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Dienstag, den 25. Februar

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Str. 47

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Bekanntmachung

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P^eiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

den Obstbaumwärter - CurfuS an der Ackerbauschule des landwirthschaftlichen Provinzial-Vereins Oberheffen zu Friedberg pro 1879 betreffend.

Zur Ausbildung tüchtiger Obstbaumwärter wird im laufenden Jahre wieder ein Obffbaurnwärter-Cursus dahier abgehalten werden. Es umfaßt ter Kursus die Zeit vom 10. März bis 9. April laufenden Jahres einschließlich, sowie im Herbste vom 7. bis 30. August. Der Unterricht wird von tüchtigen Lehrkräften eriheilt und umfaßt: 1) Geschäftsrechnen und kleinere Geschäftsaufsätze, wöchentlich 4 Stunden; 2) Bodenkunde und Düngerlehre, wöchentlich 2 Stunden; 3) Bau und Ernährung der Pflanzen, wöchentlich 2 Stunden; 4) Obstbaulehi e, wöchentlich 4 Stunden; 5) Obstkunde, wöchentlich 2 Stunden; 6) praktische Hebungen, wöchentlich 20 Stunden. Der Unterricht wird durch eine reiche Sammlung der besten Lehrmittel und Instrumente unterstützt. Die praktischen Hebungen werden nach emem bestimmten Plane in dem zu diesem Zwecke angelegten pomologischen Garten der Ackerbauschule vorgenommen, wie auch außerdem mehrere größere Obstbaumschulen dahier zur Benutzung kommen. Wöchemlich findet eine Excursion nach benachbarten größeren Baumanlagen statt. Der Hnterricht wird unentgeltlich ertheilt. Für Kost und Logis haben die Schüler selbst zu sorgen. Wollen Schüler in freien Stunden in bm pomologischen Garten thätig sein, so erhalten sie hierfür entsprechende Zahlung. Anmeldungen sind möglichst bald und längstens bis zum 5. März laufenden Jahres an das unterzeichnete Curatorium oder an Herrn Reallehrer Würth dahier einzureichen. Etwaige Anmeldungen bei den landwirthschaftlichen Bezirks­vereinen oder den Großherzoglichen Bürgermeistereien bitten wir uns gefälligst übermitteln zu wollen.

Friedbera. den 8. Februar 1879. Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg:

vr. Braden. Küchler. Schmidt.

RedactioirSbirreairr 1 B

emMHonSbu««»: i «ch»lstr«ße v. 18.

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Anzeige - uib Amtsblatt für btn Kreis Gieße«.

Deutschland.

Darmstadt, 22. Februar. Das Großherzogltche Regierungsblatt (Beilage Nr. 4) enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Alzey, die Besoldung des Großherzoglichen Rabblnen zu Alzey betreffend.

2. Nachtrag zur Hebersicht der für das Jahr 1879 genehmigten Umlegen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religtonö - Gemeinden des Kreises Erbach.

3. Hebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Comrnunal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Mainz.

4. Hebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Dieburg.

5. Hebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Groß-Gerau.

6. Hebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Büdingen.

7. Ordensverleihungen.

8. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- anädigst geruht: am 4. Febr. der am 16. Jan. d. Js. durch die Stadtver­ordneten zu Darmstadt erfolgten Wahl des seitherigen Stadtverortneten Hof­maurer Ludwig Riedlinger zum Bürgermeisterei-Beigeordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt die Bestätigung zu ertheilen.

Am 28. Jan. wurde dem Schullehrer Gustav Nungeffer zu Wimpfen a. B. die erledigte Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Bleidenrod, am 1. Febr. wurde dem Schullehrer Friedrich Haustein zu Roßdorf eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Beffungen, am 8. Febr. wurden den Schulamts-Aspiranten Franz Wilhelm aus Ktrchheim-Bolanden, im Königr. Bayern, und August Wolf aus Petterweil Lehrerstellen an der evangelischen Schule zu Vilbel Übertragern ^he^andsversxtzungen. Am 1. Febr. wurden der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Pfeddersheim Philipp Jacob Breunig, der Schullehrer an der evang. Schule zu Gundersheim Georg Wollpert, der Schullehrer Johann Rödelsperger zu Lollar, am 4. Febr. der Schullehrer an der Gemeinde­schule zu Biblis, Martin Platz, aus ihr Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.

10. Sterbefälle. Gestorben sind: am 13. Decbr. 1878 der Schul­lehrer Caspar Heinrich Maul zu Lauterbach; am 10. Jan. 1879 der Hos- musiker Christian Petry zu Darmstadt; am 11. Jan. der Schullehrer Franz

AU Avvenheim; am 12. Jan. der Obersteuerrath Franz Wörner zu Darmstadt; an dems. Tage der Steuerrath t. P. Karl Wilhelm Pabst zu Darmstadt; am 16. Jan. der evang. Pfarrer Kirchenrath Georg Philipp Julius Heinemann zu Birkenau; am 25. Jan. der kath. Pfarrer Adam Schuster zu Dietersheim; am 27. Jan. der Major a. D. Ludwig v. Zangen zu Darmstadt.

Berlin, 21. Februar. DerReichs-Anz." veröffentlicht eine Verord- nuna betreffs Maßregeln zur Sicherung gegen das Eindringen der Pest auf dem Wege des Seeverkehrs; dieselbe bestimmt: Aus russischen Häfen kom­mende Schiffe und die darauf befindlichen Personen und Maaren find nicht eher zu freiem Verkehr zuzulaffen, als bis durch strenge Sanitäts-Jnspection der Gesundheitszustand an Bord sepgestellt ist. Wenn kein Pestkranker oder Vestverdächtiger vorhanden ist oder während der Fahrt vorhanden war, ist das Schiff zu freiem Verkehr zuzulaffen. Sind während der Fahrt Pestsälle oder

pestverdächt'ge Todesfälle vorgekommen, so find die Schiffe, Kleidungsstücke und Effecten strengstens zu desinficiren, Pestkranke sofort in ein Lazareth oder isolirtes Local zu bringen, Pestverdächtige von Pestkranken streng zu trennen und 7 Tage im Lazareth zu beobachten und dann im Falle der Nichtbestätigung des Verdachtes zu entlaffen. Pestkranke verweilen daselbst bis zur Genesung. Die übrigen Bestimmungen betreffen die Behandlung der aus Schiffen vorge­fundenen Leichname und Waaren.

Berlin, 22. Febraur. Reichstag. Eingegangen ist ein Schreiben des Fürsten Bismarck mit dem die Aufhebung des Art. 5 des Prager Friedens betreffenden Vertrage. Das Haus setzte die Berathung ves österreichischen Handelsvertrages fort. Oechselhäuser trat den Aus- führung"n Lowe's "und. .'.nnmackers in der gestrigen bezüglich vorgestrigen Sitzung entgegen, bestritt, daß die wirchschaftliche Nothlage vurch handelspolitische Maßnahmen zu beseitigen sei und bekämpfte Die Ansicht, daß man durch Zollerhöhung zu günstigeren Verhältniffen mit Oester­reich gelangen könne. Derselbe bekämpfte ferner das System der Kampfzölle und die Einführung einer allgemeinen Eingangsabgabe, v. Kardorff polemistrte gegen die Ausführungen Richter'« und Bambrrger's und betonte die Nothwendigkeit von Schutzzöllen für die nothletdende Industrie, bestritt, daß der Aufschwung der Industrie seit 1865 der bisherigen Handelspolitik zu danken gewesen, und trat für Getreidezölle ein. Delbrück erklärte, er würde sich keinen Augenblick be­sinnen, von seinen Ansichten zurückzutreten, wenn er zu der Ueberzeugung gelangte, daß dieselben den Interessen des Landes zuwider seien. Er würde schweren Herzens, aber, wenn erforderlich, dennoch sich von den Wegen des Reichskanzlers trennen. Delbrück gab hierauf einen historischen Rückblick über die Entwickelung der Zollvereins-Politik, betonte die Nothwendigkeit einer export­fähigen Industrie und erörterte die Bedeutung des französischen Handelsvertrags. Ein poli­tischer Gesichtspunkt sei dabei nicht maßgebend gewesen. Man habe dieselbe Jmportvergünstigung wie England gewollt und erkannte die Nothwendigkeit einer Revision des Zolltarifs. Mit dem Vertrage sei die Aufgabe, mit möglichst niedrigen Sätzen möglichst hohe Einnahmen zu erzielen, erreicht worden. Delbrück wies ziffermäßig die Zunahme des Exports seit 1865 nach. Die wirtschaftliche Nothlage existire gleichmäßig in protektionistischen wie in freihändlerischen Ländern. Die Handelsgesetzgebung bei uns sei daher nicht dafür verantwortlich.

Abg. Stumm richtet sich gegen einzelne Ausführungen Delbrück's und Bambrrger's und nimmt die Eisen-Enquete-Commission gegen den Vorwurf der Parteilichkeit in Schutz, v. Hell­dorf (deutsch-cons.) erklärt, er werde die Stellung seiner Partei bei einzelnen concreten Anläffen präcisiren. Damit schließt die Discussion und man beginnt sofort die zweite Lesung. Bei der Special-Discussion wünscht Hammacher Auskunft, ob ein Conventionaltartf mit Frankreick in Aussicht stehe. Minister Bülow erklärt, er bebaute, keine genaue Auskunft geben zu könn-n, halte es aber für sehr unwahrscheinlich, daß, nachdem die Handelsbeziehung mit Frankreich anderweitig geregelt worden, man einen Conventionaltarif in irgend einer Weise in Aussicht nehmen könne. Auf eine Antwort Richter's (Hagen) erklärt Präsident des RetchskanzleramteS Hofmann: Jetzt schon erklären, man werbe nie wieder Durchgangsabgaben einführen, würde bei dem etwaigen Abschluffe neuer Handelsverträge nicht vortheilhaft sein. An der weiteren Debatte, die vornehmlich Fragen der Meistbegünstigungs-Klausel, des Veredelungsverfahrens und des Differentialtarifs betrifft, nehmen v. Kardorff, Bamberger, Stumm, Graf Udo Stolberg Theil. v. Stauffenberg bemerkt, die Bestimmung, wonach die Beschlagnahme von Eisenbahn- material auf dem Gebiete eines anderen Landes nicht stattfinden solle, habe in Süddeutschland große Erregung hervorgerufen. Präsident Hofmann erwidert, die Regierung habe diese Con- cession nur im Hinblick auf Den Artikel 15 ertheilt, worin Oesterreich in den dort bewilligten Zwangsmitteln eine Gegenconcession gemacht habe. Bei der Erneuerung der Verträge werde die Regierung dahin wirken, daß die Bestimmung des Artikels 17 nicht wieder ausgenommen werde. Drr Vertrag wirb hierauf genehmigt. Nächste Sitzung Dienstag.

Berlin, 22. Februar. DerReichs-Anz." meldet: Die vorgestern in Zarizin eingetioffene Commission deutsch-österreichischer Aerzte, denen fich un­terwegs auch ein schwedischer und ein norwegischer ärztlicher Delegirter an» schloffen, beabsichtigte morgen nach dem Pestgebiete weiter zu reisen. Griechenland ermäßigte die Quarantäne für türkische Provenienzen auf 5, für die aus dem Asow'schen Meere und aus russischen Häsen des Schwarzen Meeres kommenden Schiffe auf 11 Tage.

Berlin, 22. Februar, Vormittags. Feldmarschall Graf Roon ver» brachte eine sehr unruhige Nacht; augenblicklich schläft derselbe in Folge von Schlafmitteln. Se. Maj. der Kaiser machte dem Feldmarschall gestern Abend einen Besuch.

Berlin, 23. Februar. DerNordd. Allgem. Zig." wird aus Ober- f(hielten gemeldet, daß eine imposante Kundgebung zu Gunsten der nationalen Wirthschaftspolltik des Reichskanzlers dort vorbereitet wird. Am 5. März soll in Oppeln zu diesem Zwecke eine große oberschlesische Landesversammlung stattfinden.