Donnerstag den 26. Juni 1879.
Kießener ^Anzeiger
Anzeige- unii AmisbM sm den Kreis Gießen.
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RedaettSNSbureaur 1 6tBurftra6C B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. $ $ bie snoft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Nr. 18 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 20. Juni 1879, enthält: (Nr. 1305.) Gesetz, betreffend den Uebergang von Geschäften aus das Reichsgericht. Vom 16. 3«ni 18<9 sNr. 1306.) Verordnung, betreffend die Aufhebung der Beschränkungen der Einfuhr aus Rußland. Vom 1 . I. l Gießen, den 25. Juni 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
p ' vr. Boek man n.
'politischer Hheil.
zurück.
Hiermit schließt die Feier der Enthüllung.
XVIII. Nachmittags 2 Uhr findet Festdiner m dem Saalbau statt.
XIX. Abends bei eingetretener Dunkelheit wird das Denkmal beleuchtet werden.
XX. Abends gesellige Vereinigung der Festgenofsen in den verschiedenen öffentlichen Localen, woselbst Concerte veranstaltet werden-
Der Vorsitzende hebt hervor, wie man sich bei diesem Programm auf das Roth- wendige beschrankt hat, um das Fest mit Rücksicht auf die m der Grobherzoglichen Familie noch bestehende Trauer nicht allzusehr auszudehnen. Die Zahl der Einladungen zur Enthüllungsfeier wird nach den gemachten Mittheilungen sehr große fein unb werden wir, nachdem die näheren Feststellungen endgültig ^^^efundemNahereS hierüber berichten. — Man schritt nunmehr zur Wahl der emze nen Commissionen, deren Vorsitzende in Verbindung mit dem Centralcomite das Executivcomtt
bilden werden. Von der Wahl einer Finanzcomm.ssionwrrbe
ba für die Enthüllunasfeier selbst vom Centralcomite 1400 Jt. zur Verfügung geiicut werden können die Ntadt Darmstadt außerdem nach
Hickler gestern gemachten Mittheilungen ihrer EH"np^cht der Gewahrung^nes a;.». qm sti-
Keulschland.
m. Darmstadt, 24. Juni. Auf persönlich ergangene Einladung des geschäftsführenden Ausschusses des Centralcomites für die Errichtung des L a n d e s d e n k m a l s hatten sich gestern Abend im Vorsaale des Saalbaues etwa 60 Herren aus hiesiger Stadt zumiZweck der Constituirung eines eigentlichen Festcomite s versammelt. Der Präsident Großh. Ober-Eonsistorlums, Herr Geheimerath Dr. Gold mann, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung der Erschienenen und mit der Mittheilung, daß der Commandeur der Großh. Hess. (25.) Division, Se. Gr. Prinz Heinrich, den Divisionsadjutanten Herrn Rittmeister Bachmeyer beaufttagt haben, den weiteren Sitzungen des Festcomites beizuwohnen. Nachdem die^Versammelten sichals Fefl- comite für die Enthüllungsfeier constituirt, wird Herr Geheimerath Dr. Goldmann zum Vorsitzenden desselben erwählt. Derselbe theilt Zunächst das folgende von dem Centralcomite in Verbindung mit dem Localcomite festgeftellte Programm der Ent- hüllungsfeier des Landes-Denkmals mit, welches die Genehmigung Sr. Komgl. Hoheit des Großherzogs erhÄten^hat:^ lg. auguft Reoeille der MiMSr-Mustkkopellen.
II. Um 8 oder 9 Uhr Gottesdienst m den Kirchen mit Rücksicht auf die Bedeutung des Tages, insbesondere zum Gedächtniß der Gebliebenen.
III. Vormittags 10 Uhr versammeln sich die Theilnehmer an dem Festzug auf dem Marktplatz, resp. in dem Rathhaus oder sonstigen zur Verfügung stehenden Lo^le • ordnet sich unter Leitung des Festcomites und besonderer Festordner.
IV Die zu der Feier der Enthüllung eisgeladenen Personen versammeln sich Vormittags V211 Uhr auf dem Paradeplatz und nehmen dort unter H-uhrung von Mitgliedern des Festcomites die für sie bestimmten Plätze em. ,
V. Um 11 Uhr setzt sich der Festzug, dessen Ordnung im Einzelnen vom Festcomite bestimmt wird, in Bewegung und bewegt sich von dem Marktplatz durch die Ludwigstraße, die Wilhclminenstraße, Rheinstraße auf den Paradeplatz, woselbst er unter Leitung der Festordner Aufstellung nimmt.
Während des Huges läuten die Glocken. ...
VI. Gleichzeitig mit dem Festzuge nimmt die Großh. (25.) Division, resp. Deputationen der einzelnen Regimenter, Aufstellung auf dem Paradeplatz nach der von der Großh. Division getroffen werdenden Anordnung. p, ,
VII. Der Präsident des Centralcomites mit dem geschaftsführenden Ausschuß geleitet Seine Königliche Hoheit den Großherzog, sowie die Prinzen und Prinzessinnen des Hauses auf die hierfür erbaute Estrade. . , , , ,
Beim Erscheinen der Herrschaften auf dem Paradeplatz lauten die Glocken und spielen ^Mili^r^Musiken.^^^^^^ ^d Höchsten Herrschaften auf der Estrade Platz genommen haben, beginnt ein noch zu bestimmender Gesangsvortrag.
IX. Der Divisionspfarrer spricht ein kurzes Gebet.
X. Ansprache des Präsidenten des Centralcomites.
XI. Auf das mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs gegebene Zeichen fällt die Verhüllung des Denkmals unter Leitung des Künstlers August Herzig. In diesem Augenblick beginnen die Glocken zu lauten, es werden 101 Kanonenschüsse abgefeuert und die Festversammlung singt unter Begleitung der Musik „Die Wacht am Rhein". ,
XII. Ein Mitglied des Cornites übergibt mit kurzer Ansprache das Denkmal den Vertretern der Stadt Darmstadt. . c ~ .
XIII. Erwiderung des Großh. Oberbürgermeisters nut Hoch auf Seme Majestät den Kaiser unb Seine Königl. Hoheit den Großherzog.
XIV. Die Festversammlmig singt eine Strophe des Liedes. „Nun danket Alle ®ottxv Großh. Division defilirt vor dem Denkmal und Seiner König!. Hoheit dem Großherzog. ~ . ,_r, . . arrT
XVI. Der Festzug begibt sich um das Denkmal und an der Estrade der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften vorüber auf den Marktplatz wo er sich auflos. ; XVII. Der Präsident des Cornites unb bie Mitglieber bes Ausschusses geleiten Seine Königl. Hoheit den Großherzog, sowie die Prinzen und Prinzessinnen des Hauses
Politische Uebersicht.
Die Verhandlungen über die Frage der konstitutionellen Garantien und der Finanzzölle scheinen einem Abschluffe nahe zu sein. Man hört, daß Fürst Bismarck eine Quotistrung der Salzsteuer und des Kaffeezolles rügest and en habe. Herr v. Bennigsen beabsichtigt den bezüglichen Antrag vor- rubereiten; gleichzeitig würde von der Regierung verlangt unbj)on ihr zuge- ftanbm werden, daß, falls nach Bewilligung der Zölle und L--euern m den Einnahmen des Retchshaushaltsetats sich -in Uebeifchuß ergebe, dieser Ueber- M;u6 durch Festsetzung im Etat an die Etnzelstaaten pro rata betJBc»ö terung ? veribetlen sei. Das Centrum, welches bie söiberative Idee hochkält, verdat bagegen, baß, sobalb bas Deficit im Reiche gebellt sei, alle Ueberschusie birect an^bie Einzelstaaten verthellt werden, ehe sie an di- Reichskaffe fließen.
Einigermaßen erstaunt ist man über die Ruhe des Centrums. Es aewinnt den Anschein, als vb die Verhandlungen mit Rom bereits ziemlich wett gediehen sind und der Reltgionssriede mit Deutschlanv näher bevorsteht, als man annimmt. Dann wird erst die erwartete und auch wohl vom Kanzler tu sichere Aussicht gestellte Amnestie sür die Opfer der Maigesetze folgen. Die varlamentarischen Arbeiten sind vom Centrum nicht mehr gestört worden. An- läßlick der Debatte über den Vertrag mit den samoa-Jnseln hat es gezeigt, dak es sich trotz des Welsensriedens, den Windihorst geschloffen, trotz der Ver- iöbrüng der Geschlechter der Bismarck und Radziwill und trotz der Gastfreundschaft welchi das Centrum im Palais des Kanzlers genießt, noch einige oppositionelle Hinterthüren offen hält.
Gegenwärtig glaubt man an das Scheitern der Tabaksteuer- Narlaae aber ebenso auch daran, daß die R-glerung in der Tabaksrage nickt nachg-ben, sondern versuchen wird, in der nächsten Reichstags-Session das Tabaks-Monopol durch,usetzen.
Frankreich ist sowohl die principiell bedeutsame Unterrchtssrage, mi, di- Verlegung der Kammern nach Paris zurückgetreten vor der bedeut- wie di- ? 9^ ^pes des kaiserlichen Prinzen. Die Bonapartisten samen Nach ch verloren; sie suchen nach einem neuen Träger der
-Emveriallsmus. Sollte Plon-Plon-Jerome tndeffen seine Familie K-ben des Katserthums proclamiren, so zweifelt man nicht darau, daß «'s, ^?1^nSpr°ßl.ngen des Landes »erwiesen wird. Dieser Umstand cr fflT‘ !,itragen, den vorsichtigen Prinzen in eine reservtrte Haltung zu mag dazu bett g , ein M„ückt vom Tode Pierre Napoleons um.
D^Kaisertn^Eugente soll lebensgefährlich erkrankt sein.
® c’ meiaien haben die Liberalen einen sehr erfreulichen Sieg über die davonaetragen. Nachdem der antiklerikale Gesetzentwurf über Ultramon .»nächst in der Kammer angenommen worden war, ist er
^^^ Kena mit zwei Stimmen Majorität durchgegangen. Di- Partei-
-r de? römischen Kurie hatten all-Hebel angesetzt, nm das wichtige G- etz iläng" d-r r° m hatten sogar den bisher liberalen
noch n ^^P°i^O von L>gn° umgestimmt. Alles ohne Erfolg. Di- ?l"« aan?Europa vollziehende Emancipation des Unterricht von der katholischen Kftch- wird sich« in der nächsten Generation gute Früchte zeitigen. Wer die Schule hat. hat ge^cime Revolulionscomiie mächtige
»an den reiche» Leuten, di- meist willig gezahlt werden. Die Herren Steuern von d Ntzer, b(c m(t bcm Tode bedroht werden, wenn sie nicht Kaufleute und G ' würde uns schützen, wenn sich die R-ch-rung
mal lUbst zu schützen vermag? Einige russisch- patnotische Blätter ni^ einmal i-wsi^^ Verbrechen, aber -s ist sehr unwahr-
tadeln lolche» ^lche Aussührungen -inen reichen Privatmann bestimmen werden, » MnW zu riskiren, als 20. bis 30,000 Rubel zn bezahlen.
6 ßonffict zwischen Osman Pascha und Fuad Pascha ist zu _® b g elften« entschieden worden. Bekanntlich beschuldigt man den Plewna großer Unterschlagungen. Die Untersuchungs Commisston Helden von P Alles in schönster Ordnung finden. Daß es in der hohen wirb abei W ^ht, ist ja bekannt, aber eine Krähe hackt bet
. S8 “jjß nid)t Sb(" Auge,, aus. Fuad Pascha wäre schlauer ge. andern für ge v Staub aufzuwirbeln, denn wer im Glashaus-
«es-n, in 8,l"”ni' ^@telnen werfen. Der Sultan selbst, d-r nicht ganz
.L-isel»°hn- in Geldsachen ist, hat denn auch kurz -ntschloff-n Fuad Ksch? und Nusret Pascha zur Disposition gestellt.


