Einzelbild herunterladen

Dienstag den 2 November

srr. SS«

Hier in

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS

Landes Bcrugewerkschule Darmstadt

Busch.

Fink.

PreiS merteljährlich 2 Marr 20 Pf. mit Bringerloha. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50

Die Landes-Bau aewerkschule zu Darmstadt beginnt einen neuen Jahres-Cursus am 15. November l I, welcher 4 Monate, also bis zum 15. März 1881 andauert

Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischer Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlen­bauern, Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendtgen Fertigkeiten im Zeichnen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwer­ben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Par- lierern, Bauaufsehern rc. dienen.

Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit von folgenden Herren ertheilt: Architekt Profestor Hermann Müller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur Reuter, Techniker L. W. Möser, Che­miker Kraus, Handelslehrer Peters und Bildhauer Fölix.

Die Schule umfaßt vorerst 2 Klassen mit folgenden Unterrichts- Gegenständen : Freihand- und geometrisches Zeichnen, Darstellende Geometrie (einschließlich Schattenconstructionen und Perspective), Bauconstructionslehre (einsckl. Stabilttäts- und Festigkeits-Berechnungen), Elemente der Maschinen- Constructionen, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunstgewerbliches Zeichnen, technisches Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunst (einschl. Tri­gonometrie und Planzeichnen), gewerbliche Buchführung, Tbetle der Bauführung, tnsb. Matertalienkunde und Anfertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Grundzüge der Gewerbe-Chemie, Modelliren in Thon, Holz rc.

Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr- 3, unfern von den Bureaulocalitäten der Bibliothek und der technischen Mustersammlung des Großh. Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schülern besucht und geeignet beruht werden können.

YtedaettonKbur-eaur \ fXArni.n61l R iq Erp,ditt-«»dur,a«, / Schuls-raß- B. 18.

Bedingungen zur Aufnahme sind:

i) Für die untere Abtheilung, die I. Klasse: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindestens einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet. Dagegen wird von den Aufzunehmenden nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den von der Oberklasie einer Volksschule Entlaffenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zu­gänglich werde.

2) Für die obere Abtheilung, die II. Klasse, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntntß der niederen Arithmetik, einer angemestenen Fertig­keit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung ein­facher Aufgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden.

Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 jl und ist beim Beginn des Cursus voraus zu bezahlen.

Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bis zum 31. Oktober l. I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich aus dem Bureau derselben Ncckarstraße 3 im III. Stock bewirken, da die Zulassung der Schüler nur nach^Maßgabe der vorhande­nen Unterrichts-Localitäten erfolgen kann.

Darmstadt, am 28. August 1880.

Ecoßherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den LandesgewerbverM.

t VarttrreZ/m

Heimer Wwe.

möblirtc

' ,U

Ur. z, ,

LiAstoH

;tod meines Hauses ©arten, besiehe^ allem Zubehör, ijr j. B. Linner. öbiittes Zimmer w. indes. Näheres tu

ygir '^^°us3Ziid * Nähere; __J^_&57.

bl-ttes ZL *. Frank- nächst -er

^ÄnbFinöHirte- !e Rammen. "ter am ^"gehende möblüFt

xftra§e B. 151,5 Wohnung von drei ist an eine ruhtze

Wallthor A. 9?..

#11** M««. JjA

' *'f blt

ier Gaswei^,

iu vermiM

oerwiethk»- . >-- «L'z

Meimsttatze 18. it Zimmer zu Der vöger, Lellersm .mobnunti in meiner, rem borndor, Hoh und Mickvlatz, ift 3-, möglicherweisc en.

meister, E- 87,5._ richtetrs Parterre.- stireren herein ab- on H. Müller.

1 in meinem Hause ja vermiethen und i beziehen- iilheiln Aciber, m oerrnietben

W Steinstrabe. ^rtseld.__

Rimmer zu veM

Gambetta.

Der Präsident der französischen zweiten Kammer, Herr Leon Gambetta, soll die Absicht hegen, endlich der nebulösen politischen Stellung, die er bisher eingenommen hat, ein Ende zu machen, und in das Cabinet als dessen Präsi­dent einzutreten. So wenigstens wird aus Paris berichtet und hinzugefügt, daß Herr Gambetta versuchen wolle, diese Stellung bis zu Ende des Grevy'- schen Stptenats zu behalten. Uebrigens wolle er kcin besonderes Portefeu'lle anmhwen, welcher Entschluß dem ehemaligen Dictator gewiß nicht leicht ge­worden ist.

Die Reserve, welche sich der Kammerpräsident seit dem Sturze des Cabt- nets Freycinet auferlegt, ist keine freiwillige. Sie war indtcirt durch die wach­sende Unpopularität, die er sich durch seine Nachtisch-Rede zugezogen hat. Was Gambetta bet Gelegenheit der Flotten-Revue zu Cherbourg im Verein der Handlungsretsenden gesprochen hat, erwieS sich als ein grober politischer Fehler. Herr Gambetta überschätzte seine Popularität, wenn er glaubte, sich über die friedlichen Wünsche der überwiegenden Mehrheit der französischen Bevölkerung htnwegsetzen und eine Rede halten zu können, die in ziemlich durcheinander oratorischer Hülle eine Aufforderung zu einer Politik der Revanche enthielt, die man sonach als das Endziel seiner Bestrebungen ansehen mußte. Man hatte sich aber mittlerweile an den Gedanken gewöhnt, daß Gambetta mehr und mehr jene leidenschaftlichen Wallungen überwunden habe, welche ihm beim Be­ginn seiner Carriere seine Erfolge erzielen halfen, die aber nunmehr, wo er der Träger einer großen Popularität geworden war, wo er mit eigener Sicher­heit der Entwickelung der Dinge harren konnte, allem Anschein nach einer- weiseren staatsmännischen Ueberlegung gewichen waren. Die Cherbourger Rede war daher eine große Enttäuschung nicht nur für das Ausland, das allen Ereignissen in Frankreich mit der größten und gespanntesten Aufmerksamkeit folgt, sondern auch für die Mehrheit des französischen Volkes, die in der Republik nicht nur die Herrschaft der Freiheit sucht und findet, sondern in ihr auch eine Gewähr für den Frieden erblickt, wie sie sicherer keine monarchische Regierung, welchen Namen dieselbe immerhin tragen möge, darzubieten vermag. Die Mehrheit des französischen Volkes besitzt durchaus nicht jene chauvinisti­schen Tendenzen, die man derselben zuschretben möchte, wenn man sein Urtheil über die politischen Zustände in Frankreich sich aus einer Anzahl von Organen der öffentlichen Meinung bildet, wenn man eine Anzahl der Wortführer in den Parlamenten und Volksversammlungen als die einzig berechtigten Vertreter der öffentlichen Meinung ansieht. Die Mehrheit der Franzosen liebt freilich neben der Freiheit auch den Ruhm, aber den letzteren keineswegs aus Kosten de- Friedens.

Eine der übelsten Wirkungen der langen Regierung des Kaiserreiches war die Fälschung der öffentlichen Meinung, war der Umstand, daß man nach Een Aeußerungen derselben den Chauvinismus als das treibende Element im stanzöstschen Nattonal-Charakter ansehen zu müssen glaubte. Nun liegt es freilich im Wesen der Actionslust, daß dieselbe wett mehr geneigt und geeignet ist, sich in den Vordergrund zu drängen und die ruhigen und friedlichen Ele­

mente durch ihre Kundgebungen zurückzudrängen. Aber gegenwärtig ist trotzdem die Zeit für irgend welche chauvinistischen Kundgebungen nicht geeignet und daher hielt selbst eine so bedeutende Popularität, wie die Gambetta^s, dem üblen Eindruck, den seine Cherbourger Rede bei der Mehrheit der Bevölkerung hervorgebracht hatte, nicht Stich. Es kommt dazu, daß der neue Minister des Auswärtigen, Herr Barthelemy Saint Htlatre, mit großer Entschiedenheit sich gegen den übermächtigen Einfluß des Kammerpräsidenten gesträubt und seine volle Selbstständigkeit in allen seinen bisherigen Regierungshandlungen bekun­det hat. Gambetta, der wie es scheint, die Situation erkennt, steht sich daher genöthigt, andere Wege einzuschlagen als die, welche er bisher verfolgt hat. Ob ihm die Umkehr tn diesem Augenblick aber noch den gewünschten Nutzen bringen wird, ob jene Popularität, die er einmal auf's Spiel gesetzt hat, wieder zu gewinnen sein wird, das freilich ist eine Frage, welche zu ent­scheiden in diesem Augenblick kaum möglich erscheint. Das Eine aber steht fest, daß die Absicht Gambetta's, in bas Ministerium etnzutreten, nur der Erkenntniß entsprungen sein kann, daß seine gegenwärtige Position auf die Dauer eine unhaltbare ist._________________________________________________

Deutschland.

Darmstadt, 30. Octbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 25. October 1880 den Oberforstdirector Heinrich Ludwig Bose auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprieß­lichen Dienst? in den Ruhestand zu versetzen; sowie an demselben Tage den Oberförster der OberförsteretViernheim, Wilhelm Milbrand, zum vor­tragenden Rath bet der Abtheilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Cameralverwaltung unter Verleihung des AmtstttelsOberforstrath" zu ernennen.

m. Darmstadt, 31. October. Die zweite Kammer der Stände ist auf Donners­tag den 4. November ds. Js. zu ihrer 53. Sitzung einberufen. Auf der Tages­ordnung Heben:

I. Verkündigung neuer Eingaben.

II. Berichtsanzeiger.

III. Beraihung über.

1) die Wahl eines Abgeordneten zur zweiten Kammer in der Provinzial­hauptstadt Mainz,

2) die Wahl eines Abgeordneten zur zweiten Kammer im XII. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg (Darmstadt Land«,

3) den Antrag des Abg. Dittmar, die Organisation des niederen Forst­dienstes betr.,

4) Antrag des Abg. Frhrn. v. Wedekind, das Geometerwesen im Groß- herzogthum bete.,

5) die Vorstellung des Handelsvereins für Darmstadt und Bessungen, die Reform der birecten Stenern betr.,

6) den Antrag des Abg. Racke auf Revision der im Großherzogthum geltenden Bestimmungen über Besteuerung des Hausirhandels,

7) a. die Vorstellung der Gewerbebank in Gießen, deren Besteuerung betr., b. die Vorstellung des Spar- und Creditvereins Osthofen, eingetragene Genossenschaft, He-anziehung zur ferner bfteuer betr.

c. die Vorstellung Hessischer Credttgenossenschaften gleichen Betreffs.