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Scrajewo, 13. August. Der Brand in Taschli-Han wurde erst heute gelöscht. In Husni Pascha's Quartier verbrannten sämmtliche bisherige Protocolle bezüglich der Lirn-Occu- panon. Viele durch den Brand verarmte Oesterreicher kehren in die Heimath zurück. Amtlichen Aufnahmen zufolge verbrannten 1470 Gebäude, der Gesammtschaden wird auf 45 bis 50 Millionen geschätzt; 46 Soldaten sind verunglückt. Allein das Regiment Nr. 41 zählte an Todten Verwundeten und Vermißten 17(?)QJZann. Der Wiederaufbau Serajewos wird nach einem neuen Stadtregulirungsplane durchweg mit massivem Material erfolgen. Die meisten der verschont gebliebenen Laden tn der Franz - Iosephstraße sind bereits wieder eröffnet. Dank der Bcgova- Dlchamlja blieb die Tscharschija und ein Theil der Magazine in der Tschemaluschagasse, von der serbischen Kirche gegen den Marktplatz zu, erhalten, während die neue serbische Kirche den gegen tte Ebene sich binziebenven Stadttheil rettete. Ein große Menge Patronen erplodirte in den brennenden Häusern. Bedeutende Waffenvorräthe wurden entdeckt Bereits vorgestern versuchten Händler den Preis der Lebensmittel hinaufzuschrauben. In Folge dessen wurde gestern durch öffentliche Ausrufer angezetgt, daß bei strengster Ahndung die Preise dieselben wie vorher zu bleiben haben. 7
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— Eine sonderbare Art zu heilen berichtet der „Oberschl. Anzeiger" aus Orzesche: Die Tochter eines dortigen Steinmetzen litt an einem geschwollenen Beine; so manches Mittel, welches Nachbarn und Bekannte angerathen, erzielte keine Besserung. Nun wurde ein kluger Schäfer geholr, welcher der Geschwulst Einhalt gebieten sollte, und dieser meinte, es sei ein „Hexenschuß", welcher nur durch Gegengift, hier also wieder durch einen „Schuß" vertrieben weiden könne. Diesem weisen Nathe folgte alsbald die Ausführung, zu der sich auch der vtel- vermögenoe gute Nachbar C. einfand. Eine Schußwaffe mit der nöthigen Ladung, die der Schäfer über dem kranken Beine losknallen wollte, war bald zur Hand. Nachbar C. nahm dem Schäfer aber das Instrument aus der Hand und schoß — ins Bein. Das verletzte Mädchen liegt nun schwer krank darnieder, und jetzt wird wohl der Arzt vor die Lücke treten müssen.
— (Das moderne Dienstmädchen.) Eine Dame wollte zum ersten Juli ein Hausmädchen engagiren. Unter der ansehnlichen Zahl sich Meldender wird Eine herausgefunden, welche für die Stellung geeignet scheint; Lohnfrage re. erledigen sich nach Wunsch und Alles scheint in schönster Ordnung zu sein, da fragt die neu zu Miethendc: „Machen gnädige Frau eine Sommerrcisc?" „Allerdings." „Werden gnädige Frau mich mitnehmen?" „Ja." „Darf ich fragen, wohin gnädige Frau gehen?" „Nach St. Moritz." „Würden gnädige Frau nicht vor- ziehen, an die See zu gehen?" Der Dame beginnt das Verhör lästig zu werden; sie macht rin höchst verwundertes Gesicht und schüttelt verneinend den Kopf. „Dann bebaute ich", sagte das Dienstmädchen mit verächtlichem Nasenrümpfen, „der Arzt hat mir zu Klampenborg ge- rathen, und wenn ich auch nicht darauf bestehe, gerade in dieses Bad zu gehen, so kann ich doch nur bei solcher Herrschaft einen Dienst annehmen, welche . . . Sie konnte ihre Rede nicht vollenden. Dte Dame hatte inzwischen geklingelt; ein schweigsamer Hausknecht war eingetreten und die seebadcrpichte Maid befand sich vor der Thür, noch ehe sie im Stande war, ihr gewiß gerechtes Erstaunen über die Frechheit der heutigen Herrschaften in geeignete Worte zu kleiden.....
— In New-Aork stiegen vor einigen Wochen in einem Hotel ein Herr und eine junge, etwa 24jährige Dame ab, die soeben von England eingetroffen waren und sich in das Fremdenbuch als Capitän Conyers und Frau aus Birmingham, England, eintrugen. Zwei Tage nach ihrer Ankunft erkrankte die Frau an einem typhösen Fieber, welche Gelegenheit ihr Begleiter benutzte, um nach Europa zurückzukehren, indem er die kranke Frau gänzlich mittellos zurückließ. Als man der Kranken dieses mittheilte, gestand, sie unter strömenden Thränen, daß ihr richtiger Name Mary Francis Hartley und daß sie mit ihrem Begleiter, der ein Lieutenant der Artillerie und dessen wahrer Name Rosenberg Harris, ihrem in Birmingham weilenden Gatten entflohen sei. Der Zustand der Kranken verschlimmerte sich in Folge der gehabten Aufregung zusehends, dann fiel die Unglückliche dem erbarmungslosen Tode zum Opfer, wie die Aerzte behaupten an gebrochenem Herzen. Mildthätige Menschen brachten das Geld zusammen,
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Handel und Verkehr.
Frankfurt, 20. August, lMarktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner 4 2.- 2.50, altes Heu Z.- Stroh Jt 1.80—2. Butter das Pfund im Centner 1. Qual. 1.10—15, 2. Qual 1 im Detail I Qual. JL 1.30 -40, 2. Qual- JK 1-10-20. Eier das Hundert deutsche X 4.6o' italienische J4 6 —. Ocksenfienw per Pfund 65—70 Rindfleisch 50 4- Kubfleisch 60 A Kalbfleisch 45—55 Stier- und Farrenfleisch - Hammelfleisch 50—65 A, Schweine-
steiich 65—70^. Hübner ein Stück 1.20—2, Hahnen 1.60—80, Enten M. 2.50 -3.— Gänse JL 4-6.50, Tauben 40—50 H. Krebse V» Hundert X - . Kartoffeln 100 Kilo 6 bis 6.5". Blumenkohl 1 Stück 40 — 60 Wirsing 10—20 Rothkraut 15 — 25 &
Weißkraut 15-25 Kohlrabi Vas Stück 3—6 4, Kohlkraut — Gelb-Rüben ein Bunv 6—x Weißrüben ein Bund 4—6 4, Gurken zum Einmachen 100 Stück <X 2—2.40 Ein- machbohnen 50 Kilo 10—15 JL, Zwiebeln das Bund 50—60 Aepfel 100 Stück JL 2.*-0—1 Zuckerbirnen '00 Stück 50 70 Kochbirnen too Stück ^0 bis > JL, Pflaumen 100 Stück ^0 $ bis 1 JL Handkäse das Pfund 45—50 Ganze Erbsen 19—24^, Geschälte (Srbfen 24—29 H, Bohnen 18—24 Linsen 24—36 Holz, je nachdem geschnitten Jt 1 4o—60 der Centner. Steinkohlen der Centner 85 Tannenholz 5 & billiger, Tannäpfel der Hectoliter 85 4, Lohkuchen 100 Stück —
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Mittwoch den 27. August, BormiltagS 1U Uhr,


