Einzelbild herunterladen

bet uns sogar die römische Curie einen großen politischen Erfolg errungen, so ist es natürlich, daß die Siegeszuversicht der Römlinge in Frankreich um so mehr wächst, je mehr die Republik ihre Entscheidung verzögert. Der Radi­kalismus, welcher vorwärts drängt, demonstrirt bereits sehr unliebsam, wie die Pariser Gemeindewahlen beweisen, und die Frage der vollständigen Am­nestie wächst in bester Form zu einer Cabinetsfrage heran. Allerdings besagen die neuesten Nachrichten, daß Gambetta seinen Einfluß zu Gunsten der herr­schenden Zustände geltend macht, aber die Sprache des Pöce Duchöne läßt bereits die Möglichkeit ahnen, daß die radikalen Elemente eines schönen Tages auch über Gambetta zur Tagesordnung übergehen könnten.

Zu alledem tritt ein wirthschaftltches Unbehagen. Bis jetzt hat Frank- reich die fünf Milliarden, die ihm abgezapft worden sind, nicht vermißt; die sogenannten unerschöpflichen Hülfsmtttel des Landes, erzählte man, haben das Deficit längst ergänzt. Die Börse und die großen Ftnanzmächte sollen dafür gesorgt haben, daß ein großer Thetl des Geldes nach Frankreich zurückgeflosien ist. Das mag sein. Aber Frankreich hat in den letzten Jahren eine ziemlich schwungvolle Gründeret betrieben, und wer die Republik für sparsam hält, irrt sich gewaltig. Thatsächlich taucht das Gespenst des Krachs auf. so sehr auch das französische Großkapital sich noch sträubt, an seine Nähe zu glauben. An der Börse und im Geschäftsleben zeigen sich finanzielle Schwierigkeiten, wie sie einer Aera Phtltppart folgen müssen. Allem Anschein nach beginnt das Großkapital sich zu salvtren und bei diesem Rettungswerke liegt es in seinem Jnteresie, das Vertrauen auf die finanziellen Zustände noch aufrechtzuerhalten. Gelingt das aber auf die Dauer nicht, so erwächst der jungen Republik sicher­lich daraus eine Verlegenheit, die auch eine hohe politische Bedeutung haben wird.

Deutschland.

Darmstadt, 20. October. Das Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 22) enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Erhebung und Controltrung der Uebergangsabgabe von Branntwein, sowie die zur Ausfertigung und Erledigung von Uebergangsschetnen ermächtigten Stellen betreffend.

2. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Heppenheim, die Er­hebung der Umlagen in der Gemeinde Neckar-Hausen pro 1879 betreffend.

3. Ordensverleihungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädtgst geruht: am 11. August dem Schullehrer zu Steinbach, Konrad Bie- denkapp, und dem Schullehrer zu Wonsheim, Johannes Schopp, am 31. Aug. dem Schullehrer zu Elpenrod, Georg Jäger das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste", am 17. Septbr. dem ersten Landgertchtsdtener bei dem Landgerichte Fürth, Franz Karl Coutu, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für 50jährige treue Dienste", am 29. Septbr. dem Hausbeschlteßer und Portier im Justizgebäude zu Mainz, Ludwig Schmidt, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für 50jäh- rtge treue Dienste" zu verleihen.

4. Namensveränderung. Am 11. Septbr. wurde der Auguste Marga­rethe Bauer aus Besiungen gestattet, daß dieselbe statt ihres seitherigen künf­tighin den Familiennamen Engel führe.

5. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 7. Septbr. dem evang. Pfarramts-Candidaten, Hermann Weigold aus Auerbach, die evang. Pfarrstelle zu Walldorf zu übertragen.

Am 29. August wurde dem Lehrer an der Gemetndeschule zu Bechtheim, Philipp Weiß, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Egelsbach übertra­gen ; am 31. August wurde der von dem Fürsten zu Bsenburg-Blrstein auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kefenrod präsentirte Schulamtsaspt- rant, Alexander Heist aus Kirch-Beerfurth, für diese Stelle bestätigt; am 2. Septbr. wurde der prov. Reallehrer, Otto Feder zu Darmstadt, mit Wir­kung vom 16. October l. Js. an zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt unter Belastung in der Kategorie der Volksschullehrer ernannt; am 4. Septbr. wurde dem Philipp Reinhard Wlßner aus Groß-Buseck das Patent als Geo­meter 2. Klaste für den Kreis Gießen ertheilt; am 5. Septbr. wurde der von der Frau Gräfin zu Erbach Fürstenau auf die Lehrerstelle an der Gemetnde­schule zu Steinbuch präsentirte Schulamtsaspirant, Ernst Winter aus Nieder- Modau, für diese Stelle bestätigt; am 11. Septbr. wurde dem Schulamts­aspiranten, Heinrich Loch aus Otterbach, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heblos übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach Erbach auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schön­nen präsentirte Schulamtsaspirant, Heinrich August Escher aus Richen, für diese Stelle bestätigt; am 15. Septbr. wurde dem Schulamtsasptranten, Hein­rich Malst aus Mestenhausen eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirsch­horn, dem Schulamtsaspiranten Peter Nicolai aus Ober-Mörlen, eine Lehrer­stelle an der kath. Schule zu Hirschhorn, am 16. Septbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Julius Krebs aus Ober-Mörlen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Roden, am 26. dem Schullehrer, Johannes Löffler zu Nieder - Seemen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bernsburg übertragen.

6. Charakterertheilungen.

(Schluß folgt).

Berlin, 22. October. Soeben fuhr Kaiser Wilhelm im offenen Wagen und dem Auschelne nach wohl und munter vom Potsdamer Bahnhofe zum Palais. Das Volk jubelte ihm zu und hatte zu diesem Jubel mehr Ver- anlasiung, als es vielleicht wußte. Der Kaiser hat auch diesmal seine eigenen Erfindungen bei Sette gesetzt und ist dem strengen Gebote der Pflicht ge­folgt, indem er nach schwerem Kampfe der vom Reichskanzler in Wien tn- augurirten Politik seine Zustimmung und Unterschrift ertheilt hat. Von dem Tage an, wo Fürst Bismarck nach Berlin zurückkehrte, bis zu seiner Abreise nacd Varztn, hat unser Staatsleben eine der schwersten Krisen durchgemacht. In der ersten Sitzung des Staatsministeriums, wo angeblich von der Reform unserer Verwaltung die Rede gewesen sein sollte, wurde über ganz andere Dinge verhandelt; der Reichskanzler und Ministerpräsident hielt einen tief- durchdachten Vortrag über die Lage Deutschlands und Europas und über die inneren und äußeren Gefahren, denen eS vorzubeugen und nöthigenfalls ent­gegenzutreten gilt. Diejenigen, die diesen Vortrag anhörten, wurden davon sehr ergriffen und versichern, wenn der Fürst öffentlich so gesprochen hätte, würde ganz Deutschland ihm zugejubelt haben. Mit dem vielbesprochenen Ver- trage zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn verhält es sich folgender­

maßen: Nachdem Bismarck und Andraffy sich vollständig geeinigt hatten, wurde in Gegenwart des Kaisers Franz Joseph über diese Vereinbarung ein Protokoll ausgenommen und von diesem Protokolle zwei Exemplare ausge­fertigt, jedes dazu bestimmr, von einem der beiden Kaiser unterschrieben zu werden. Das gesammte preußische Staatsministertum wurde vom Fürsten Bismarck von der Nothwendigkeit jenes hochwichtigen politischen Schrittes überzeugt und machte gemeinschaftliche Sache mit ihm. Graf Stolberg reiste nach Baden-Baden, um die Zustimmung des Kaisers zu erlangen. Für den Fall der Nichtgenehmigung lag das Entlassungsgesuch des Reichskanzlers im Cabinet des Kaisers. Man kann sich denken, daß der Kaiser, der stets durch die innigste Freundschaft mit dem russisch:» Hof verbunden war, sich nur sehr schwer entschloß, ein Abkommen zu genehmigen, das zwar nur friedliche Zwecke verfolgt, aber doch möglicherweise uns in einen Kampf mit Rußland verwickeln könnte. Dem Grafen Stolberg gelang es bet seiner achttägigen Anwesenheit, die Bedenken deS Kaisers zu überwinden. Seine Majestät hat seine Zu­stimmung und Unterschrift ertheilt. Ob dies ganz in der ursprünglich beab­sichtigten Weise geschehen ist oder ob, um die Gefühle Sr. Majestät zu schonen, irgend eine Aenderung beliebt ist, taffen wir dahingestellt. Genug, es handelte sich hierbei um eine bloße Förmlichkeit, auf die nur diejenigen Gewicht legen können, die den ganzen Zusammenhang nicht kennen. Allem wichtig ist, daß Kaiser Wilhelm ebenso wie Kaiser Franz Joseph seine allerhöchste Zustimmung und Unterschrift ertheilt hat, und zwar, wenn wir recht unterrichtet sind, am 15. d. M. Die übrigen Mitglieder der kaiserl. Familie sind mit den Wiener Abmachungen und der Politik des Reichskanzlers vollkommen einverstanden.

Hrrglaud.

London. In einem Schreiben an den Verein zum Schutze von Ein­geborenen klagt Bischof Colenso von Natal über die Behandlung der Zulus und erzählt, wie Cetewayo's Schlupfwinkel den britischen Truppen bekannt geworden sei.Nachdem der König von berittenen Truppen nach allen -Leiten hin zwei Monate lang gehetzt worden war, wurde schließlich folgendes Mittel von dem großen englischen General zu seiner Gefangennahme angewandt denn Lord Gifford hat ohne Zweifel auf Weisung gehandelt. Fünf Zulus wurden gefangen und peinlich tn's Verhör genommen, wo der König sich ver­berge. Die Leute bestanden auf ihrer Erklärung, daß sie nicht wüßten, wo er sei, worauf sie sämmtlich mit der neunschwänzigen Katze ausgcpeitscht wurden; mit welchem Rechte, möge jeder Engländer sich beantworten. Sie ertrugen die Peitsche und weigerten sich noch immer, ihres Königs Schlupfwinkel zu verrathen. Zweien derselben gelang es, zu entfliehen. Dann wurde folgendes Mittel zur Anwendung gebracht, das in diesem Kriege schon einmal probirl worden war: Man führte sie mit verbundenen Augen Jeden auf einen beson­deren Fleck, feuerte zwei Flintenschüsse ab, so daß jeder Einzelne glaubte, seine beiden Kameraden seien erschossen worden. In dieser Weise wurde das Ge- heimntß von Einem oder Mehreren erpreßt. Ich bin neugierig, ob dieses würdige Verfahren in den Blaubüchern richtig vermerkt werden wird." Was die Beruhigung des Zululandes betrifft, so glaubt Colenso, daß Wol- seley's Verfügungen vollständig Fiasco machen werden; er selbst empfiehlt, den König nach etwa einem Jahre wieder einzusetzen, selbstverständlich mit gehörig beschränkter Gewalt, unter einem britischen Residenten, der ein englischer Gentleman von Charakter und Fähigkeiten sein müsse. Vorläufig sollten die Zulus sich selbst überlassen bleiben, mit einem weißen Residenten in der Person des Herrn Wheelwright, eines jungen Mannes, der in der Colonie erzogen wurde. Auch erinnert Colenso daran, daß Cetewayo einen Sohn habe, der vielleicht auf der Flucht bei seines Vaters Gefangennehmung getödtet worden, der aber auch noch am Leben sein und dann ein wichtiger Factor in der Ge- schichte des Zululandes werden könne.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Korrespondenz Bureau.

Berlin, 22. Octbr. Der Kaiser ist heute Morgen 103/t Uhr, von den Prinzen Friedrich Karl und Georg, dem Erbprinzen und der Erbprinzesfin von Meiningen, dem Polizeipräsidenten und dem Commandanten von Berlin am Babnhof empfangen, hier eingetroffen.

München, 22. Ocober. Die Abgeordnetenkammer lehnte in ihrer heutigen Sitzung nach längerer lebhafter Debatte mit großer Majorität den Antrag Daller's, betr. die Einführung einer Wein- und Branntwetn-Consum- steuer, ab.

Wien, 22. October. Meldung derPolit. Corresp." aus Konstan- tinopel: In der griechisch-türkischen Conferenz, welche heute stattfinden sollte, beabsichtigten die türkischen Commissäre ein neues Memorandum über die terri­torialen Zugeständnisse an Griechenland vorzulegen. Savfet Pascha bleibt erster türkischer Commissär. Derselbe soll auf die Ernennung als oberster Jnspector der Reformen verzichten wollen.

New-Aork, 22. Octbr. In einer hier gehaltenen Rede erklärte Staatssecretär Evarts: Wenn das allgemeine Stimmrecht gefährdet werden sollte, so werde das Volk dasselbe aufrechtzuhalten wissen wie bisher. Die Nation habe dem General Grant nach dem Secessionskriege die höchsten Ehren verliehen. Wenn die Landesfreiheit nochmals bedroht werden sollte, so werde das Volk seine Wohlfahrt abermals dem Bürger anvertrauen, der die Wahl­rechte des Volkes am besten aufrechterhalten kann. Meldung aus Mexico vom 15. d.: Justo Benitez, hervorragender Candidat für den Präsidenten. Posten, ist zum Minister des Auswärtigen ernannt.

Pes^h, 22. Octbr. Das JournalEllenör" thetlt über den Voran­schlag des Staatshaushaltes für nächstes Jahr aus verläßlicher Quelle Fol- gendes mit: Das Deficit ist auf 15 Millionen, mit Einschluß der bosnischen Ausgaben auf 17 Millionen berechnet. Als Einnahme aus der Transport- steuer kommen eine Million und einige Hunderttausend in Ansatz, 800,000 mehr als im Vorjahr. Die Lottogewinnfteuer wird erhöht. An Einnahmen aus der Militärtaxe werden 2 bis 2i/3 Millionen erwartet.

Wien, 22. Octbr. Für die vom Herrenhause zu erlassende Adresse liegen Entwürfe der Majorität und der Minorität der Commission vor. Der Majoritäts-Eutwurf begrüßt mit Befriedigung den Eintritt der Czechen in den Reichsrath und erblickt hierin eine Stärkung der Reichsvertretung und Aner­kennung des Rechtsbodens der Verfassung. Es wird die Hoffnung ausge­sprochen, daß die gemeinsame Thätigkeit Aller die Einheit der Ueberzeugung auch rückstchtlich jener Verfassungs-Principien herbetführen »erbe, welche das Herrenhaus seit seinem Bestände vertreten hat, und schließlich nachdrücklich

Belau

Dir Fntigu räumunz von städtischen M anfdjiaflt w \

Montag i

$onni ta alten Ra öetben.

Nrn, den

Sw 5

Men ein "

«= SLriieb z

__ (Sine M rxiMMi Wen« rtiiuien. w antwort. - Lt: »Da müsse oftjotiet wiederum lajrf DonneNvMi «ale: Wen wähle Ahl an?" scheit! Rotte: Da ich »' Ut nicht gut ablet

B er Un-

Lei zu beschäftige fein. Die Polizei! Luarialwechsel in iguigfeit oder ein Meldeamt weiterge Lung eingelaufen, n pflichtigen kiargefie! einem Handweiter RubrikStand ode betreffende Handwer einer Nahem, ach - 3u8 Br gchlenswerlhe Gone cm Worten geschlos diese Frage gegeben heimtückischen Typh diesmal hinreichend wird, damit auch Gemeinten verlang gebrochenen Thphu sehe, wie er dar werten an ber hoffe nicht, Laß in noch nicht darnach Die Gontfponbenj werth sein.

- Der Uri Ztg." schreibt, allen 1 October früh h

-Ltz: ~__bei

Weia

sowie I il Schla9ra "geszeit 69*)®°*

^5ne fr 8ub < 1nW stadt 100 (

""^troffen.

A.

J^tll

s*1 Sn