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auf Seite der russischen Presie ist und die Organe der deutschen Regierung nur abwehren und registriren, ist die Sachlage v-rglkichswche harmlos; ernst würbe dieselbe im Augenblick hervortreten, wo vorn deutschen auswärtigen Amt inspirirte Organe Drohungen zurückgeben sollten; denn zu sensationellen Dchau- stellungen ist mau auf dieser Seite bekanntlich nicht geneigt Gleiche Ansicht tbeilt mehr oder minder bewußt die gefammte öffentliche Meinung Europas. Die Ernsthaftigkeit einflußreicher russischer Staatsmänner ist so zweifelhaft, daß man selbst ihren Drohungen nicht mehr traut- (Fr- Sour.)

Marburg, 25. August. Sicherem Vernehmen nach hat der ständische Ausschuß zu Kassel beschlossen, bet dem nächsten Communal-Landtage die Be­willigung eines Zuschusses von 74,000 Mk. zu den Kosten des Grund-rwerbes für die Secundärbahn von Cölbe bis Lasphe zu beantragen. Da man wohl hoffen darf, daß der Landtag den Antrag seines Verwaltungsausschuffes an­nehmen wird, ist diese Nachricht von großer Bedeutung, denn nunmehr scheint das Zustandekommen der Secundärbahn gesichert zu sein. Haben doch alle übrigen Betheiligten, nämlich der Provinztal-Landtag in Westfalen, der Land­tag des Bezirks Wiesbaden und die Kreistage von Biedenkopf, Berleburg und Marburg schon zur Uebernahme der entsprechenden Summen sich bereit erklärt, und sind damit die von den Bethetligten verlangten Bechulsen gesichert. (Oberh. Ztg.).

Vermischtes.

DaS Gr. Polizeiamt in Darmstadt erläßt nachstehende Bekanntmachung -. Das kürzlich enthüllte Landes-Krieger-Denkmal ist in seinen unteren Theilen, namentlich am Eisengitter an dessen Anstrich, und an den Einfassungssteinen durch unnöthtges Herondrangen und Anfassen durch Darauftreten und Uebcrstetgen, sowie durch Werfen mit Sand und Steinen bereits mehrfach de,chadiz t und verunreinigt worden. Wir sind deßhalb veranlaßt, auf Artikel 37" und 379 des Pol.z-i- stiafgesetzes hinzuweisen, wonach derjenige, welcher ein öffentliches Denkmal beschädigt oder auS Bosheit oder Muthwtllen verunreinigt, insofern nicht der, eine Geldstrafe bis zu eintausend fünfhundert Mark, bezw. eine Gefängnißstrafe bis zu 3 Jahren bedingende Thatbestand der vor- säniichen Eigenthumsbeschädigung vorliegt, mit Geldbuße bis zu 10 fi. resp. 30 st- oder mit Hnft bis zu 14 Tagen bestraft wird- Der wohlwollenden Unterstützung des ordnungsliebend», Publikums, deffen Schutz das Denkmal, eine Zierde unserer Stadt, gleichfalls anvertraut tft, darf die Polizeibehörde in ihrem Bemühen, jede Beschädigung von demselben abzuhalten, gcw>v versichert sein. Wir bitten, jede etwa wahrgenommene Zuwiderhandlung bet dem nächsten Polizei' posten oder Reviere sofort anzuzetgen. t .

Friedberg 24. August. Die im Berichte vom 19. erwähnten, in der Retcntura der Capersburg aufgefundenen Fundamente wurden im Laufe der Woche verfolgt und ergaben von einem Gebäude eine Länge von über 16 und eine Breite von über 9 m, von"mm Zwesten Gebäuve eine Länge von über 13 und eine Breite von 8 m. Der Umfang eines dritten Ge­bäudes läßt sich noch nicht bestimmen, da die sorgfältige Ausräumung einer interessante Feuerung»- anlage desselben Vorsicht erheischte. In einigen Tagen wird es hoffentlich gelingen, über dir innere Einrichtung der Gebäude Aufschluß zu erhalten. Die Lage derselben ist durchweg ver. schieden von der Lage derjenigen, welche auf der Saalburg aufgeveckt wurden mit welcher d°S ganze Castell namentlich in seiner inneren Einrichtung sich fast in allen Theilen bis jetzt seir verschieden zeigte, waß eine vorsichtige und sorgfältige Fortsetzung der Ausgrabungen, wie au- genaue Aufnahme der Resultate gebietet. .

A. Fundstück,n ergaben die Ausgrabungen nur lehr geringe «uSb-ut- und sind t= wich.igsten, Ein Siempelabdruck der kg. XXII P. P. au einem Backsteinstucke; brei un»0k ständige Töstferstempel auf G-säßstück-n au8 f. g. terra sigillata; dn rrnamentirier Henkei eins Amphore nuS terra sigillata; Gla-Icheibenstücke, wie deren sich auf der SaaIburg und N Friedberg auffanden; ein silberner Fingerring; ein Schloß,rernagel; «er chiedeneS Elftnw-tk. w» runter Nägel mit ,ehr lang ausgedehnten Fliegenkopfen unb ein Jtetlentnebel; eine Großer, »« Antonm; ein Stück von einer großen gehämmerten Metallplatte. (Darmst. Ztg.)

Berlin 23 August. (Eine Illustration zu den Handelsverhaltmffen.) Eine komisük Geschichte welche zugleich auf deutsche Handelsverhältniffe ein eigenthümliches Licht wirft, ü- gegnetc vor einiger Reit dem Besitzer eines großen Modewaarengeschafts in Berlin. Eire rheinische Sammet- und Seidenfabrik hatte demselben gestreiften Sammet (einen neuen, von W angefertigten Artikel) angeboten. Das Modewaarengeschäft wies das Anerbieten mit der L 5 klärung zurück, daß man solche Dinge nur in Frankreich kaufen könne, zumal, da die eleganten Berliner Damen nur französische Fabrikate haben wollten. Einige Zeit spater kam der Jnhabt, der Modewaarenhandluna nach Paris, und fand, daß der von ihm verschmähte rhetnifü« Sammet In Paris Modeartikel geworden war. Da er wußte, wer denselben fabricirte, vegeuce er in Paris nichts davon, sondern wandte sich an das rheinische Haus, um seine Einkäufe machen. Er erhielt jedoch die Antwort, daß er sich an eine bestimmte Pariser Firma wende« muffe, welche durch Vertrag alleinige Herrin dieses Artikels geworden sei. Da er nun, wle rrr Kölnischen Zeitung" aus Berlin geschrieben wird, den rheinischen Sammet haben mutzte, wir er genöthigt, ihn in Paris 50 Procent theuerer zu bezahlen, als er ihm früher angeboi-n worden war, und außerdem den deutschen Eingangszoll zu entrichten. Doch ftlbstverstandl- war nicht er es, der die Kosten zu tragen halte, sondern jener Thril der Berliner Damenwe , der nichts kaufen will, was nicht den Pariser Stempel trägt. ES scheint überhäuf, vag Deutschland sich trotz des Loosungswortes dernationalen Arbeit nach wie vor anschmierm laffen Homburg ». b H., 22. August. Unglücksfall. Dl- Kurbiredlon halt- h-ut- Wirt« ein gr°ß-s Gart-nf-st arrangirt. B.l bem «bfchi-ß-n d.r B°°-r -r-lgn-t- stch l->b-r «n groß S Unglück. Ein-m n-unjährlg-n Knaben Wurde durch Stück, -m-s ,-rplaßt-n Böllers der L- fürchterUch gerrifsen Wie das Unglück geschah, konnten wir nicht «rmitteln. Nach einer B-rfi«

Telegraphische Depeschen.

Wagner's Lelegr. <»rrefp»n>en$ «farcc».

Berlin, 26. August. Die Großfürsten Wladimir und Alexis treffen morgen von Kissingen hier ein und begeben sich übermorgen zur Abhaltung von Jagden nach HubertuSstock, von wo sie wieder hierher zuruckkehren.

Köln, 26. August. Wie derKöln. Ztg." aus Wien gemeldet wird, werden mit dem hier etngetroffenen Botschafter in Rom, Baron Haymerle (auf dem Berliner Congreffe dritter österreichischer Bevollmächtigter) wegen Uebernahme des Portefeuilles des Auswärtigen Unterhandlungen gepflogen. Baron Haymerle hegt noch wesentliche Bedenken, doch hofft man diese zu uberwi^en.^ 26 Der Genoffenschaftstag nahm den Antrag

des engeren Ausschuffes, betr. einen Protest gegen die Verdächtigungen der Consumvereine, an und erklärte, es sei die Pflicht aller Genossenschaften, speciell der Vorschußvereine, die Consumvereine als wichtiges Glied in der Kette des Genoffenschaftswesens in dem von den Gegnern aufgezwungenen Kampfe aufls Kräftigste zu unterstützen, vorausgesetzt, daß die Consumvereine gut Drganisirt, tüchtig verwaltet seien und im Princip die Baarzahlung durch- gefuhrt^hattew ^^^enschaftstag lehnte den Antrag des Creditveretns in Meißen auf Zulassung der beschränkten Haftpflicht ab und nahm die motivtrte Tagesordnung des engeren Ausschuffes, die unbeschränkte Soltdarhaft als rich­tige Rechts- und Creditbasis der Genosienschaften beizuhalten, mit allen gegen 8 Stimmen an.

Zum nächsten Versammlungsort für den deutschen Genoffenschaststag ist Aliona bestimmt. , n x ,

Wien, 26. August. Baron Haymerle ist gestern hier eingetroffen und hatte eine längere Conferenz mit dem Grafen Andraffy.

Wien, 26. August. DiePoltt. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute, Savfct Pascha würde heute den griechischen Bevollmächtigten mit- theilen, daß die Pforte geneigt sei, die Grenzregulirungs-Trace des Berliner Conaresses als Verhandlungsbasis anzunehmen, jedoch den obligatorischen Cha­rakter der betr. Congreßprotokolle bestreite. Rußland soll die Regelung der Frage des KostcncrsatzeS für die türkischen Kriegsgefangenen dringend in Er­innerung gebracht haben.

Athen, 26. August. DerEthnicon Pnerma", die griechisch-turkische Frage besprechend, hält die baldige Lösung derselben als nahe bevorstehend und hebt hervor, daß, wenn die Türkei fortfahre, die Bedeutung der Freundschaft Griechenlands zu verkennen, Griechenland die Ortentfrage in der Schwebe er­halten und sich inzwischen auf die Eventualität vorbereiten müffe, welche dann bald im Oriente hervortreten würde. Griechenland würde durch Vermehrung seiner Flotte und durch Anwendung des neuen Militärgesetzes in drei Jahren eine reguläre Armee von 60,000 Mann haben und dürfte alsdann eine radi­kalere Lösung der Ortentfrage herbeiführen und seine Jntereffen bester wahr- nehmen können. ____

Die neunschwänzige Katze.

Während sich gegenwärtig in Deutschland Stimmen für Wiedereinführung der Prügelstrafe erheben, macht sich seit den letzten Monaten in England eine nachdrückliche Agitation gegen dieneunschwänzige Katze" allerdings das Instrument der höchsten Potenz der Prügelstrafe geltend. Die Beseitigung des Marterinstruments stand als wichtiger Gegenstand auf der Tagesordnung des englischen Parlaments. Es handelt sich darum, ob dieses körperliche Züchtigungsmittel für Militärvergehen auch in Zukunft beibehalten werden soll. Hierbei sei bemerkt, daß dasselbe bei gewissen strafbaren Hand­lungen, die allerdings sehr schwerer Natur sind, auch gegen Civilpersonen in Anwendung gebracht wird, lieber das Martervolle dieser Strafanordnung erzählt Professor Terch- mann in der früheren Holtzendorff'schen Strafrechts-Zeitung (12. Jahrgang) folgenden schaudererregenden Fall:

Der Verbrecher William Terry hatte gegen 9 Uhr Abends, in einer Hausthur stehend eine Frau erwartet und dann versucht, mit eigener Hand sie zu ftranguliren. Zuerst'vor das Polizeigericht geführt, dann vor die Afsisen von Old-Bailey, wurde er ni sieben Jahren penal serritude und zu 25 Hieben mit der neunschwänzigen Katze verurtheilt. In vergangener Woche nun wurde Terry aus feiner Zelle nach dem dafür bestimmten Saale geführt, wo der Director von Newgate, ein Chirurg, zwei Magistrats- beamte verschiedene Reporter und der Scharfrichter Calcraft sich eingefunden. Man passirte sodann einen von hohen Mauern umgebenen, an einer Seite sich an die Ge- fängniß-Capelle anlehnenden Hofraum. Durch eine sehr seste Thür gelangte man in ein geräumiges Lokal, das sonst zum Seilziehen verwendet wurde, jetzt aber zur Züchtigung der Erdrossler (Garotters) bestimmt ist. Das Erste, was dem Auge auf­fällt wenn man in den Saal tritt, ist ein hölzernes Instrument, dessen unterer Theil einem Kasten gleicht, aus dem zwei Stiele in Kreuzform emporragen Während wir den Mechanismus prüfen, treten zwei Wachen in den Saal, vor ihnen Terry, bis zum Gürtel entblößt. Terry ist erst 22 Jahre alt, von kleiner untersetzter Statur, sehr musculös und von grobem Körperbau. Er ist todtenbleich. Einige rothe Flecken lassen sich aus der schmutzigweißen Hautfarbe erkennen. Unstät irrt fern Auge im Saale um­her und schließt sich erschreckt bei dem Anblick des Folterwerkzeuges. Calcraft, nicht viel größer als der Delinquent, tritt heran. Er erscheint stark, krästia; doch scheint seine Hand einen Augenblick zu zittern, wenn er auch ganz geschickt bas schreckliche In­strument handhabt. Er macht sich ohne ein Wort zu sprechen an's Werk. Er ergreift den Delinquent an den Schultern und stößt ihn auf die Maschinerie zu; Letzterer weicht entsetzt zurück, aber die Wachen fesseln ibn, jede an einem Arme, und lassen ,hn einige Schritte nach vorwärts thun. Der erwähnte Kosten zerfällt in zwei gleiche Hälften, deren eine die innere, um ein Charnicr beweglich, heraufgezogen und herabgelassen werden kann, wahrend die andere festsiht. Wie der Deckel von zwei Löchern in der

Mitte durchbrochen wird, so enthält auch der Kasten selbst zwei Halbzirkel. Calcraft bemüht sich, den Delinquenten in den letztere» hineinzubringen. Dieselben umschließen sosort die Schenkel desselben wie die Lünette der Guillotine den Hals des Berurthellten. Ebenso werden die Füße von einem durchlöcherten, doppelten Boden umschlossen Terry will sich losmachen; aber er wird wie von Zangen festgehalten. Brüllend schlagt er frenetisch um sich, um mit der Hand den Scharfrichter und die Wachen abzuwehren Aus dem Kasten erhebt sich ein Balken mit zwei sich kreuzenden Armen, die mittels einer Schraube einander genähert ober von einander entfernt werden können; rechts und links haben sie zwei Löcher, um die Hände des Opfers wie m einem Schraubstock festzuschließen. Trotz verzweifelter Versuche sieht sich Terry in die Unmöglichkeit ver­setzt, Arme und Beine zu bewegen, und beut seinen Rücken den Streichen bar. Cal­craft nimmt aus der Hand einer der Wachen das schreckliche Werkzeug, die neun­schwänzige Katze, deren Riemen in kurzen Zwischenräumen nut einander verknüpft sind, und wartet, bis einer der Beamten das Zeichen zum Beginne gibt. Darauf setzt er den linken Fuß vor, legt den Körper zurück, schwingt die Rechte, und sosort schlagt die Katze senkrecht aus den Rücken des Delinquenten nieder. Ern dumpfer, lang anhaltender Schrei, mehr ohnmächtige Wuth als Schmerz verrathend, läßt sich vernehmen, und noch ist er auf den Lippen des Delinquenten nicht erstorben, als em zweiter Schlag am die Stelle des ersten niederfällt. Terry schreit aus, sein Rücken zitiert und bringt das Instrument in's Schwanken, aber von Neuem schwingt der Henker die Katze und scheint sie im Fleische festhalten zu wollen. Nur ein Streich ohne Blut laßt sich aus dem Rückgrate des Delinquenten erkennen. Bis zu diesem Augenblicke hatte der Schmerz dem Banditen nur unarticulirte Laute entrissen; doch beim vierten Schlag maniftstirt sich der Schmerz in keuchend hervorgehobenen Lauten:O Gott! O Gott! schlagt mich auf die Schultern!" schreit er, den Schaum vor dem Munde. Calcraft nimmt keine Rücksicht darauf und läßt die Katze mit größerer Wucht wie zuvor auf den Rucken des Unglücklichen herabfallen. Einen Augenblick scheint es, als ob Terry die Maschine, welche ihn gefesselt hält, zerbrechen werde.O Gott! O Gott!" heult er,wie heiß ist mir, wie heiß! Habt Mitleid mit mir! Sie reißt mir den Körper entzwei! O, habt Mitleid! Wie will ich für Euch beten! O Gott! Sie tobtet mich! Ach, wie heiß!

Diese Tortur entreißt dem Opfer so herzzerreißende Laute, daß der Chirurg em Zeichen gibt Calcraft tritt zwei Schritte zurück.

Der Mann der Kunst nähert sich dem Opfer, dessen Augen aus ihren Höhlungen heraustraten, und das an allen Gliedern zittert, fühlt ihm den Puls, und zu Calcraft sich wendend, sagt er:Es ist nicht die geringste Gefahr. Fahrt fort!

Calcraft macht sich wieder an die Arbeit. Die Ruhe einiger Secunden hat seinem Arme Kraft und Wucht wiedergegeben. Die Katze schwirrt in der Lust und fallt nieder. Blutunterlaufene Stellen werden auf dem Rückgrat sichtbar. Jeder Schlag bringt einen blutigen Streifen. Schrecklicher Anblick! Das Gesicht des Opfers ist entsetzlich ver­ändert; von seinen Lippen fließt der Schaum herab, seine Augen füllen sich mit Blut Terry zerfleischt die Faust und die Fußknöchel, indem er wahnsinnige Anstrengungen macht, sich loszureißen. Bald wirst er heulend den Kopf nach hinten, bald zerkratzt er sich die Stirn an dem aufrechtstehenden Balken, bald gräbt er die Zahne in den Balken ein. Calcraft dagegen ist immer noch ruhig und ernst, sein Arm hebt sich und fmrt herab mit der Regelmäßigkeit eines Pendels. Beim zwanzigsten Hiebe ist Terry im Paroxysmus der Verzweiflung. Sein Schmerzensschrei hat nichts Menschliches mehr. Seine Haut wird immer von Neuem zerfleischt wie Papier, das zu viel Master em- gesogen. Die Riemen der Katze verwirren sich und Calcraft muß ab und zu sie zwischen den Fingern hindur-dzlcheu. um sie ?°n dem a,.klebenden Blute zu b-sr-iern

Beim sünsundzwanzigsten Hieb fühlt Terry nichts mehr oder fast nichts mehr. Calcraft dagegen scheint Geschmack an der Execution gefunden zu haben erhM noch­mals die Hand, aber die Beamten rufen:Genug!" Terry wird von der Maich.ne herabgenommen, als regungslose Masse liegt er in den Annen der Wachen, die ihn in ba§ Spltal^brnigem ^Mcissen. Calcraft reichte bie Katze zurück, unb der menschlichen (!!) Gerechtigkeit ist Genüge geschehen."

Lokales.

Gießen, 27. August. In der Woche vom 17.23. August ereigneten sich in Gießen 9 Todesfälle. Von zwei Kindern im 1 Lebensjahre starb das eine an Krämpfen, das andere wegen Mangels an Muttermilch. Ein dreijähriges Kind erlag dem Scharlach. Bei den ver­storbenen Erwachsenen wurden als Todesursachen angegeben: Lungenemphysem, organische Herz­krankheit, Vergrößerung der Prostatadrüse, Blutung tm Wochenbett je einmal. Ein Soldat der hiesigen Garnison ertrank beim Baden, während ein anderer freiwillig den Tod durch Er- tränkcn suchte. _