aus dem englischen Markt in dem nordamerikanischen und californischen Gewächse bereits eine kaum zu bewältigende Concurrenz' erwachsen ist. Für das Brauereigewerbe -selbst wäre die Erhöhung des Zolls von Hopfen, dessen Preise sich für hochfeine Qualitäten, je nach guten oder schlechten Ernten zwischen 170 und 600 bewegen, von keinem Belang.
Zu pos 22. Leinengarn, Leinwand und andere Leinenwaaren.
Für Leinengarn können wir eine Erhöhung der bisherigen Eingangszölle ebensowenig befürworten, wie für Banmwollegarn, weil die deutsche Spinnerei hier ebenfalls dem Auslande die Spitze bietet, was die Rentabilität derselben genugsam nachgewiesen hat- Es würde also auch hier zu Gunsten der verhältnismäßig geringen Anzahl Spinner die sehr umfangreiche Weberei, deren Bedeutung durch die sehr erhebliche Fabrication gemischter Maaren sich noch sehr wesentlich erhöht, sowohl i.n heimischen, wie auch im internationalen Verkehr in einer Weise geschädigt, deren Folgen nur die drückendsten für diese und auch indirect für die Spinnereien selbst werden könnten. Ist es, wie von Fachkreisen hervorgehoben wird, erwiesen, daß die Großziehung der Herstellung von hochfeinen Nummern in Deutschland bei den bisherigen Zöllen nicht möglich war, so könnten wir für diese eine angemessene Zollerhöhung zulassen.
Zu pos. 25. Kaffee und Reis.
Diese Cerealien, welche ein gewohntes Nahrungsmittel auch der unbemittelten Classen der Bevölkerung sind, möchten wir nicht von einer Steuererhöhung betroffen sehen, ganz besonders nicht den letzteren Artikel, welcher in Zeiten der Noth durch Mißernten stets ein wshlthätiges Surrogat für die nothwendigften Lebensmittel Kartoffel, Brod rc. bildete.
Tabak.
Der Tabaks- und Cigarrenfabrikation, welche in unserem Bezirk in sehr großem Umfang vertreten ist, soll eine höhere Besteuerung auferlegt werden, welche nach den vlsherigen, weitgehenden Verhandlungen nicht zu umgehen sein wird. Wir hatten schon bei Beginn der letzten Bewegung auf diesem Gebiete die Gewichtssteuer, welche nunmehr auch durch die Schlußabstimmung der Enquete-Commission empfohlen ist, in emer Eingabe an den Reichstag als das am wenigsten schädigende System bezeichnet, aber zugleich betont, daß es für die Erhaltung dieses hochwichtigen Privatindustriezweigs ^uumganglich nothwendig sei, die Besteuerung möglichst niedrig zu greifen und den Ai^ikel nicht allem dazu anszuersehen, die Bedürfnisse des Reichs zu decken. Inzwischen haben die bekannten Erhebungen in dieser Frage stattgefunden, welche endlich seitens des Bundesraths den Vorschlag eines Zollsatzes in der Höhe von 60 per Centner ^.^./"sultat hatten. Diese Belastung würde aber nach sorgfältiger Prüfung auf das Höchste nachtheilig und beeinträchtigend auf die Fortentwickelung der Industrie wirken und deßhalb keineswegs die Höhe der Einnahmen für den Fiskus ergeben, welche man fich davon verspricht. Schon der Satz von 42 per Centner für fremdländischen Tabak, den die Camphausen'sche Regierungsvorlage seiner Zeit als das Ziel dieser Besteuerung bezeichnete, würde hemmend auf die Fabrikation einwirken, aber im Ver- Äleich zu dem erstgenannten Vorschläge noch einigermaßen als erträglich bezeichnet werden können.
Eingesandt.
_ Dem Einsender des letzten Nachversteuerunqsartikels scheint es entfallen zu sein, daß wir als Organ der hiesigen Arbeiterbevölkerung bereits früher mit einer nahezu 2080 Unterschritt« tragenden Petition unseren Standpunkt dem Reichstag erörtert haben und wird derselbe nicht erwarten, daß wir ibm wegen unserer jüngsten klaren und unverbüllten Petition weitere Auseinander, etzunoen machen. Unser Programm war von Anfang: Opposition gegen jede Steuer- erbohung! Dem anonymen Einsender ist jedoch nicht damit gedient, daß es beim Alten bleiben soll. Es ist allgemein dankend anerkannt worden, daß wir die bis jetzt hier ganz unberücksichtigt gebliebenen Interessen des Arbeiterstandes in Vertretung genommen haben und wird es auch ferner unsere Aufgabe bleiben, zur Erhaltung der Industrie und nicht zur Förderung einseitiger Interesien unseren Ansichten berechtigten Eingang zu verschaffen.
______Das Tabaksteuercomite.
I . . . .Die ferner in Aussicht gestellte LIcenzsteuer erscheint als eine weitere Bclastuna d-s bedrohten Artikels und als Doppelb.steuerung des handelstreibendenÄrifnms unser allen Umständen gänzlich nerwerflichs ebensa° wie di- Oep[QntS
^heiligten m ihrem wohlerworbenen Rechte des Besitzes und bres lAe- schastsbe nebs in unerhörter und ganz unberechtigter Weise beeinträchtigen würde @
Wenn auch die oeiden letzteren Punkte die Eingangszölle an sich nickt berühren io glauben wir doch, dieselben hier nicht übergehen zu sollen, da sie die beabsicktiate Belastung des Artikels noch näher und mehr kennzeichnen. $ $
Zu pos. 29. Petroleum.
■ rr_ ^ch dieser Artikel sollte mit keinem Eingangszoll belegt werden, weil er ebenfalls vorzugsweise ein Bedürfniß der mittleren und ärmeren Stände ist: — will man aber nicht gänzlich von einem solchen absehen, so dürfte cS doch erforderlich erscheinen aus die,er Rücksicht den vorgeschlagenen Zoll von6^L auf höchstens 3 zu reducircn!
Zu pos. 31. Seife und Parfümerien.
Nach Mittheilungen hiesiger Fabrikanten können die beabsichtigten Zollerhöhungen nur höchst nachtheilig auf die innere Production sowohl, wie auf den internationalen Verkehr wirken, weßhalb auch diese absolut zu verwerfen sind.
. 23 April. Der heutige erste Musterungstag ließ sich für die Gestellungs-
pfltchtigen aus dem schonen Daubringen böse an. Ein schwer betrunkener Bursche, welcher sich einem Schutzmann tbätlicb wideisetzte, gab dadurch zu seiner Verhaftung Anlaß. Seine Kameraden glaubten denselben befreien zu sollen und so entstand denn vor der Polizeiwache in der Schloßgaße eine sehr ernst- Ruhestörung, bei welcher 7 Rekruten verhaftet und geschloffen nach dem Arresthaus verbracht werden mußten. Die Suppe dürfte für die Schuldigen etwas versalzen ausfallen. 3
~ 3n biesiger Stadt ereigneten sich in der Woche vom 13. bis 19. April 11 Todes- faHe. Es starben nämlich 7 erwachsene Personen (3 an Altersschwäche, je eine an Schlagfluß Gehirnentzündung, Bronchienentzündung und Wassersucht) und 4 Kinder. Von diesen letzteren befanden fid) ?toet im ersten Lebensjahre, welche beide einer Lungenentzündung erlagen; ein S,nb von 2 Jahren starb an Krämpfen und ein von auswärts in die hiesige Klinik verbrachtes Kmd von 4 Jahren an Diphtheritis. q.
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