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278. Samstag den 29. November 1879*

Aießener ^Anzeiger

AMP- Md AmtsM für den Kreis Gieße«.____________

NedacttorrSknrreaur | Schulstraße B. is.

ErpedittonSvureau r J v p

--------------------------Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohn.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Deutschland.

Darmstadt, 26. Novbr. Der ärztliche C-niralausschuß des Groß- herzogthnms tft heute zu einer zweitägigen Sitzung dahier zusammengetreren urd hat unter dem Vorsitze des G'-ßh. Mmsterialraths Weber als Vorsitzen­den der Ministerialabtheilung für öffentliche Gefundheitsxffege seine B»°thun- gm begonnen. E-ickteren sind außer den Mitgliedern d-r M>nisterialabthe.lug. den Großh. Ober Medicinalräthen Dr. Pfeiffer, Dr. Reißner, Dr. Hallwachs und d^m Grvßb. Ober-Medicinal-Affeffor Dr. Lorenz, die Herren: ordent- licher Proieffor Dr. Kehrer aus Gießen, Kreisarzt D^ Köhler aus Laubach, Kreisarzt Dr. Schenk aus Alze«, praktischer Arzt Dr. Kupserberg aus Mainz, Medicinalraih Di. Mogk aus Offenbach, Kreisarzt Dr, Glasor aus Gießen Medicinalrath Dr. Jäger aus Darmstadt, Medicinalrath Di. Helblg, M - einalrath Dr. Köhler ans Offenbach und Tireclor Dr. Sehrt aus Hosheiur. Als Gegenstände der Berathung sind in Aussicht genommen'

A. Begutachtung folgender Angelegenheiten, über welche bereits die Aeußerungen oder Anträge von ärztlichen Kreisvereinen vorliegen.

1) Entwurf neuer Reichs-Vorschriften für die ärztlichen ApprobaNons- Prusunge,^rschläge Bdteff8 Abänderung der Pharmacopoea Germanica;

3) Organisation der ärztlichen Kreisvereinc, insbesondere die Aufstellung bestimmter Normen für das Verfahren der ärztlichen Ehrengerichte (Vorstellung des praktischen Arztes Herrn Dr. Frank in Reinheim);

4) Mute! zur Förderung der Einrichtung von Ortsgesm dheitsräthen (Anträge der ärztlichen Kreisvereiue Darmstadt-Groß-Gerau und Gießen) ,

5) Sicherung der Armenkrankenpflege in d-n Landgemeinden w'd bes Honorars de? prakttschen Aer.te bei Behandlung nichtzahlungs fähiger Kranken. $ Z. Vorbereite, de Berathung über nachstehende Fragen.

j) die Stillung der praktischen Aerzte nach der dermal,gen Rnchsge- setzgibung, insbesondere die Frage einer Revision der emschlagenden Best m-

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für eine Revision der bestehenden M-dictnaltaxe als leitend anzunehmen

sein würden. c Nyrläufige Besprechungen über i

1) bk Erhebung der Sierblichkeitsstatistik (Leichenschau, Reichs-Leichen- schaugefttz) ejner K-ankheitsstatistik und die Ermittelung der Iota-

kn Jnfe-tionskrankhelt-nund der Malaria-

krar.kbetten sErmittelung der ursächlichen Momente. Anzeigepfltcht^-.er Familien^, - * l ä ic. Abarei zuna des llmfangs derselben, Normativ'

^sttmmurgen über die Aussetzung des Schulunterrichts beim Ausbruche solcher Krankheiten), Mitwirkuna der ärztlichen Kreisvereine und der einzelnen rfÄÄSW v-, «W- «.Md. "&bi.Ä.i« ,i°<- e«w<" »-M»»< vorhandenen Geisteskranken, welche nicht in Irren- oder Pflegeanstalten unter- ßC ^Darmstadt, 26. November. Der Abg. Di. Schröder hat bei dem Bureau der zweiten Kammer den Antrag übergeben: , -c, ~ -

Die Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, in baldige Grwä' mira xu rieben wie der Vermehrung dcr in sittlicher, gesundhettlrcher und wirchschastlichec'Beziehung nachiheiligen öffentlichen Tanzbelustigungen (Tan^ musiken) vorgebcugt und deren Abhaltung über eine gew sse Zahl jedem Jahre hinaus durch beträchtliche Erhöhung der dafür an den Staat zu leisten­den Stempelabgobe vermieden werden könne.

Die dem Anträge beigegebenen Motive lauten :

1) Die große, im letzten Jahrzehnt in Stadt und Land mwerhaltniß- mäßig "gestiegene Zahl der öffentlichen Tarzoergnügungen und ^^musinn, womtt e.fahrungsmäßig nicht selten schwere Nachcheile sur bi- B-'heittg en (z. B. Dienstboten und Herrschaften) verbunden sind. Von den sog Tanz talons in Städten 'st dabei ganz abzusehen. 2) Die Gefahren für d,e noch kaum aus der Volksschule cntlasicne Jugend beiderlei Geschlechts, ^welche häustg ohne elterliche Aussicht dort schon Nächte durchschwärmt, z. B. eold?e, Ä rod? die obligatorische Fortbildungsschule zu besuchen haben. Keines- weas will Antragsteller einem geordneten, von Zett zu Zelt sich mkbetfjolcn« den Ta»lv-ranüg-n entgegentreten oder solches erschweren, wie es früher an Kirchweihen und^ Jahrmärkten, zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten gcub ivurde oder in geschloffenen Gesellschaften und Vereinen statthat. Nur MMel und Wege soll-n gesunden werden, wie dem zum Schaden des öffentlichen Wohlstandes der Wohlfahrt und Sittlichkeit setzt zu häufig austretenden LnzLkwes'en vor^beult r.nd wie ferner die un.rwachsene Jugend vor der

Theilnahme daran einigermaßen bewahrt werden könn . Dast Ochste Mittel

dafür scheint eine Erhöhung der Stempelabgabe für die Tanz-Er oubn ß che zu sein ' wobei die Abgabe je mit der wachsenden Zahl der Erlaubnihscheine in -dem Jahre für den darum Nachsuchenden ohne Weiteres zu erhöhen wäre. Voraussetzung der stempelpflichtigen TarzErlaubnißscherne ist i a. daß di-'bei den öffentlichen Tanzvergnügungen thätige Musik bezahlt wird, . LP s. und Getränke dabei gegen Zahlung verabreicht werden.

Berlin, 26. November. Der Großfürst und die Großfürstin Wladi­mir folgten Dienstag Abend nach Schluß der Op-rn-Vorstellung einer Ein­ladung bee Vicepräsidenten des Ministeriums, Grafen Ltolberg, ,um ^ee. Heute Vormittag 11 Uhr fand in der griechischen Kapelle der russischen Bo - schost Gottesdienst statt. Die Kinder.des großfürstlichen Paares trafen heute ,.us L^dwwslust^hier bParlam. ßornf»-" do^schrtttSpartei

akit von einem Preßproeeß Kenntniß, der wegen deö Flugblattes mit bet U.b-lschrift i ,200 Millionen Mark neu- Steuern", das bei den Reichstagswahlen von dem geschästssührenden Ausschuß des ^tschrtttlickn C-ntralwchl-Somiläs versandt wurde, angestrengt worden ist. Mw entnehmen btt ^DaS^Flugblatt wurde vielfach belangt, "^r ^erall freigesprochen. In Brauusberg hatte der Staatsanwalt aus Grund des § 131 des Strafgesetz buchs Klage erhoben, weil das Flugblattim Juli i>878 Jnlande enchellte

Thaisachen, wiffend daß sie entstellt sind, öffentlich verbreitet habe, um da- duick die Anordnung des deutschen Bundesraths vom 11- Ium 1878 fidi^u machen." Die Anklage wurde vom erstinstanzlichen Richter und(danach auch vom ostpreußischen Tribunal als unbegründet zmuckgewiesen. Das Ober Tribunal aber befahl die Eröffnung der Untersuchung, und nun kamt e» Bot der Kreis-Deputation zu Heiligenbeil zu einem fr«,sprechenden Erk-nntniß. Aus diesem Erkenntntß ist solgender Paffus int-reff-nt: »Jf' ^n- eigen hüm. Uch- Lage wird die im Herbst 1878 erhobene Anklage gegenüber der letzt klar zu Tage tretenden Politik der Reichsregierung gesetzt. wklch,d den Ausfuhrun aen des Flugblattes entsprechend, in der Thal durch die Vorlagen an drn Reichstag ih?e Absicht auf das Deutlichste documentirt, die Einnahme des Reichs durch neue indirecte Steuern und Zölle m erheblichem Maße zu erhöben." Das Oberlandesgericht zu Königsberg ^- Pr- bestätigt^ Urtheil. Erwähnung verdient noch, daß der Denatspräsident ^effendorff den Vorsitz im Gerichtshöfe für diesen Proceß aufgab, weil er in seiner^heren Stellung als erster Staatsanwalt in Berlin sich bereits mit diesem Flugblatt zu beschäftigen gehabt und daffelbe freigegeben habe!

Das Retchspatentamt hat in seiner ^omrabend-Sitzung e neu für die aesammte deutsche Eisenindustrie hochwichtigen Beschluß gefaßt, indem es beschloß dem Anträge auf Ertheilung eines Patents zur Ausnutzung des von dem Engländer U. S. Thomas erfundenen Verfahrens zur Entphosphorung des Roheisens zu entsprechen. Die Anwendung dieses für die Soncurrenz der deutschen Stahlindustrie mit der englischen entscheidenden Verfahrens rst damit auf rieseniaen Werke beschränkt, welchen der englische Erfinder die Ausnutzung ?ttiwr"Erfindung übertra^n hat. Di- En.sckeidung des Pakntamis hat m ven beih-ilig!-^Kreisen große Sensation h-rvorgerufen und wird ohne Zweifel

angefockien werdem Rovbr. Bei Beginn des Winters, wenn

sich 4 Kmwffel?im Besitz des fod. U«inen

vielfach eine Verkaussweise des Branntweins betrieben, welche bezüglich fJÄTSÄ. « w'- M »" bedürftige kleiner- Besitzer und Arbeiter bringt in die Bre>inei-i rgend e Quantität Kaitoffeln und erhält für diese °w° -ntspr-ch-n ° Quantität Spiri- lus oder präpariiten Branntweins. Auf welche We s s kaussstellen b-st-uert werde»? Die Menge des auf diese We se m einer ein relnen Brenrerri vertriebenen Branntwcrns ist oft viel gröh , w-i'oder Lni Schankwirthßchasten

in dem vorgelegten Gesetze keine Spuren, auch diesen Handel mit einer Lte..

zu belegen. vollkommenen Ablaß"

LL SS-»»* -*ÄS Dllariat durch Circular den Cnratclerus darauf aufmerksamdc.ß der hpiTinen Vater Leo XIII zum Andenken an dre vor 25 Jahren stattgetundene Erklärung des Dogmas der unb-fl-ck.-n Ewpfängniß der G°tt-smntt-r Maria

und^in^tk^ Kirche einem^öffektti^ Oratorium im Sinne des heiligen

Aus Sachsen. DemWerdaer 26oche h Weber

erschütternden Z°7en: In Mül,en Lt J °b /st,11 Fr. Klitsch in feiner Wohnung -'verhungert. w Tbüren

daß er zu denen gehörte, welche sich noch scheuen, das Brod vor ^»re»