, Kuh, Rind und Farrenfleisch 45-60 H, Kalbfleisch 45-55 Hammelfleisch 40-65 H, Schweineßetsch 70-75 H, ein Hahn X 2.50-2.00, ein Huhn X 2.00-2.30, eine Ente 2 70-3.20, eine Taube 50-00 H, Kapaunen X 3-3.50, Wätscher Hahn X 5—12. Kartoffeln 100 Ko. X 0.00—0, das Bescheid 10 Kohlrabi 5—8 H, Blumenkohl 1 St. 30-70^9», Wirsing 00—0 Gelberüben 1 Bund 6-10 H, Zwiebeln 1 Bund 20 Sellerie das Stuck 50^. Meerrettiq 1 Stück 00-00 H, Spargel das Pfund 00—00 Radieschen 3—4H, Artischoken 50 Erbsen das Pfund 00 H, Romain-Salat 30-00 Dohnen 100 Stück 0.00—0 X.
Aufruf.
Am 29. v. Mts., Nachmittags um 6 Uhr, ist ein so furchtbares Hagelwetter über die Gemarkungen Hungen, Villtngen, Inheiden und einen großen Theil von Bellersheim niedergegangen, wie es seit Menschengedenken nicht vorgekommen ist. Die Beschädigungen an Fensterscheiben, Dächern und Schornsteinen sind ganz bedeutend. In der Stadt Hungen sind allein an 1000 Fensterscheiben eingeschlagen worden. Der Hagel, in der Größe von Taubeneiern, fiel so dicht, daß in einem Zeitraum von kaum 10 Minuten der Boden zollhoch mit Eis bedeckt war. Am anderen Mittag sah man den Hagel in Gräben und Niederungen buchstäblich noch fußhoch liegen. Die Verheerungen^, welche dieses Unwetter angerichtet hat, find ganz erschrecklich. Alle Halmfrüchte mit Ausnahme des hier wenig gezogenen Korns, sind fast total vernichtet. Gärten, Kraut- und Kartoffelfelder sind zerhackt und verwüstet,- so daß die schönsten Hoffnungen einer Jahreserndte zerstört erscheinen. Von den betroffenen 9000 Morgen mit überhaupt 3000 Seelen, von denen der überwiegende größte Theil vom Ackerbau lebt, sind nur 13 Personen versichert und ist deßhalb der Jammer unter der ämeren Bevölkerungsclaffe sehr groß.
Zur Linderung des Nothstandes sind die Unterzeichneten zu einem Unter- stützungs.Comit^ zusammengetreten und erlaflen an alle edelen Menschenfreunde, insbesondere an diejenigen, welche mit Glücksgütern gesegnet sind, die dringende Bitte, ihnen Beiträge zu obigem Zwecke gefällig zukommen zu laflen.
Zusendungen an uns bitten wir an den mit unterzeichneten Herrn Kammer- rath Demme zu adreffiren, und werden wir über deren Verwendung demnächst öffentlich Rechnung ablegen.
Hungen, den 2. August 1880. fr
Das Comite zur Unterstützung der Hageibeschädigten von Hungen und Umgegend:
Gurken 6—0
Samstag den 7. August, Vormittags 10 Uhr, soll in der L. Flkttffchen Hofraithe ein Eisschrank verstngert werden.
Gießen, den 5. August 1880.
5208) Geißler, Gerichtsvollzieher.
May, Oberamtsrichter. Demme, Kammerrath. Bender, Bürgermstr. Eberwein, Apotheker. Max Heß, Kaufmann. Dr. Frank v. Lichtenstein, Kreisarzt. K. Detzberger, Gerichtsvollzieher. Bopp, Bürgermstr. von Bellersheim. Reitz, Bürgermstr. von Inheiden. Zimmer, Bürgermstr. von Villingen.
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Gießen.
Carl Deines,
Land sch aftsaärtner.


