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jiifnber entfernt von dem Explosionsplatze von den weit hinaußgeschleuderten Eisentheilen ge­troffen worden sind, so darf wohl angenommen werden, daß das große Unglück auch dann r.icht würde abgewendcr worden sein, wenn die auf fünfzig Tausend Personen geschätzte Zu- schauermaffe weiter, als geschehen, von dem Feuerwcrksterrain hätte entfernt gehalten werden können.

Vielfach ausgefallen ist die Thatsache, daß die Amerikaner bet dem Frankfurter Turnfest verhältnißmäßig außerordentlich viele Preise errangen. Es würde Dies indessen leicht seine Erklärung finden, wenn sich die Mitthctlung desBerliner Börsen-Courier" bestätigte, Wonach die Amerikaner, um recht viele Preise zu erhalten, eine Anzahl von gewerbsmäßigen Gymnastikern engagirt hätten, welche in Frankfurt dann alsTurner" figurirten. Dle Leute erhielten, dem erwähnten Blatte Zufolge, freie Fahrt bis Hamburg und 200 Dollars per Mann. Das Comtte hatte von dieser Thatsache sicher keine Kenntniß, denn sonst würden diese gewerbs- rnäßigen Gymnastiker von der Concurrenz gewiß ausgeschloffen worben sein. (Die Geschichte scheint uns etwas wieBerliner Wind" vorzukommen).

Frankfurt, 1. August. Heute erfolgte die Beerdigung der durch das Unglück auf dem Turnfestplatz Getödteten. Zuerst wurde Feuerwehrmann Hock von seinen Kameraden, von den Mitgliedern deS Turnausschuffes, des Centralcomites der Turner und einer immensen Menschenmenge zur ewigen Ruhe geleitet. Außerdem folgten dem Sarge der Herr Stadt- Eommandant, der Herr Polizei Präsident und der Herr Oberbürgermeister, sowie viele fremde Feuerwehren. Zu Seiten des mit Kränzen reich geschmückten Sarges gingen 12 Feuerwehr­leute mit brennenven Fackeln. Fräulein Söhnlein wurde von dem Portale des Friedhofs aus beerdigt und war die Bahre und Sarg mit Blumenspenden und Kränzen bedeckt. Hierauf folgte Frau Pfeiffer, der gleiche Liebe das Grab gebettet und geschmückt. Die Kinder waren schon gestern zur letzten Ruhe gebettet. Bei dem Bcgräbniffe jeder einzelnen Leiche betheiligten sich Deputationen des Festausschuffes, des Turnausschuffes u. s. w.

Frankfurt, 2. August. Die Stadt zeigt seit einigen Tagen wieder ihre Alltags- Physiognomie, die letzten Turner mit 8 Fahnen sind abgezogen; eine einzige Fahne ist hier zu- rückgelaffen worden, für deren Beförderung das Comite sorgen wirb. Der Festplatz wurde seit den Tagen des Unglücks nur spärlich besucht, er ward in der letzten Nacht geschloffen. Am Samstag wurde in der Festhalle Kehraus gehalten und die vorhandenen Victualien an den Mann gebracht. Eine gebratene Gans kostete AL 2.50, ein Cotelette mit Brod 20 eine Portion Roastbeef, woran drei Menschen sich satt effen konnten, 30 rc Von heute an wird das Küchengeräthe verkauft. Wer die Sache wußte, hat davon provitirt und sich für einige Tage versehen. Sicher würde das Fest ohne Deficit abgeschloffen haben, wenn das Unglück nicht eingetreten wäre. Soviel man von dem Konsum an Wein in der Fcsthalle vernimmt, beträgt derselbe: 47,900 Flaschen Weiß- undRothwein, 400 Flckchen Champagner und 3000 Flaschen I. I. Jüng'sches Exportbier [(Sine merkwürdige Differenz der Zahlen zu dem Leip­ziger Turnfest, falls die Zahlen authentisch sind. Dort wurden consumirt 14,258 Flaschen Weißwein, 1154 Flaschen Rothwein, 5213 Flaschen Schaumweins Der Consum in der Bier- Hallen und der Aepfelweinhalle war, wenn auch nicht überall gleichmäßig, so doch ein außer­ordentlicher: in den Hallen wurden je im Durchschritt 200 Hectolirter Bier getrunken, was bei den sieben Hallen 420,000 Schoppen gleichkommt. Aepfelwein wurden 356 Hectoliter (110,000 Schoppen) verzapft. Auf dem Fcstplatz wurden ca. 3u0 Gegenstände gefunden und abgeliefert, darunter eine Geldbörse mit 250 AL, letztere wurde abgcholt, während die meisten anveren Sachen noch unerhoben sind. Bis zum 15. August müffen die Festbautcn niebergelegt und Alles geebnet sein, da alsdann die Aecker wieder bestellt werben.

Hanau, 27. Juli. Die Entstehung der Ursache der Explosion des Dampfkeffels zu Langendiebach ist durch einen fatalen Zufall als herbeigeführt zu betrachten, indem der ver- nnglückte Keffel zum Reinigen außer Betrieb gesetzt und entleert war, jedoch später, am Tage -vor der Katastrophe, ungereinigt wieder gefüllt würbe zum Gebrauch, weil an dem Rescrve- keffel noch einige unvorhergesehene Reparaturen zu besorgen waren. Während der Zeit der -Entleerung und der frischen Füllung des besagten Keffels, fand leider deffen Schlamm (Ktffel- stein war gar keiner vorhanden) Gelegenheit, an die Feuerplatte und anderen Stellen fest an­zutrocknen, wodurch nach den gegebenen Verhältniffen jene Platte noch zum Glühen bei der Anheizung gelangte. Kurze Zeit nachher löste sich aber der Schlamm plötzlich von dem Bleche los und es trat nun die gefährliche Dampfbildung an glühender Metallfläche ein, die der Feuer- plrtte besonders großen Druck und so mächtige Stöße verursachte, daß dieselbe zum Brechen -resp. Durchreißen kam und nun Die Explosion erfolgen mußte. Diese Erklärung ist von einer größeren Anzahl Sachverständiger an Ort und Stelle unter genauester Berücksichtigung aller obwaltenden Verhältniffe aufgestellt und auch vom Besitzer des Keffels als zutreffend am

genommen worden. Der erwähnte reparirte Keffel ist vollständig unversehrt geblieben und wird bereits in den nächsten Tagen in Betrieb gesetzt. Desgleichen sind alle Bohrer, bei Fabrikation von Wickelformen das wichtigste und unentbehrlichste Arbeitsmaterial, durchaus unbeschädigt, so baß in der Fabrikation kein Stillstand einzutreten braucht.

Hanau, 30. Juli. Gestern Abend zwischen 67 Uhr soll auf der Königlichen Pulverfabrik eine Dampfkessel-Explosion stattgefunden haben. Gerüchtweise wird erzählt, daß circa 1020 Personen theils schwer, theils leicht verletzt worden sind. Die Affaire scheint, ebenso wie früher vorgekommene, geheim gehalten zu werden, was um so leichter, als außer den Beamten und Arbeitern der Zutritt zu dem Werke Niemanden gestattet ist.

Würzburg. Das hiesige Militärbezirksgericht verurtheilte abermals zwei raffinirte Soldatenschinder, den Unterofficier Winter zu 1 Jahr 5 Monate Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere und den Sergeanten Hein zu 1 Jahr Gefängniß und Degradation. Beide tractirten Die Soldaten beim Exerciren mit Ohrfeigen, Tritten und Stößen, bis sie bluteten oder ohnmächtig zusammenstürzten- Winter befahl sogar im Herbst 1879 einem Soldaten, weil derselbe bet einer Revision am Sonntag Nachmittag auf dem Bette lag, zur Strafe einen 5 Liter faffenden Krug mit einem Schnapsgläschen zu füllen, zu welchem Zwecke er bei strenger Kälte in der Nacht jedes einzelne Gläschen vom Brunnen aus dem finsteren Kasernenhof holen mußte. Beim 6. Gläschen stürzte der Soldat und konnte wegen der erlittenen Verletzungen nicht mehr gehen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 3. August. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. AL 0,80 bis AL 0.88, Hühnereier 1 Stück 60 H, 2 St. 11 Enteneier 1 Stück 00 H. Käse per Stück 48 H, Käsematte per Stück 30 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 H, Tauben daS Paar 6080 H, Hühner p. St. AL 0.801.30, Hahnen p. St. AL 0.701.20, Wälsche AL 0.000.00, Enten per Stück AL 1.201.80, Ochsenfieisch 68-00 H per Pfd., Kuh» und Rindfleisch 5056 Kalbfleisch 4044 H, Hammelfleisch 6570 Schweinefleisch 6468 H, Kartoffeln per 100 Kilo AL 5.507.00, Zwiebeln p. Ltr. AL 910, Milch per Liter 16 und 18 Kirschen per Pfund H.

Frankfurt, 2. August. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 AL 41, Nr. 2 AL 39, Nr. 3 AL 33, Nr. 4 AL 29, Nr. 5 AL 23, Roggenmehl % (Berliner Marke) AL 28.5029, do. I (Berliner Mark») AL 27.0027.50, do. II (Berliner Marke) AL 22.5000.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier AL 24.0024.25, ab unserer Umgegend AL 23.7524.00, öo. fremder je nach Qualität AL 23.5024.75, Roggen, je nach Qualität AL 17.5020.25, Gerste AL 00-00, Hafer AL 14.0016.25, Kohlsamen AL 26.2527, Erbsen AL 1927, Wicken AL 16 18, Linsen AL 2040, Bohnen, weiße, AL 2325, Roggenkleie AL, Weizcnkleie, grobe und feine AL, Rüböl, Detail, AL 63. Stimmung unsicher. Haupt­sächlich gefragt war:. Dringend offerirt:. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.)

Frankfurt, 2. August. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen und Stiere, 320 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. AL 6768, 2. Qual. AL 6264, Kühe und Rinder 1. Qual. AL. 5458, 2. Quai. AL 4550, Kälber 1. Quai. AL 5355, 2. Qual. 4250, Hämmel 1. Qual. AL 5860, 2. Qual. AL 4550 per 100 Pfv. Schlacht- gewicht. Schweine je nack Qualität das Pfund H.

Sehiflfeberlelit. Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen.

Bremen, 30. Juli. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 14. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen.__

In allen Zeitungen der Welt findet man Stellengesuche, Vacanzen, An- Uiid Verkaufs-Gesuche rc., billig und discret besorgt durch Haasen- stein Vogler in Frankfurt a. M. Ein Beweis, welch' allgemeines Vertrauen diese älteste Annoncen' Expedition besitzt und sich zu bewahren versteht. (4212

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Vergebung von Wegbauarbeiten im Gießener Stadtwald- Samstag den T ds. Mts.,

Vormittags 11 Uhr, sollen im Saale des alten Rathhaus­gebäudes nachfolgende Arbeiten öffent­

lich vergeben werden, als:

Aanirarbett, veranschl. zu 60 48

Thausflrung, 910

Lieferung von Steinen, ver-

anschlagt zu .... 1486 60

Fertigung eines Canals, ver­

anschlagt zu .... 45

Fertigung von Graben, ver­

anschlagt zu .... 59 40

Gießen, den 2. August 1880.

Eroßherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

5162) A. Bramm.

Mittwoch den 4. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der F lettischen Hofraithe (Gast­haus zum Schwanen) nachstehende Gegen­stände öffentlich meistbietend gegen Baar- zahlung versteigert werden:

3 Schränke, 1 Bild, 4 Spiegel, 2 Näh­maschinen , 4 Kommoden, 2 Sopha, 1 Sekretär, 1 Nachttisch 1 Nähtisch.

Gießen, den 24. Juli 1880.

5180) Bauer, Gerichtsvollzieher. ___________------------

Mittwoch, den 4. August i.I.,

Nachmittags 2 Uhr, Werden in meinem Versteigerungslcoal bei Herrn Flett. Gasthauszum Schwanen" dabier, folgende Gegenstände öffentlich miest- bietend gegen Baarzahlung versteigert:

1 Sopha,

5 Bilder,

1 Barometer,

10 Flaschen Mousseuxwein,

1 Kleiderschrank,

3 Commoden, 1 Schrank, 1 Nähma­schine,

1 Standuhr, 1 Spiegel,

1 Marktstand.

Gießen, den 31. Juli 1880.

t 5:150) Bühner, Gerichtsvollzieher.

Allgemeiner Anzeiger. Uerfteigerung eines Wirthsehaftsinventars.

Mittwoch den 4. und Donnerstag den 5. August, Nachmittags 2 Ul>t, wird in dem früher Reutlinger'schen Local am Lindenplatz eine noch fast neue Wirthschaftsetnrichtung, bestehend aus Tischen, Stühlen, Gläsern, ein Billard, Büffet rc. gegen Baarzahlung versteigert; die Gegenstände können an den betr. Tagen, Vormittags von 10 bis 12 Uhr eingesehen werden.

Gießen, den 1. August 1880.

5(18)____________________________Hoffmann, Ortsgerichtsmann.

Eine Muster-Collektion der von Herrn jHertram in Sieg­

burg fabrictrten Thonwaaren: als Blumentöpfe, Pflanzenständer, Baum- stämuie, Jardtniören u. s. w. halte einem verehrltchen Publikum bestens em- pfohlen und lade zu deren Besichtigung ergebenff ein.

B. Pfeiffer, Geschirrhandlung, 4589) _______________________Neuen-Bäuen._________

großer Ausverkauf

von Tapeten und Möbeln

wegen Räumung des Fokals.

Um mit meinen großen Vorräthen von Tapeten und Borden in den neuesten Mustern möglichst schnell zu räumen verkaufe ich dieselben unter dem Fabrikpreis und gebe bei Abnahme von größeren Partien noch besonderen Ra­batt. Zurückgesetzte Tapeten und Rester zum Papierwerth.

In Möbeln empfehle ich gut gearbeitete Kanapees, Causeusen, Stühle und Seffel, sowie Rohrstühle, Strohstühle, Klappsessel, Comptoir- und Garten­stühle, ovale Tische, Spieltische, Ausziehtische, Glasschränke, Kletderschränke, Kommoden, sowie Bettstellen mit und ohne Matratzen, Wollmatratzen; Gold- und Politurleisten, Vorhangsstangen und Holzrosetten in allen Größen, sowie Goldletsten zum Einrahmen, Spiegel» und Spiegelgläser in allen Größen.

Blumentische, Kinderstühle, Korbsessel, Vorlageteppiche, Cocosmatten und Läufer, gemalte Rouleaux, Rouleauxstoffe und Möbelstoffe, Vorhangszeuge und Marquisenleinen in allen Breiten. Garderobehalter, Schirmständer, Servir- tische, Etageren, Wandmappen, Wachstücher und Ledertuche.

Roßdaare, Seegras, Bettfedern und Sprungfedern in guter Qualität zu sehr billigen Preisen. Wiederverkäufern besonderen Rabatt.

4340 Ohr. Reiber, am Kreuz.

Sommerröcke Buchene Holzkohlen verkauft um damit zu räumen unter Ein- in jedem Quantum billigt bei kaufspreisen (4617) H. Rübsamen. 4870) M. Weißbäcker.

Mittwoch den 4. August, Nachmittags 1 Uhr,

sollen in der Flett'schen Hofraithe (Gast­haus zum Schwanen) nachstehende Gegen­stände meistbietend gegen Baarzahiung öffentlich versteigert werden: 9

2 Kisten, 1 Bank, 2 Betten, 3 Kom­moden, 2 Sopha, 3 Schränke, 1 Wasch­tisch, 1 Oeldruckbild, 1 Pult, 10Zim^ mrrmanns-Aexte, sowie verschieden^ Pack Feile, Stichäxte, Queräxte, Sarg" beschlüge^ Kartätschen, Kleiderschlösser, Pultschlösser, messingene Thürgriffe mit Rosetten, Schlichteisen.

Gießen, 2. Agust 1880.

5158)_______Bauer, Gerichtsvorzieher.

Mittwoch, den 4. August,

Vormittags 11 Uhr,

sollen in der Hofraithe des Louis Flett dahier ein Sopha, eine Kommode, eine Nähmaschine und drei Schweine versteigert werden.

Gießen, den 2. August 1880.

5153)______Geißler, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch, den 4. August,

Nachmittags V22 Uhr,

sollen in der Hofraithe des Herrn Louis Flett (lm Schwanen) Eisenwaaren, als: Scheeren, Beiszangen, Riegel, Hämmer, Hobeleisen, Schuhmacherraspeln, Beile, so­wie Bürsten und Kartätschen meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 2. August 1880.

5152) Geißler, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch, den 4. August, Vormittags 11 Uhr, sollen in der Hofraithe des Louis Flett dahier ein Sopha, ein ovaler Tisch, ein Secretär, ein Spiegel, eine Wanduhr, ein Kleiderschrank, eine Nähmaschine und zwei Commoden versteigert werden.

Gießen, den 2. August 1880.

5151) Geißler, Gerichtsvollzieher.

Aeilgeöotenes.

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