vergnügt gesunken, sich in englischer Sprache unterhalten und dann einträchtig auf der chaussirten Fahrstraße hinabgegangen waren, um noch den */< vor k Uhr nach Bonn abgehenden Traject- zug zu erreichen. Nach 8 Uhr hatte sich der eine derselben im Hotel Nieffel eingefunden und nach seinem Neisegrfährten gefragt, der sich in der Nähe des Wintermühlenhofes von ihm ge- getrennt habe und auf dem Bahnhof nicht angekommen sei. Da der Verschwundene nicht zu ermitteln gewesen, war der Begleiter gegen 10 Uhr mit dem letzten Zuge abgeretst. Nun wurde in Crefelb telegraphisch angefragt, ob dort ein Max Neuhaus bekannt sei, und es kam die Antwort, vermuthlich sei der Tode der vor acht Jahren nach Amerika ausgewanderte Sohn Max des verstorbenen Sanitätsraths Neuhaus aus Werden a. d. Ruhr. Die Geschwister, von dem Todesfall in Kenntniß gesetzt, eilten sofort hierher und — recognoscirtcn die Leiche wirklich als ihren Bruder. Nicht bloß die Ähnlichkeit der Gesichtszüge und des Bartwuchses, -sondern auch ein Fingerring, der von der Großmutter herrühren sollte, schienen es ihnen zur Gewißheit zu machen, daß der seit acht Jahren fern gewesene Mann seine Familie durch einen Ucberraschungsbesuch habe erfreuen wollen und hier so elendiglich umgekommcn sei. Aber die Heringe Baarichaft stimmte nicht mit seinen Vermögensverhältnissen, da er in Chicago ein bedeutendes Geschäft in Häuten betreibt und zu einer so großen Reise über's Meer sicher mehr Geld bei sich geführt haben mußte. Was lag also näher als die Annahme, daß er von seinem Begleiter ermordet und beraubt sei? Am 12. Mai wurde die Leiche nach katholischem Ritus mit allen Ehren beerdigt; viele hiesige Einwohner betheiligten sich an dicjer Feierlichkeit. Am Äage darauf wurde der inzwischen in Crefeld ermittelte Begleiter, ein junger Kaufmann, der <am Sonntag auf dem Drachenfels seinen Namen genannt hatte, durch einen Gensdarmen hier- Her gebracht, um über den Sachverhalt gerichtlich vernommen zu werden. Derselbe erkannte,
-als der noch einmal aus der Erde gehobene Todte ihm gezeigt wurde, ihn als seinen Freund Max Neuhaus an, der aus Flerzheim, Kreis Rheinbach, gebürtig, zuletzt in der Firma Ader rind Gries zu Esten an der Ruhr als Commis beschäftigt gewesen sei und sich aus Kummer übet Familienverhältniste in letzter Zeit mit Selbstmordpläncn getragen babe. Um sein Gemüth «twas aufzuheitern, habe er ihn zu einer Rheinreise bewogen und auf dem Drachenfels auch wirklich in eine fröhliche Stimmung gesetzt zu haben gemeint. Auf dem Wege zum Bahnhof -aber sei Neuhaus, obschon die Zeit gedrängt, öfters zurückgeblieben und an der Biegung vor der Lesfing'schcn Villa ganz verschwunden gewesen. Alles Rufen habe nichts gefruchtet u. s. w. 488 stellte sich klar heraus, daß dieser Begleiter, der hier von einem Thetle des Publikums als der unzweifelte „Mörder" empfangen worden war, die Wahrheit aussagte und daß eben nur -ein Selbstmord vorlag. Inzwischen hatte nun aber die Familie, welche in dem Todten ihren
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„Bruder" betrauerte, durch eine Kabeldepesche in New-York anfragen lasten, ob Herr Max Neuhaus in Chicago etwa nach Europa gereist fei. Besagter Herr antwortete darauf selber umgehend, er besinve sich wohl und munter in Chicago. Der junge Crefelder ist natürlich sofort auf freien Fuß gesetzt worden, da sich die Sacke vollständig aufgeklärt hat. Neber die für die Beerdigung ausgelegten Kosten sollen noch einige Verhandlungen gepflogen worden sein; die Familie wird sich aber wohl an dem Wohlbefinden des Bruders in Amerika oafür getrosten, daß sic der Leiche eines unglücklichen Selbstmörders zu einem feierlichen Begräbniß verholfen hat.
r, m 77, lZur Illustration der neuen Justizgesetze.) An einem hessischen Amtsgericht stufen sich Gehalter und Einkommen folgendermaßen ab: In erster Linie steht der Gerichtsvollzieber dann folgt der Gcrichtsschreiber, hierauf erst der Ober Amtsrichter und dann die Amtsrichterm' — Ein Rechtsanwalt, der von Offenbach nach Groß-Umstadt zu einem Termin reiste, liquidirte allein an Transportkosten circa 60
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 2. Juni. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strobmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner 2.50—3.50, Stroh JU 2.50 -3.40. ©idter baS Pfd. tm Großen 1. Qual. 0.90-95, 2. Qual. 0.90—00, im Detail das Pfd. ^xr1-2P—2-£?uaI- 1-10—00. Eier das Hundert ttal. JL 5.50, deutsche Eier 4.90
Ochsenfletsch per Pfund 60—70 Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 45-60 A Kalbfleisch 46—55 Hammelfleisch 46—65 Schweinefleisch 65-70 H, ein Hahn 2.00—2.50
X 2 00 -2-50'etne Ente JL 2.70-3.20, eine Taube 60-00 Kapaunen 3-3 5o! Malscher Hahn JL 5—12. Kartoffeln 100 Ko. 0—0.00, Weißkraut das Stück OO-üÖ^> Rothkraut, 1 St. 00-00 H, frische Kohlrabi 3—5 H, neuer Blumenkohl 1 St. <10-60 H Wirsing 00—00 H, Zwiebeln 1 Bund 6 Meerrettig 1 Stück 12—20 Lattich per Portion
ÄD^alat 10frische Spargel das Pfund 50—00 Radieschen 3—5 A,
?AA^of.e» 55 funge Erbsen das Pfund 25—30 Romain-Salat - X neue Bohnen 100 Stuck 2.00—0 JL, neue Gurken 20
_ 2; 3"“' (Fruchtmarkt.) Roth-r W-lz-n M 20.45, W-tß-r W-lz-n
JL 00.00, Korn 16.35, Gerste X 11.95, Saatgerste 00.00, Hafer, JL 8.50, Erbsen JL —• (Durchschnitts preis pro Malter.) Kartoffeln (50 Kilo) JL 0.00.
Allgemeiner Anzeiger.
Holsversleigertmg
in der Ireiherrlichen Oberförflerei Rabenau.
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Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Franz.
(Fichtenecke am Rüddingshäuser Gemeindewalo) statt, bei Forstwart Peter in Rüddingshausen.
Kesselbach, den 31. Mat 1880.
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3796) Es wird versteigert:
Donnerstag den 10. Juni d. I
dem District Ampel:
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Freitag den 4. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, ffoll die zum Nachlaß der Ioh. Ifter Ling Wwe. gehörende Hofrairhe im Tiefen- weg einer letzten Versteigerung ausgesetzt Werden.
Gießen, den 1. Juni 1880. Großherzogl. Ortsgericht Gießen.
3757) Lüdeking.
Montag den 7. Juni,
Nachmittags 1 Uhr,
Werden im Hause des Herrn Fabrikanten Neckermann an der Frankfurter Straße dahier die zum Nachlaß der Frau Kreisarzt Dr. Wittlinger Ww. gehörigen Mo- L-lien, bestehend in:
3 Sopha, Kleiderschränken, Bettstellen, Commoden, Tischen, Stühlen, Bettwerk, Küchengeräthe und andere Hausgeräthe öffentlich gegen Baarzahlung einer frei- Willigen Versteigerung ausgesetzt.
Gießen, den 3. Juni 1880. x I A.:
3804) M. Pilger,
AeUgcbotencs.
3747) Das Hrugra« in meinem ^Garten ist zu verkaufen.
Dr. Weber.
Frische butter
von 5 Pfund an pr. Pfund 80 H empfiehlt
3764) Julius Wallach.
Eis und Eis
schränke
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Ax Schmall, Hess. Hof.
3791) Blumenbank, für einen Garten sich eignend, zu verkaufen. _____________________Mäusburg 44. Kegel uud Kegelkugeln liefert billigst
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3760) Gin noch gut erhaltenes Jagdwägelchen ist zu verkaufen in der Kuust- mühle von Ford. Burk.____
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