— Humor eines Geisteskranken. Dieser Tage wurde der mährischen Landes-Irrenanstalt ein Mann aus den besseren Ständen zur Heilung übergeben. Als derselbe tn der Aufnahme- kanzlet vom Arzte untersucht wurde, erklärte er demselben vor dem ganzen Beamtenpersonal, daß er — der Irre — gescheiter sei, als alle die Herren, denn dieselben haben blos fünf Sinne, er aber habe deren „sechs." Als ihn der Arzt fragte, wie denn der sechste Sinn, den er besitze, beiße, erklärre der Geisteskranke: „Wa Kn sinn."
Handel und Verkehr.
Gieren, 26. August. Bei dem gestern abgehaltenen Schweinemarkte waren aufgetrieben: 250 Stück Schweine. — Nächster Markt Mittwoch, den 10. September, verbunden mit Krämermarkt.
Bitte an edle Menschenfreunde.
Eine durch Versprechungen eines Unternehmers hierher gekommene Familie ist in ihren Hoffnungen getäuscht und sieht sich jetzt dem größten Elende preisgegeben. Dieselbe hat, um ihr Dasein zu fristen, die wenigen Habseligkeiten versetzt und ist durch Verdtenstlosigkeit dem Hunger verfallen, wenn nicht edle Menschenfreunde ihr helfend zur Seite stehen. Der Familienvater hat bereits auswärts eine Stelle, jedoch fehlt ihm das nöthige Reisegeld und soviel, daß er die zu seinem Erwerb nothwendigen Kleidern rc. wieder einlösen kann. Wir richten deshalb an edle Menschenfreunde die freundliche Bitte durch Geld-Unterstützung dazu behülflich zu sein, daß dieser Familie von hier fortgeholfen wird, damit der Mann seinen neuen Wohnort erreichen kann.
Unterzeichnete ist gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und um den Zweck zu erreichen, auch dieselben entsprechend zu verwenden. Auskunft über die Familie wird den edlen Gebern bereitwilligst in unserem Geschäfts- büreau ertheilt.
Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
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, aBt ich am bem mS lr J Wog manifestin ?’• v Totti sU Galcta^ n'mmt rum am Rücken J "M) bu Maschine ■eult er, „wie heiß ist per entzwei! O, habt 4! Ach, wie heiß!« 1 6qB der Chirurg ein °us ihren Höhlungen und zu Calcrast rt fort!"
rifi der Splitter erst einem Manne den Rock- und Hemdkragen, ohne ihn zu verletzen, weg und traf dann das unglückliche, einer Köchin angehörige Kind Dasselbe wurde sofort ins Spital gebracht, wo es kurze Zeit darauf starb.
- Ein Opfer der Tabakssteuer ist bereits gefallen; in dem Taunusstädtchen K. hat sich die tragische Geschichte vor einigen Tagen ereignet. Erscheint allda beim Kaufmann Z. ein Arbeiter Sch , um ein Packetchen des gewohnten, lieblich durstenden Krautes zu annectiren. Er erhält seinen „schwarzen Reuter-, legt ein 50-Pfennig Stuck hm und der Kaufmann gibt ihm heraus. „Aber da fehlen ja noch so und so viel Pfennig I' sagt der Käufer als er das Geld überzäblt. „Es fehlt nichts,- erwiderte der Ladenbesitzer, „wißen Sie nicht daß der Tabak aufaeschlaaen ist?" - „Aufgeschlagen? - Geben Sie mir meine 50 Pfennig wieder, Hct ist Är Päckchen! Adieu!" — Also der Arbeiter. Und heraus tritt er mit finsterer Stirne, faßt die Pfeife krampfhaft in die erhobene Reckte und schleudert die bisher so heiß Geliebte mit der ganzen Kraft seines muskulösen Armes dahin auf das hartstirmge Straßenpflaster, daß Le in tausend Fetzen zersplittert. „So, da liege, du L . . - - . ■! 9?un mag rauchen, wer will, ich nicht mehr!" Sprach's und ging mit einem leisen Segenswunsche auf die Tabaksteuer von dannen, ohne die zerschmetterte Unschuld noch eines Blickes zu würdigen.
- (Traurige Folgen einer Maflenimpfung.) In westprenßischen Blättern wird der traurige Fall gemeldet, daß in Folge einer im sogenannten "G-mauerten Kruge" (Neuenburger Löhe) differ Tage ausgeführten Maflenimpfung eine große Anzahl Kinder an Scharlach oder bösartigen Geschwüren erkrankt, einige davon sogar gestorben sind. Herr Krelsphysicus Dr. Köhler von Marienwerder hat eine Rundreise durch den Bezirk unternommen, um die Falle amtlich zu untersuchen. t(1,
Hildburghausen. Notizen, das Technikum betreffend. - Trotz der augenblicklich noch andauernden'ungünstigen Lage der Industrie ist der Sommerbesuch des Technikums Hildburghausen, einer noch jungen technischen Lehranstalt, welche eine Maschinenbau-und Baugewerk- ickule umfaßt ein reÄf1 erfreuliÄer. 41 Schüler besuchen die Anstalt, und zwar aus Preußen 19, aus Meiningen 10, aus Schwarzburg-Sondershausen 6, aus Sachsen, Bayern, Mecklenburg, Greiz Schweiz und Amerika je eimr. Am End- des Wintersemesters hat die Wt W fungs-Commission, Herr OberBaurath Hoppe, welcher gleichzeitig von Seiten des Staates die Schule beaufsichtigt, sich anerkennend über die Leistungen der Anstatt sowie über den Ausfall Der freiwilligen Techniker- resp. Meisterprüfung ausgesprochen. Ew^gleiches ^8^in günstiges Urtheil wurde der vor Ostern veranstalteten Ausstellung der Schülerarbeiten des Techni ums gU Theil; dieselbe war ungemein zahlreich auch von Fachleuten besuckt. Es sind jetzt schon mehrere junge Leute zum Besuche des Winter-Semesters angemeldet.
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Cassel, den 23. August 1879.
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