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licher Debatte in zweiter Lesung genehmigt. Nach Erledigung mehrerer kleinerer Etatssachen wird die Fortsetzung der Berathung auf morgen 12 Uhr vertagt.

föairo, 23. Juni, Nachm. Man glaubt, daß die Abdankung des Khe- dtve nahe bevorstehe.

Alexandrien, 23. Juni. Talaat Pascha ist in besondeier Mission nach Konstantinopel gereist.

Paris, 23. Juni. Das Gerücht, das bei Athen stationirte französische Geschwader habe Befehl bekommen, nach Alexandrien aufzubrechen, wird für un» begründet erklärt. Die bezeichnete Flottenabtheilung ist nur zu Uebungszwecken nach den Gewässern von Salamis abgesegelt.

London, 23. Juni. DasReuter'sche Bureau" meldet aus Kairo: Der Khedive lehnte das Verlangen, die Regierung niederzulegen ab und wies den französischen und den englischen Consul an den Sultan. Man trifft Maß­regeln, um die Gläubiger, welche gerichtliche Urtheile gegen den Kbedive erstrit- ten, sofort zu bezahlen.

New-Uvrk, 23. Juni. Bisher nicht bestätigten Nachrichten aus Mexico zufolge hätte General Negrete seine Unterwerfung angeboten, ferner wäre der Vorschlag gemacht worden, die Amtsdauer des Präsidenten Porfirio Diaz zu verlängern. Diaz habe diesem Vorschlag noch nicht zugestimmt.

Belgrad, 23. Juni. Die serbische Regierung hat sich an die Groß- Mächte mit dem Gesuch gewendet, Serbiens Grenzstrett mit Bulgarien vor einer internationalen Commission entscheiden zu lasten.

Berlin, 23. Juni. DerReichsanzeiger" meldet: Der königliche Hof legt für den verstorbenen Prinzen Louis Napoleon achttägige Trauer an.

Berlin, 23. Juni. Dem Vernehmen nach würde Generalseldmarschall v. Manteuffel am 1. August die Statthalterschaft Elsaß-Lothringens über­nehmen; gleichzeitig würde auch der Staatssecretär und der Unterstaatssecretär dahin abgehen.

Die Behauptung, daß der Reichskanzler die Finanzzollfrage für diese Session fallen lasten werde, ist gänzlich unbegründet. Zu der Frage der konstitutionellen Garantien äußert dieGermania": Gegenüber v. Bennigsen's Antrag auf Quottstrung der Kaffee- und Salzsteuer und Abführung des even­tuellen Etatsüberschustes durch die Etatsfestsetzung an die Einzelstaaten erstrebt das Centrum erstens die Beibehaltung der Matrikularbetträge und Vertheilung des Ertrages der Zölle und Tabakssteuer, welcher das bisherige Mittelergebniß übersteigt, ganz an die Bundesstaaten; zweitens die Bewilligung bestimmter Zölle vorläufig nur bis 1881 die Auswahl werde sich nach Erledigung des Tarifs leicht treffen lasten; drittens Gewähr dafür, daß die nach Deckung des DeficitS den Einzelstarten verbleibenden Ueberschüste zur Entlastung der Steuerzahler verwendet werden.Germania" fügt hinzu, im zweiten Punkte berühre der Antrag des Centrums die Vorschläge Bennigsen's, in dieser Hinsicht würde eine Verständigung nicht schwer sein; aber diese einzige Garantie Bennigsen's könne dem Centrum keineswegs genügen.

Stuttgart, 23. Juni. Ministerpräsident v. Mittnacht ist aus Berlin zurückgekehrt. DerStaatsanzeiger" veröffentlicht den Wortlaut der Er­klärung Württembergs in der Bundesrathssitzung vom 17. Juni, welcher Sachsen und Braunschweig sich angeschloffen haben. Die Erklärung betont: Nach Artikel 45 der Reichsversastung stehe dem Reiche nur die Controle über das Tarifwesen zu. Der vorliegende Entwurf wolle die ganze Festsetzung des Eisenbahngütertarifs dem Reiche zuwetsen. Die Wirkungen dieser Verfastungs- änderung wären tiefeingreifende, insbesondere für die Staaten mit großem Staatsbahunetz. Der Ertrag der Staatsbahnen Württembergs sei jetzt schon unzureichend zur Verzinsung des Anlagecapttals. Württemberg bedauere daher nicht zustimmen zu können, sei aber zu einer gesetzlichen Regelung in gewiflen Grenzen bereit.

London, 23. Juni, Abends. Unterhaus. Unterstaatssecretär Bourke erklärte auf Befragen Otway's: England und Frankreich empfehlen dem Khedive die Abdankung. Deutschland, ^Oesterreich und Italien unterstützen diese Empfehlung. Der Khedive hat noch nicht geantwortet. Schatzkanzler Northcote bezeichnet es als unzweckmäßig, jetzt Weiteres über die Unterhand­lungen betreffs Egyptens mttzutheilen. Hartington kündigt auf Donnerstag die Anfrage an, mit wem Unterhandlungen gepflogen würden und weßhalb dem Khedive die Abdankung empfohlen sei. Redner fügt hinzu: Im Falle einer unbefriedigenden Antwort dürfte es nöthig sein, eine sofortige Debatte anzu­regen, zumal nicht nur Unterhandlungen stattfänden, sondern die Regierung auch in einer kritischen Frage eine Action unternommen habe.

London, 24. Juni, früh. Oberhaus. Der Herzog von Cambridge verliest die Empfehlungsbriefe, welche dem Prinzen Napoleon an General Chelmsford und Gouverneur Bärtle Frere mitgegeben sind, worin ausdrücklich hervorgehoben wird, daß der Prinz den Feldzug nur als Zuschauer mitmachen solle. Redner beklagt den Tod des Prinzen als ein schweres, schreckliches Un­glück. Beaconsfield ist der Ansicht, daß das Leben des Prinzen grausam und ganz unnöthiger Weise geopfert worden, und widmet dem Prinzen Worte höchster Anerkennung, der Kaiserin Eugenie den Ausdruck tiefsten Mitgefühls. Granville äußert sich ähnlich, hofft aber aus wettere Erklärungen, weshalb der Prinz bei seiner Stellung und Jugend überhaupt in eine so verhängnißvolle

Lage gesetzt werden konnte. Auf Anfrage Granville's bestätigt Salisbury, daß England und Frankreich dem Khedive die Abdankung zu Gunsten seines Sohnes empfehlen.

Lokales.

Gießen, 24. Juni. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 26. Juni 1879, Nachmittags 4 Uhr:

1. Die Quellenwasserleitungsarbeiten.

2. Straßenanlagen zwischen Neuwegerthor und Wallthor.

3. Die Anlegung einer Straße zwischen Reichensand und Neustadt.

4. Die Errichtung einer Schutzmauer an dem Lenz'schcn Felsenkeller.

5. Offerte des Privatmanns Louis Kauf wegen Verkauf ober Austausch von Gelände.

6. Offerte desOtto Mögenburg wegen käuflicher Ueberlaffung von Straßengelände.

7. Gesuch des Stadtbaumeisters Stief wegen Geländeaustausch u. s. w.

8. Gesuch des prakt. Arztes Dr. v. Löhr und der Philipp Zimmermanns Wittwe um käufliche Ueberrassung städtischen Geländes.

9. Verkauf der ausgebeuteten Lehmgrube im Neustädterfeld.

10. Die Aufräumung der Fluthgräben im Neustädterfeld.

11. Gesuch des M. Rosenthal um Baucrlaubniß.

12. Gesuch des Schlossermeisters Karl Wtgandt um Erlaubniß zur Abänderung von Bauplänen.

18. Gesuch des Braumeisters Möller um Erlaubniß zur Anlegung einer Goffe über den Leihgesternerweg.

14. Gesuch der Ehefrau des Emil Kamp um Erlaubniß zur Aufstellung einer Bude auf dem Viehmarktplatz.

15. Errichtung von Grabdenkmälern.

16. Pflasterarbeit im Gartfeld betreffend.

17. Die diesjährige Heugrasverftrigerung betreffend.

18. Gesuch wegen Ueberlaffung des Sitzungssaales der Stadtverordneten-Versammlung

19. Gesuch des Localvereins für Geschichte um Ueberlaffung von Bildern.

20. Die Straßenbeleuchtung.

21. Reparaturen im alten Rathhaus.

22. Die Anlegung gußeiserner Abzugsröhren in den Straßen-Trottoirs.

23. Kostendecreturen.

Gießen, 24. Juni. Gestern Vormittag gingen die Pferde eines hiesigen Frachlfuhr manns, trotzdem daß sie vor dem Rollwagen einseitig ausgehängt waren, durch und stürmten die ziemlich hohe Treppe vor dem Hauptpostamt hinauf. Der nachfolgende Wagen hemmte indeß hier den Lauf und ist außer der Beschädigung der Treppentritte kein Unfall zu verzeichnen.

Am Krofdorfer Weg versuchten heute Nacht mehrere Herrchen, welche der Polizei nicht unbekannt sind, ihre Bravour an Fensterläden rc. zu zeigen, wurden aber durch den herzueilenden Hauseigenthümer, welcher mit einem Lattenstück demonstrirte, in die Flucht geschlagen. Querfeldein ging Der tolle Lauf und verlor hierbei einer der Excedenten seine Behaup­tung, welche als corpus delicti aufgehoben wurde.

DenNeuen Hess. Volksbl." zufolge wäre Herr Hofg.-Direktor Hahn zum Direktor des Oberrechnungshofes in Darmstadt designirt worden.

Vermischtes.

Vilbel, 23. Juni. Gestern Morgen um 4 Uhr erschoß ein hiesiger Maurerpolier seine Frau und dann sich selbst. Die auf die Schüffe in die Wohnung geeilten Hausbewohner und Nachbarn fanden beide bereits todt, die Frau mit einem Schuß in die Schläfe, während der Verbrecher selbst deren zwei auf sich abgefeuert, einen in die Schläfe und einen in die (Stirne. Neben der Mutter lag ein vierjähriges Mädchen in tiefem Schlaf, welches von der gräßlichen That seines Vaters nichts wahrnahm. Das Motiv zu dem Verbrechen soll Arbeitslosigkeit und in deren Folge häufige häusliche Zwistigkeiten gewesen sein. Die Leiche des Mannes wurde diese Nacht noch in die Änotomie der Landesuniversität Gießen abgeltefert.

Moderne Recomm andation.MeinHerr", sagte Lieutenant X. auf dem Dalle zu einem fremden Herrn,ich finde es sehr sonderbar, daß Sie mit so auffallender Gering­schätzung die Toilette meiner Damen mustern und muß deshalb um Aufklärung bitten." Der so angeredete Herr reicht dem Herrn Lieutenant lächelnd seine Karte. Mit ängstlichen Blicken folgten die gemusterten Damen den beiden Herren; endlich sagt die Eine:Mein Gott! Sie werden sich doch nicht einer solchen Lappalie wegen schlagen wer ist der Herr, den Sie gefordert?" Lieutenant: (die Karte lesend)Sebastian Zwirngruber Damenschneider."

Wetterbeobachtung Zu einem Freunde, der gern ein Glas Wein über den Durst trank und gerade ein Pflaster auf der Stirn trug, sagte ein anderer:Woher diese Wolke auf Deiner Stirn?"Ach, die ist noch vorn gestrigen Nebel."

handel und Verkehr.

Gießen, 21. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X 0,80 bis X 0,90 Hühnereier, per Stück 5 Gänseeier, per Stück H, Enteneier, per Stück 6 L), Käse, per Stück 59 H, Käsematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 18 Linsen, 1 Liter 20 Tauben, das Paar 65 Hühner, per Stück X 1.25, Hahnen, per Stück X 1,20, junge Hahnen, per Stück X Enten, per Stück X 1,85, Kartoffeln, per 100 Kilo X 8, Zwiebeln, per Centner X 21, Milch per Liter 16 u. 18 H, Ochsenfleisch 70 H per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 5660 Hammelfleisch 6v70 H, Schweinefleisch 56 60 Kalbfleisch 46-50 Kirschen per Pfd. 35

Frankfurt, 23. Juni. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1, X 39, Nr. 2, X 37, Nr. 3 X 31, Nr. 4 X 27, Nr. 5 X 21. Roggenmehl o/< (Berliner Marke) X 21 50, do. I (Berliner Marke) X 19.5020, do. II (Berliner Marke) X 14.5015.50. Weizen, effectiv hiesiger ab Bahnhof hier X 21.25, ab unserer Umgegend X 20,75, do fremder je nach Qualität X 19,50 20,50, Roggen, je nach QuÄitgt X 13 15.50, Gerste X 16,5017,50, Hafer X 14 15,25, Kohlsamen X, Erbsen X 1927, Wicken X 1416, Linsen X 1736, Bohnen, weiße, X 19.50, Noggenkleie X, Weizenkleie, grobe und feine X, Rüböl, Detail, X 62. Stimmung todt. Dringenv offerirt Hauptsächlich gefragt war (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.)

Frankfurt, 23. Juni. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ea. 400 Ochsen 230 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 6668, 2. Qual. X 5862, Kühe und Rinder 1. Qual. X 5658, 2. Qual. X 4851, Kälber 1 Qual. X 5355, 2. Qual. 4851, Hämmel 1. Qual. X 6062. 2. Qual. X 5455. Schweine das Pfd. 53 H.

Allgemeiner Anzeiger.

Donnerstag den 26. Juni: <4255

2. Abonnements - Coneerl.

Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pfg.

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In Gemäßheit der §§ 22 und 23 der Statuten des Vereins zur Unterstützung und Beauffichtiaung der aus den Straf­anstalten Entlassenen tm Großherzogthum Hessen werden die Mitglieder und Freunde des Vereins zur

Zwanzigsten Generalversammlung in dem Nathhausfaal (in der alten Realschule) zu Gießen aus Dienstag den 1. Juli d. I., Vormittags 11 Uhr, hierdurch eingeladen.

Darmstadt, den 23. Juni 1879.

Gro'cherzogliche Centralbebörde des Vereins.

I. V. d. P.:

______________Dr. Zimmermann._____

Kindergarten.

4188) Unterzeichnete erlaubt fich ihren Kindergarten in empfehlende Erinnerung zu bringen und bittet die ge­ehrten Eltern um recht rege Betheiligung.

Melanie Härtel.