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Donn zur alsbaldige

Telegraphische Depeschen.

Wagner's telegr. Correspondenz - Bureau.

Berlin, 21. Septbr. Ein derNordd. Allg. Ztg." von hochgeschätzter Hand zugehender Brief aus Wien bezeichnet Fürst Bismarcks Wiener Besuch als ein Zeichen inniger Freundschaft nicht blos der beiden Staatsmänner sondern auch beider Staaten. Die Annahme eines deutsch, österreichischen Schutz, und Trutzbündnifles sei bloße Conjectur; auch sei es durchaus falsch, der deutsch-österreichischen Entente einen provokatorischen Charakter betzulegen. Der Besuch könne dem Rußland, welches es mit dem Berliner Frieden ehrlich meine, kein Dorn im Auge sein; nur für den Panslavtsmus, welcher knirschend im Winkel stehe, sei die Zusammenkunft ein ernstes memento.

Breslau, 21. September. Gestern Abend ist in Folge eines Wolken­bruches der oberschlesische Güterzug zwischen Gogoltn und Leschnitz verunglückt; der ganze Zug entgleiste, 10 Wagen wurden zertrümmert, der Maschinenhetzer blteb tobt, der Maschtnensührer wurde schwer verwundet.

Madrid, 21. September. In Catalonten tst eine 28 Köpfe zählende republikanische Bande aufgetaucht. Die Behörden leiteten eine energische Ver­folgung derselben ein; 8 Mitglieder sind bereits verhaftet; Papiere, welche noch eine große Anzahl anderer Personen compromitttren, fielen in die Hände der Regierung.

Wien, 21. Septbr. Fürst Bismarck ist sammt Familie und Gefolge heute Abends 10 Uhr hier etngetroffen. Der deutsche Botschafter Prinz Reuß, Graf Andraffy und das deutsche Botschaftspersonal waren am Bahnhofe an. wesend. Die Begrüßung zwischen dem Fürsten und dem Grafen Andraffy war eine überaus herzliche. Fürst Bismarck nebst Familie und Gefolge, welche sich in 4 Hofwagen in ihr Absteigequartier im Hotel Imperial begaben, wurden bei der Ankunft und während der Fahrt in's Hotel von dem dicht­gedrängten Publikum sehr lebhaft begrüßt.

Amerika.

Atew-Aork, 19. Septbr. Die Regierung befahl die Zusammenziehung von Truppen in Neu. Mexico, wo die Indianer Grausamkeiten verüben. Präsident Hayes äußerte sich auf einem Meeting in Detroit dahin, daß die statistischen Erhebungen einen beträchtlichen Aufschwung des Handels und der Industrie in den Vereinigten Staaten nachwiesen. Er glaube diesen Erfolg der Thatkraft der Nation, welche durch die Wiederaufnahme der Baarzahlun^ unterstützt sei, zuschreiben zu dürfen und hoffe, daß der Wohlstand ein dauern- der sein werde. Der Präsident betont die Nothwendigkeit einer vollkommenen Tilgung der Staatsschuld. Es wäre möglich, dieses Ziel in 33 Jahren ohne Vermehrung der Volkslasten zu erreichen.

Grünberg den Landgerichtsdiener daselbst, Johannes Lerch. Herbstein den Landgerichtsdiener daselbst, Johannes Heinz. Hemberg den Landgerichtsdiener daselbst, Konrad Marin Rau. Hungen den Landgerichtsdiener daselbst, Jacob Karg.

Lauterbach den Landgerichtsdiener zu Altenstadt, Martin Bornartus. Nidda den Landgerichtsdiener daselbst, Heinrich Becker.

Orten berg den Landgerichtsdiener daselbst, Peter Hotz.

Schotten den Landgerichtsdiener daselbst, Adam Seibert.

Ulrichstein den Landgerichtsdiener daselbst, Johann Georg Wilhelm. Vilbel den Landgerichtsdiener daselbst, Peter Neunobel.

Mainz die Landgerichtsdiener zu Hirschhorn resp. Nidda, Philipp Glock und Johann August Sturm.

Alzey den Landgerichtsdiener zu Alsfeld, Wilhelm Stengel. Btngen den Landgerichtsdiener zu Grünberg, Wilhelm Dreher. Nieder - Olm den Landgerichtsdiener zu Laubach, Johann Heinrich

Heustng.

Ober-Ingelheim den Landgerichtsdiener zu Lauterbach, Andreas Simon. Oppenheim den Landgerichtsdiener zu Schlitz, Heinrich Nahrgang. Osthofen den Landgerichtsdiener zu Michelstadt, Georg Adam Ritter. Pfeddersheim denLandgerichtsdiener zu Langen, Georg Philipp Ad am. Wöllstein den Landgerichtsdiener zu Lich, Philipp Thomas.

Wörrstadt den Landgerichtsdiener zu Herbstein, Sebastian Ganß.

Worms den Landgerichtsdiener zu Groß-Gerau, Georg Theodor Rühl.

Berlin, 20. Septbr. DerReichs-Anz." publicirt eine Bekanntmachung des Ministers des Innern, wonach die Erlaubniß zum Betriebe einer Gast- wirthschaft zum Ausschenken von Wein, Bier und anderen nicht unter die Gattung von Branntwein und Spiritus fallenden geistigen Getränken in Ort­schaften unter 15,000 Einwohnern, sowie in solchen Orten mit größerer Ein- wohnerzahl, für welche dies durch Ortsstatut festgesetzt wird, künftig von dem Nachweise des vorhandenen Bedürsniffes abhängig ist. Bezüglich der Erlaub- niß zum Ausschenken des Branntweins und zum Kleinhandel mit Branntwein und Spiritus bewendet es bei dem bereits landesgesetzlich bestehenden Nachweise des vorhandenen Bedürsniffes.

Gegenüber den durch die zufällige gleichzeitige Anwesenheit des Car­dinals Hohenlohe und des Nuntius Jacobtnt in Gastein veranlaßten Corre- spondenten-Meldungen, die Verhandlungen mit Rom seien inzwischen durch Hohenlohe geführt worden, schreibt dieNordd. Allg. Ztg.", es sei daran kein wahres Wort. Die Verhandlungen, welche jetzt zu einer persönlichen Begeg­nung Jacobint's mit dem Reichskanzler geführt, hätten seit mehreren Wochen in Wien stattgesunden.

Straßburg, 20. Septbr. Das heutige Corps-Manöver war vom Wetter begünstigt und hatte einen glänzenden Verlaus. Der Kaiser bestieg um 93/4 Uhr in der Nähe des gestrigen Paradefeldes sein Pferd; die Kaiserin und die Großherzogin von Baden verfolgten die Bewegungen der Truppen in einem sechsspännigen Wagen. Das Manöver wurde um 1V2 Uhr bei dem Dorfe Wiewershetm geschloffen. Die Majestäten wurden daselbst durch den Bürger­meister, die Geistlichen und die Lehrer des Kreises begrüßt. Jungfrauen und Schulkinder überreichten unter entsprechenden Ansprachen Blumensträuße. Die nach Tausenden zählenden Zuschauer riefen den höchsten Herrschaften jubelnde Hochrufe zu. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin nahmen mehrfach Veranlaffung, sich aus's Freundlichste mit einzelnen Personen zu unterhalten. Die Rückfahrt erfolgte durch die Orte Wtewersheim, Offenheim, Stützheim, Oberhausbergen und Kronenberg. In allen diesen Ortschaften läuteten die Glocken. Die Häuser waren festlich geschmückt; die Straßen mit Tannenbäum­chen eingefaßt und überall wehten Fahnen in den deutschen und elsässischen Farben. Triumphbögen prangten mit der Inschrift:Willkommen Kaiser Wilhelm 1"

Straßburg, 20. September. Heute fand ein Kaiserdiner mit 130 Ge­decken statt, zu welchem Die Spitzen der Stadt- und Cioilbehörden, die Mitglieder des Reichstags, des Bezirkstags und viele Notabeln geladen waren. Der Kaiser sprach seine Freude über den herzlichen Empfang aus und dankte in sehr freundlicher Weise dem Oberpräsidenten v. Möller für sein erfolgreiches Wirken. Bürgermeister Back und die Mitglieder der Municipalttät, welche den Kaiser vor zwei Jahren empfangen hatten, überreichten eine Gedenkmedaille an diese Tage. Die Kaiserin und die Großherzogin von Baden besuchten gestern und heute verschiedene Wohlthättgkettsanstalten. Heute Abend wurden die Vorstände des vaterländischen Frauenveretns zur Kaiserin befohlen.

Straßburg, 20. Septbr., Abends. Der bei dem heutigen Diner vom Kaiser ausgebrachte Trinkspruch lautete folgendermaßen: Ich trinke aus das Wohl der Reichslande Elsaß-Lothrtngen, welche Mich schon zum zweiten Male und namentlich in ihrer Hauptstadt Straßburg auf so freundliche Art empfan­gen. Ihnen, Herr Oberpräsident v. Möller, danke Ich um so herzlicher, als Sie den Grund zu diesen Gesinnungen durch Ihre Administration in einer Weise gelegt haben, daß Ich hoffen darf, daß dieselben sich auch in Zukunft erhalten und bewähren werden. Die Reichslande Elsaß-Lothrtngen und ihre Hauptstadt Straßburg, sie leben hoch!

Hesterreich.

Wien, 20. September. Meldung derPolit. Corresp." aus Konstanti­nopel : Die Pforte beschäftigt sich ernstlich mit der täglich sich verschlimmern­den Sachlage in Ostrumelien. Die Stellung des dortigen neuen Commandanten der Miliz, Strecker, wird wegen der Auflehnung der Miliz gegen denselben für unhaltbar betrachtet. Die Milizofficiere verlangen den russischen Obersten Keßjakoff, einen geborenen Bulgaren, zum Commandanten. Heute oder morgen findet eine griechisch-türkische Conferenz statt. Man erwartet, daß die Griechen in die Diskussion der im 13. Protokoll vorgezetchneten allgemeinen Linie etngehen werden.

Gastein, 20. Septbr. Fürst Bismarck ist heute um iy2 Uhr Mit­tags nach Salzburg abgeretst und wird sich von dort morgen früh nach Wien begeben.

Salzburg, 20. September, Abends. Fürst Bismarck ist heute Abend 8l/2 Uhr mit seiner Familie hier angekommen und im Hotel de l'Eurove abge­stiegen. Morgen Nachmittag 2 Uhr setzt der Fürst seine Reise nach Wien fort.

Hngland.

London, 20. Septbr. Bet Einweihung eines neuen liberalen Clubs in Newcastle hielt Hartington eine längere Rede, in welcher er hervorhob, die / bestunterrichteten Personen beider Parteien des Parlamentes seien der Ansicht,

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daß die Auflösung des Unterhauses noch in weiter Ferne liege; die Regierung werde warten, bis das Land die gegenwärtigen Schwierigkeiten vergeffen h?be. Redner verglich sodann die unruhige Politik der Regierung mit derjenigen des zweiten Kaiserreiches, selche nur den Zweck gehabt habe, die Aufmerksamkeit des Landes von der inneren Politik abzulenken. Bezüglich der Vorgänge tu Kabul bemerkte Hartington, er wünsche von ganzem Herzen, daß die Pro- phezetungen hinsichtlich des Vertrages von Gandamak nicht in Erfüllung ge­gangen wären. Jetzt müßte man zuerst für das Blutbad Sühne fordern und dann untersuchen, wer dafür verantwortlich sei, daß die Gesandtschaft nack Kabul ohne hinlängliche Escorte entsendet sei. Die eigentlichen Schwierigkeiten würden erst anfangen, wenn die englische Armee in Kabul etnrücke. Redner sprach sich gegen die Annection Afghanistans aus, weil die Finanzlage Indiens die Kosten für die Occupations-Armee nicht tragen könnte. Auch würde die Annection von Afghanistan Rußland zu ähnlichen Schritten veranlaffen. Nie­mand in England könne mit Gleichmuth das Näherrücken der russischen Grenzen ansehen. Redner schloß mit der Erklärung, die nächste liberale Regierung würde die mühevolle Aufgabe haben, die schädliche Gesetzgebung und die schäd­liche Politik der gegenwärtigen Regierung wieder gutzumachen.

Italien.

Rom, 20. Septbr. Der König und die Königin verlaffen heute Venedig. Der Gesandte Tornielli ist gestern auf seinen Posten nach Belgrad abgereist.

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Die Creditgenoffenschaften und der Wucher.

lieber die Bestrebungen zur Einschränkung des Wuchers, welche ebenso lebhaft wie in Deutschland auch in Oesterreich sich geltend machen, liegen sehr bemerkenswerthe Gutachten zweier Oesterreichischer Handelskammern vor, abgedruckt in der von H. Ziller in Wien herausgegebenenGenossenschaft" Nr. 31 ds. Js. Da dieselben besonders die wohlthätige Einwirkung der Ereditgenossenschaften betonen, so bringen wir ihren wesentlichen Inhalt hier im Folgenden bei.

So erklärt sich die Innsbrucker Handelskammer, indem sie sich für ein Straf­gesetz erklärt, obschon sie den Wucher nicht als die Quelle der wirthschastlichen Miß­stände betrachtet, sondern diese in der allgemeinen Ungunst der Lage sucht, dahin:

Weil aber dem Wucher durch gesetzliche Verbote allein nur theilweise, gleichsam nur seinen plumpsten Attentaten gesteuert werden könne, deßhalb müssen auch andere Hilfsmittel in Anwendung kommen, und da empfehle sich nächst einer rationellen Volks­erziehung vor Allem eine unablässige und eindringliche Pflege der wirthschastlichen Interessen durch eine Politik des Friedens, durch thunlichfte Schonung der nur zu sehr geschwächten Kapitals- und Steuerkraft, durch Beschränkung aller unproductioen Ausgaben aus das Aeußerste, dagegen durch Unterstützung aller jener Zwecke, welche geeignet sind, die Volkswirthschast unmittelbar oder mittelbar zu fördern. Und in letzterer Beziehung wird insbesondere darauf aufmerksam gemacht, daß die Spar- und Vorschußvereine eine größere Begünstigung Seitens der Staatsverwaltung verdienten, und daß allen solchen Ereditgenossenschaften, welche ihre Thätigkeit auf die eigenen Mitglieder beschränken, Steuer- und Gebührenfreiheit eingeräumt werden sollte.

Die Linzer Handels- und Gewerbekammer spricht sich gegen jedwedes Einschreiten gegen den Wucher auf dem Wege der Gesetzgebung aus und schließt ihr Gutachten mit folgenden Worten: Radical könnte dem Wucher wohl nur dann abgeholfen werden, wenn es gelinge, jene Ursachen zu beseitigen, welche dem Wucher zu Grunde liegen, d. i. die allgemeine mißliche Lage, die Stockung alles Handels und Verkehrs. Die traurigen Zeitvcrhältnisse haben allenthalben mirthschaftliche Zustände geschaffen, welche zum größten Theile dem Wucher die reichliche Nahrung geben. Mit Gesetzen aber lassen sich diese wirthschaftliche Zustände nicht beseitigen. Nach Ansicht der Kammer gibt es wohl nur ein Mittel, durch welches der Staat Wucher bekämpfen kann. Es muß vor Allem seine Sorge fein, baß den Gewerbetreibenden, sowie den Landwirthen möglichst billige Creditquellen eröffnet werden. Hierzu bedarf es aber keines uositiven Einschreitens der f. k. Negierung, es ist nur nöthig, daß der Initiative der Bevölkerung, welche bestrebt ist, aus den Wucherhänden sich zu befreien, nicht hemmende fesseln an­gelegt werden. Die Gründung, beziehungsweise die Vermehrung der auf dem Prin­cipe der Selbsthilfe bafirten gewerblichen Vorschußvereine, Spar- und Hilfsvereine in

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