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700 Jahren) der Gewalt der EiSgänge getrotzt haben und daß sie sich von da bis auf den heutigen Tag noch immer in solcher Festigkeit erhalten haben, daß zu ihrer Entfernung die ge-- wattigste Anstrengung erforderlich ist, so kann man sich einen Begriff von der Gediegenheit der damaligen Bauten machen. Was die Richtung dieser alten Brücke anbeiangt, deren Länge Alcuin auf 500 Schritte angegeben hat, io findet man sie (nach Prof. H Brühl's Angabe), wenn man sich so stellt, daß man die Kirchthürme von Castel im Auge, der oberen oder südöstlichen, mit der alten Stadtmauer in Verbindung stehenden Gallerte des Zeughauses, den Rücken zukehrt. Die eichenen Holzpfeiler dieser Brücke, deren etwa 20 vorhanden sein sollen, haben eine Stärke von 36 Fuß und stehen in einer Entfernung von 62 Pariser Fuß auseinander. Dieselben sind ungefähr in nachstehender Form postirt:
und Reductions - Tabellen der deutschen Reichswährung in die ehemalige Süddeutsche und Preußische; in die Oesterreichische, Französische, Englische und in die Währung der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika, sowie umgekehrt; außer einem Verloosungs-Kalender für 1881 unv einer Genealogie der Regenten und hohen fürstlichen Häuser, vielfache praktische geschäftliche, sowie statistische Notizen, welche sowohl dem Beamten, Rechtsanwalt und Kaufmann, als auch dem Gewerbtreibenden, dem Landmann, ja dem Familienvater von großem Nutzen und höchsten Interesse sein muffen. Außerdem hat das Büchlein ein sehr handliches, keinen Schreibtisch beengendes klein Octav-Format, ist durchaus sauber ausgestattet und dauerhaft gebunden. Der Verleger (C. W Leske in Darmstadt) liefert dasselbe gegen Einsendung von Jü 1,25 (etwa in Briefmarken) frei unter Band.
Handel und Verkehr.
und zwar so, daß die Zwischenräume mit Steinen, Lehm oder Lette ausgefüllt sind; dieses Füllsel muß zunächst entfernt werden, ehe die Hebung der Pfeiler selbst erfolgen kann. Schon die Zusammenstellung und Einsenkung der hierzu nöthigen Apparate, die im Wesentlichen aus mächtigen, bis auf den Boden des Rheins gehenden Röhren bestehen, und in welche, nachdem fie ausgepumpt sind, die Arbeiter hinabsteigen, bildete eine interessante Procedur, welche viele Zuschauer herbeilockte. Nur durch solche Hilfsmittel war die Durchführung der Arbeiten zu ermöglichen, da sich die Taucher bei den eisten Versuchen in Folge der überaus starken Strömung des Rheins kaum zu halten vermochten. Die jetzt massenhaft von ihnen aus den Zwischenräumen der Pfeiler zu Tage geförderten Steine haben ein graublaues Aussehen und werden vorläufig am diesseitigen Ufer aufgeschichtet. Angesichts dieser Steine und gegenüber den neuerdings genommenen Resultaten der Bohrversuche im Nheinbette dürfte es übrigens nicht ohne Interesse fein, an das Ergebniß zu erinnern, welches die ebenfalls zu Brückenbau-Zwecken zur Zeit Napoleons angestellten Untersuchungen des Rheinbodens hatten. Man fand damals (laut des noch vorhandenen Protokolls) erstlich eine drei Schuh tiefe Lage von Kies, dann ein 8 Schuh tiefes Lager von grauem Thon, hierauf zeigte sich ein 2 Schuh mächtiges Kiesglommcrat, dann eine 10 Schub dicke Schichte von einem gelben, schwefelhaltigen Thon, worauf in einer Tiefe von 25 Schuh der Erdbohrer auf einmal hielt. Die Fallhöhe des Rammklotzes wurde deßhalb vermehrt und nun drang der Bohrer auf einmal einen Decimeter tief in den Boden. Als man ihn mit Hülfe eines Hebezeuges herausbrachte, erhielt man eine sehr feste, schwarze, harzartige und mit Erdpech vermengte Maffe, die mit einem Messer durchschnitten, einen starken Schwefelgeruch verbreitete, getrocknet an einem Lichte wie Schwefel brannte, ebenso roh und im Grunde die Steinkohle in einer vermischten Erdart darstellte. Da nun (bemerkt unser Gewährsmann hierzu) am Fuße des Hochheimer Berges ein Steinkohlenlager zu Tage geht, das aber, weil e« zu schwefelhaltig ist, nicht auBgebeutet wird, so läßt sich hier auf den wahrscheinlichen Ueber- gang eines Steinkohlenlagers mit einem quer durch den Rhein ziehenden Schwefelkieslager schließen. Aekml.che, eine galvanische Batterie bildende Schicktenreihen, in denen das über sie hinwegfließende Wasser eine elektrische Spannung und die erhöhte Temperatur hervorbringt, erklären die große Menge der in einem geringen Umfang von Mainz befindlichen heißen und kalten Schwefel- und Mineralquellen. (F- St.-A.)
— Ein Schufterbube, der einen bösen Meister hatte, fiel die Treppe hinunter, als er einen Auftrag schnell ausführen wollte. „Verdammter Junge," rief der Meister, als er das Gepolter hörte, „was machst Du für einen Spektakel?" — Der Junge antwortete schluchzend: „Na, Ich werd' doch noch die Treppe ’runter fallen dürfen."
— (Die Kunstbutter-Fabrikation in Nordamerika.) Die Fabrikation und die Ausfuhr von Oleomargarine-Butter hat in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren so bedeutend zugenommen, daß sie im Handel der echten Butter bereits ernstlich Concurrenz macht. Eines der größten Etablissements zur Herstellung von Kunstbutter ist die Commercial Manufacturing Company, welches wöchentlich bis zu 500,000 Pfund Fett zu Oleomargarine-Butter verarbeitet; die Gesammtmenge der von den Vereinigten Staaten exportirten Kunstbutter dürfte fich auf sechs Millionen Pfund belaufen. Ein großer Theil davon geht zunächst nach Rotterdam; von hier aus wird sie in kleinere holländische Städte vertheilt, wo sie, um sie der Kuhbutter möglichst ähnlich zu machen, mit einer gewissen Menge Milch ge-chlagen, mit färbenden Substanzen gemischt und schließlich wie die echte Butter in Halb- oder Viertelfässer verpackt und mit dem Stempel der echten Butter versehen wird. So hergerichtet, findet die Oleomargarine-Butter in Deutschland, Frankreich und England allenthalben Eingang als echte Kuhbutter. Die Oleomargarine-Butter ist mehrfach einer mikroskopischen Prüfung unterworfen worden, um, da der Bereitung das thierische Fett nie einer höheren Temperatur als 120 Grad Fahrenheit unterworfen werden darf und die Wahl des Fettes wohl nicht immer allzu streng getrosten wird, festzustellen, ob nicht die Kunstbutter, wie das rohe Fett selbst, Krankheitskeime, Embryonen von Parasiten u. dgl. enthalten könne. Aus den Untersuchungen von Michels u. A. geht hervor, daß die Fabrikation keine Garantie dafür bietet, daß nicht irgend welche lebende Krankheitskeime, mit denen das Thier, welches das Fett liefert, behaftet war, in der Oleomargarine-Butter verbleiben können.
Literarisches.
— Seit dem Jahre 1812, also nunmehr zum 7O.mak, erscheint bei C. W. Leske in Darmstadt, Promenaden-Straße Nr. 5, ein Schreib- und Geschäftskalender, der tn der Tbat für Jedermann sich eignet. Sein Inhalt, stets auf der Höhe der Zett, bietet außer dem Notizkalender mit der Einrichtung zur Berechnung der Zinsen auf den Tag, den Ztns-
Gieheu, 1. September. Auf dem gestern und heute abgehaltenen Viehmarkte warm aufgetrieben: 1288 Stück Rindvieh und 416 Schweine. Die Preise biteben unverändert. Nächster Markt Dienstag, den 14. September.
— Die Nr. 35 des Centralblattes für das deutsche Reich bringt eine unter dem 13. August erlaßene „Telegraphenordnung für das deutsche Reich" zum Abdruck, welche vom 1. Oktober ab in Kraft treten wird. Dieselbe stellt die für den Telegraphenverkehr innerhalb Deutschlands bisher geltend gewesenen Bestimmungm (Telegraphenordnung vom 21. Juni 1872 mit den 1876 und 1877 ergangenen Abänderungen) unter Berücksichtigung der aus den Be- schlüffen der internationalen Telegraphenconferenz zu London im Jahre 1879 sich ergebenden Ergänzungen in redaktioneller Neubearbeitung zusammen. Bezüglich der eintretenben Neuerungen ist hauptsächlich auf folgende Punkte aufmerksam zum machen: 1) Es ist dem Absender gestattet, im Falle derselbe ein Telegramm dem Empfänger offen zustellen zu laßen wünscht, dieses Verlangen durch den nur für ein Wort taxpflichtigen Zusatz R.-O. auszudrücken. 2) Die tax- pflichtige Vergleichung der in Chiffern x. abgefaßten Privattelegramme ist künftig nicht mehr obligatorisch. 3) Für Telegramme, welche über den Ortsbestellbezirk hinaus mittels der Poft weiter befördert werden sollen, sowie für poft- und bahnlagernde Telegramme werden keine Postgebühren mehr erhoben. 5) Die vor einiger Zeit versuchsweise angeordnete Einrichtung, nach welcher der Aufgeber die Kosten für die Zustellung von Telegrammen an Empfänger außerhalb des Ortsbestellbezirkes der Bestimmungs - Telegraphenanstalt mittels besonderer Boten durch Entrichtung einer festen Gebühr von 80 H für jedes Telegramm vorausbezahlen kann, ist dauernd eingeführt. 5) Die Stundung der Telegrammgebühren ist allgemein zugelaßen. 6) Die Gebühr für Weiterbeförderung von Telegrammen übet das Meer hinaus vermittelst der Post ist bezüglich der nach Ländern des Weltpostvereins gerichteten Telegramme von 80 auf 40 H herabgesetzt worden.
Irischbäcker in Giesten.
Sonntag, den 5. September. Gustav Eger, Ltndenplatz. Carl Plank, Wolken- gaffe. Ludwig Kroneberg, Marktstraße.
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde ?u Gießen.
Gottesdienst:
Sonntag, den 5. September.
Morgens iN/z Uhr: Missionsprediger Fritz.
(Feier des heil. Abendmahls. Katechismuslehre für die männliche Jugend.^ Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosset.
Am Vormittag wird eine Collecte für die Heidennusston erhoben.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 5. bis 11. September besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
Briefkasten.
Leser des Anzeigers. Wit können von dem Ptincip: anonyme Einsendungen unberücksichtigt zu laßen, nicht abgehen. Ihre zwei Gedickte müßen demnach bis auf Weiteres zurückbleiben.
Herrn F. S- Sie fragen: Sollte es wohl nicht empfehlenswerth sein, wenn man, wie an anderen Orten, die zur Oppenheimer Ausstellung gefertigten Lehrlings-Arbeiten auch hier am Platze einige Tage zur Ansicht ausstellen würde. Es würde dies für die Folge mehr Eifer für die Sache entwickeln.
Wir stimmen Ihnen vollständig bei und glauben, daß es nur einer Anregung bedarf, um den Vorstand des Gcwerbevereins zu veranlaßen, daß die Lehrlingsarbeiten im Local der Gewerbeschule auf Dem Asterweg zur Ausstellung gelangen. D. Red.
Aeikgeöotenes.
Ieinstrn saftigen @mmcntljalcr Schweizerkäse empfehlen (5754
I. A. Busch Söhne.
Grummetgras- Bersteigerrrng in der
Oberförsterei Schiffenberg.
Freitag den 10. lfd. MtS.,
Vormittags 9 Uhr, soll das Grummetgras von den fis- calischen Wiesen in den Gemarkungen Leihgestern, Schiffenberg und Watzen- born versteigert werden.
Gießen, den 3. September 1880. Großh. Oberförsterei Schiffenberg.
5749) Georgi.__
Montag den 6. September,
Nachmittags 2 Uhr, werden in der Hofrathe des Herrn Flett „Gasthaus zum Schwanen" dahier folgende Gegenstände versteigert:
1 Schrank, 2 Cowmoden, 1 runder Tisch, 1 Kleiderschrank, 4 Stühle, 1 Spiegel, 2" Küchenschränke, 1 Schränkchen mit Pult, 145 Schreiner-Hobel, 24 Kartätschen. „ .
Gießen, am 27. August 1880. 5755) Bühner, Gerichtsvollzteher.
Allgemeiner Anzeiger. ßemerbe-Ausstelümg
für Rheinland, Westfalen u. benachbarte Bezirke, in Verbinvung mit einer
Allgem. Deutschen Kunst Ausstellung Düsseldorf 1880.
Geöffnet vom 9. Mai bis Ende September 1880.
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C. Roth,
5615) Reue Baue.


