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an der Volksschule zu Butzbach, an dems. Tage wurde dem Vicefeldwebel im Großh. 4. Jnfamerie-Regimem (Prinz Carl) Nr. 118, Georg Peter Ewald, die Stelle des Pedellen am Gymnasium zu Darmstadt, am 3. Octbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Klamm aus Bliklar eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Echzell, am 7. Oclbr. wurde dem Schullehrer Konrad Wahl zu Frischborn die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schadenbach übertragen.

7. Dienstenthebungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller« gnädigst geruht: am 1. Juli den Major i. P. von Bechtold von der ihm übertragen gewesenen Stelle eines Vorstehers der Stellvertretungsanstalt und Rechners der Einstandskaffe, aus Anlaß der Aufhebung dieser Anstalt, unter dem Ausdruck der Zufriedenheit mit seiner Dienstführung, an dems. Tage den Oberrechnungs-Revisor Ludwig Htsierich unter Belastung in der Stelle als erster Revisor bet der ersten Justificatur-Abtheilung der Oberrechnungskammer von den seither versehenen Functionen eines Dirigenten der ersten Justificatur- Abtheilung der Oberrechnungskammer mit Wirkung vom 1. Octbr. l. Js. an zu entheben.

8. Dienstentlassungen. Am 11. Septbr. wurde der Lehrer an der städti­schen Volksschule zu Darmstadt, Gabriel Bamberger, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Octbr. I. Js. an, am 16. Septbr. wurde der Schullehrer an der evang. Schule zu Nteder-Liebersbach, Johann Friedrich Lamm, am 7. Octbr. wurde der Assistent bet den naturwtstenschaftlichen Abthetlungen des Museums, Wilhelm Förster, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. De- cember 1879 entlasten.

(Schluß folgt).

Berlin, 25. Octbr. Die Generalsynode beschloß, an den Tagen, wo das Herrenhaus tagt, Abendsttzungen abzuhalten. Die Emertten.Ordnung wurde nach den Beschlüsten der ersten Lesung angenommen, mit einem Amen« dement, wonach die Einziehung der für den Emerttenfonds erforderlichen Ktr« chensteuer durch Staatsbeamte erfolgen soll.

Die Eröffnung des Landtags erfolgt am 28. October, Mittags 12 Uhr, durch den Kaiser. Der Kaiser und die Prinzen Karl, Friedrich Karl und Prt»z August von Wüttemberg sind heute früh zur Jagd nach Hubertusstock gefahren.

Berlin, 25. October. DieNordd. Allg. Ztg." stellt die Mitthei­lungen über die Erwiderung des Cultusmintsters auf die Ansprache der katho­lischen Geistlichkeit bet seinem Besuche der Pfarrkirche in Neuß richtig. Die­selbe sei in durchaus ungenauer und zu Mißdeutungen Anlaß gebender Fassung in die Blätter übergegangen. Der Minister habe wörtlich gesagt:Ich nehme gern die mir Namens Ihrer Gemeinde gegebene Versicherung entgegen, daß dieselbe in ihrer Gesammtheit treu an König und Vaterland und an den vaterländischen Institutionen hängt. Was die mir zu erkennen gegebenen Wünsche betrifft, so liegen mir dieselben auch sehr am Herzen und ich bitte Gott, daß die Zett bald kommen möge, wo ihre Erfüllung nach dem Maße und auf dem Boden der Landesgesetze wird geschehen können."

Berlin, 25. October. Die Generalsynode berteth tu dem Fortgang ihrer Sitzung die Denkschrift des Oberktrchenraths über das Verhältntß der evangelischen Landeskirche zur Volksschule. Die Hauptanträge des Referenten Schrader gehen dahin, den confefstonellen Character der Volksschule und, soweit dies möglich, auch den der höheren Schule zu wahren, die Stmultanschulen auf ein unabwetsltches Bedürfutß zu beschränken und den Kreis der Beztrks- schul-Jnspection nach der Confession der ihr unterstellten Schulen möglichst zu scheiden. Schrader begründete die Anträge und der Correferent Seeltger be­leuchtete die Unzulänglichkeiten in den bestehenden Schulaufsichts-Verhältnisten und die Verkümmerung in der Leitung des Religionsunterrichtes nud krttlsirt die Falk'schen allgemeinen Bestimmungen bezüglich des Stundenplans, wodurch der Religionsunterricht verkürzt werde. Der Kultusminister erklärte, er könne es nicht als seine Aufgabe betrachten, hier seine politische Verantwort­lichkeit für irgendwelchen Akt seiner Verwaltung zu vertheidigen oder der Generalsynode gegenüber in irgendwelche Engagements etnzugehen. Er werde über die Führung seines Amts vor der politischen Körperschaft Rechenschaft zu geben, reichlich Gelegenheit finden. Er könne sich aber, wenn die gesummte Vertre­tung der Landeskirche sich mit einer so hochwichtigen Angelegenheit befaste, auch nicht in ein bureaukratisches Schweigen hüllen. Die Ueberzeugung, daß die Volkserziehung nicht ohne religiöse Grundlage geschehen könne und die Volksschule nicht blos eine Bildungsanstalt, sondern auch eine Erziehungsan­stalt sein muffe, habe sich in immer wetteren Kreisen Geltung verschafft. Selbst dieser Versammlung sehr fern stehende politische Richtungen betonten, daß sie die religiöse Grundlage der Volksschule nicht antasten wollten. Nur über das Maß des zu Fordernden und zu Gestattenden gingen die Ansichten wett auseinander.

Wer den Religionsunterricht zum einzelnen Unterrtchtsgegenstand herab­setze und gewissermaßen isoltre, begnüge sich allerdings mit Wenigem, wer aber meine, daß, wie in höheren Schulen classische Sprachen, so in der Volksschule der Religionsunterricht das Centrum des ganzen Unterrichts bilde, könne sich mit jenem beschränkten Standpunkte nicht begnügen. Das sei im Wesentlichen der Gegensatz zwischen den paritätischen und confessionellen Schulen. Die Untcrrtchtsverwaltung habe sich über ihren Standpunkt zu diesen Fragen rück­haltslos ausgesprochen. Gegenüber dem Korreferenten Seeliger hob der Mini­ster hervor, daß die preußische Schule nicht erst seit 1872, sondern seit 100 Jahren Staatsanstalt sei. Der Staat könne das Etgenthum an der Schule und bh Herrschaft über dieselbe mit Niemand theilen; er werde eine schwester­liche Mitwirkung der Kirche acceptiren, aber die Entscheidung auf diesen Ge­bieten regia sich nach staatlichen Gesichtspunkten. Die Behauptung, die Lei­stungsfähigkeit der Volksschule sei in den letzten 7 Jahren zurückgegangen, sei gleichfellS ein schwerer Jrrthum. Die Falk'schen allgemeinen Bestimmungen habe er in verschiedenen amtlichen Stellungen auszuführen gehabt. Er würde die- vor feinem Gewissen nicht haben verantworten können, wenn dieselben geeignet wärm, die religiöse Grundlage der Volksschule zu erschüttern. Bet allem feften Vorsatze, der Kirche zu geben, was ihr zukomme, werde er doch nicht generell an den Grundlagen jener allgemeinen Bestimmungen rütteln. Bei der hochwichtigen Frage, ob die Volkserziehung in das uferlose Meer all­gemeiner humanitärer Bildung steuern oder auf der Grundlage verbleiben solle, die au6 der Ewigkeit stamme und in die Ewigkeit zurücksühre, entscheide er sich für Letzteres und werde, so lange er im Amte sei, Alles thun, um dem Volke diese kirchlichen Güter zu erhalten. Die Synode nahm alle Anträge

Schrader's mit dem weiteren Amendement an, daß unter allen Umständen Simultanschullehrer-Büduiigsanstalten fernzuhalten feien.

Straßburg, 25. Octbr. Der Statthalter erwiderte auf die Anrede des Sprechers einer Deputation des Lehrerve eins des Unter-Elsaß Folgendes: Ich danke für Ihr Kommen und für den Ausdruck Ihrer loyalen Gesinnungen'. Besonders erfreute mich der Ausspruch, daß Lehrer, Ortsvorstand und Geist- lichkrit Hand m Hand gehen müßten zum Gedeihen der Schule. Dies ist der richtige Weg. Die Geschichte lehrt, welche Nachthelle die Priesterherrschaft hat. Auch wo sie in den Schulen Platz gegriffen, hat sie deren gehabt. Rein naturgemäß reagirte die öffentliche Meinung hiergegen. Selten jedoch hält die Reaction das rlchtige Maß. Man hat nicht blos "die Geistlichkeit, sondern auch die Religion ganz aus der Schule und dem Unterricht bannen wollen. Rom, Athen und Sparta zeigen das Fehlerhafte solchen Wollens. Von dem Augenblicke an, wo ihre Jugend in dem Zweifel an ihre Götter erzogen wor- beu, sind diese Staaten gesunken und untergegangen. Eine tiefe Bedeutung haben die Schiller'schen Worte: Alles wankt, wo der Glaube fehlt! Ich habe mit Freude begrüßt, daß in der neuen Verwaltung dieses Landes die Leitung des Cultus und des Unterrichts in eine Hand gelegt worden. Das wird der Volkserziehung frommen.

Oesterreich.

Wien, 23. Octbr. Officiös wird heute bekannt gegeben, die Form, in welcher die Verständigung zwischen Oesterreich und Deutschland zu Stande gekommen, sei von untergeordneter Bedeutung. Worauf es ankomme, sei, daß beide Reiche zur Vertheidigung fest zusammenzuhalten entschloffen sind, und daß das der Fall, könne nicht wohl bezweifelt werden. Daß die Ergebniffe der Besprechungen Bismarck's und Ändrassy's in einem Protokoll niedergelegt worden, sei nicht unwahrscheinlich, ebenso daß solches, wenn überhaupt abge- faßt, den Souveränen rnitgetheilt wurde. Bezweifelt müffe werden, daß die« Protokoll von den Souveränen unterzeichnet worden, da es nicht üblich, daß Souveräne Protokolle unterzeichneten. Nach meinen Quellen maß ich dem gegenüber Ihre Berliner Meldungen bestätigen, daß in der That ein förm­licher, wenn auch nur wenige allgemein gehaltene Bestimmungen enthaltender Vertrag abgeschloffen worden ist. (Köln. Ztg.)

England.

London, 25. Octbr. Ein Telegramm aus Captown vom 15. ds. meldet: Oberst Lanyon ist mit einem Detachement Dragoner nach Middle« bürg abgegangen, um daselbst ausgebrochene leichte Unruhen unter den BoerS zu stillen.

London, 25. Octbr. DerStandard" meldet aus Kandahar vom 23. ds.: Der Gouverneur von Khelat-i-Ghilzai, welcher seit dem Einzüge des Generals Houghes in diese Stadt den Engländern sich immer freundlich gesinnt zeigte, hat die Stadt plötzlich mit feinem gelammten Generalstab ver« lasten. Die von ihm eingeschlagene Richtung ist unbekannt.

Manchester, 25. Octbr. Lord Hartmgton hielt gestern in einer Versammlung eine Rede, worin er erklärte, die Politik Lord Salisbury's welcher die Kriege zum Zwecke der Aufrechterhaltung einer schlechten Regierung rechtfertige, sei eine unmoralische. Die Politik einer liberalen Regierung werde die Politik einer conservativen Regierung zwar nicht vollständig umkeh« ren, denn sie müsse die internationalen Verpflichtungen respectiren, wohl aber werde eine liberale Regierung die Politik der Bündniste befolgen, um den Frieden und die Unabhängigkeit Europas zu sichern, sich jedem Angriffe zu widersetzen, den Schwachen gegen den Starken und eine freie Bevölkerung gegen ihre Unterdrücker zu schützen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Korrespondenz - Bureau.

Berlin, 26. October. In Betreff der Behauptungen verschiedener Zeitungen, daß die Regierung geneigt fei, bei der Verstaatlichung der Rheini­schen Bahn den Actionären weitere Zugeständnisse, beispielsweise von 2/s pCt-, zu machen, sagt dieNordd. Allg. Ztg.", daß diesen Mittheilungen nur der Werth von Wünschen und Hoffnungen beizumeffen sei und wiederholt die frühere dringende Mahnung zur Vorsicht bezüglich aller solcher tendenziöser oder speculativer Ausstreuungen.

Köln, 26. Octbr. Die Direction der Rheinischen Eisenbahn beschloß gestern eine außerordentliche Generalversammlung auf die ersten Tage des Decembers 1879 einuiberufen und in derselben zu befürworten, daß das Gebot einer Rente von 6 pCt. abgelehnt, dagegen aber eine solche von 7 pCt. ange­boten werde.

Paris, 26. Octbr. Das Gerücht, die spanische Regierung habe den Herzog von Montpensier wegen eines von ihm an den Präsidenten des StaatS- raths gerichteten Schreibens ausgewiesen, wird mit dem Bemerken bementirt, baß der Herzog von Montpensier überhaupt keinen solchen Brief geschrie­ben habe.

Die russischen Großfürsten Alexis und Paul sind heute Abend abge­reist. Dieselben werden in Berlin dem Kaiser Wilhelm einen Gegenbesuch ab« statten. Großfürst Wladimir reist morgen.

Lyon, 26- Octbr. Der Amnestirte Garel wurde zum Municipalrath gewählt.

Straßburg, 26. Octbr. Der Statthalter Feldmarschall v. Man­teuffel begab sich heute Abend in Begleitung feines ersten Adjutanten Oberst v. Strantz, des vortragenden Ratbs Jordan und des Grafen Wilhelm Bis­marck nach Mülhausen. Die Rückreise erfolgt morgen Abend.

Wien, 26. October. Der Einlösungs-Cours der in Silber zahl­baren österreichischen Eisenbahn-Coupons ist vorn 26. ds. an bis auf Weiteres auf 86 50 festgesetzt.

Lokales.

Gießen, 27. October. Gestern Nachmittag 4</2 Uhr wurde aus einem benachbarten Orte ein Mann in die kiesige Klinik gebracht, welcher ganz jämmerlich zerschlagen war. Die Ursache dieser Mißhandlung soll die gewesen sein, daß der Betreffende von einem Bauern, der gute Mann soll ein Grobschmied sein, wegen Forderung von 70 H Tagelobn auf diese Art ausgelohnt wurde (Weiter wird uns über diesen Fall mitgetheilt: Der Mißhandelte soll ein Handwcrksburiche sein, welcher in dem betreffenden Orte Arbeit suchte, um seinen Unterhalt zu fristen. Er fand dirse Arbeit an einer Dreschmaschine zum Taglohn von 70 Von anderer