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«noere geworden, dir Linie über Usingen nach Wetzlar. Nachdem Herr Wilhelmt einstimmig 4um Vorsitzenden der Versammlung angenommen, wurde die Debatte darüber eröffnete, ob die Linie nach Weilburg, nach Friedberg oder nach Wetzlar zu wählen sei. Herr Professor Dr. Schenk von Friedrichsdoff spricht für die Linie Homburg-Friedrichsdorf-Usingen-Wetzlar, -weil dadurch ihre Verbindung nach Norden besser ermöglicht, eine weitere Sackbahn vermieden, dieselbe durch ven Anschluß an dre Hauptbahn Berlin-Wetzlar auch eine geringe strategische Wichtigkeit erhalte und schließlich eine Erleichterung für Frankfurt damit verbunden werden könne, wenn mit Umgehung von Frankfurt eine Curvc von Rödelheim nach Höchst am Main gebaut würde. Herr Redarteur Schudt erwähnt, daß früher auch von der Linie nach Friedberg die Sprache gewesen sei und daß diese Linie bedeutend billiger zu bauen sei, als die nach Weilburg, deim Bau letzterer Linie überdies eine überflüssige Parallelbahn geschaffen würde. Herr Geheime- rath Dr. Deetz meint, daß die Fragen vor allen Dingen zu vcnttlircn seien: 1) Was kostet die Bahn nach Wetzlar? 2) Wie rentirt sic sich? 3) Wer zeichnet dafür? Bürgermeister Jäger von Wehrheim erklärt, daß die Gemeinden jenieits des Taunus jedenfal^ das Grund- eigenthum zum Bau d.'r Bahn Kergeben werden. Eine wettere Debatte entspann sich zwischen .Herrn Gcheimrath Deetz, Dr. Hitzel, Wilhelmi und Schudt, ob die Handelskammer in Wies­baden oder die in Frankfurt a. M. competenter sei, der Sache zu nutzen. Nachdem man sich schließlich darüber geeinigt, daß die Linie über Usingen Wetzlar die geeignetste sei und von Setten des Staates am meisten Unterstützung finden würde, wurde ein Comtte gewählt, das das Wettere in der Angelegenheit schleunigst veranlaffen und dem Landtagsabgeordneten hin­reichendes Matcrlal noch vor der zweiten Lesung wegen Ankaufs der Homburger Bahn be­schaffen solle.

sAus der Schule.) Der Lehrer einer vierten Klasse einer Berliner höheren Töchter­schule hatte den Kindern erklärt, daß es Thiere mit und ohne Scclett gibt, und fordert dieselben auf, ihm Thiere ohne Sceleit zu nennen- Als Beispiel nannte er ihnen die Fliege.Nun, Emmv, welche Tbiere meinst Du denn?" fragte der Lehrer.Rollmöpse" (Rollhäring) erwiderte Emmy,denn sie haben statt des Sceletts nur ein Stück Holz im Leibe."

Vor dem Gerichtshof in Karlsruhe erschien, wie man derFranks. Ztg." meldet, ein auswärtiger Advocat in einem solchen Zustande der Trunkenheit, daß der Gerichtshof unter Derfällung dieses Herrn in die Kosten der Tagfahrt, die Letztere aufhob,weil einer der Herren Vertreter in einem Zustande erschienen sei, welcher der Würde des Gerichtes nicht entspreche." ______________

Gingesandt.

Wie nun allgemein bekannt, sind in letzter Zeit mehrere zugereiste Handwerksburschen in hiesiger Klinik ausgenommen worden, die an einer bisher hier noch nicht beobachteten, sehr ansteckenden lyphusartigen Krankheit litten. Von Setten der Direction der Klinik wurden in anerkennenswerther Weise "sofort die nöthigen Schritte gethan, um die Erkrankten möglichst -isoliren zu können, unser Stadtvorstand hat bereitwilligst die Mittel zur Verfügung gestellt, um

dieser Bestreben zu unterstützen, doch könnte leicht alle Mühe vereitelt werden durch einen Miß­stand, auf den aufmerksam zu machen Einsender sich gedrungen fühlt. In dem Amtslocal unserer Bürgermeisterei (alte Realschule) ist ein großer Th eil unserer städtischen Mädchenschule untergebracht. Viele der hier durchreisenden Handwerksburschen, namentlich derer, die wegen Krankheit Unterstützung, Aufnahme in das Hospital ü. s. w. für sich erwirken wollen, wenden sich an die Bürgermeisterei, halten sich also mehx oder weniger lange Zeit in demselben Haus« auf, in welchem sich auch während eines großen Theiss des Tages unsere Kinder befinden, wie leicht kann da eine Uebertragung dieser oder irgend einer anderen ansteckenden Krankheit auf die Letzteren erfolgen, die bann in den überfüllten Schulräumen die weiteste Verbreitung finden könnte. Möchten diese Zeilen den Anstoß zur Beseitigung dieser Gefaßt geben und dazu bei­tragen, unserer Schuljugend möglichst bald dsx Pforten des schönen, gesunden, neuen Schul- Hauses zu öffnen.

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Handel und Verkehr.

Gießen, 25. November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X 1,05 bis X 1.20, Hühnereier per Stück 78 Käse perl Stück 47 Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 22 Linsen 1 Liter 24 Tauben das Paar 6000 H, Hühner per Stück X 0.80 0, Halmen per Stück X 0.8!'90, Enten per Stück X 1.30, Gänse pr. Pfund 4654 H, Kartoffeln per >00Kilo X 5.506.00 Weißkraut, 100 St. X 4 6, Zwiebeln pr. Etr. X 8, Milch per Liter 16 und 18 H, Ochsenfletsch t'8 H per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 50 56 H, Kalbfleisch 50 54 Hammelfleisch 50 66 J,, Schweinefleisch 60 Truthähnen per Stück 5 6 X

Frankfurt, 24. Novbr. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 43, Nr. 2 X 41, Nr. 3 X 35, Nr. 4 x 31, Nr 5 X 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 26 50, do. I (Berliner Marke) X 24.5''--25., oo 11 (Berliner Marke) x 19.5(120 50. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof bici X 23.50, ab unserer Umgegend X 22.50 22.75, do fremder je nach Qualität x 2324.00, Roggen, je nach Qualität X 17.7519.50, Gerste X 16.50-20, Hafer X 1315.25, Kohlsamen X 2627.50, Erbsen X 1927, Wicken X 1617, Linsen X 20 -40, Bohnen, weiße, X 2325, Roggenkleie X, Wetzenkleie, grobe und feine X, Rüböl, detail, X 64. Stimmung ruhig. Haupt­sächlich gefragt war:. Dringend offerirt:. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewtcht 100 Kilo ) *

Frankfu rt, 24. November. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 280 Kühe und Rinder, 250 Kälber und 6 700 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 6769, 2. Qu all X 6063, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 5456, 2. Qual. X 48 50, Kälber 1 Qual. X 5658, 2. Qual. 5052, Hämmel 1. Qual. X 5054, 2. Qual. X 40 44 per 100 Pfd. Schlacht­gewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund

Akkgemeiner Anzeiger.

7682) Zur Beruhigung des Publikums theile ich nach Rück­sprache mit Sachverständigen, insbesondere des Herrn Professor Dr. Riegel, mit, daß das in einzelnen Erkrankungsfällen hier beobachtete Recurrens - Fieber keineswegs in so hohem Grade ansteckend ist, daß es nicht durch Absperrung der Erkrankten möglich wäre, die übrigen Bewohner der Stadt vor der Ansteckung zu bewahren. Eine strenae Jsolirung und Desinfektion, wie eine solche bereits mit aller Sorgfalt durchgeführt ist, genügt zur Beschränkung des Krankheitsgiftes, wie die Erfahrung in großen Städten, Berlin, Königsberg u. s. w., in welchen Recurrens-Fieber wiederholt ein- geschleppt wurde, bewiesen hat.

Gießen, den 25. November 1879.

A Bramm, Bürgermeister.

Die Lieferung des für das Bürger Hospital im Jahre 1880 erforderlich werdenden Bedarfs an

Ochfenfleisch, Schweinefleisch, Schweine- und Nierenfett, Wurst, Brod, Wecken und Milch

soll im Submtssionsweg vergeben werden und wollen Uebernehmer ihre deßfallstgen Offerten bis zum 27. lfd. Mts. bet dem Unterzeichneten, bei welchem auch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden können, verschlossen abgebeu.

Gießen, deri 18. November 1879. Wittich, Armenkasserechner.

7672) Im Großherzogl. Landes­zuchthause Martenschloß sollen nach­verzeichnete, für die Anstalt unbrauch­bar gewordene Gegenstände Mittwoch den 3. Deeember, Vormittags 9 Uhr,

öffentlich meistbietend versteigert werden: 52 Stück alte Bettteppiche, einige unbrauchbar gewordene Oefcn, eine Parthie alter Guß und Ofenrohre, eine Parthie alte Bretter von Fuß­böden,

8 Stück alte Webstühle,

8 Spulräder,

1 Zettelrahme,

1 Mehlkasten,

eine Parthie alte Webeblätter, eine Parthie Wollschlumpen, 4 Centner Lumpen, 2 Centner Eisen, 6 Stück Kroppen, eine Parthie Bleche, 2 Stück Kessel, eine Parthie Feilen.

Martenschloß, 22. November 1879. Großh. Landeszuchthauskasse.

Mittwoch den 7. Januar 1880,

Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithc des Georg BooS, als: Flur. Meter.

1/202 8 Hofraithe in der Löwengasse

meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 25. November 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

7679) . Müller.__________

Versteigerung.

Mittwoch den 26. d. Mts,

Vormittags 11 Ubr, werden im hiesigen Pfandlokale öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert: eine Quantität Tapeten und Borden, drei Stück Sopha-Ueberzü-e, zwei Stück Zwilch, eine Quantität Goldleisten, eine Quantität Vorhangleisten, ein Blumentisch, vier Spiegel, mehrere Sopha-Gestelle, ein Nähtischchen.

Gießen, den 22. November 1879. 7652) Bühner, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch den 26. November und die folgenden Tage,

Nachmittags 1 Uhr, werden im Saal der RestaurationBramm" in der Neustadt dahier nachstehend ver­zeichnete zur Concursmasse des Heinrich Nanz gehörige Mobiliargegenstände öffent­lich gegen Baarzahlung versteigert:

2 Sopha, 3 Sessel und 12 gepolsterte Stühle, 1 Spiegelschrank, 1 Glasschrank, 2 Kleiderschränke, 1 Schreibsecretär, 1 Comptoirpult mit Copirpresse, Com- moden, 2 Nähtische, Tische, Spiegel, 4 vollständige Betten, Tevpiche, Vorhänge, Tischgedecke, Weißzeug, 1 Theeservice von Christophle, silberne Löffel und Gabeln, Tassen, Gläser, Oelgemälde und Kupferstiche, Küchengeräthc und andere Hausgeräthschaften.

Die zu versteigernden Möbel sind sehr gut gehalten, modern gearbeitet und können am ersten Verfteigerungstog, Morgens von 1012 Uhr angesehen werden.

Gießen, den 22. November 1879. 7611) M. Pilger, Concursverwalter.

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