Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Christoph Richters Ehefrau und Philipp Richter von Nieder-Weisel, wegen Urkundenfälschung; Verth.: Gr. Hofg.-Avv. Barth.
Den 3. April, Vormittags 8 Uhr/ gegen Johannes Kraümg von Heuchelheim, weg^ falscher Anschuldigung und unternommener Verleitung zum Meineid; Derthcid.: Gr Hofg -A Dr' ^Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Jacob Wagner von Södel. Reinhard Stephan von Reichelsheim, Gustav Schneider und dessen Ehefrau von Sodel, wegen Diebstahls, Bel bLlke und Lebleret: Bertheid : Gr. Hofg-Advocaten Steinberger und Metz.
hülfe un^Hehleret^^tyel^ls g^i9 ^hel Ehefrau von Wernges, wegen
Brandstiftung; Wilhelm genannt Karl Wolf von Ranstadt,
Fran» ^rl Mülftr von Großenlüder und drei Konsorten, wegen Diebstahls Begünstigung und Hehlerei ; Lertheid. Gr. Hofg.-Abv. Kraft, Dr. Gutfleilch und Dr. Muhl. _
Theater.
Sonntag den 30. März finden zwei Vorstellungen statt, eine Kindervorstellung Nachmittags V-Ehr. wobei das Görner'sche .Lügenmäulchen und WahrhettSmundchen und eine komisch- Pantomine zur Aufführung kommt, welche wir ^Eltern nur bestens enu lebten können — Abends wird das Schauspiel mit Gesang -Mutterfegen oder die neue Ranebon* — gegeben, worin Frl. Has er und Frau Alberti die Hauptrollen des Stücks (Sbentfion und Marie spielen werden. — Wie wir Horen toll am nächsten Dienstag(?) ^n Concett fürdieUebVrschwernmten in Szegedin stattfinden! Dadurch würde abermals em Spieltag der Direktion geschädigt werden und wir fragen daher an, ob es fick ermogachen Hebe dieses Concert auf Mittwoch zu verlegen, zumal der Direction durch Wegnahme des vergangenen Sonntags ein „großer Schaden" zugefügt wurde! -
Gingesandt.
Wenn ich nicht irre, so hat die geehrte Redaktion dieses Blattes nut ihrer neulichen Notiz über die Noth der Bewohner des Spessarts daran erinnern wollen datz man über der Fürsorge für die Nothleidenden Ungarns doch die eignen Landsleute, die uns im Grunde naher stehen, nicht vergessen sollte. Wir muffen dem noch in einer anderen Richtung beipfl.chten. Es ist ja gewiß em edler Zug, wenn dre Barmherzigkeit es mit der That beweist, daß für sie feine Grenzen noch Schranken des Volkes noch des Bekenntnisses bestehen- Aber auf eines wollten wir uns doch erlauben aufmerksam zu machen. Derartige große Unglücksfälle, wie der der ungarischen Stadt Szegedin, sind mit ihren schauerlichen Einzelheiten so besonders geeignet, eine momentane große Aufwallung des Mitgefühls zu wecken, die alle Herzen und Hande zum Geben willig macht- Dagegen stumpft man gegen das alltägliche Elend, das uns umgibt, unwillkürlich ab. So kommt es, daß, obwohl die Noth dieses Winters auch unter uns erschreckend groß ist, dennoch die Beisteuern für die wohlthatigen Vereine, besonders für den Frauenverein, in dem sich die freiwillige Armenpflege unserer Stadt concentrirt, kaum gewachsen, vielfach zurückgegangen sind. Zahllose Kranke, unbeschäftigte Familienväter flehen um Unterstützung, unter ihnen solche, die mit bitterem Schmerze den Schritt thun nachdem sie tagelang kein Brod int Hause gehabt, die Gemeindepflegerin eilt von Haus zu Haus, in diesen Tagen muß die zweite ihr zur Seite gestellt werden, weil die Arbeit ihre Kräfte übersteigt, und — der Frauenverein ist am Ende seiner Mittel. Von den Beiträgen, welche jetzt gesammelt werden, und die für ein ganzes Vierteljahr ausreichen sollen, ja zum TheU für das ganze Jahr gegeben sind, ist schon ein namhafter Theil aufgezehrt. Was soll nun geschehen? Wenn der Frauenverein seinen armen Kranken, sowie verdienstlosen Wittwen sagen muß- „Wir haben nichts mehr für Euch", muß es nicht ein bitteres Gefühl in ihnen wecken, werden sie nicht sprechen: Ist es Recht, daß man so große Anstrengungen für Fremde macht, während die eignen Hausgenossen hungern und frieren? Und hatten sie damit nicht wahr gesprochen? Wahrlich, wir sind die Letzten, es zu schelten, daß jener bejammernswerthen Stadt geholfen werde.
So lange aber unsere eigenen Armen und Kranken bittere Noth leiden, haben sie das erste Anrecht an uns; so lange wir unsere Pflicht gegen sie nicht im vollsten Maße erfüllt haben, haben wir kein Recht, Großmuth zu üben. Mochte dieser Mahn- ruf nicht vergebens sein! . --
Handel und Verkedr.
Gießen, 29. März. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 80 bis 85 H, Hühnereier. per Stück 5 2 Stück 9 H, Gänseeter, ver Stück 11 H, Enteneier,
per Stück 5 3,, Käse, per Stück 4—9 H, Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 24 H, Tauben, das Paar *0 H. Hühner, per Stück X 1.50, Hahnen, per Stück X 1 60, Enten, per Stück X 2.40 H, Kartoffeln, per 100 Kilo X 6—7.- , Zwiebeln, per Ctr. X 10-11 Ocksenfieisch 70 H ver Pfd., Kuh« und Rindfleisch 56—60
Schweinefleisch 58-60 Kalbfleisch 50 Hammelfleisch 60-70 H.
Zeugniß über Dampf-Dresch-Maschinen.
Herrn Ph. Mayfarth & Co. in Frankfurt a. M.
Die von Ihnen bezogene complette Dampf-Dresch-Maschine aus der Fabrik von Robey & Co. in Lincoln (England) hat sich vortrefflich bewährt. Die Dreschmaschine mit Eisenrahmen und 48zölliger Trommel ist sehr gut construirt, macht das Getreide vollkommen rein und vermag mit Hilfe der sechspferdigen Locomobile fünf Fuder per Stunde zu dreschen. Die Locomobile hat einen ruhigen Gang und bedarf für die Stunde 80 Pfund Kohlen.
Unserer Maschine werden von den hiesigen Einwohnern unter allen anderen der Vorzug gegeben.
Nehmen Sie zum Schluß die Versicherung, daß diese Maschine unsere Wünsche vollkommen befriedigt und wir Ihnen für die reelle Bedienung bestens danken.
Achtungsvoll zeichnen
gez. PH. Kreiling VI. und Ludw. Karl Steinmüller. Heuchelheim bei Gießen, den 2. December 1878.
Auszug aus den Siandesamisregillern des Standesamts Gießen
Vom 21. bis 27. März 1879.
Aufgebote.
26. März. Taglöhner Karl Reuter II. von Wie,eck mit Margarethe Muskulus, Tochter des TaglöhnerS Johannes Muskulus zu Gießen. 27. Taglöhner Konrad Seidenthal, Wittwer, zu Bockenbeim mit Christine Karoline Zeidler, Tochter des Schneidermeisters Lubwi, Zeidler von Gießen.
Eheschließungen.
23. März. Bäcker Johann Martin Jughardt von Gießen mit Ida Alwine Louise Geldmacher, Tochter des zu Münster in Westphalen verstorbenen Buchdrucker« Wilhel« Karl Ernst Gcldmacher.
Geborene.
18. März. Dem Zuschneider Franz Joseph Hajeck, ein Sobn, noch ohne Vornamen. 20. Dem Pfarrer Georg Schlosser, eine Tochter, noch ohne Vornamen 22. Karl, Sohn des Fuhrmanns Ludwig Leukel. 21. Christian Karl, ein außereheliches Ktnd von auswärts. 17. Ludwig Franz, ein außereheliches Kino von auswärts. 18. Johanna, ein außereheliches Kind von auswärts. 21. Dem Metzgermeister August Hilgardt, eine Tochter, noch ohne Vornamen. 5. Marie Therese, Tochter des Droschkenkutschers Heinrich Mahler. 22. Johanna Margarethe, Tochter des Lackireis Johann Philipp Ludwig Martin Scheid. 22. Dem Hils»- bremscr bei der MaimWeser-Bahn Wilhelm Noll, ein Sohn, noch ohne Vornamen.
Gestorbene.
21. März. Taglöhner Heinrich Hahn, 66 Jabre 6 Monate 16 Tage alt, von Rodgen. 22. Gastwirih Louis Noll, 55 Jahre alt. 24. Christine Lind, 56 Jahre 10 Monate 15 Tage alt, Tochter des verstorbenen Wirths Friedrich Lind. 23. Marie Therese, Tage alt, Tochter des Droschkenkutschers Heinrich Mahler. 26. Katharine Wacker, geborene Kolb, 78 Jahre 11 Monate 5 Tage alt, Wittwe des Schneidermeisters Johannes Wacker.
Berichtigung. In Nr. 70, erstes Blatt, des Gießener Anzeigers muß es bei den Eheschließungen heißen: Margarethe Lautenbach,^nicht^auterbach^,^^^^^^^^^^^^^
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Den 23. März. Johann Martin Jughardt, Bäcker dabier, des Bäckers Christian Jughardt dahier, ehel. Sohn, und Ida Alwine Louise Getdmacher, des verstorbenen Buchdruckers zu Münster Wilhelm Geldmacher, ehel. Tochter
Den 28. Marz. Heinrich Wilhelm Friedrich Philipp Kimmel, Küfer dahier, des verstorbenen Küfermeisters Philipp Kimmel dahier, ehel. Sohn, und Katharine Weißenbach, de« Handelsmanns Heinrich Weißenbach dahier, ehel. Tochter.
Getaufte.
Den 22. März. Dem Lehrer Lorenz Spitz, eine Tochter, Frida, geb. den 15. Februar.
Den 23. März. Dem Schäfer Caspar Post, ein Sohn, Ludwig Philipp, geb. d. 3 Marz.
Denselben. Dem Bürstenmacher August Gerecke, eine Tochter, Hedwig Juliane, geb. den 28. Januar. Ä , , , . m. .
Denselben. Dem Schneider Karl Loth, eine Tochter, Anna Katharine, geb. den 17. Marz.
Denselben. Dem Schlaffer Heinrich Kolb, ein Sohn, Wilhelm Heinrich Ludwig, geb.
Denselben. Dem Bremser Ludwig Körbächer, eine Tochter, Wilhelmine, geb. de»
25. Januar.
Den 27. März, geb. den 14. Februar.
Den 23. März.
Dem Schreiner Wilhelm Amend, eine Tochter, Elisabethe Wilhelmine,
Beerdigte.
Ludwig Roll, Bürger und Gastwirih, alt 55 I. 1 M 22 T, gest.
den
Für Szegedin
gingen ferner ein: K. V. X 3. Ung. X 1- Von Kindern der 2. Schule zu Lang-Göns 4.65. S. Bock & Cie. X 20. M. H. X 3. V. v. R. X 12. Th. Mmana, Burkhardsfelden, 1.50. Gg. Hoffmann X 1-50. Daniel Heuser 1. Summa X 47.öj.
Um weitere Gaben bittet ,
Die Expedition deS Gießener Anzeiger«.
Denselben. Heinrich Hahn, Taglöbner, alt 66. I. 6 M. 16. T., gestden 21. Mär».
Den 26. März. Christine Lind, des verst. Wirths und Conditors Friedrich Lind, ehel. Tochter, alt 56 I. 10 M. 15 T., gest. den 24. März.
Den 28. März. Katharine Wacker, geb. Kolb, Wittwe des verst. Burgers und Schneidermeisters Johannes Wacker, alt 78 I. 1 l M. 5 T., gest. den 26. Marz.
Für die hungernden Bewohner des Spessart gingen bis jetzt ein- von der Tischgesellschaft im Cafs Leib X 16 25. F. I. X 3. K. B. X 7. Aug Will 3.
Frau I St. X 3 M. v Haxthausen X 3. V. v. R. X iv. Summa X 45.25.
Um weitere Gaben bittet
Die Expedition des Gießener Anzeigers
, Wedekind^ Mühl- und Schleifstein - Brüche und Fabrik“ ae7rUpnrdämi'n62 HOF 0.1^X15611 u n beding t VeeH!
suchen resp. Vertreter für Giessen und Umgegend.
Marienhöii*!
P'
1833
Ter Benediktiner ist bis jetzt da« kostbarste Hausmittel u. dieserbalb als treuer Freund in icoer Familie beliebt geworben. Sr ist der beste agcn bitter, wetzhalb derselbe von dem Für>:ltch M Walbeck schen Medicinalrath Herrn Dr Johannes Müller in Berlin, sowie von dcm gerichtlich ver-
Bei Abnahme von 5 Fl. freie Verpackung, bei I0FI. freie Verpackung u. 1 Fl. gratis. Versandt gegen Postvorschutz durch die 9He»
Wissenschaftlich geprüft und begutachtet. Benedictiner, Doppelkrnnter - Magenbitter, naa> einem aus einem Benedictinerlloster stammenden Recept fabrizirt von-
€). Pingel in Göttingen.
Fl v. CiL 330 Gr. Inhalt 3 I 50 Pf.
, 660 r , 6 , 25 ,
Knaben Pensionat.
1356) Junge Leute, welche die hiesigen Lehranstalten besuchen, siudm von Ostern d. I. ab freundliche Aufnahme, gcwiffenhafte Pflege und Veanl- sichtigung in meinem Hause. Pensionspreis billigst, Nachhülfe gratis.
Lehrer W. Plaut.
Anmeldungen nimmt entgegen die Expedition d. Bl.
eibeten Lhemiker Herrn Dr Heß daselbst, nach vorausgegangener chemischer Unrersuchung, gegen AvPetttlofigkeit.Verdauungsbcschwcrdeu und sonstigen daraus entstehenden Störungen im menschlichen Organismus auf da« beft’ empfohlen wirb. iaufenbe von Anerkennungen über die Bor-üglichkeit des Benediktiner sind bereits dem Fabrikanten zugegangen
Beim Herannahen der schönen Jahreszeit bringe ich einem verebrlichen Publikum meine Restauration zur Marieniiöli in empfehlende Er-nnerung. Namentlich mach- ich darauf aufmerksam, daß die w beUevlen Waffeln nur alle-n ächt bei mir zu haben sind. Für em gute» wd» Bier und gute Speisen bestens sorgend, empfehle ich mich Hochachiungsvou
jL. Möhr Ww-, geb, pansch.
Da ich mehrseitig habe wahrnehmen müffen, als hätte ich meine Lithographie und Steindruckerei sowie das D^usterzeich- nen aus Stoffe rc., veranlaßt durch den Tod meines Sohnes Carl, aufgegeben, und dieses aber nicht der Fall ist, sondern nach wie vor fortbetreibe, so bitte ich, mich auch fernerhin mit gütigen Aufträgen beehren ru wollen und zeichne achtungsvoll
2089) Joh. K. Brühl, Lithograph.
b er lagen u.Engros^Skrfonbt durch
C. Pingel, Göttingen, (Provinz Hannover).
Atteste wie nachfolgende» stehen in großer An»ahl |u Jedermamtt «nficht »ertit;
Attest: Herr Peter Waldbier, fßl Poslvote in Daßwang, Bayern, Oberpfalz, berichtet: Ich befinde mich auf Ihren Benedictiner ganz gesund, mein Magenleiden ist bereits geschwunden und werde den Benedictiner dieserhalb bestens rekommandiren :c. (21)
Nur echt zu haben in den meisten Apotheken, Solonialwaaren- und Deltcatessen-Handlunaen. ^3)
•.<


