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schiede«en Gewerbe beginnen auch bereit«, ihr Handwerk öffentlich auf dem Rhein außjuüben- Heute Vormittag hat ein hiesiger Küfermeister mit seinen Gesellen zwei große Stückfaß auf der -Eisdecke fertig gestellt. Die Fässer, welche für eine hiesige Weinhanvlung bestimmt sind, werden Mit einer entsprechenden Inschrift versehen werden- Morgen werden auch die Hufschmiede, Schuhmacher re. auf dem Rhein arbeiten, eine große Schlächterei wird ebenfalls für morgen auf dem Eis eingerichtet. Es ist ein buntes, überraschendes Treiben und viele Fremde kommen eigens hierher, sich das Schauspiel anzusehen. Unsere Schiffbrücke ist, da man rechtzeitig ver­säumt hatte, die Pontons in den Hafen zu bergen, tm offenen Rhein eingefroren. Unter großen Anstrengungen und bedeutenden Kosten werden gegenwärtig die einzelnm Pontons aus dem Eis herausgehaüen, um dieselben in den Hafen zu schaffen. Man befürchtet nämlich, daß sie bei <rintretendem Thauwetter sonst von dem Eis zertrümmert werden würden.

Friedberg, 16. December. Die am Rekurrensfieber hier Erkrankten, welche seither im hiesigen Bürgcrhospitale untcrgebracht waren, sind heute in die zu einem Jsolirhospital vorläufig in Anspruch genommene Turnhalle übersiedelt worden.

Fulda, 18. December. DieFuld. Zeitung" schreibt: Wir hörten in voriger Woche, daß ein Zugführer während der Fahrt seine Hände erfroren habe und konnten uns nicht er­klären auf welche Welse. Wir hätten aber auch hören können, daß dieser Beamte um sein Leben ge­kommen wäre, wenn nicht ein hiesiger Bürger denselben unter großen Anstrengungen und mit -eigener Lebensgefahr gerettet batte. Es braust der Zug mit Schnelligkeit von Hersfeld nach Neukirchen zu, als unser Mitbürger, der Fabrikant Franz Bellinger, in einem Wagen allein fitzend, einen Hilferuf vernimmt. Erst annehmeud, dieser Ruf komme aus einem anderen Wagen, sucht er sich zu überzeugen, da die Hülferufe immer stärker werden. Herr Bellinger findet den Lugführer Hillenbrandt auf dem Trittbrette stehen und um Hilfe schrncnd. Der Wagen war nach der neuen Konstruktion gebaut, ohne Thüren an der Seite. Daher wird ein Fenster ein- geschlagen. Herr Bellinger erfaßt den Zugführer mit beiden Armen, indem dieser ihm, schon halb erstarrt vor Kalte, verwirrt zu verstehen gtebt, er könne nicht mehr stehen. Es wurde nun von Neuem um Hilfe gerufen, aber vergebens. - Hier hört alle Beschreibung auf. Man muß sich nur in die Lage denken: einen halb erfrorenen Mann außerhalb auf dem Trittbrett stehend unv einen einzigen Mann innerhalb des Wagens und jenen umarmt haltend, damit er nicht fällt und noch überfahren wirb! Es fehlte nicht viel, daß auch zu Neukirchen der Hilfe­ruf nicht gehört worden wäre, da der Bahnhof auf der anderen Seite gelegen. Herr Zug­führer Hillenbrandt erfror die Hände, und wir wiffen noch nicht, wie es diesem Herrn nach Uebcrstehung der Lebensgefahr geht. Herr Fabrikant Fr. Bellinger dahier aber rettete ihm das Leben.

fWitterungS-Aussichten ] Die gegenwärtig schon seit dem October eingetretene kalte und strenge Witterung ist merkwürdiger Weise von einem Engländer mit vollständig zutreffender Gewißheit vorher gesagt worden Es ist dies der Profeffor Piazi Smith, der vor jetzt etwa zehn Jahren in dem V. Bande von der in London erscheinenden wiffenschaftltchev Zeitschrift Nature, Seite 317 eine interessante Mittheilung über die regelmäßig periodische Wiederkehr der Wärme-Wellen und heißen Luftströmungen in unserer Atmosphäre macht und dabei die speeieücn Daten von diesen Wärme-Zeiten zusammenstellt. Er giebt in Bezug hierauf folgende Zusammenstellung von diesen Phänomenen nach den Daten ihres Eintreffens, nämlich:1834,8 1864,4 1857,8 186X.8 und endlich 1880,0 und er bemerkt dazu, daß der letzteren Wärmewelle von Anfangs 1880 eine kalte Witterungswelle vorausgehen würde, die mit dem Jahre 1878,8 (was, wie wohl keiner Erläuterung weiter bedarf, das Ende des October 1878 bedeuten soll) anfangen werde." Diese Voraussetzung ist aber mit auffallender Vräcision ein­getroffen. Es ist ja bekannt, daß sich die Jahre 1834, 1846, 1857 und 1668 durch große Wärme ausgezeichnet haben, wie sie denn thatsäcklich hervorragende Weinjahre repräsentiren, und was die letzte Vorhersagung betrifft, so weiß Jedermann, wie im vergangenen Jahre um diese Zett schon mit Ende Oktober, also genau zur angesagten Zeit, die kalte Witterung ein­setzte und mit beispielloser Hartnäckigkeit sich bis zum Juni d. I. hinein gleichmäßig forterhalten hat, wie darauf ein selten rauher und unfreundlicher Sommer gefolgt ist, der eine allgemeine Mißernte und ein total mißratheneS Weinjahr herausgestellt hat, und wie denn darauf schon

seit October die ungewöhnlich scharfe Kältezeit eingetreten ist, die bis zum jetzigen «uge*bl(<fe fortdauert und merkwürdiger Weise bis zum Süden Europa's hinab sich erstreckt. Hat als» dieser gelehrte Witterungskundige richtig vorhergesagt, dann steht uns unmittelbar nach Weih­nachten und jedenfalls mit dem Januarmonate des neuen Jahrzehntes eine schöne und warme Witterungspcriode unmittelbar bevor, dte dann wieder längere Zeit anhält. Dazu wünschen wir von Herzen und mit großer Freudigkeit Glück!

Oppenheim, 21. December. Gestern Abend kurz nach sieben Uhr brach in einem Wohnhause des oberen Stadttbetls Feuer aus. Das Gebäude wurde trotz aller Hülfeletstungen ein Raub des Elementes. Von den Spritzen konnte man fast gar keinen Gebrauch machen, weil das Waffer in Folge der strengen Kälte sowohl in den Spritzen, als auch in den Schläuchen einfror. Auch hier hat sich jetzt das Eis im Rheine gestellt, jedoch kann dasselbe vorerst noch nicht passirt werden. (M. £.)

Worms, 22. December. Alt und Jung, Groß und Klein zogen gestern in langen Schaaren aus der Stadt und von den umliegenden Ortschaften nach dem zugesrorenen Rhein, um das großartige Natursckauspiel anzuiehen und noch in späteren Jahren davon erzählen za können, wie man vor Sckluß des Jahres 1879 «uf den erstarrten Gliedern des Rheins sich herumtummeln, die prächtige Schlittschuhbahn oberhalb der Badeanstalt benutzen, mit dem Schlittencarouffel sich amüsiren konnte u. dgl. mehr. Viele Tausende vergnügten sich bi« zvm Einbruch der Rächt auf dem Eise. Auch mehrere mit Pferden bespannte Schlitten und Wagen kamen gestern herüber in die Stadt gefahren. (W. Z.)

Eine volksthümliche Heilmethode. Wir sind in der Lage, die Aufmerksam­keit der Leser heute auf ein Buch zu lenken, welches die obige Bezeichnung vollauf verdient, denn bei der gerade auf diesem Gebiete herrschenden Rivalität kann sich iw der That nur eine solche Heilmethode derVolksthümlichkeit" rühmen, welche wirk­lich und nachweislich in alle Gesellschaftsschichten gedrungen ist und hier festen Fuß gefaßt hat. Unzweifelhaft geht aber diese Annahme aus der Thatsache hervor, daß das diese Heilmethode besprechende Buch bereits die 120. Auflage erlebt hat und in mehre­ren Uebersetzungen vorliegt, die gleichfalls wiederholte Auflagen erfahren haben. Wenn diesen vielsagenden Thatsachen einige absprechende Urtheile gegenüberstehen, so bestätigt dies nur wieder die alle Erfahrung, daß gerade epochemachende Unternehmungen im Geiste des wissenschaftlichen Fortschrittes brodneidischen und mißgünstigen Tadel auf sich lenken. Daß das Buch trotzdem stetig an Verbreitung und Popularität gewinnt, beweist, wie machtlos dera.tige Nörgele en des Zunftgeistes einer praktisch tausendfach bewährten Sache gegenüber bleiben.Dr. Airy's Naturheilmethode" nun, lehrt Gesunden die Regeln beobachten, welche zur Erhaltung und Befestigung der Gesundheit dienen, während den Leidenden die kürzesten und, wie aus den gelieferten Beweisen -» ersehen ist, sichersren Wege zur Genesung gezeigt werden; es wird dam't auch keines­wegs die Anpreisung von sogenanntenWundermitteln" bezweckt, der Leser vielmehr mit ärztlich erprobten Hausmitteln bekannt gemacht, zu welchen jeder Kranke mit dem größten Vertrauen e.füllt werden wird. Wie mir hören, ist auch die neueste, 120. Auflage vonDr. Airy's Naturheilmethode" schon wieder zum größten Theil ver­griffen, was wohl am besten für die Beliebtheit dieses Buches spricht. Es mag hierzw allerdings der Umstand beitragen, daß der Preis des 550 (Seiten starken, reich iHu­st rirt en Werkes so billig gestellt ist (1 <J£), daß die Anschaffung Jedermann möglich wird, und glauben mir deshalb Allen, welche sich für dies nützliche Buch interefftren, rathen zu sollen, sich solches ehestens unter Beifügung oon 1 Jt. 20 in Briefmarken von Richter's Verlags-Anstalt in Leipzig zu verschreiben. (8302

Mam-Weser-Bahn. Submission

auf Lieferung von 10 000 Stück Bahn- schwellen und 10525,70 lfd. Meter WeichenhSlzer von Eichenholz in zehn Loosen: (8274

Montag den S. Januar 1880, Vormittags 11 Uhr.

Lieferungsbedingungen liegen bet unserer Central-Materialien - Verwal­tung zur Einsicht offen und können zum Preise von 75 pro Exemplar von derselben bezogen werden.

Kassel, den 16. December 1879.

Königl. Direktion der Main-Weser-Bahn.

Bekanntmachung.

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkaffe angelegten Kapitalien am Ende dieses .Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar:

Samstag den 27. Decbr. 1879.

Dienstag 30.

Mittwoch 31.

sowie

Samstag den 3. Januar 1880.

Dienstag 6.

Mittmach7.

Dannerstag 8.

Samstag 10.

Dienstag 13.

Mittwoch 14.

Donnerstag 15.

Samstag 17.

Die Intereffenden werden daher auf­gefordert die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimeren.

Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Intereffenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.

Die Herren Bürgermeister werden er­sucht, dieses in ihrer Gemeinde auf orts­übliche Weise bekannt machen zu lasten.

Gießen, den 28. November 1879.

Der Rechner der Spar- und Leihkasse: ________ Kehr.______________

8212) Ein junger Mann aus guter Familie kann in ein hiesiges Cigarren» fabrtk-Gefchäft als Lehrling eintreten. Näheres durch die Exped. d. Bltts.

Allgemeiner Anzeiger.

Fier JVeujahr 5

und Schönste t* «Oratufationsrmrten Auswahl empfiehlt

8347)_______C. Steinhäuser, Neue Baue.

Milizen-llailen zu Welzlar.

Donnerstag den 23. December (erster Feiertag): flroßes Extra - Lancer! von der Kapelle des 2. Großh. Heff. Jnf.-Regiments Nr. 116, unter Leitung ihre- Kapellmeisters Herrn C. Krausse.

8339) Anfang 4 Uhr.

Nestauration Gambrirms.

Wetzsteingafse.

Am 2. Feiertag, Nachmittags u. Abends, sowie Samstag d. 27., Abends,

Musik unö «gesaag-Loacert

von der bekannten Familie Riest, bestehend aus 3 Damen und 4 Herren, aus Böhmen.

Anfang am 2. Feiertag Nachmittags 4 Uhr, am Samstag, Abends 7 Uhr.

Entröe frei. (8440

Gesangverein Liederkranz.

Am 2. Weihnachtstag, Abends 8 Uhr:

Ball tm Leib Ichen Saale.

Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der Karten gestattet.

8335) Her Vorstand.

Lonys Bierkeller.

Am 2. und 3. Feiertag: C O TV C E E T.

Anfang Mittags 4 Uhr und Abends 8 Uhr. Entrse 20 Pfennig.

Der Saal ist durchaus geheizt. Achtungsvoll

8338) B« Oswald.

MttheMe Eisenbahnen.

8345) In de« Tarifbeftimmunaen Ü6er die Beförderungen von Salon-, Krankeu- und besonderen Gepäckwagen vom 1. Ja­nuar 1878 gelangt mit dem 1. Jan«« k. I. der Nachtrag I. zur Einführung.

Bemerkt wird, daß der Inhalt derselbe« auf alle Verkehre Anwendung findet, 1« «eichen von diesseitigen Stationen birecte Billet- u. Gepäckabfertigung vorgenommou wird.

Gießen, den 23. December 1879. Großherzogliche Direction^

IseilgeSotenes.

Neujahrkarten

in größter Auswahl bet (8331 Julius Hoos am Markt.

Vaseline,

bestes Mittel gegen aufgeriffene Hände, Frost-, Brand- u. sonstige Wunden,

Vaseline Cold-Cream, übertrifft alle Cosmett'ques.

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______Emil Fischbach.

Neujahrskarten in grösster Auswahl bei (8209

II. KftJm.

Laute infrage.

Warum sollen zu den an dem Neubau der Gewerbebank erforderlichen Stein­hauerarbeiten auch Nichtmitglicder bericck- sichtigt werden.

Muß das Geld unbedingt nach außen, vielleicht nach Bayern rc. geschleppt werden, wo doch in unserer Stadt Uebemehmer für solche Arbeiten auch sind und zwar Mitglieder._______________________ (8348

8346) Für eine kleine Familie wirb ein in der Haus- und Küchenarbeit erfah­renes Mädchen, mit guten.Zeugnissen auf sofort zu miethen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.