Pistung, sondern in Folge der ganz außergewöhnlichen Dürre entstanden. So schreibt man aus Orenburg a. A. dem „Nowostt" : „Die Noth hat nicht nur noch nicht ihr Ende erreicht, sondern es tfl ein Ende auch noch nicht abzusehen. Seit dem 16. April herrscht eine schreckliche Dürre bei furchtbaren Steppenstürmen von fast überirdischer Gewalt. Dazu kommen die aufeinanderfolgenden Feuerschäden, so daß man wohl sagen darf: noch einige solche Tage, und Orenburg ist von der Erde verschwunden. Fast alle Stadttheile sind bereits vom Feuer heimgesucht worden und haben die Hälfte ihrer Gebäude verloren. Am 26. April brannte ein ganzes Viertel von dem nach dem ersten Brande in der Nr. 101 Sloboda übrig gebliebenen Theile nieder. Am 30. April wiederholte sich in der sog. Kosaken-Vorstadt das grauenhafte Bild des Brandes vom 16. April. Bet einem furchtbaren Sturme brach das Feuer am äußersten Ende der Vorstadt aus und in 2 bis 3 Stunden waren mehr denn 100 Häuser ein Raub der Flammen geworden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Pulverkeller vom Feuer bedroht, konnte jedoch glücklicher Weise gerettet werden. Der General-Gouverneur leitete persönlich die Rettungsarbeiten; er konnte zuletzt vor Erschöpfung sich kaum aufrecht erhalten und mußte nach Hause geführt werden. Am 1. Mai wurde die Hälfte der Staraja-Sloboda so zu sagen von den Flammen weggefegt und heute (am 2. Mai) ist in dieser Sloboda abermals Feuer ausgebrochen. Die Feuerschäden, welche gleich beim Beginn erstickt werben konnten, sind zu zahlreich, um sie auszuzählen. Die Noth ist so groß, daß selbst die kaltblütigsten Menschen ihren Kopf verloren haben. Das sinnlos gewordene Volk verhaftet fast täglich vermeintliche Brandstifter und schleppt dieselben aus die Polizei und zum General-Gouverneur. Es ist jedoch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß hier nicht Brandstiftungen vorliegen, sondern daß die Ursache der Brände in der anhaltenden Dürre und den furchtbaren Stürmen zu suchen ist. Als Beweis dafür kann der Umstand dienen, daß das Feuer stets am Vormittag, zu einer Zett, wo die Speisen zum Mittag zubereitet werden, ausbrtcht. Nicht allein Orenburg, sondern das ganze Gouvernement wird in diesem Jahre vom Feuer heimgesucht; es bren- neu Dörfer und Wälder, das Getreide wird von den Feldern fortgeweht und die Flüsse und Seen (?) trocknen in Folge der Dürre und der furchtbaren Stürme aus."
Petersburg, 24. Mat. Der „Regierungsbote" meldet aus Livadia vom 23. d.: Der außerordentliche Gesandte des Sultans, Namyk Pascha, ist gestern hier eingetroffen, vom Kaiser in Audienz empfangen und zur Tafel gezogen. Heute Abend reist derselbe nach Konstantinopel zurück.
Flurnamen.
Bukarest, 24. Mai. Gutem Vernehmen nach werden die Verhandlungen wegen des Ueberganges der rumänischen Eisenbahn an den Staat nach Beendigung der Wahlen hier wieder ausgenommen.
Kriechenland.
Athen, 24. Mai. Bet Phanart tn Theffalten hat ein Zusammenstoß zwischen griechischen Insurgenten und türkischen Soldaten stattgefunden. Der Anführer der Insurgenten, Sachioti, und etwa 60 Insurgenten wurden getödtet.
Türkei.
Konstantinopel, 23. Mat. Ein der Regierung zugegangeneS Telegramm des Militärcommandanten von Lartffa meldet: Ein türkisches Detachement von 46 Mann fiel in einen Hinterhalt griechischer Räuber und verlor 14 Todte. Eine spätere Recognoscirung an Ort und Stelle ergab die entsetzliche Verstümmelung der Leichen der Gefallenen.
Philippopel, 24. Mai. General Stolypine versuchte, um die Stadt vor der Ankunft Aleko Pascha's verlaffen zu können, einen Ausschuß von Eingeborenen zu bilden, welchem er provisorisch die Regierung übergeben könnte. Er tourbe. aber von der russischen Botschaft in Konstantinopel neuerdings angewiesen, die Ankunft des neuen General-Gouverneurs abzuwarten. Jeder Tag der Verzögerung tn dem Eintreffen des Letzteren macht die Lage bedenklicher. General Obrutscheff ist nach Burgas abgereist.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Korrespondenz-Bure«rr.
Berlin, 25. Mai. Fürst Alexander von Bulgarien ist gestern Abend hier eingetroffen und wird heute Mittag 12 Uhr von Sr. Maj. dem Kaiser empsanaen. Nachmittags 5 Uhr findet zu Ehren des Fürsten Hoftafel statt.
Kiew, 25. Mai. Ueber den an 12. Mat hier verhandelten politischen Proceß theilt das Journal „Kyewski Gubernsky Wedomofti" folgende Details mit: Vor dem Kriegsgericht erschienen 14 Personen, darunter der preußische Unterthan Ludwig Brandtner, einige Edelleute, sowie Mädchen und Frauen aus den höheren Ständen. Die Anklage lautete auf Theilnahme an einer verbotenen Gesellschaft zum Zwecke des Umsturzes der Staatsordnung. Brandtner und zwei andere waren außerdem des bewaffneten Widerstandes gegen Polizeibeamte angeklagt. Zvei Angeklagte wurden freigesprochen, Brandtner und ein Unbekannter, welcher sich Antonoff genannt, zum Tode durch Erschießen verurthetlt, die übrigen zum Verluste der Ehrenrechte und Zwangsarbeit von 4 Jahr bis 14 Jahr 10 Monat.
Berlin, 25. Mai. Die Taris-Commission des Reichstages berieth heute den Gesetzentwurf, betr. die provisorische Einführung von Zöllen (Iperr- gesetz). v. Bennigsen beantragte, daß die Retchsregierung Sperrungsmaßregeln bezüglich auf Wein, Tabak und Roheisen schon vor der zweiten Lesung anordnen dürfe. Die Commission nahm Benuigsen's Antrag hinsichtlich des Weins und Tabaks an, lehnte denselben aber mit Stimmengleichheit bezüglich des Roheisens ab. Minister Hofmann hatte als Gegenstände, für welche die Regierung die provisorische Einführung der Zölle wünsche, bezeichnet: Roheisen, Specereten, Consumtibtlim, Mühlenfabcikate, Trbak, Thee, Zucker, Kaffee und Petroleum.
Petersburg, 26. Mai. Berichten aus Charkow zufolge sind die Erndte-Aussichten tn Südrußland vortrefflich.
Salonichi, 25. Mai. In einem Theile der muselmännischen Bevölkerung der Provinz Novibazar und Albaniens gibt sich anläßlich der Convention mit Oesterreich noch immer eine gewiffe Aufregung kund. Die Regierung zeigt jedoch Energie und wird von den Notablen unterstützt. Ja Novibazar fand ein Conflict zwischen Baschi-Bozuks und türkischen Soldaten statt, wobei 3 der Letzteren getödtet wurden._____________________________________
Eingesandt.
Herr Rich ard Mohr mann aus Nossen in Sachsen hat sich durch die reelle Art und Weise seines Auftretens, sowie durch den glücklichen Erfolg seiner Kuren die volle Gunst des Publikums erworben, umsomehr, da er nicht wie viele Andere, alle Krankheiten zu heilen, ausposaunt, sondern sich lediglich auf dieses sein Special-Fach beschränkt, so daß man ihn mit vollem Vertrauen den Leidenden empfehlen kann. (Siebe Inserat.)
Soiree Alberti.
Während der Pariser Commune starb ein Mann, der durch seinen Humor und seine geradezu unwiderstehliche Komik tausenden von Menschen heitere Stunden geschaffen hatte! Es war dies der französische Komiker Levassor, welcher an gebrochenen Herzen über die Schicksale seines Vaterlandes starb l — Levassor's Ruhm ging weit über die Grenzen seines Vaterlandes und so kam es, daß er auch in Deutschland ein gern gesehener Gast war und sich jedes Jahr während seiner Ferien Ruhm und Gold holte. — Er ist der Schöpfer jener amüsanten und feinen Charakterbildchen mit Gesang, die auch in Deutschland nachahmende Künstler fanden, an deren Spitze der verstorbene Direktor des Carltheaters Traumann stand. — Eine solche Soiree wird nun Herr Alberti nächsten Dienstag Abend in „Wenzel's Saalbau" geben und wir wollen allen Freunden der dramatischen Kunst und des Humors, ein paar heitere Stunden in Aussicht stellend, den Besuch dieser Vorstellung warm empfehlen. P.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 17. Mai. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual. X 1,15, 2. Qual. X 1,05, im Detail 1. Qual. X 1.30, 2. Qual. X 1,15—20, Handkäse das Pf. 50 Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf X 18—22, geschälte Erbsen X 23—27, Speisebohnen 20—26, Linsen 23—30 X Kartoffeln X 8,50—9. Es kostete Ochsenfleisch per Pfb. 60—70 Kuh-, Rind- und Farrcnfleisch 55—60 Hammelfleisch 50—65 H,
Kalbfleisch 48—55 H, Schweinefleisch 65-70 H, Dörrfleisch — H, Schinken — H, ausgebeint — H bis — X, Fleischwurft 70—80 H, Hausmachcr Leberwurst, Preßkopf, Schwartmagen, Zungenwurst 80—90 , gewöhnliche Leber- und Blutwurst 55—60 Geflügel: Hahnen X 1,50—2, Hühner X —, Enten X —, Poularden X —, Tauben 40— 50 Hechte 70—80 Karpfen 70-80 H, Schleien — H, Cabliau - H, Schellfische r/z Kg. X 1, Salm das Pfv. X 2,60. Eier bas Hundert deutsche X 4, italienische X 5. Heu- und Strohmarkt war sehr gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner X 2—3, Stroh X 2—2.20.
Allgemeiner Anzeiger.
Die Kölnische Feuer - Versicherungs - Gesellschaft Colonia hat den bei mir entstandenen Brandschaden coulant regulirt.
Gießen, den 24. Mai 1879
36063_____________________CL Fr- Semmler.
Mittwoch den 28. Mai:
BALL für Israeliten
im Burg-Saal zu Staufenberg.
Anfang 3 Uhr.
3609) ________________________Da* Co mite.
Die Mineralwasser Handlung von Julius Wallach in Gießen empfiehlt alle Sorten Mineralwasser in stets frischen Füllungen. (2864
Männer-Bade-Verein.
Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Badehäuser zur gefälligen Benutzung bereit stehen.
Zur Einzeichnung derjenigen Herren, welche gesonnen sind, dem Vereine als ordentliches oder außerordentliches Mitglied beizutreten, liegt eine Liste in der Anstalt offen.
Ordentliche Mitglieder zahlen einen jährlichen Betrag von Mk. 2.30 Außerordentliche Mitglieder einen solchen von „ 3.—
3563) Der Vorstand.
Gewerbebank zu Gießen
(eingetr. Genossenschaft).
Diejenigen Mitglieder unserer Bank, welche ihr Stammantheil voll eingezahlt haben, können ihre Dividende bis zum 30. d. Mts. an unserer Casse gegen Quittung in Empfang nehmen. Die bis dahin nicht abgeholten Beträge werden den Interessenten durch den Vereinsdiener zugestellt.
Gießen, den 21. Mai 1879.
Der Vorsitzende des Aufstchtsrathes: 3557) I. Haustein.
3610) Zu dem am 2. Pfingsttage stattfindenden
- — Balle — -
laden ergebens! ein
Gebrüder Eich,
Salzhausen. Kurhauspächter.
Alle Sorten Mineralwasser,
in stets frischer Füllung,
Natürliches Carlsbader Salz,
Emser Pastillen, <3513
empfiehlt Kmil JFischbach.


