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— (Das amerikanische Wunverthter.j In Coney-Island, dem berühmten Seebad, wurde in einem eigens für sie erbauten Tempel in dieser Saison eine den besten Schweiger-Exemplaren nachgebildete ungeheure Kuh ausgestellt. Allerlei schlanke weibliche Grazien im Schweizer- Costüme umstanden und umknieten.dieselbe. „Was soll das?" fragte man, „ist es hier auf irgend einen heidnischen Götzendienst abgesehen?" Schon kommenden Tages erfolgte die Auf" klärung detz Räthsels. Das wohlgebildete Kuhungeheuer barg in seinem umfangreichen Leibe ein vorzügliches mit Brandy versetztes in Eis gekühltes Milchgetränk, das die Schweizergrazien von der Hölzernen, Glas für Glas, abzumelken hatten. Dem Publikum mundete das mit so viel Illusion kredenzte, übrigens in seiner Zusammenstellung auch ganz neue Getränk vorzüglich und dasielbe fand reißenden Absatz. Man könnte darauf wetten, daß, ehe der Eigenthümer der Monstrekuh noch die erste Kunstretse mit seiner gefügigen Novize unternimmt, er schon in der Lage sein wird, ein artiges Sümmchen Dollars in die Bank zu tragen. Geld ist noch immer in Amerika zu machen, um besonders toller Einfälle bedarf es dazu, wenn dies rasch gehen soll.
— Ein heiteres Geschichtchen ist, wie die „Wiener Allgemeine Zeitung" erzählt, auf der Kaiserreise in Czernowitz passirt. Ein armer Bauer aus dem Innern der Bukowina war, als et von der Reise des Kaisers hörte, sofort nach Czernowitz geeilt und wartete hier die Ankunft des Monarchen ab. Der Bukowinianer ließ sich eine Bittschrift unfertigen, in welcher er seinen ganzen Kummer und seinen ganzen Gram darlegte, und diese Bittschrift, welche selbstverständlich auch Wünsche und Bitten enthielt, wollte der Rauer in den Wagen des Monarchen werfen. Als der Morgen des für die Ankunft des Kaisers festgesetzten Tages anbrach, erschien der Bauet auf der Straße. Er hielt seinen Hut in der einen, die Bittschrift aber in der andern Hand, und so harrte der Landmann des Heranrollens der kaiserlichen Equipage. Donnernde Rufe erschütterten die Luft, jauchzend und jubelnd machte sich der Enthusiasmus Luft und der arme Bittsteller wurde immer ängstlicher und aufgeregter. Als et jedoch den kaiserlichen Wagen vor sich sah, faßte et seinen ganzen Muth zusammen und warf — seinen Hut in den Wagen. — Obwohl Irren menschlich ist, wurde der harmlose Bauer doch auf einige Stunden in's Loch gesteckt.
Sehlflfeberfeht. Mitgetheilt von dem Agenten deS norddeutschen Lloyd, C W. Dietz in Gießen.
Bremen, 28. September. Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. September von Newyork abgegangen war, ist heute 8 Uhr MotgenS wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Pasiagiere, Post und Ladung 10 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Der- elbe überbringt 118 Passagiere und volle Ladung.
Handel und Verkehr.
™ Sjanffurt, 29. Septbr. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 40, Nr. 2 X 38, Nr. 3 Nr. 4 x 28, Nr. 5 X 23, Roggenmehl o/< (Berliner Marke) X 28.50—29, do. I (Berliner Marke) X 27.00—27.50, do. II (Berliner Marke) X 21,50—00.00. Weizen effett/v hiesiger ab Bahnhof hier X 22.25—22.50, ab unserer Umgegend X 21.75—22.00, bo. fremder je nach Qualität X 00.00—00.00, Roggen, je nach Qualität X 20.75—21.00, Gerste X 18-19.25, Hafer X 13—14.00, Kohlsamen X 27.25—28, Erbsen X 19—27, Wicken X 16—18, Linsen X 20—40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X — Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detail, X 63j Stimmung ruhig. Haupt-
gefragt war: —. Dringend offerirt: — (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht =100 Kilo.)
Frankfurt, 29. Septbr. Der heutigeBiehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren ca. 230 Ochsen und Stiere, 160 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 200 ßämmd Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—69, 2. Qual. X 64—66, Kühe und Rinder 1. Qual. X. 56-58, 2. Qual. X 50—52, Kälber 1. Qual. X 52—54, 2. Qual. 48-50, Hämmel 1. Qual. X 58—60, 2. Qual. X 40—50 per 100 Pfd. Schlacht« gewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund — H.
Frankfurt, 25. Septbr. lMarktbericht.) Der heutige Heu- und Strobmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität der Ctr. X 3.00—4.00, Stroh 3.00-0.00. Butter das Pfd. tm Großen 1. Qual. X 0.90-00, 2. Qual. X 0.80-00, im Detail das Pfd. X 1.20—00, 2. Qual. X 1.10—00. Eier das Hundert ital. X 7.00, deutsche Eier 6.00 X, Ochsenfleilch per Pfund 65—70 H, Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45—60 A, Kalbfleisch 45-55 H, Hammelfleisch 40-65 Schweinefleisch 60—70 H, ein Hahn X 1.90 bis 2.10, ein Hubn X 1.80—2.20, eine Ente X 2.70-3.20, eine Taube 50-00 H, Gans X 4.00-5.00, Hasen das Stück X 3.50—4.00, Feldhuhn X 1.00-1.50, Rehbock das Pfd. 75—80 Kapaunen X 0-0.00, Wälscher Hahn X 0—0. Kartoffeln 100 Ko. X 0—0.00, Kohlrabi 5—8 H, Blumenkohl 1 St. 40—80 Wirsing 00—0 H, Gelberüben 1 Bund 10—15 H, Zwiebeln 1 Bund 6 H, Sellerie das Stück 6,5), Meerrettig 1 Stück 00—00 Ä, Spargel das Pfund 00—00 Romain-Salat 30-00^, Endivien 8—10 Rothkraut 15—00 Weißkraut 15—20^, Artischoken 50 Erbsen das Pfd. 00 Bohnen 1 Ctr. 10—14 X, Gurken das Hundert X 0.50—1.50, Essiggurken das Hundert 00
Limburg, 29. September. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen X 18.40, Weißer Weizen X 00.00, Korn X 16.50, Saatkorn X 00.00, Gerste X 10.40, Hafer X 6.45, Erbsen X. 00.00. (Durchschnittspreis pro Malter.)
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
6302) Die Restauration in dem Bahnhofsgebäude auf der Station Friedberg, mit welcher Wohnungs-Räume jedoch nicht verbunden sind, soll tm Wege der Submission zum 1. November er. anderweitig verpachtet werden. Die bezüglichen Bedingungen liegen in unserm Secretariate, sowie bei den Stationsvorstehern in Caffel, Marburg Gießen, Friedberg und Frankfurt a. M. zur Einsicht aus, können jedoch auch gegen portofreie Einsendung der Copial- gebühren von -AL. 0,40 von uns bezogen werden.
Pachtltebhaber wollen ihre Offerten mit der Aufschrift „Verpachtung der Restauration auf dem Bahnhofe Friedberg" versiegelt bis zum Donnerstag den 7. Oktober er. hierher einsenken, an welchem Tage Morgens 10 Uhr dieselben, im Beisein der etwa erschienenen Submittenten eröffnet werden.
Später etnlaufende Offerten bleiben unberücksichtigt.
Cassel, den 24. September 1880.
Königliches E'senbahn - Betriebs - Amt
(Main Weser-Babn).
Oberhksslsche Eisenbahnen.
6395) Für die in der Anlage D. des Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands (cfr. Nachtrag IX. zum Local- Gütertarif) unter- I. aufgeführten Gegenstände sind im Local-Verkehr der Ober- hessischen Eisenbahnen folgende Tarifvorschriften maßgebend.
Für die genannten Gegenstände wird das Doppelte der gewöhnlichen Stückgut- oder Wagenladungsfracht,mindestens jedoch die Fracht für 5000 Klg. nach den Sätzen der Klaffe A1. pro Frachtbriefseudung erhoben. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob eine Beiladung anderer Güter stattgefunden hat oder nicht.
Sofern bei Sendungen von Sprengstoffen mach den reglementarischen Bestimmungen Schutzwagen zur Einstellung gelangen müssen und solche nicht durch gleichzeitig von demselben Versender aufgegebene be. ladene Wagen mit dessen Zustimmung gestellt werden, ist in allen Fällen die tarifmäßige Gebühr für 2 Schutzmagen zu entrichten, ohne Rücksicht darauf, ob die Schutzwagen aus der Zahl der ohnehin zur Beförderung bestimmten Wagen entnommen, oder ob sie besonders zu diesem Zweck in den Zug eingestellt sind.
Die erforderlichen Begleiter sind nach den Sätzen für Viehbegleiter in Packwagen zu befördern.
Außerdem kommen zur Berechnung die der Bahnverwaltung für die Bewachung dieser Transportgegenstände auf den Bahnhöfen erwachsenden Kosten, sowie sämmt- liche sonstige eigene Auslagen der Bahnverwaltung.
Gießen, am 29. September 1880.
Grostherzogliche Direktion.
Die Verpachtung
des
städtischen Steinbruchs an der Steinrutsche.
Der vorbemerkte Steinbruch soll
Dienstag den 8. Oktober,
Vormittags 11 Uhr, im Saale des alten Rathhauses ander- weit verpachtet werden.
G"ßeq, den- 29. September 1880.
Gr^ßberzogl. Bürgermeisterei Gießen. 6367) A. Bramm.
Samstag den 2. Oktober L J., Mittags 2 Uhr, wird die Kartoffelerndte von 2 in der Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücken öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.
Zusammenkunft ist auf meinem Büreau. Gießen, den 20. September 1880.
6408) Bühner, Gerichtsvollzieher.
Freitag den 1. Minder, Nachmittags 2 Uhr,
sollen in der Fle t t'schen Hofraithe (Gasthaus zum Schwanen) nachstehende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Baar- zahlung versteigert werden:
2 Nähmaschinen, 3 Kommoden, 1 Uhr, 1 Sopha, 1 Quantität Weißzeug, 1 Kleiderschrank, 2 Tische, 3 Oeldruckbilder, 5 Mille Cigarren. 2 Kühe
Gießen, den 7. September 1880. 6379)Bauer, Gerichtsvollzieher.
Freitag, den 1. Moder l. J., Mittags 2 Uhr,
werden in der Hofraithe des Herrn Flett, „Gasthaus zum Schwanen" dahier, folgende Gegenstände:
1 Taschenuhr,
3 Kommoden,
2 Bilder, 1 kleines Schränkchen,
2 Kleiderschränke,
1 Schrank, 1 runder Tisch,
1 Küchenschrank, 145 Hobel (für Schreiner),
24 Kartätschen, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 20. September 1880.
6378) Bühner, Gerichtsvollzieher.
Jeikgeöotenes.
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Strickgarne, Frauenstrümpfe, Kinderstrümpse, Socken, Beinlängen, Gamaschen,
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Robert Stuhl, Marktstraße 23.
Der Alreeverein für Frauenbildung 6234) und Erwerb in Gieften
eröffnet am 4. October d. I., Morgens 10 Uhr, sein 5. Semester mit folgenden Kursen:
I. Claffe: Wäschezuschneiden, Maschinennähen, Sticken rc. Fachzeichnen. Freihandzeichnen — nicht obligatorisch.
II. Claffe: Weißnähen, Sticken, Stopfen, Fachzeichnen, Freihandzeichnen, Deutsch.
III. Claffe: Stickkursus. IV. Cl.: Schneiderkursus. V. Cl.: Buchführung. Auch wird diesmal versuchsweise ein Cursus für Putzarbeiten eingerichtet. Anmeldungen zur Theilnahme sind möglichst bald zu machen.
Gießen, den 22. September 1880. _____Der Vorstand.
Local Veränderung.
6402) Von heute an befinden sich meine Geschäfts- und Wohnungsräume in dem Hause des Herrn
Heinrich Kinkel, Conditor,
Marktstraste D. 208.
Gießen, den 1. October 1880.
________________& Elsoffer.
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Edw. Hodjes, Director
6358) aus London.
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6407) Bauartikel, Kaminrohre, Tuff- £
steine, Stein- und Thonplatten, Krippen, 2
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