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Gießen, 27. Januar. Die Gießener Ruder-Gesellschaft feiert- Abend im festlichst decorirten Saale des „Prinz Carl" ihr zweites Stiftungsfest. Beim Einritt bot der Saal einen, man mögte sagen, feenhaften Anblick Ganz mit ZanneLün waren rund herum farbige Lichter im Grünen befestigt, welche einen mildenangenehmen Schein verbreiteten. An der Stirnseite des Saales war ein großes Transparent mit den versebluni-n-n Initialen G. R. G., umgeben von I ti Rudern, angebracht. Die Kronleuchter waren rn maP'n h»q°r!cht°t, fochmänni'ch mit g-r.ffkn S-s-ln v.rs-b-n un» am Hauptmost In Fletter en ©dtflSlungen ati Den tortfeibft befindlichen Strickleitern empor Durch den Kleist und die Gelchicklichkelt der einzelnen Mitglieder war so dem Auge ein wohlthuendn « geboten. Nach dem Souper welches durck die Klänge der hiesigen Regimentsmnsik aewüm wurde, begann das Tanzbein seine Schuldigkeit zu thun, zwischendurch abgewechselt^Ton ®r vortragen mehrerer pa siver Mitglieder, welche au» einem renommirten Gesangvereine angedören Gegen 5 Uhr endete die schone und genußreiche Feier. - Werfen wir noch einen B tag Wesen »"d die Thatiakeit dieses noch jungen Vereins, so ersehen wir, daß derselbe unÄ L itung eines tüchtigen ersten Präsidenten sowie der übrigen Vorstandsmitglieder und durch die Thatigkeit der aktiven Vereinsmitglieder sich einen wohlbegründeten Ruf in Kiesiger Stadt worben hat. Der Verem hatte am Schluffe des Jahres 1878 38 aktive und 69 passive
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrespondenz, Bureau.
9S ?; 3®"u2t- Die „Agence Havas" meldet aus Pera vom
d.: D-r Sultan ist krank.
.. Kalkutta, 26. Januar. Jakub Khan bemächtiflte sich des den Ghil- hi W« hs" ^rlm3=CCn Unb "ad,,c ©efangene. Die Ghilzais ergriffen in Folge dessen die Waffen gegen Jakub Khan.
. m Bukarest, 26. Januar. Die Aerzte Kapsa und Felix begeben ssch beute tu, Auftrage der Regierung nach Wien, um mit der österre.chsschen Regierung die von Deuischla-id, Oesterreich und Rumänien gemeinsam gegen die Wetter- h!«6 ™UI,r9 d-st zu ergreifenden Maßregeln zu vereinbaren. Ein Mitglied des Obersanitätsrathes begibt sich in einigen Tagen nach Rußland, um^ die Seucke an Ort und Stelle zu studiren.
, . Berlin, 26. Januar. Zur Beratbung von Schußmaßreacln aeaen die Gefahr der Einschlipvung der Pest ist eine Commission gebildtt welche tXtbR«X0‘" ^warteten Rückkehr Finkel,,burg's von Wien zusammentrete, L' »Äi " .8Tenil"1^menk Unb demnächst ihr- Beratbungen beginnen wird. Als Mitglieder gehören der Commission an: Geh. Oberreaier -Ratb Starke und Geh. R^terungs-Ralh Finkelnburg Seitens des Retchskanrleramts Geb^ Legationerath Reichardt (auswärtiges Amt), ein Vertreter des «.«»«' isenbabnamts -in Vertreter des preuß. Kriegsministeriums und je zwei Vertreter °-r Ministerien für Medicinalwesen, d-S Innern, des Handels und der Finanzen.
Rom, 26. Januar. Die Deputirtenkammer hat den H^ndelsvertraa mit Oesterreich in geheimer Abstimmung mit 205 gegen 10^ genommen. ö a"
"kchen Rechte verlustig gesprochen werden. — Die Radikalen haben die Vor- legung ihres Amnestie-Antrages auf nächste Woche verschoben. — (Senat.
Antrag Berthaud, die Commission zum Zusammentreten tn Paris zu ermächtigen, wird angenommen.
England.
London, 22. Januar. Der Großherzog von Hessen ist mit seinen fünf Kindern am Hoflager eingetroffen. Das Wiedersehen zwischen der der Mutter beraubten Familie und der Königin war nach der Aussage von Hosbeamteu über alle Beschreibung rührend. Der Großherzog wird schwerlich hier einen langen Aufenthalt nehmen. Von seinen Töchtern aber werden, wenn nicht alle, doch wahrscheinlich die zwei älteren hier verbleiben, um unter der Obhut ihrer Großmutter heranzuwachsen. Man sagt, daß dies ein Wunsch der ver- storbenen Großherzogin gewesen sei. Aber selbst wenn dies nicht der Fall gewesen, würde durch das Hierbleiben der beiden Prinzessinnen ein doppelt heilsamer Zweck erreicht werden: eine bessere Vertreterin ihrer verstorbenen Mutter als Königin Victoria ließe sich denn doch schwer finden, und für das fchwerbedrückte Gemüth der letzteren wäre es Wohlthat und Erfrischung, einmal wieder jüngere Elemente in ihrem Haushalt zu sehen und ihnen mütterliche Sorgfalt zuwenden zu können. (Köln. Ztg.)
London, 25. Januar. Eine Depesche des „Standard" aus Natal vom 3. Januar meldet: Der König der Zulu K-ffern, Cüywayo, lehnte alle Forderungen der britischen Regierung ab und zog ein Heer tn der Stärke von 8000 Mann an der Grenze zusammen. Der britische Obercommandant, General Chelmsfort, ist mit seinem Generalstab an die Grenze abgeganaen. Die britische Regierung hat Citywoyo zur Unterwerfung Frist bis zum 11. nuar gegeben. 0
—Die „Association os the Preß" meldet, daß die Jacht „Virtoria und Albert Ordre erhalten habe, sich für die erste Woche des April zu einer Reise der Königin nach dem Kontinent seebereit zu halten. Die Königin werde das Grab der Großherzogin von Hessen besuchen «nd später nach Koburg reisen. w
Italien.
Rom, 25. Januar. Anläßlich der letzten päpstlichen Encyklika sind aus verschiedenen Theilen Europas Seitens der Internationalisten und Socialisten Drohbriefe im Vattcan einaelangt. Es wird versichert, der V atikan werde dieselben den interesstrten Regierungen mittheilen. — Die Verhandlungen des Vatikans mit Deutschland sollen gegenwärtig, nachdem über einige Punkte ein Emverständniß erzielt wurde, mit größerer Leichtigkeit statthaben.
Spanien.
Ä 25^ Januar. Die Regierung hat die sofortige Absendung
eines Schiffes nach Puerto Plato angeordnet, um Genugthnung für die der fordern ®lQ00e Republik San Domingo zugefügte Beleidigung zu
Türkei.
/u 4. Konstantinopel, 25. Januar. Der britische Dampfer „Aloba", mit Getreide nach Änt-veipen beladen, ist im Bosporus in Folge eines Zusammenstoßes gesunken; Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Konstantinopel, 25. Januar. Die Sanctton des vestnittven Frte- densvertrages seitens des Sultans wird unverzüglich erwartet. Da der Commiffär für di- moni-n-grinifchc Angelegenheit, Kiamil Pascha, ernstlich er. krankt ist, so wird ein anderer Commiffär entsendet.
Vermischtes.
. m 23’ Januar. In einem von 39 verschiedenen Miethern bewohnten Hause in
^ach, heute Nacht Feuer aus, Kinder sind im Rauch erstickt und fünf M schwer verletzt worden. Zwischen
L.b's/0 Personen wrnden dur^ die Feuerwehr mittels Rettungssäcken gerettet. Der vom Feuer sonst angerichtete Schaden ist nicht erheblich.
Gabelsberger Denkmal betreffend.
• r J^n^en'<_ Geburtsorte Franz Xaver Gabelsbergers, die Wiege seiner SJ," ®d)°yun?; rcm 6?au^las ieiner rastlosen segensreichen Tätigkeit, wird dem verewigten ^sammtheit seiner dankbaren Jünger und von Freunden seiner Kunst ein würdiges Denkmal errichtet werden.
GnlfPfliitma1 h!.Obffi?e genannter königlichen Hauptstadt hat mit Zustimmung des
dem Gabelsberger-Stenographen-Central-Verem in
München als Vollzugsorgan des internationalen Denkmal-Ausschusses zur setnersettigen Auf- B°«e Eidlich °n der Kreuzung d.r Ottu- und
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toelffleS dcn daselbst bereits vorhandenen Standbildern anderer berühmter Männer würdig an Jje Seite gestellt werden könnte, und die Anskunft erhalten, daß der hierfür nöth iae Aufwand die Summe von 20—25000 sicher nicht übersteigen wird.
? Ei der nunmehr nach vielen Tausenden zählenden, über das ganze deutsche Reich und Oesterreich-Ungarn, ja weit über die Grenzen dieser Ländergebiete verbreiteten Schaar begeisterter Junger Gabelßberger s wird es nicht schwer sein, den erforderlichen Kostenbetrag aufzubringen, w° ern die im Zuge befindliche Sammlung der Beiträge möglichst extensiv gestaltet wird und es er- aibt fich aus dem Hinweise auf die erfreuliche Verbreitung der Gabelsberger'schen Schule zugleich, handelt $ keineswegs um eine empfindliche Inanspruchnahme des einzelnen Beitragenden
Um die zur Ausführung deS Unternehmens nöthigen Schritte zu thun, ist eine Anzahl von hervorragenden Persönlichkeiten, warmen Anhängern und Gönnern unserer Schule zusammen» getreten, welche sich Alle mit dem regsten Eifer der Sache angenommen haben.
Unter diesen Herren befindet sich auch Herr Gastechniker O. Bergen, welcher Beiträge zu dem Denkmal entgegennehmen wird.
demselben 7 Boote, wozu in Kürze noch ein in England gebautes, R . 2 hiesigen Braunsteinbergwerkes Herrn Fernie gestiftetes vierrudiges Outri^eck-
lanae 2»oge bic Gesellschaft auch fernerhin gedeihen und blühen und noch
lange so vergnügte Gedenktage feiern, tote Der am Samstag verlebte.
II ^9jahriger Bezirksadjutant Herr SeconDe»Lieutenant Lang vom hiesigen
Ersitzt^^Erie-Reglment wurde als Prcmier-L.eutenant zum 83. Infanterie-Regiment nach Kaffel fielen n a,u.^ Grünbergerstraße wurden in letzter Zeit mehrfach
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«uns, wlch7du^ÄÄ 7urb1n^°° ° Unfäll- zur B-h-nd-
Die Staatseinnahmen in Frankreich.
Eines der wunderbarsten Beispiele wirthschaftlicher und finanzieller Elastizität bietet in diesen krit schen Zeiten Frankreich dar. Während in allen anderen Ländern, selbst in dem stolzen fll&ton, seit mehreren Jahren die Staatseinnahmen zurückgehen, die Handelsauswetse bedenkliche Symptome eines wirthschaftlichen Verfalls zeigen, die Eisenbahn-Einnahmen hinter den früheren Ertragen zurückgeblieben sind, ist in Frankreich von alledem nichts zu spüren, vielmehr scheint sich das Land trotz seiner MilliarDenzahlungen volkswirthschaftlich eher im Aufgange als im Niedergange zu befinden. Auch im jüngst verflossenen Jahre werfen namentlich die Staatseinnahmen einen äußerst günstigen Reflex auf die wirthschaftliche Lage des Landes. Nach den soeben veröffentlichten Ausweisen ist die Einnahme an directen Steuern, welche 6-w MM. Francs erreichte, wieder um 32 Millionen gegen den Budgetanscklag gestiegen und das Erträg- niß der indirecten Abgaben ist gegen das Budget um 57, gegen das Vorjahr sogar um 64 Mill. Frcs. hinausgegangen. Die Mehreinnahmen der letzteren Position fallen allerdings zum Betrage von 24 Mill. Frcs. auf die günstige Rübenzuckerernte, aber auch die Zolleinnahmen haben um 19 und die Abgaben vom Enregistrement und den Hypotheken rc. um nahezu 18 Mill. Francs zugenommen. Die Getränke haben ferner 9% Millionen Francs mehr als im Vorjahr ergeben. Die finanzielle Belastung Frankreichs ist namentlich in Folge der Kriegskosten-Entschädigung in der That eine ungeheure geworden. Die Gesammtsumme,; der Staatseinnahmen von 2,875,167,700 Frcs. vertheilen sich wie folgt auf:
directe Steuer........Frcs. 688,448,700
Steuern von bewegl. Vermögen . . „ 34,972,000
invirecte Abgaben....... 2,151,747,000
Es ist gewiß kein Gedanke daran, ähnliche Resultate für Deutschland zu erreichen. Die Summe von 2,3 Milliarden Mark, welche obige Summe repräsentirt, ist für Deutschland mit seiner verhältnißmäßig armen Bevölkerung unerschwinglich, aber es läßt sich nicht verkennen daß bei dieser ungeheuren Leistungsfähigkeit des französischen Volkes gewisse kritische Gesichtspunkte hinsichtlich der Mangelhaftigkeit des deutschen Steuersystems sich von selbst aufdränaen und baß eine rationellere Steuerveranlagung ohne Zweifel berechtigt ist. Von Frankreich hört man keine Klagen über Steuerdruck, hoffen wir, daß nach einer rationellen Reorganisation unseres Steuersystems auch bei uns die jährlich überhand nehmenden Klagen verstummen, welche bisher die erheblichste Einwirkung auf das Verhältniß des Einzelnen zum Staat und zur Staatsverwaltung ausgeübt haben.
Theater.
Die erste Aufführung des „alten EorporalS^ brachte unserer fleißigen und strebsamen Direktion ein gut besetztes Haus! - Gespielt wurde das Stück in den Hauptrollen sehr brav und kommen wir später auf die einzelnen Darsteller noch zurück! Wie aus dem diesbezüglichen Inserat zu ersehen, beabsichtigt die Direktion es morgen Dienstag noch einmal zu wiederholen und können wir den Besuch der Vorstellung nur aus eigner Anschauung warm empfehlen.
Fünfter Bericht
über die
Balserifche Stiftung,
Hospital für Augenkranke, Krebs« und Knochenkranken zu Gießen, Wilhelmstraße.
Die Gesammtzahl der im Jahre 1878 in der Bayerischen Stiftung behandelten Kranken betragt 1275;
hiervon wurden ambulatorisch behandelt ngg blieben zur Behandlung in der Anstalt 139
Don den stationär Behandelten waren 114 augenkrank, 12 knochenkrank und 13 krebskrank
Von den 114 Augenkranken wurden:
geheilt entlaffen
gebessert entlaffen . . ." 12
ungebessert entlassen 4
bleiben in Behandlung . ... 3
Bon den 12 Knochenkranken wurden:
geheilt entlassen 9
gebessert entlassen 2
starb..........* 1
Von den 13 Krebskranken wurden: geheilt entlassen gebessert entlassen...... . ।
ungebessert entlassen........' 1
bleibt in Behandlung . ' j
Summa 13


