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Betont die Erfüllung der patriotischen Obliegenheiten könne gefördert werden, men'i der Wohlfahrt und Kraft des Reiches jeder andere Wunsch untergeord- nct werde Der Minoritätsentwurf, welcher im Wesentlichen dem Inhalte ber Thronrede entspricht, erkennt in dem freudig begrüßten Eintritte der ßie&en einen entscheidenden Schritt auf dem Wege der sehnlich erwünschten Nerständiauna, Versöhnung und Zusammenwirkens aller Völker auf dem gemein, ^men ®obei? ber Verfassung- - DasFremdenblatt" bemerkt: Beide Adreß. Entwürfe tragen den Stempel der Mäßigung und des Entgegenkommens und haicn offenbar das Bestreben, jedem Conflict den Boden zu entziehen. Die auf den Eintritt der Czechen bezüglichen Stellen derselben bilden den eigent­lichen Unterschied zwischen beiden Entwürfen, doch wird man in selbigen un. möglich einen principtellen Gegensatz entdecken können.

Lokales.

Gießen, 23 October. Sicherem Vernehmen nach hat Großh. Ministerium dem An­lage des Zkrisamtes entsprechend genehmigt, daß die Rindvtehmärkte zu Gießen und Grünberg Vieder abgehalten werben dürfen.

Vermischtes.

- (Eine Wahl. Anekdote.) In der ersten Klafft eines Bezirks ist nur ein Urwähler ^schienen.Wen wählen Sie?« lautet die Frage des Wahlvorstehers. - «Mich selbst war N Antwort Nehmen Sie die Wahl an?"Nun nein!" Der Wahlvorstand lächelt- Da müssen wir gleich noch einmal wählen: Wen wählen Sie?" »Mich selbst", onUvortet"wiederum der Gefragte.Also Sie nehmen die Wahl an?Nein I Ein lettes Donnerwetter" entfährt den Lippen des gepeinigten Wahlvorstehers.Also -um dritten Male-" Wen wählen Sie?" - Mich," lautete die stereotype Antwort.Nehmen Sie die Wahl an?" schreit Jener wüthend. Da bläht sich der Urwähler auf und spricht die geflügelten Worte: Da ich dreimal durch das Vertrauen meiner Mitbürger berufen bin, kann ich wirklich p&t nicht ^gut ablehnen ®9etnen"?) Mit dieser Frage hatte sich dieser Tage unsere Po. (hei zu beschäftigen und die erlangte Lösung dürfte wohl auch für unsere Leser von Interesse sein. Die polizeilichen An- und Abmeldungen der zu- und abgezogenen Personen laufen beim Quartalwechsel in solcher Menge ein, daß es wohl verzeihlich ist, wenn hierbei eine Unge. nauiakeit oder ein Fehler im Revierbureau durchschlüpft und von dort an das Einwohner- Meldeamt weitergegeben wird. So ist dieser Tage beim letztgenannten Amt eine kuriose Mel­dung einaelaufen, welche erst durch Rückfrage bei dem Revier, beziehungsweffe bet dem Anmelde­pflichtigen klargestellt werden konnte. In dem gedruckten Anmeldeformular wurde nämlich von einem Handwerker ein Fräulein N. R. als Aftermietherin zugezogen angemeldet und in der Rubrik . Stand oder Gewerbe" buchstäblich angeführtG etnen^. Auf Sefragen eitlaite der betreffende Handwerker, daß er mit jener Bezeichnung die Beschäftigung seiner Aftermietherin, einer Näherin, ausgedrückt wissen wollte; es soll heißen : ,G eht nahen.

Aus Braunschweig erhielt dieMagdb. Ztg. in voriger Woche folgende bc- achtenswerthe Korrespondenz:Sie haben neulich einen Artikel über Arbettsverhaltniffe mit Den Worten geschloffen: Was wird da der Winter bringen? Die erste Antwort, d.e auf diese Frage gegeben werden muß, lautet leider: B eitler pest. Es sind bereits Falle des heimtückischen Typhus aufgetreten und es darf wohl von den Behörden erwartet werden, daß diesmal hinreichende Vorsorge für Unterkunft der Kranken in besonderen Raumen getroffen wird, damit auch die Gesunden möglichst geschützt sind, gejenet toatf too^l von den einzelnen Gemeinden verlangt werden, daß sie nicht wieder der skandalösen Praxis folgen, ziiftmn""' gebrochenen Typhuskranken über die Dorfgrenzen zu schaffen, damit der druckbar weiter sehe, wie er damit fahre. So sind - es muß an diese herzerschütternde Thaisache erinnert werden an den Heeresstraßen die Leute ohne Hilfe und ohne Trost elend umgekommen. Man

koste nicht, daß in diesem Winter sich die Arbeitsverhältniffe bessern werden; es sieht wahrlich moch nicht darnach aus. Aber darum muß auch bei Zeiten für den Rolhfall gesorgt werden. Die Korrespondenz dürfte auch für viele anvere Gegenden des deutschen Vaterlandes beachtens- toeT^ fein. UTcebeT ber furchtbaren Pulverexplosion in Harburg dürfte, wie dieNat.- Ztg." schreibt, allem Anscheine nach in Berlin, und zwar in der Chartte verstorben ein Am 1. October früh traf nämlich hier mit der Lehrter Bahn ein wie em Schiffer gekleideter Mann

ein, der kurz nach Verlassen des Coupes leblos zu Boden stürzte. Er wurde nach der Charite gebracht, wo er in den nächsten Tagen verstarb. Die Sektion ergab als Todesursache die Ein­nahme vegetabilischen Giftes. Der Umstand, daß der Mann ein Schiffer und seine Beschreibung genau auf den von den Harburger Gerichten erlassenen Steckbrief paßt, läßt vermachen, daß dieser Mann identisch mit dem Urheber der entsetzlichen Katastrophe ist. Die Leiche ist in Folge dessen ausgegraben, um recognoscirt zu werden.

DieN. 3. Ztg." erzählt ein Beispiel brutaler Willkür, welche der Polizeidirector von Uri verübt hat. Eine russische Dame mit ihrem 13jährigen Sohne hatte sich in diesem Spätsommer in einen im Kanton Uri gelegenen Gasthof einlogirt; sie sagte dem Mrth, daß sie nur allmonatlich ihre Wechsel erhalte und erst am Ende des Monats bezahlen könne und werde. Der Wirth indessen verlangte vor Ablauf des Monats Bezahlung. Diese erfolgte nicht und darauf erhielt die Dame eine Einladung, nach Altdorf vor den Landamann zu kommen, der mit ihr zu sprechen habe. Sie erschien, wurde vor den Polizeidirector geführt und von diesem mit ihrem Sohne in's Gcfängniß gesetzt und elf Tage ohne Verhör darin behalten. Dann brachte sie ein Urner Landjäger nach Luzern, wo ihr nunmehr angelangter Wechsel zahlfällig war; hier hatte sie außer der nicht eben bescheidenen Rechnung des Wirthes auch noch ihre Gefangenschaftskosten, sowie den Landjäger für die Transportkosten zu bezahlen, und dann ließ man sie ihrer Wege gehen. Die Dame hat sich nun an die russische Gesandt­schaft gewandt und wird hier ohne Zweifel Schutz und Fürsprache finden. Wenn sich die Sache so verhält, so wird die Betroffene gut thun, vor dem Bundesgericht eine gehörige Ent­schädigungsforderung gegen den Kanton Uri geltend zu machen; da könnte wohl die empfindlichste Lectton für dieses Pascharegiment herauskommen.

(Badegäste in alten Zeiten.) Vor Zeiten muß es in den Bädern wunderliche Gäste gegeben haben. In einem Schriftchendes Politischen Karlsbads Vortrab vom Badearzt Stephan Strowelberger Phil, et Medicinae Doctore, gedruckt 1622 zu Regensburg" heißt eS darüber:Wer baden will ohne Selbstschaden, der muß fein nüchtern im Bade sitzen, damit nicht durch unnöthiges Anfüllen und Ueberfrefftn solcher Nutzen dahinten bleibe. Wider solche Warnung aber handelt insonderlich daö liebe Frauenzimmer, welche ihre horas Canonicas mit mancherlei Schleckerbißlein fein wissen anzustellen, sonderlich wenn sie zur prim, das ist Morgens frühe, wann sie in's Bad hineinsitzen, damit nicht der Leib gar zu gering und vom Wasser empor gehebt werde, sondern fein am Boden bleibe und gewichtig sei, zu Leib nehmen ein Pfann voll Eier in Schmalz mit Butter geschmiert, damit Die Schnatterbüchs desto bester gehe. Es findet solcher Badegräuel aber auch sich bei Mannsleuten vor, welche vor, in und alsbald nach dem Bad sich nicht allein mit allerlei Gefräß wie ein Schwein anfüllen, sondern wohl auch toll und voll sich in's Bad setzen und den Rausch darin ausschlafen. Wer nun unter solche Badeschweine nicht gerechnet sein und unser Karlsbad mit Nutzen gebrauchen will, der merke, im Bade, trink und schlafe nicht und beim Mittagsmahl sei nit gefräßig" auch sollst du nit zu tief und zu lang im Bade sitzen, weil sonst die Schweißpores, sowie Die anderen Löchlein keine Luft von sich geben können." Jedenfalls ist Dr. Strowelberger ein Badearzt gewesen, der von der Lcber weg sprach.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 22. October. (Marktbericht.! Der heutige Heu- und Strohmarkt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität der Gentner JL 2.50 3.60, Stroh 22.80. Butter das Pfund im Großen 1. Oual. JL 0.9000, 2. Qual JL 0.80, im Detail 1 Qual. JL 1.2025, 2. Qual. 1.1015. Eier das Hundert deutsche 6.208, italienische Jl 0.. Ganze Erbsen 100 Kilo 2822, geschälte Erbsen 30-35 Bohnen 2428 4, Linsen 3246 4 Weißkraut das Stück 4, 100 Stück 710 Rothkraut, 1 Stück 10-20 4 Kohlrabi 3 6 4, Kohlkraut 4, Blumenkohl 1 Stück 3060 4, Wirsing 12 4, Kartoffeln 100 Kilo ^67, Zwiebeln 25 Bund - JL. Merrettige 2o Stuck Jl, 1 Stück 4- Ochsenfietiw per Pfund 60 70 4, Rindfleisch 45-50 4- fletsch 5560 4, Kalbfleisch 50 55 4, Stier- und Farrenfleisch 4, Hammelfleisch 40 65 4, Schweinefleisch 4, ein Hahn JL 0.801.30, ein Huhn 1-1.30, eine Ente Jl 1.50 2.20, eine Gans Jl 4.508, eine Taube, 4, Aepfel zum Keltern JL

Schtflteberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 21. October. Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. October von Newyork abgegangen war, ist heute 2 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung heute 4 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Main überbringt 114 Passagiere und volle Ladung.

Bekanntmachung.

Die Fertigung von neuen und Auf­räumung von alten Gräben auf den städtischen Wiesen im Altentisch, ver­anschlagt zu 137 dl. 70 H soll

Montag den 27. Oktober,

Vormittags 11 Uhr, im alten Rathhaussaale versteigert werden.

Gießen, den 22. Oktober 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 6937) A. Bramm.

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Alte werden in Tausch genommen.

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prima, ohne Knochen, empfiehlt

i Emil Mchlmch.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Mit den Packetbestellungsfahrten ist in hiesiger Stadt eine Einsammlung von gewöhnlichen Päckereien in der Weise verbunden, daß die Packet- besteller entweder innerhalb der Häuser selbst, welche sie zum Zwecke der Be­stellung betreten, oder an denjenigen Stellen, wo ihr Fuhrwerk hält, Packete vom Publikum entgegen nehmen und bei der Rückkehr zum Postamt hier abhCfCgür die Einsammlung der Päckereien ist eine zur Postkaffe fließende Gebühr (Einsammlungsgebühr) zu erheben. Diese beträgt:

für ein Packet bis einschl. 5 Kilogr......10

über 5 Kilogr........15 »

Gehören zwei oder drei Sendungen zu einer Packetadresse, so wird für das schwerste Packet vorstehende Gebühr, für jedes weitere Packet aber nur eine Gebühr von 5 H erhoben.

Im Falle der Frankirung der Packete ist das Franko sofort zu entrichten, wenn über die Höhe desselben kein Zweifel obwaltet, anderenfalls wird der Packetbesteller den Frankobetrag bei seiner nächsten Fahrt vom Absender erheben.

Im Weiteren wird allgemein dem Publikum gestattet, durch frankirte Bestellschreiben oder Postkarten bei dem Postamt die Abholung von gewöhn­lichen Packeten aus der Wohnung zu bestellen.

Gießen, den 19. Juni 1879.

Kaiserliches Postamt.

L 0 chmann.

Bekanntmachung.

Die Erhebung der direkten Steuern betreffend.

6938) Die Erhebung der direkten Steuern findet vom 5. bis 25. k. M. November bei Großherzoglicher Distrikts - Einnehmerei Gießen I statt und werden gleichzeitig die Gebühren für das Ab- und Zuschreiben in den Grundbüchern miterhoben.

Gießen, den 21. Oktober 1879.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm._________________

Stets frisch gebrannten Kaffee, 4745) per Pfd. Mk. 1,50, Mk. 1,70 und Mk. 1,90,

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