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erhielten die drei hiesigen TurnvereineAncienne",Fraternelle" undUnion" eine Mittheilung Seitens des Polizeidtrectors, daß sie zufolge Beschlusies des Bezirkspräsidenten in Anwendung der Art. 291 und 292 des Code pvnal auf­gelöst seien. DasEls. Journ." sagt, dieser Beschluß habe im Straßburgi- schen Publikum eine peinliche Aufregung hervorgerufen, denn diese Vereine bildeten eine der kleinen Stellen, zu denen der Straßburger Localgeist noch Zuflucht nehmen könnte." Für die peinliche Aufregung, welche die frechen Demonstrationen dieser sog. Turner bei den Deutschen verursachten, hatte das Blatt keine Zeile des Tadels. Der Straßburger Localgeist suchte also Zu­flucht bei diesen Französlingen und doch will manDeutsche erster Klaffe fein!"

Irankreich.

Paris, 19. August, Abends. Mehrere hervorragende Persönlichkeiten der leguimtstischen Partei haben derPatrie" zufolge Paris heute verlaffen, um mit dem Grafen Chambord in England zusammenzukommen.

England.

London, 18. August. Heftige Regengüsse haben gestern und während der vergangenen Nacht nicht blos in der Hauptstadt, sondern in einem großen Theile des Landes geherrscht. Von allen Setten werden Ueberschwemmungen, Verderben des Getreides und erhebliche Beschädigungen von Häusern gemeldet. Der gestern Nachmittag 2 Uhr in Holyhead fällige irische Postzug konnte den genannten Ort nicht erreichen, sondern mußte nach Chester zurückkehren, weil der ausgetretene Fluß Dee die Eisenbahn auf eine wette Strecke unter Waffer gesetzt und theilweise zerstört hatte- Später wurde der Zug über etne Zweig- bahn nach Rhyl gesandt, wo er dte Hauptbahn wieder erreichte, konnte aber dann nicht weiter als bis Caerwys gelangen, well dort eine Brücke wegge- riffen war. In Folge dieser Störung konnten dte Retsenden anstatt gestern Nachmittag erst heute Morgen um 10 Uhr nach Irland abfahren. Eine am Samstag Abend in der Zuckerraffinerie von Martineau and Son in der Commercial Road East ausgebrochene gewaltige Feuersbrunst, an deren Löschung außer dem zeitweise heftigen Regen und mehreren Handsprttzen ein volles Dutzend Dampfsprttzen arbeiteten, wüthete noch den ganzen gestrigen Tag hin­durch. Der erlittene Schaden wird auf mehr denn 100,000 L. geschätzt.

Belgien.

Brüssel, 18. August. Bis jetzt haben dte klerikalen Blätter ohne Ausnahme auch nicht Ein Wort verlauten laffcn über die von den Bischöfen in Mecheln gefaßten Beschlüffe, von denen dteGazette Petrus" gesprochen hat. DteFlandre Liberale" bemerkt dazu:Jedenfalls müssen dte Liberalen es bedauern, daß der priesterliche Ehrgeiz in die Familien und in das Volk Zwietracht htneinträgt, aber in politischer Beziehung kann dte Hetßspornigkeit der Bischöfe die klerikale Sache auf lange Zeit hinaus nur verderben, und das ist es wohl, was dte Mitglieder der Rechten in den Kammern und deren Presse vollkommen begreifen." DerPrecurseur" sagt:Dte Bischöfe, dte das Inte,dict über das Land zu verhängen suchen, überschätzen thren morali­schen Einfluß auf die Volksmassen. Unsere Geschichte beweist es, unser Volk, wenn auch religiös, beugt sich ebenso wenig unter die priesterliche Lls unter die politische Tyrannei; die heftigen Hirtenbriefe und Excommuntcattöneu wer­den ebenso wenig beacktet werden, als dte Bulle eines Papstes, der den Flan­dern das französische Bündniß aufdrängen wollte."

Amerika.

New-Uvrk, 19. August. Die Küste des atlantischen Oceans ist seit 3 Tagen von heftigen Stürmen heimgesucht, die großen Schaden angertchtet haben. In Memphis hat das gelbe Fieber erheblich nachgelassen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. G-rrespoutzenz-Burea».

München, 20. August. Fürst Bismarck ist mit seiner Gemahlin und seinem Sohne Herbert heute von Klssingen um 8 Uhr Morgens hier ein- gelroffen und um 9 Uhr 40 Min. nach Gastein weitergeretst. Am Bahnhof waren zur Begrüßung der Ministerpräsident v. Pfretzschner und Major v. Stülpnagel anwesend. Der neuernannte päpstliche Nuntius Roncetti ist gestern aus Rom hier eingetroffen.

Paris, 20. August. Dte jetzt erfolgte Bekanntmachung von Leffeps bestätigt, daß die zur Durchstechung der Landenge von Panama gebildete internationale Kanalgesellschaft bereit sei, den etngezahlten Betrag der gezeich- neten Acrien zurückzuzahlen. Leffeps erklärt darin, daß er des schließlichen Er­folges des Unternehmens gewiß sei und nach Amerika gehen werde, um die Frage der Ausführung des Unternehmens zu lösen.

Petersburg, 20. August. DerRegterungsbote" veröffentlicht kai­serliche Rescripte an den Fürsten Dondukoff und den General Stolypin, in welchen denselben dte Anerkennung für ihre Thältgkett in Bulgarien und Ost- rumelien ausgedrückt wird.

Nom, 20. August. DerDtritto" meldet: Dte gestrige Versamm­lung der Cardinäle beschloß, gestützt auf mehrere Bullen, von der Regierung die Rückgabe des Pantheons zu verlangen, welches als katholisches Etgenthum betrachtet wird.Dtritto" hofft, der Papst werde diesem Beschlüffe der Car- dmäle keine Folge geben.

Petersburg, 20. August. DieAgence ruffe" kündigt einen dem- nächstigen Besuch des Großfürsten Thronfolgers am schwedischen Hofe an und hebt dabei dte zwischen Rußland und Schweden bestehenden freundschaftlichen Beziehungen hervor.

Serajewo, 20. August. Dte Meldung einiger Zeitungen von Un­ruhen Hierselbst, wodurch das Militär zum Einschreiten genöthigt worden fei, ist ohne alle Begründung. Die Ruhe ist nirgends gestört. Ebenso unbegründet ist die Mittheilung, daß bei dem Brande 8 Soldaten umgekommen seien. Thatsache ist vielmehr, daß 8 Soldaten leichte Verletzungen erhielten und einer einen Bruch des Unterschenkels erltten hat.

Christiania, 20. August.Dagbladt" meldet: Zwei russische nrbtlistische Flüchtlinge, Studenten Kap und Preferensky, wurden gestern in Wadsoe auf Verlangen des russischen Generalconsuls verhaftet. Dte russische Regierung fordert ihre Auslieferung.

Paris, 20. August. Das legttimistische HauptorganUnion" erklärt sich ermächtigt, die Nachricht, Graf Chambord werde nach England oder der Schweiz gehen, als durchaus unbegründet zu bezeichnen.

Petersburg, 20. August. Die bulgarische Deputation ist heute nach

V e r m i sch t e s.

Niederwöllstadt, 15. August. Heute Nacht wurde von ruchloser Haud die hiesige Synagoge vollständig ausgeraubt, ein Schaven von beinahe 2000 JL, Es ist dies jetzt schon der vierte Kirchenraub in kurzer Zeit, der in hiesiger Gegend mit unerhörter Frechheit und ohne daß auch nur eine Spur des Thäters zu entdecken wäre, verübt wurde. Die erst neulich em- geweihte neue Thora i Werth 500 fl.) war mitten durchgertffen und erhöht Dies die Schänd­lichkeit der Frevelthat bedeutend. Auf Entdeckung des Thäters sind 200 JL ausgesetzt. (D. Azgr)

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Moskau abgereist und wird sich von dort nach fünftägigem Aufenthalt über Odeffa in die Heimatb begeben.

Die Feier der Enthüllung des Landes-Denkmals in Darmstadt.

(Fortsetzung.)

Das Wetter hatte sich vollständig aufgehellt, als sich der Festzug vom Kapell- platze aus in der vorgesehenen Reihenfolge der Teilnehmenden in Bewegung setzte. Durch die Schul-, Elisabethen-, Neckar- und Nheinstraße, die alle im vollen Festschmuck glänzten, gelangte der wohlgelunge Zug auf den Paradeplatz, wo er sich in der Ordnung aufstellte, wie sie unfern Lesern bereits bekannt geworden ist. Schon vorher hatten die Truppen, das Großherzogliche Leibgarde-Regiment Nr. 115, das 2. Dragoner- Regiment Nr. 24, das Artillerie-Corps und die Train-Compagnie, und zwar die Cavallerie zu Pferde, die Artillerie und der Train mit bespannten Geschützen und Fahr­zeugen, auf dem Platze Aufstellung genommen. Die Deputationen und Fahnen der auswärtigen Regimenter hatten die für sie bestimmten Plätze eingenommen.

In dem für die Allerhöchsten Herrschaften bestimmten Pavillon trafen ein Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Seiner Königlichen Hoheit dem Erb groß­herz og und Ihren Großherzoglichen Hoheiten den Prinzessinnen-Töchtern, Ihre Groß­herzoglichen Hoheiten die Prinzen Heinrich, Wilhelm, Alexander, Ihre König­liche Hoheit die Prinzessin Karl und Seine Kaiserliche Hoheit Großfürst Alexis von Rußland. Die Militär-Musik-Capellen intonirten beim Eintreffen der Allerhöchsten Herrschaften die Nationalhymne, wobei die Truppen präfentirten, und alsdann folgte der Vortrag der Festcantate durch die vereinigten Gesangvereine.

Herr Dioisionspfarrer Strack eröffnete darauf die eigentliche Enthüllungsfeier mit folgendem Gebet:

Gott mar mit uns, Ihm sei die Ehre! Wer kennt nicht dieses Wort? Es ist die Ausschrift auf der Kriegsdenkmünze, die unser Kaiser verliehen hat jedem Soldaten, jedem Deutschen, der die große Zeit der Jahre 1870 und 71 mitdurchlebt und darin in ernster Arbeit gestanden hat, sei's draußen im Felde in heißen Kämpfen, sei's daheim in treuer Sorge für Verwundete oder Kranke oder in warmer Liebesthätigkcit für die gegen den Feind unseres Vaterlandes in's Feld gerückten Truppen. Und warum gerade dieses Wort als Aufschrift? Nun, es war ja fein Wort, mit dem unser Kaiser selbst auf alle die großen Erfolge, die die vereinigten deutschen Heere unter seiner Führung in schweren heißen Kämpfen errungen hatten, voll innigen Dankes gegen Gott zurück­blickte. Solch' Kaiferwort aber muß jedem Deutschen werth und theuer sein. Darum sei es auch heute bei der feierlichen Enthüllung dieses Denkmals, das die Liebe unseres Landes seinen im opferwilligen Dienste für das Vaterland ausgezogenen und siegreich zurückgekehrten oder auf dem Felde der Ehre gebliebenen Söhnen gesetzt hat, mein erstes Wort, und somit auch das Wort, das unseren Herzen zugleich die rechte Richtung nach Oben gibt. Lasset uns beten zu Dem, der mit uns mar, der im Krieg wie im Frieden im Rathe der Völker sitzt und durch Christum spricht: Ohne mich könnet Ihr nichts thun.

Herr unser Gott, Du hast Großes an uns gethcm, deß sind wir fröhlich. Nun ist das Wort vom deutschen Reiche kein leerer Schall mehr, es ist Wahrheit geworden und der Kitt, der die Herzen aller Deutschen fest miteinander verbindet, ist das theure Blut seiner Söhne, bte auf dem Felde der Ehre für's Vaterland ihr Leben geopfert haben. Nimm unseren innigen Dank für den großen Segen, den Du dadurch uns bescheert ist, nimm ihn auch dafür, daß Du unsere Division unter der glorreichen Führung unseres jetzigen Großherzogs gewürdigt hast, einen besonderen Ehrenplatz unter all' den Mitkämpfenden einzunehmen, und daß durch die opferwillige Liebe unseres ganzen Volkes dieses Denkmal erstehen konnte, das heute enthüllt werden soll. Wer von uns könnte den 18. August vergessen haben. Du hast ihn mit seinen Leiden und Freuden tief und unauslöschlich in Aller Herzen eingegraben. Darum an ihm auch heute die feierliche Enthüllung des Denkmals, das als beredtes äußeres Zeichen der Liebe und Dankbarkeit unser Hess. Volk hinzugethan hat zu dem Denkmal, das bald nach Beendigung des Krieges dort auf der blutigen Wahlstatt von St. Privat-Grave- Lotte unsere Division den gefallenen lieben Kameraden gesetzt hat mit der Aufschrift! Wenn unsere Zeit gekommen ist, dann wollen wir ritterlich sterben um der Brüder willen". Was aber mit Deiner Hülfe durch große Opfer als ein theures Gut erkämpft worden ist, das willst Du auch allezeit von uns hoch gehalten haben. Du hast durch Deine Gnade ein geeinigtes starkes Deutschland werden lassen, aber sind wir auch würdig, daß wir stark bleiben und Dein Segen fort und fort uns begleite? Stehen wir auch in rechter Pflichttreue, sei es als Soldat, oder altz Bürger und Unterthan, fei es als Diener im Staat, in Kirche und Schule, getragen^ und durchdrungen von dem Gedanken: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Ver­derben! O, laß diesen ernsten Fragen uns heute nicht aus dem Wege gehen! Denn was will dieses Denkmal mit seiner sinnigen Symbolik von Meisterhand geschaffen? Nichts anders, als unfern Blick schärfen für Dein Wort:Niemand wird gekrönt, er kämpfe denn recht." Nun Herr, unser Gott und Vater in Christo Jesu, segne diese mahnende stimme an unser aller Herzen, segne sie auch an kommenden Geschlechtern Laß' dieses Denkmal Allen die da trauern um tbeure Tobten, und sehen, wie man ihre Todten ehrt, zur kräftigen Erhebung dienen. Walte mit Deinem Segen fort und fort über der Negierung unseres theuren Heldenkaisers und geliebten Großherzogs und behalte sie in Deinem Schutz und Schirm zu Deutschlands und Hessens Wohlfahrt und Ehre- Laß unheilige Hände und jeglichen Unfall von diesem Denkmal allezeit fern bleiben und lege einem Jeden, der zu ihm aufblickt, das Vaterland aufs Herz und Gewissen als das köstliche Gut, für das Jeder in rechter Pflichttreue fein Leben ein: setzen soll, wenn Fürst und Vaterland rufen. Ja, dazu laß auch heute die Feier feiner Enthüllung reichlich gesegnet fein. Amen."

Die Nednerbühne bestieg sodann Seine Durchlaucht der Fürst Bruno zu Asenbiirg und Büdingen, Präsident des Landes-Comitee's, und hielt folgende Ansprache:

Als vor beinahe Jahresfrist eine große Anzahl der jetzt Anwesenden sich hier an derselben Stelle versammelt hatten, um den Grundstein zu legen für das Denkmal, welches nunmehr seiner Enthüllung harrt, habe ich mitaetheilt, wie dieses Landes- Krieger-Denkmal seine Entstehung verdankt dem Gefühle der Dankbarkeit und der Bewunderung des ganzen hessischen Volkes für seine heldenmüthigen Söhne, welche unter der ruhmvollen Führung unseres geliebten nunmehrigen Großherzogs auf den Schlachtfeldern Frankreichs gekämpft und gesiegt haben.

Heule, an dem Jahrestage der Scklacht von Gravelotte, m welcher sich unsere hessische Division mit unvergänglichem Ruhme bedeckt hat, ist es uns vergönnt, die Hülle von dem vollendeten Denkmal zu nehmen, welches als ein Landes-Krieger-Denk­mal wie die in den Grundstein niedergelegte Urkunde besagt gewidmet ist von den dankbaren Mitbürgern aus dem ganzen Hessenland dem ehrenden Gedächtniß aller Angehörigen der Großherzoglich Hessischen Division, den siegreich Heimgekehrten, wie den auf dem Felde der Ehre Gebliebenen, welche an dem ruhmvollen Kriege Deutsch­lands gegen Frankreichs im Jahre 1870/71 Theil genommen haben.

So richte ich denn an Eure Königliche Hoheit die allerunterthänigste Bitte, Eure Königliche Hoheit wollen Allergnädigst den Befehl ertheilen, daß die Hülle des Landes- Krieger-Denkmals falle." t

Auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs fiel sodann die Hülle zu dem Denkmal, dieses den bewundernden Blicken der Anwesenden in feiner ganzen Pracht vorführend. «.<««

Mit dem Fallen der Hülle begannen die Glocken zu lauten und die Losung der Kanonenschüsse. Während die 101 Kanonenschüsse gelöst wurden, fang die Versamm lung die Wacht am Rhein. (Fortsetzung folgt.)

Lokales.

Gicfteu, 21. August. Se. Großherz. Hoheit Prinz Heinrich von Hessen, Kommandeur der 25. (Großh. Hessischen) Division traf gestern Abend hier ein und inspicirte beute Morgen das hiesige Regiment.

__ Die Leiche des am Samstag Nachmittag ertrunkenen Soldaten wurde gestern NaH- mittag an derselben Stelle gelandet, wo der Verunglückte untersank. Es ist mithin anzunehmen, daß ein Schlaganfall den Verunglückten betroffen bat