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Eingesandt.
Sie haben in Ihrem geschätzten Blatte schon mehrfach Artikel gebrach^ welche den Schutz der Thiere, insbesondere den der Vogel warm empfahlen, und welche gewiß von jedem Thiersreund mit Befriedigung ausgenommen wurden. Es ^rf daher auch am Platte sein, einen Fall grenzenloser Thierqualerei von ganz empörender Art »u rüaen welcher kürzlich hier ausgeübt wurde. Das schuldige oder unschuldige Opfer war em kleiner Hund, der das Verbrechen beging nach einem anderen Hund zu beißen. Stat^nun einfach die Hunde mit dem Stock auseinander zu lagen oder auch ruhig
Kieslaen Unlversttätsklinik, betreffend Anlage und Einrichtung de« Baues., Es ist auch schon . <ö -$n ii gesagt, wie man hier vielfach bedauere, daß die Universitäts-Klinik nicht zum «valaste genommen worden sei, wozu sie in jeder Hinsicht uno wegen der Nähe des Bahn- und der schon vorhandenen Gefängnißhäuser mit allem Zubehör, viel bester geeignet war, ^lL der für das große Justizgebäude gewählte Platz, der in möglichst Wetter Entfernung vom Bahnhof auf der entgegengesetzten Seite der langgestreckten Stadt liegt, und zu bem nicht ein- ^nnl e ne directe Straße führt. Nun soll aber noch eine große Caserne gebaut werden, um ein drittes Bataillon hier unterzubringen, natürlich von der Seite des Reiches. Da 'st nun verständigen Leuten der Gedanke gekommen, ob es nicht möglich wäre, d,e jetzige Klinik die doch urtvrüngltch als Caserne gebaut und ein sehr stattlicher monumentaler Bau ist, viel stattlicher ^ls der neue Justizpalast, (?) an das Reich zur Caserne abzugeben, und dafür eine neue Klinik zu Kauen. Es soll gelungen sein, den Großherzog dafür zu interessiren, er ist deßhalb vor einigen Tagen hier gewesen und soll sich sehr günstig für diesen Plan ausgesprochen haben.
ließen, 28. August. Wie der „Rhein. Kurier" in Wiesbaden meldet, hat Herr Prof. Dr. Seitz, unser langjähriger und hochverdienter Direktor der medtcin. Klinik nunmehr sein bleibendes Domicil nach Wiesbaden verlegt.
— In Remagen wurde gestern die Leiche eines hiesigen Einwohners (Bierbrauer F.) -aufgefundcn Was denselben zum Selbstmord getrieben, ist bis jetzt noch nicht bekannt.
— In einem benachbarten prcuß. Dorfe wurde die Leiche eines hiesigen Droschkenkutschers aus der Lahn geländet.
— Seit Montag wird hier eine 82 Jahre alte Frau vermißt, welche zeitweise an Geistes- Körung litt. Man befürchtet, daß dieselbe sich ein Leid angethan.
— Heute Morgm wurde ein Mann aus Odenhausen wegen Diebstahls einer Peitsche «ingesteckt. Hessjg vom 2. Großh. hesi. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 wurde zur
Unteroffiziers.Schule in Biebrich vom 1. October ab commandirt.
— Das 2. Großh. heff. Inf. - Regiment Nr. 116 zog gestern Morgen mit klingendem Spiel in Darmstadt ein.
Vermischtes.
Dresden. (Ein falscher Prinz Friedrich Karl.) Vor einigen Taaen erregte, wie die Dresdener Nachr." berichten, eine durch Bautzens Straßen fahrende hochfeine Equipage die .allgemeine Aufmerksamkeit. Auf dem Kutschersitze saßen ein Lakai, sowie ein Leibjäger im blauen Frack und Cylinder mit Federbusch, während tm Hintergründe die imponirende Gestalt eines höheren Offiziers in großer Generals-Uniform sichtbar wurde. Verwundert machten die dem Wagen begegnenden Militärs dem hohen unbekannten Gaste die militanichen Honneurs. All- qemein fiel die zu dem hohen Range ves Gastes in Kontrast stehende große Jugend auf. Zu längerer Beobachtung blieb freilich keine Zeit, denn bald war die Equipage, die Neusalzaer Ghauffee hinausrollend, den Blicken entschwunden. In allen Dörfern welche die irquipage zwischen Bautzen und Schirgiswalde passirte, wurde natürlich bte Neugierde der Bewohner aufs Höchste erregt In Schirgiswalde, wo Absteigequartier genommen wurde, mszenirten die Bewohner einen förmlichen Auflauf, der sogar bedenkliche Dimensionen annahm, als einige besonders Neugierige von dem Leibjäger erfahren hatten, daß die hohe Person niemand Anderer als Prinz Friedrich Karl sei. Nach kaum halbstündigem Zechen geruhte die Hoheit eine Um: -fahrt durch die Stadt zu nehmen — die jubelnde Menge überall huldvollst grüßend — und schließlich auf der Chaussee nach Schluckenau abzufahren. Ungehindert passirte die Equipage die Grenze und unter großem Zulaufe fand pomphafter Einzug in Schluckenau statt. Im Hotel Zum Lamm" wurdedas Inkognito völlig abgeworfen. Der^überraschte und ganz außer Fassung gebrachte Wirth hatte nichts Eiligeres zu thun, als den Bürgermeister per Eilboten ^on dem hohen Besuch in Kenntniß zu setzen. 2)et ®ürgermettier
weißer Weste an der Spitze einer Rathsdeputation dem „Lamm' zu, mufite aber bort letbet vernehmen baß ber Prinz soeben wieber abgefahren sei. Nur mit Mühe hatte sich bet Wagen burch bie vor bem Hotel angesammelten Menschenmassen htnburchbugsiren lassen. An ber Grenze würbe bas Geschirr angehalten, ba wegen der Ninberp-st sich Jeder auf der Grenzstawnl einer arünblichen Räucherung unterwerfen muß. Beinahe hatte auch ber Prinz dieses Schicksal glitten, wenn er nicht auf seinen hohen Rang hingewiesen hätte. So ließen tyn die verdutzten Wachter des Gesetzes ungehindert ziehen. Gegen Mitternacht war der Prinz wieber in Bautzen angelangt. Zur Erklärung bes Vorstehenben ,st beizufugen, baß natürlich nicht von dem echten Prinzen Friebrich Karl bie Rebe sein kann, bie ganze Sache vielmehr nur auf ben etwas - Mnen Spaß eines in Bautzen wegen seiner tollen Streiche wohlbekannten jungen Mannes »urückzuführen ist. Die Generals-Uniform hatte berselbe aus einer Theatcr-Garberobe hervor- Aramt, währenb die blauen Fracks des Leibjägers und Hof-Lakaien (Bautzener Dienstleute) in Sie™ Uniformröcken der früheren Bautzener Kommunalgarve bestanden. Ein kleines Nachspiel dürfte bie Sache vielleicht noch erhalten, ba am nächsten Tage bie Bautzner Amtshauptmann- ichaft ein Schreiben bes Bürgermeisters von Schluckenau empfangen haben soll, worin bieser seine Verwunberung barüber ausspricht, baß ihm von bem hohen Besuche zuvor nicht bte geringste Mittheilung gemacht worben sei. _________________________________
ihren Kampf auswetzen zu lassen, erwischte der Herr des schwächeren Hundes den anderen Kämpen am Genick und steckte denselben kopfüber in eine gerade dastehende Bütte mit Kalk, den Kopf mehrmals untertauchend. Das arme Thier wurde durch diese Procedur natürlich blind gemacht und unser Held, welcher Mitglied eines Thierschutzvereins sein soll, was von Einsender dieses aber sehr bezweifelt wird, brüstete sich darauf nock mit den Worten : „So wollte ich's gerade haben 1" — So geschehen in der Wallthorstraße am 25. dieses.___________________________
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 27. August. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war out befahren. Heu kostete je nach Qualität bet Gentner 1.50—2.50, altes Heu JL 3.—, Stroh 2—2.50. Butter bas Pfunb tm Gentner 1. Qual. JL 1.—, 2. Qual. JL 0.90, im Detail 1 Qual. 1.20, 2. Qual. JL 1.10. Gier bas Hunbert brutsche X 4.80, italienische 6 —. Ochsenftenm per Pfunb 65—70 Rinbfleisch 50 H, Kuhfleisch 60 H, Kalbfleisch 48—55 H, Stier- unb Farrenfieisch — Hammelfleisch 50—65 Schweinefleisch 60—70^>. Hühner ein Stück 1.50—2, Hahnen JL. 1.20—60, Enten JL. 1.70 - 2.30, Gänse 4—6.50, Tauben 50—70 H. Krebse y4 Hunbert <AL —. Kartoffeln 100 Kilo 6 bis 6.50. Blumenkohl 1 Stück 30 — 60 Wirsing 10—15 Rothkraut 15 — 25 Weißkraut 15—20 Kohlrabi bas Stück 3—5 H, Kohlkraut — Gelb-Rüben ein Bund 5—7 a Weißrüben ein fflunb 4 H, Gurken zum Einmachen 100 Stück JL 2 — 2.50, Einmachbohnen 100 Kilo 15—18JÄ, Zwiebeln bas Bunb 70 Ganze Erbsen 19—24 Geschälte Erbsen 24-29 H, Bohnen 18-24^, Linsen 24—36^. - Holzpreise sind folgenbe: Buchenscheitholz 1. Sorte per Cubik-Meter JL 11.25, Buchenspaltholz JL 10.25, Tannenscheitholz 1. Sorte per Eubik-Meter A 7.75, Tannen- unb Buchenholz 1. Sorte per Gentner je nachbem geschnitten 1 45—1.50—1.55—1.60.
Limburg, 27. August. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 18.65, Weißer Weizen JL. —, Korn JL 11.—, Gerste JL 9.12, Hafer, alter JL. 8.25, neuer JL. 7, Erbsen JL—, Kartoffeln . (Durchschnittspreis pro Malter.)
Briefkasten.
V. hier. Anonyme Einsendungen finden absolut keine Aufnahme. Haben Sie Interesse an Ihrer Berichtigung, so nennen Sie uns gefi. Ihren Namen D. Red.
Ansprache.
Unser vorjähriger Aufruf, anläßlich des Nationalfestes vom 2. September auch der Invaliden und der Hinterbliebenen gefallener Soldaten vom Krieg ISTO/Tl, durch Gaben dankend zu gedenken, war nicht vergeblich. Sein Ergebntß zeigte, daß wir nur einem Gefühl Ausdruck gaben, das allerwärts vorhanden war. Und so kommen wir auch dieses Jahr mit gleicher Bitte. Unsere s. Z. ausgesprochene Hoffnung, diese Sammlung diesmal durch ganz Deutschland durchgeführt zu sehen, hat sich zwar noch nicht erfüllt, noch muffen wir die Sammlung diesmal wieder als Landessache betreiben. Aber da unternehmen wir sie um so getroster, als die jüngst erfolgte Enthüllung des Landes-Kriegerdenkmals gerade unSJn Hessen jene große Zeit von 1870/71 wieder unmittelbar ins Gedächtniß gerück: und die Gefühle des Danks aufs Tiefste wachgerufen hat. Angesichts dessen bitten wir, überall, wo man am kommenden 2. September in den Gotteshäusern oder bet sonstigen Vereinigungen unser Nattonalfest feiert, sich jener unglücklichen Opfer des Kriegs, mit deren Blut die Größe unseres Vaterlands erkauft wurde, zu erinnern und je nach Vermögen seinen Beitrag zu geben, damit wir dadurch in den Stand gesetzt sind, das Loos der Invaliden und Hinterbliebenen auch weiterhin zu verbessern.
Insbesondere bitten wir die evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände, gemäß der ihnen von Großherzogl. Ober-Consistorium ertheilten Erlaubniß, bei den Festgottesdiensten des 2. September Collecten für jenen Zweck zu erheben.
Unsere Zweigvereine ersuchen wir, wie im Vorjahr möglichst für Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzustellen.
Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir, dieselben durch Pofteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn Hauptstaatskasse-Director Michell dahier etnzusenden.
Darmstadt, am 20. August 1879.
Der Vorstand des Hülssvereins im Großherzogthum Heffen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde; als Landesverein der Kaiser-Wilhelm-Stistung.
A. Weber. Ä. Buchner.
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ergebenst anzuzergen.
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M. Kaan,
vorm. S. Weimersheim.


