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Jn Sachen des Ortsarmenverbands Gedern gegen den Landarmcnverband Schotten, 'wegen Unterstützung des Maurus Auth, wurde die Klage als unbegründet abgewtesen, Kläger in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 20 JL in die Provinzralkasse verurtheilt.
In Sachen des Ortsarmenvcrbandes Homberg gegen den Landarmenverband Alsfeld, -wegen Unterstützung des Franz d'Avis, wurde Beklagter für schuldig erkannt, an den Kläger den eingeklagten Betrag zu ersetzen, die Kosten des Verfahrens zu tragen und an die Provinzial- Easse den Aversionalbetrag von 30 zu zahlen.
In Sachen des Ortsarmenverbands Hainchen gegen den Ortsarmenverband Bellmuth, wegen Unterstützung der Marie Kropp, wurde zu Recht erkannt, daß die Klage, insoweit sie auf Ersatz der Kosten vor dem 19. März 1879 gerichtet ist, als unbegründet abzuwetsen und Kläger in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 10 JL in die Provmzialkasse zu verurtheilen sei. •
Die von gestern auf heute vertagte Sache, die Beschwerde der Israeliten zu Londorf, wegen ihrer Berechtigung am Gemeindewalde betreffend, endete damit, daß der von der Gemeinde Londorf verfolgte Recurs als unbegründet verworfen, und das Erkenntntß des Kreis- ausschuffcs des Kreises Gießen, wonach den israelitischen dieselben Rechte wie den christlichen Ortsbürgern zucrkannt worden sind, lediglich bestätigt wurde, unter Verurtheilung der Gemeinde Londorf in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Aversionalbetrages von 40 JL in die Provinzialkaffe.
Gießen, 5. Januar. Im Monat December ti. I. wurden von Seiten der Schutzmannschaft arretirt: Bettler 32, Obdachlose 1, wegen Scandal 5, wegen Trunkenheit 7, Diebstahl 7, auf Requisition wurden 9 Personen arretirt, Schulkinder 13. Anzeigen erfolgten in sanitätspolizeilicher Beziehung wegen schädlicher Ausdünstung 3, bösartiger Thiere 2, -in ficherheitspolizeilicher Beziehung gegen Bettler 33, Ruhestörung 109, Diebstahl 14 Meldewesen 15, sonstige Sicherheitspolizei 19. Ferner wegen Thterquälerei 4, Concubtnat 2, lieber tretung der Feierabendstunde 66, wegen Vergehen gegen die Droschkenordnung 2, Straßen- retnigung 1, Fahrordnung 8, sonstige Straßenpolizet 13, Feuerpolizei 1, Steuerdefraudation 1, -Oktroi 20. Summa sämmtlicher Anzeigen 323 gegen 461 im Monat November v. I.
Gießen, 5. Januar. Durch den letzten Eisgang ist die Lahnbrücke der Straße Madenbach-Biedenkopf (zwischen Wolfgrüben und Eckelshausen) derart beschädigt worden, daß dieselbe gesperrt und der Verkehr über dieselbe bei Strafe verboten worden ist.
— Die Schutzmannschaft räumt eben gründlich mit den sich hier wochenlang herumtreibenden Fechtbrüdern auf. Heute früh wurden wieder 5 solcher Burschen wegen Landstreichens eingesteckt. Einige derselben waren 4, 5 Wochen und noch länger in hiesiger Stadt. Was mögen diese wohl zusammengeklopft haben!
— An Geschenken gingen für die „Volksküche" weiter bei Hrn. C. Wenzel ein: von H. Euler 20 Pfund Dörrfleisch, Meyerfeld & Meier 200 Pfund Reis, Metzger Metzger 18 Pfund Ochsenfleisch, Fuhrmann Euler, Neustadt 1 Korb Kartoffeln und 1 desgl. Gelberüben, I W. Kurz 50 Pfund Reis, A. Stern 150 Pfund Kartoffeln, Grünebaum sen. 8 Stück chandtücker u. 1 Serviette, Debus eine Anzahl Sellerie u. Fletschzwiebel, Schmücker 6 St. Handtücher, Armenpfleger Haßler 25 Pfd. Nudeln, F. H. 10Pfd. Reis, M. Engel 25 Pfb. Erbsen.
— Die „Volksküche" vertheilte gestern 599 Portionen, davon wurden verkauft 29 Portionen, die übrigen an Arme, Kinder und Handwerksburschen. Heute wurden vertheilt 701 Portionen, hiervon verkauft 119 Portionen, die übrigen 582 an Arme u. s. w.
Vermischtes.
Darmstadt, 31. December. sPostpersonalnachrichtenj Angestellt ist der Postassistent Freund in Oppenheim.
D armstad t, 2. Januar. Wie man uns mtttheilt, ist der Eisenbahndammbruch bei Bischofsheim, welcher den Betrieb der Ludwigsbahn zwischen Darmstadt und Mainz unmöglich mackt, etngetreten zwischen Bischofsheim und der Etsenbahnbrücke über den Rhein, entstanden zufolge Austritts des Mains unterhalb Rüffelsheim. Sodann ober war dir Lommunication zufolge Beschädigung des Schienengeleises heute auch gehemmt zwischen Bischofsheim und Nauheim, da auch oberhalb Rüffelßbeim, nach Raunheim zu, der Main über sein Bett gedrungen ist
und die Gegend bis über die Bahnlinie überschwemmt hat. Etwa um 9 Uhr MorgenS trat heute jener Dammbruch ein; die ersten Züge gingen noch bis Mainz. Eine Zeit lang war der Bahnhof in Bischofsheim selbst durch plötzlichen enormen Wafferandrang mehrere Fuß hoch überschwemmt Morgen sollen wieder Züge bis Bischofsheim gehen. Bis wann der Damm wieder hergestellt sein kann, läßt sich noch nicht sagen. (D. Ztg.)
Offenbach, 31. December. Aus einem Fenster des dritten Stockes der hiesigen Kaserne fiel gestern Morgen ein Soldat der zehnten Compagnie des 4. Großh. Hess. Infanterie- Regiments Nr. 118 (Prinz Karl). Derselbe blieb jedoch, trotz der bedeutenden Höhe, von welcher er herabfiel, nicht tobt, sondern wurde sehr schwer verletzt in's Lazareth verbracht' Ob hier ein Selbstmordversuch oder ein Unfall vorliegt, ist augenblicklich nicht zu constatiren. Der Verunglückte soll ein ordentlicher Mann und kein Grund äbzusehen sein, warum er selbst Hand an fick gelegt haben sollte. Deßbalb bleibt nur die Ansicht, daß er sich unvorsichtigerwelse zu weit über die ziemlich brcice Fensterbrüflung binaus gelegt, dabei das Uebergewicht erhielt und hinunter fiel. Ciu anderer Soldat, der an ihm vorüber ging als er zum Fenster hinaus sah und noch einige Worte mit ihm sprach, fand ihn, alS er gleich darauf in den Hof kam, schon beschädigt dort auf dem Pflaster liegen. (Off. Ztg )
Frankfurt, 31. December. (Auch ein Jubiläumlj Eine kaum anderthalb Jahre verheirathete Frau bekam im Laufe dieser Woche ihr 25. Dienstmädchen, welches Jubiläum der lustige Gemahl nicht ohne eine kleine Festlichkeit hingehen ließ, indem er zum Schrecken der Frau einige Freunde einlud.
Mainz, 3. Januar. Das gestern Mittag so urplötzlich eingetretene Hochwasser hat in allen Straßen, welche der Ueberschwemrnung ausgesetzt waren, einen großen Schaden angerichtet. Die meisten Leute hotten keine Vorsorge getroffen und als die Fluthen andrangen, war es zumeist schon zu spät, noch während des Ausräumens wurden die Leute von dem Wasser überrascht und aus Kellern und Wohnräumen mußten sie flüchten. Als die Hochfluth anbrauste, waren viele Familieu auf dem hochgelegenen Rheinufer, um sich das Schauspiel anzusehen, als sie aber wieder in die Stadt zurückkehren wollten, war ihnen der Weg abgeschnitten. Fußhoch waren bereits die Straßen überschwemmt und Fuhrleute und Wagen mußten den Verkehr mit der Stadt unterhalten. Um 6Vr Uhr gestern Abend hatte das Wasser seinen höchsten Stand, 21 Fuß, erreicht, von da ab fiel es wieder sehr rasch und zeigte heute Vormittag 8 Uhr das Pegel 17 Fuß 1 Zoll. Alle Straßen sind wieder vom Wasser frei, leider sind aber sämmtliche Keller gefüllt. Die Nachrichten, die heute Nacht und heute Vormittag sowohl vom Ober-, als auch vom Unter-Rhein einliefen, sind sehr betrübend, In Mannheim stauten sich die hochgeschwollenen Fluthen des Neckars derart, daß die Eismassen 4 beinaufwärts getrieben wurden und enormen Schaden verursachten. Nach einer heute Vormittag 8 Uhr an das Kreisbauamt eingelaufencn Depesche soll das Eis des Oberrheins bereits bei Nackenheim eingetroffen sein, das gleichzeuig dorten angekommene Hochwasser bat in der dortigen Gegend Alles überschwemmt. Bei Bingen haben sich bi' Eismassen derart gestaut, daß heute Nacht die Mannschaften des hiesigen Festungs-Artillcrie-Regiments telegraphisch aufgeboteu wurden, sich sofort mit Sprengmaterial nach Bingen zu begeben, um Hülfe zu bringen. Die Leute erhielten noch in der Nacht ihre Ordre zugestellt. Auch aus den übrigen Orten des Rhcingaues laufen sehr betrübende Nachrichten ein. (Fr. Jr.)
Handel und Be^'^ 5
Frankfurt, 3. Januar. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner JfL 2.50—4, Strob JL. 2.53—3.50. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. JL 1 — 0.0, 2 Qual, 0.93, im Detail das Pfund JL 1.20—00, 2. Qual. JL 1.10—00. Eier das Hundert deutsche Ji. 7, italienische 10, Ganze Erbsen das Pfo. 28—32 H, geschälte Erbsen 33—37 Bohnen 27—29 H, Linsen 40—50 H. Weißkraut das Stück 10 — 20 H, Rothkraut, 1 St. 15 —30 Kohlrabi 5 —8 Kohlkraut — Blumenkohl 1 St. 40—80 Wirsing 8—15 Kartoffeln iOÖ ftilc 6.50 Jt, Zwiebeln 25 Bund — JL. Merrettige Stück — H, 1 Srück — H. Ochsensterich per Pfund 65—70 H, Rindfleisch 50—60 H, Kuhfleisch 50—60 H, Kalbfleisch 50—55 Hammelfleisch 40—65 H, Schweinefleisch 65—70 ein Hahn JL. 0.70—1.50, ein Huhn 1 — 1.50, eine Ente JL 1.80—2.50, Gans JL 4.50—12, eine Taube 50—60 H.
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Bekanntmachung.
Neber das Vermögen der Gebrüder : Ludwig Diehl und Johannes , Diehl von Birklar ist Mittwoch den 31. December 1879, Nachmittags 3 Uhr, das förmliche Concursverfahren eröffnet worden. Zum provisorischen Verwalter wird Herr G i l b e r t e ip | in Birklar ernannt. Forderungen gegen ! Lie beiden Gemeinschuldner sind bis zum 20. Januar k. Js. bei der Gerichtsschreiberei des unterzeichneten Gerichts schriftlich oder zu Protocoll, sowohl dem Betrage und dem Rechtsgrunde nach, als auch unter Angabe des beanspruchten Vorzugsrechts, anzumelden.
In der Tagfahrt
। Montag den 26. Jan. k. I.,
Vormittags 9 Uhr,
soll über die definitive Ernennung des | Eoncursverwalters und Bestellung eines
Gläubigerausschusses verhandelt werden, auch die Prüfung der angemeldeten Forderungen und Vorzugsrechte Statt finden. Zugleich wird in Folge des -erkannten offenen Arrestes allen denjenigen Personen, welche eine zur Concursmaffe gehörige Sache der Ge- metnschuldner im B<sitz haben oder der Concursmaffe Etwas schuldig sind, aufgegeben, Nichts an die Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, denselben auch die Verpflichtung aufer- legt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen dem Concurs« Verwalter, Herrn Gilbert Seip in Birklar bis zum 20. k. Mts. Anzeige zu machen, bei Meidung der Hastung ‘ für den aus der Unterlassung der An- l zeige entstehenden Schaden.
Ltch, den 31. December 1879. Großherzogliches Amtsgericht Ltch.
147) Langer mann.
Zur Beglaubigung: Will, Gerichtsschreiber.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar:
Dienstag den 6. Januar 1880.
Mittwoch „ 7.
Donnerstag „ 8.
Samstag „ 10. „
Dienstag „ 13. „ „
Mittwoch „ 14. „ „
Donnerstag „ 15. „ „
Samstag „ 17. „ »
Die Jnteressenden werden daher auf- aesordert die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Jnteressenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 28. November 1879.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr.
Bekanntmachung.
Donnerstag den 8. d. Mts.,
Vormittags 10 Uhr, wird dasjenige Eichen- und Tannen- rc. Holz von der abgebrochenen Lahnbrücke, welches sich noch sehr gut zu Bauholz eignet,namentlich viel kantiges Eichen-rc.- Langholz und sehr starke kandtge dto. Schwellen, auch sämmtltches (Sifen davon, öffentlich versteigert.
Bellnhausen, am 2. Januar 1880.
Der Bürgermeister: 137) Ruth.
Dienstag d. 3. Februar 1880,
Nachmittags 2 Uhr,
soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Schreiner Kaust II. Flur V233/1 163 Meter Hofraithe in der Kaplansgasse meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 22. December 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.
141) Müller.
Bekanntmachung.
Die rückständigen Communalsteuern pro 1879, worauf noch kein Executionsverfahreu eingeleitet worden ist, können in den nächsten 8 Tagen, an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten bezahlt werden.
Gießen, den 5. Januar 1880.
Der Stadtrentmeister:
Enders.(163
Bau- u. Werkholz- Versteigerung in der
Fürst!. Bbersörstkrei Ltch.
Dienstag den 13. Januar sotten im Mönchwald (bei Burkhardsfelden) versteigert werden: 323 F-chteu- und Kiefernstämme von 15 — 30 cm Durchmesser und 6—22 m Länge mit 144 cbm, 454 Fichten- und Kiefern-Stangen mit 36 cbm und 7 E chenstämmchen mit 0,58 cbm Inhalt.
Zusammenkunft
Morgens 10 Uhr aus dem Schlagweg.
Lich, am 4. Januar 1880.
150) Wimme nauer. Forstrath
JeUgevotenes.
139) Ein junges Pferd, für Oeco- nomiearbeit recht brauchbar, ift billig zu verkaufen Wo? sagt die Exped. d Bl. Rannen - Scheitholz,
!• Qualität,
pro Rmtr. 6V, JL liefert frei in's Haus
Kneisel in Londorf.
Bestellungen bei Hrn. Flett im Schwanen oder per Postkarte bittet____________(136
Flundern und Harzer Handkäse empfehlen 052
J. A. Busch Sohne.
Das Neueste
in
Pariser Ballblnmen
eingetroffen. (154
F. C. Weber,
Reichensand-Bahnhofstr. 934.
155) Ein an der Wiesecker Chaussee gelegener großer Garten ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bltts.________
Ein altrenom mirtes Geschäft
in bester Lage der Stadt ist zu verkaufen durch________(54)_________J. Blitz,
Geräucherte Speckbücklinge größte Sorte, pr. Kiste ca. 10 Pfd. 3 JL, 3 Kisten 90 H billiger.
Frische, grüne, ungesalzene
Heringe (Bratbücklinge) pr. volle 10 Pfd.-Kiste, ca. 35—40 Stück sehr große Heringe enthaltend, 2 JL 70 3 Kisten 90 H billiaer. Alles zollfrei und franco gegen Postnachnahme. Ferner offerire ab hier (also unfrankirt) frische Heringe in Körben, ä 37 Pfd. Netto, pr. Pfd. 18 H.
Gleichzeitig erlaube mir, meinen geehrten Abnehmern mitzutheilen, daß ich im Jahre 1879 von meinen verschiedenen Consutn- Artikeln im Ganzen:
112,000 Packete
mit der Post versandt habe. (148 A. Ij» Ulolir, Ottensen bei Hamburg.
128) 3—400 Centner gutes Heu zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.
156) Eine große Partie Heu, Gnimmet, Dickwurz, Stroh billig zu verkaufen bei
Gotthard Schreiner im Gartseld.


