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e aersettS und mit der Pforte und Griechenland andererseits vor Absendung der Circular Note zu der Hoffnung auf eine prompte Lösung tiefer Frage berechtigte.

Gestern ist Seitens Frankreichs und Englands eine gemeinsame Note nach Egypten abgegangen, worin der Khedwe aufgesordert wird, tii Gemäßheit seiner Verpflichtungen, englische und französische Minister zu ernennen, welche ohne Zustimmung Frankreichs und Englands nicht gewechselt werden dürfen.

England.

London, 26. April. Ein Brief an dieTimes" aus Alexandrien vom 20. d. hebt hervor: Die egyptische Frage sei durch den Berliner Ver. trag ausdrücklich Vorbehalten. Frankreich und England würden es deshalb schwierig fi.iden, Zwangsmaßregeln ohne vorherige Befragung der anderen Signatarmächte zu ergreifen.

Standard" meldet: Die Pacific-Flotte ist beordert, zum Schutze der britischen Interessen an der Küste von Peru zu kreuzen.

London, 26. April. Der Sirike der Kohlengruben-Arbeiter in Dur­ham ist als beendet zu betrachten. Die Arbeiten werden in beinahe allen Gruben am Dienstag wieder ausgenommen. Die Königin Victoria ist heute Nachmittag hier etngetroffen.

Belgien.

Brüssel, 26. April. DerEtoile belge" bestätigt die Nachricht von einem Briefwechsel des Königs mit dem Papste «nd fügt hinzu, es verlaute, der Papst habe dem König geschrieben, er mißbillige den Kamps der Bischöfe gegen daS Unterrichtsgesetz und erlaube den Katholiken, sich dem Gesetze zu unterwerfen.

Arrßlaud.

Petersburg, 26. April. General'Gouverneur General Gurko ver­läßt auf rillige Tage die Stadt, da er ganz unvorbereitet hierher berufen ward und unvorbereitet ankam; erst nach seiner Rückkehr vom Lande, wo seine Familie verblieb, wird derselbe die Ausführung seiner Ausgabe vollständig übernehmen. Die frühere Nachricht derNowoje Wremja", daß zur Be- rathung außerordentlicher Maßregeln eine Commission unter dem Vorsitze Walufiff's niedergesetzt sei, ist incorrect. Das Project der provisorischen Gou­verneurs lag dem Mtnister-Comlt^ vor. Die Reise Schuwaloff's über Wien nach London ist nach Versicherung von unterrichteter Sette auf beson- deren Wunsch Schuwaloff's erfolgt, welcher sich vor seiner Rückkehr nach London über die Intentionen der leitenden österreichisch, ungarischen Staats­männer ortentiren wollte. Eine Armee-Verordnung für die Garde und die Truppen des Petersburger Militärbezirks bestimmt, daß das Militär von dem i i seinem Besitze befindlichen Waffenvorratbe den betr. Behörden umgehende Meldung zu machen hat, ähnlich wie dieS kürzlich für Cioilpersonen vorge­schrieben wurde.

Moskau, 26. April. Der Personenverkehr auf der Bahn Moskau- Brest wird morgen wieder eröffnet, der Güterverkehr spätestens bis zum 30. April.

Türkei.

Konstantinopel, 26. April. Gerüchtweise verlautet, die bosnischen Notabeln hätten die Absicht, Bosnien in Maffe zu verlaffen und wären bet der Pforte um Ueberwetsung von Ländereien zu ihrer Niederlassung vorstellig geworden. Vier Bataillone sind nach Kossovo abgegangen.

Amerika.

, 25. April. Der Senat nahm das Armeebudget an.

Telegraphische Depeschen.

Wagner- telegr. «orrespondenr-Bureau.

Paris, 27. April. DasJournal des Debats" sagt: Zwischen Frankreich und England ist vollkommenes Einvernehmen über die egyptische Frage hergesteüt; beide Cabinete richteten nach Konstantinopel eine Depesche, worin sie Act nahmen von dem Erbieten der Pforte, den Khedioe abzusetzen und theilten dem Letzteren ihre Absicht mit, sich die Freiheit des Handelns » ach Verletzung der von ihm gegenüber Frankreich und England etngegangenen Verpflichtungen vorzubehalten.

Kairo, 27. April. Barrot Bey wurde zum Pascha und Chef des Eabinets des Khedtve ernannt.

Paris, 28. April. DerR6publique francaise" zufolge sind die Mächte in der griechischen Frage völlig einig und werde aller Wahrscheinlichkeit nach kiese Angelegenheit einer Botschafter - Conferenz in Konstantinopel überwiesen werden.

Wien, 27. April. Die Festlichkeiten zu Ehren der silbernen Hoch­zeit der Majestäten wurden mit dem heute bet sehr günstiger Witterung ab­gehaltenen Festzuge abgeschlossen. Aus dem Festplatze waren alle Tribünen dicht gefüllt. In den Säulenhallen links und rechts vom Katserzelt hatten die Staats Würdenträger, das diplomatische Corps und die Generalität Platz genommen. Das Kaiserzelt selbst war für die Mitglieder des kaiserlichen Hauses reservirt. Um Schlag 11 Uhr erschienen die Majestäten, worauf der Bürgermeister die Festansprache hielt, welche der Kaiser auf das Huldvollste beantwortete. Nach dem Absingen der Feftbymne durch den Männer-Gesang­verein zogen sodann die einzelnen Gruppe»» des Festzuges in programm­mäßiger Weise vor den Majestäten unter stürmischen Hochrufen vorbei. Die »»ach Hunderitausenden zählende Volksmenge, welche zum Theile schon seit der frühesten Morgenstunde am Platze war, spendete den prächtig kostümirten und m lerischen Gruppe»» den lebhaftesten Beifall. Das Fest endigte um 1 Vs Uhr und verlief in schönster Ordnung, ohne irgend welchen Unfall.

Der Entwurf des neuen Gesetzes über die Tabaksteuer ruft in allen Kreisen der Interessenten eine ganz ungeheure Erregung hervor. Derselbe zerfällt bekanntlich in 3 Haupttheile, die Steuererhöhung überhaupt, die neue Licenzsteuer und ferner der Gesetz-Entwurf über Nachversteuerung aller Vorräthe in Deutschland, sowohl an Rohmaterial, wie an Fabrikaten, und gleichgültig wer sie besitzt. Die Steuer- erhöhung wird in erster Linie den Consum gewaltig einschränken und bie Fabrikations­betriebe, welche nicht mit ausreichend großem Capital ausgerüstet sind, um die erhöhten, bedeutenden Steuersummen baar vorzuschießen, werde»» eingehen, während die Licenz­steuer eine Extra-Belastung eine? jeden Verkäufers vor» Tabak-Fabrikaten, sowie eine eingehende, steueramtliche Controle der Industrie, ihrer Bücher und ihres Betriebes,

Washington

bedeutet. Diese beiden Momente werde» ganz besonders hart an den Tabakbau in den Bezirken auftretcn, wo eine stark entwickelte Mittel- und Kleiu-Jndustrie ist Angesichts der Thatsache, daß eine übermäßige Belastung die ausgerechneten Emnahinen schmälern muß, bleibt zu wünschen, daß der Reichstag mit der Normirung der Zahlen nicht über das Maß hinausg hen wird, welches die heute in ungehindert freiem Verkehr außer­ordentlich entwickelte Tabak-Industrie in ihrer Lebensfähigkeit angieifen würde. Der dritte Theil der Vorlage, eine Nachoersteuerung aller Vorräthe, erscheint unseres Er­achtens undurchführbar. Zwar bestimmt der Entwurf harte Strafen für die Hinter­ziehung der Nachsteuer, aber diese Hinterziehung erscheint völlig uncontrolirbar und würde nur auf Denunciationen angewiesen bleiben, denn wie soll Haus für Haus in allen Ecken und in ganz Deutschland thatfächlich controlirt werden. Die rechtliche Seite dieser Frage erscheint noch bedenklicher; denn noch nie hat es unseres Wissens in irgend einem Staate der Welt ein Gesetz gegeben, welches rückwirkende Kraft erhielt. Jeder Consument ist ferner nach drm Entwurf berechtigt, sich nachsteuerfrei 20 Pfd zu halten, alles wird sich versorgen, und jeder Händler und Fabrikant würde mit seinen nachversteuerten theueren Lagern fest liegen, bis diese allgemeinen Vorräthe aufgezehrt wären. Nachoersteuert sollen nun aber auch alle schlechten, unbrauchbaren Fabrikate und alle Fabrikationsabfälle werden; diese haben gar nicht annähernd den Werth der neuen Steuer und hierfür besteht nur die Befugniß, daß der Besitzer das, was er nicht nachzuversteuern wünscht, unter Aussicht der Steuerbehörde, und auf seine Kosten ver­nichtet; käme dieser Theil des Entwurfes zur Ausführung, so gingen Millionen an Capital durch Object-Vernichtung verloren, und Tausende von Interessenten kämen in Concurs, weil sie die Nachsteuer Summe nicht aufbrmgen können. Begreiflicherweise herrscht gerade gegen diesen Theil des Entwurfs die größte Erregung und Massen von Petitionen strömen in den Reichstag. An der Spitze der Agitation in Deutschland steht eine große Vereinigung von Handelskammern, welche neben anderen Schritten eine Depu­tation nach Berlin sendet, um während den Verhandlungen persönlich Einfluß auf diese zu suchen und auf die außerordentliche Tragweite solcher Maßnahmen mit größter Energie hinzuweisen. Alle Provinzen bilden Vereinigungen, um sich auszulehnen, auch in Breslau wird demnächst eine große Versammlung aller schlesischen Interessenten stattfinden. Angesichts der unabweisbaren Nothioendigkeit, daß alle Fabriken sofort zum größten Theil den Betrieb auf geraume Zeit einzustellen und damit Hunderttausend Arbeiter kein Brod hätten, sowie mit Rücksicht auf die Gefährlichkeit, einen Präcedenzsall für Gesetze mit rückwirkender Kraft zu schaffen, wäre eine einstimmige Ablehnung vor Allem der Nachsteuer dringend zu wünschen und während dann die ve, steuerten Vorräthe auf­gearbeitet werden, findet das neue Gesetz einer Erhöhung der Steuer mindestens einige Zeit, sich vorzubereiten und die Capitalien, welche andernfalls zur Vernichtung kommen, können verwerthet und dem Nationalvermögen erhalten werden.___

Lokales.

Gießen, 28. April. Gestern wurde in Nidda ber 34. Turntag des Gaues abgehalten Es ergab sich eine Mitgliederzahl von circa 2(/0", mit 23 Vereinen für den Gau; es wurde beschlossen den diesjährigen allgemeinen deutschen Turntag, welcher am 27. und 28. Juli in Berlin stattfindet, durch einen Vertreter zu beschicken Das Gaufest wird Anfang Juli d. I. in Nidda abgehalten werden.

Der Verein Homberg a. d. Ohm wurde in den Gau ausgenommen.

Am Freitag wurden in einem Hause am Schiffenberger Weg diverse Kleidungsstücke sowie eine Taschenuhr entwendet. Der That verdächtig soll ein Seiltänzer sein. Mangel an Vorsicht der Hausfrau durfte den Diebstahl begünstigt haben.

Am Samstag Mittag wollte einer der Handwerksburschen, welche in der Retter'schen Herberge letzthin den groben Unfug verübten, dem Gerichtsdiener, der ihn vorführen sollte, entspringen. Es gelang jedoch noch den Flüchtigen einzuholen und dingfest zu machen.

Verschiedene Ruhestörer welche in der Nacht vom Samstag auf Sonntag in der Neustadt etwas zu laut exercirten und commandirten wurden abgefaßt. Dasselbe Schicksal ereilte auch heute Nacht noch diverse Herren, nur mit dem Unterschiede, daß drei derselben in die Sandgasse marschiren mußten.

Heute Morgen entstand durch Unvorsichtigkeit in einem Hause in der Wallthorstraße ein Gardinenbrand.

Vermischtes.

** Indianer in Frankfurt am Main. Nachdem bereits einzelne Gruppen von Lappländern und Negern in unseren zoologischen Gärten ausgestellt gewesen sind, bringt in der nächsten Woche die rühmlich bekannte Thierhandlung von Reiche in New-Aork und Alfeld, deren Reisende zu gleicher Zeit mit Tbiertransporten aus Nubien und vorn Cap der guten Hoffnung unterwegs sind, eine Gesellschaft Rothbäute aus Canada, um sie in Deutschland an verschiedenen Orten auszustellen. Die Gesellschaft ist mit allem Gerath ihrer Heirnath ausge­rüstet worden, um ihr eigcnthürnliches Thun und Treiben vorzuführen; sie bringt Pferde mit, um auch die berühmten indianischen Reiterkünste zu zeigen, und führt mit sich die Waffen für Jagd und Krieg u. J. w. Die Gesellschaft besteht aus 10 Personen verschiedenen Geschlechts und Alters und gehört zu der großen Indianer-Gruppe der Jrvkescn, welche als Völkerbund, aus der Horde der Senekae, Cayuga, Onondago, Oneida und Mohawk bestehend, Canada bewohnen.

Die Ankömmlinge, welche zuerst im zoologischen Garten zu Frankfurt am Main auftreten werden, bieten nicht nur wichtiges Material für die anthropologisch- Wissen schäft, sondern auch reiche Belehrung für jeden Gebildeten, der sich für die Lander und Völker des Erdballs interessirt. Aber auch Jeder, der Schilderungen der Rothhäute und ihrer Ge­wohnheiten gelesen hat, wird mit Vergnügen die Gelegenheit wahrnehmen, Angehörige dieses Volkes einmal zu sehen und besonders muß es für die Jugend erhebend und belehrend sein, den Gestalten, die ihrer Phantasie durch die weltbekannten Lederstrumpf'Erzählungen und andere Schriften nahe gerückt worden sind, auch einmal in Wirklichkeit verkörpert zu begegnen.

Dillenburg, 23. April. Während schon seit einiger Zeit von einzelnen Eomites, so namentlich von dem Ausstellungs- und Verloosungscomite, eine erfolgreiche Thätigkeit in Bezug auf die mit der Generalversammlung der Nasi. Gewerbevcreine im Juni d. I dahier stattfindenden Veranstaltungen entwickelt worden ist, hat sich gestern Abend auch der Festaus­schuß durch Cooptation erweitert und wieder in verschiedene Subcomites einqetheilt, so in ein Ordnungs-, DecorationS-, Musik-, Wirthschafts- und Wohnungs-Comite. Die Generalversamm­lung der Gewerbevereine dürfte sich nach allen Vorzeichen babier wieder zu einem Feste gestalten, das in seinen einzelnen Thellen, wie im Ensemble, früheren ähnlichen Veranstaltungen Dillen­burgs nicht nachstehen wird. Die gleichzeitig stattfindende Ausstellung gewerblicher Gegenstände wird nach den vorliegenden Anmeldungen so zahlreich beschickt, daß der ursprünglich dafür in Aussicht genommene Raum (die hiesige Rcitbahns kaum zur Hälfte ausreicht und noch weitere Räumlichkeiten hinzugenommen werden müffen. Die Nachfrage nach den Loosen für bie Ende Juni stattfindende Verloosung von Ausstellungsgegenständen ist eine sehr lebhafte. Da bei einem Einsatz von 50 Pf. pro Loos auf je 2o Loose nahezu em Gewinn kommt, und außer einer großen Anzahl von Gewinnen zu 200, 100, 50, 25 bis herunter zu 5 Mark die kleinsten Treffer nicht unter 3 Mark Werth erzielen, so sind die Gewinnchancen dieser Verloosung, deren ganzer Loosertrag den Gewinnern nur unter Abzug der Kosten- zu Gute kommt, gewiß sehr günstige zu nennen. In der sich an die Comitesitzung anreihenden Generalversammlung wurden die Depulirten zu den Verhandlungen der Hauptvlrsammlung gewählt und zwar die Herren: Dr Speck, Lehrer Vogt, Kreissecr. Hoof, Bürgermeister Schäfer, Schreiner Krauskopf, Buchdrucker Weidenbach zu Abgeordneten; die Herren. Dr. Braun, Tüncher Gräf, Kaufmann Laparose, Lehrer Prcsber, Buchhändler Scel und Architekt Werschy zu Stellvertretern.

Der Kaiser und seine Soldaten. Aus Hetzerath wird geschrieben: Der Pro- vinzial-Straßen-Aufseher Ackra dahier hat I I Kinder; 7 Söhne und 4 Töchter. Die tt älteren Söhne dienen im deutschen Heere auf Avancement und sieben in wett von einander entlegenen Garnisonen und bei verschiedenen Waffen: zu Trier, Küstrin Straßburg, Ludwigsburg, Wies­baden und Saarburg (Lothringen). Der Wunsch, in ihrem hohen Alter all ihre Kinder noch ein Mal beisammen zu seben, und die Schwierigkeit, dies durch Einzelurlaub zu bewirken, ver­anlaßte die Eltern, Seine E^cellenz den Kriegsminifter zu bitten, für ihre sechs Söhne einen gleichzeitigen 14tägigen Urlaub zu veranlassen. Dem Bittsteller wurde der unten mitgetheilte Bescheid, der nicht nur Erfüllung der ganzen Bitte versprach, sondern auch noch ganz uner­wartet ein bedeutendes Reisegeld gewährte. Die sechs Söhne sind in Hetzerath etngetroffen und wurden am Osterfeste in ihren mannichfaltigen Parade-Uniformen, ihren greifen Vater in der Mitte, überall freudig brgrüßt. Das Schreiben des Kriegsministers lautete: Berlin, den 15.

ärz 1879. Es gereicht mir zur Freude, in Erwiderung auf die Eingabe vom 6. d. mit tbcilen zu können, daß auf Befehl Sr. Mas. des Kaisers und Königs die betreffenden General- Eommando's veranlaßt worden sind, Ihren, in der preußischen Armee dienenden 6 Söhnen Urlaub vom 5. bis 25. April d. I zu ertheilen. Rücksichtlich Ihres im XIII. königlich württcmbergischen Armee-Corps dienenden Sohnes ist dem General-Commando dieses Armee- Corps eine Mirtheilung hievon gemacht worden Es darf erwartet werden, daß auch von diesem Ihr Wunsch erfüllt werden wird, wenn nicht besondere Hindeiungsgründe entgegcnstehen. Zugleich füge ich in Folge Allerhöchster Bestimmung zur Bestreitung der Eisenbahnkosten dieser