Str. 69
Samstag, den 22 März
1679
Kichener ^(nwiger
AMigk- Mi Amtsblllit flr de« Kreis Gieße«
«xp.ditwn-burr»«» / «»ukstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags*
beschieden 1
i.
2.
3.
IjÄ
und und
lein)
L Wz:
Heute ist der Tag, an dem Alle-, die ihr Vaterland lieben, den Werth und die Bedeutung unseres Kaisers für die deutsche Gegenwart und Zukunft in begeisterten Worten verkünden werden. Mögen Alle an diesem Tage sich auch in dem Entschlüsse befestigen, die große weltgeschichtliche Wirksamkeit des Kaisers mit der ganzen Kraft ihres überzeugten Herzens zu unterstützen und wie Er niemals müde und wankend zu werden im Dienste und in treuer
Arbeit für die Wohlfahrt des theuren Vaterlandes I Ein solcher Entschluß und die ihm folgende mannhafte That, die aufrichtige Bekundung und Bethä- tigung unserer nationalen Gesinnung und unermüdliche Hingabe an die große Sache, der Er dient, ist das beste Geburtstagsgeschenk, welches wir unserem Heldenkaiser darbringen können.
Gott segne und erhalte noch lange unfern vielgeliebten Kaiser Wilhelm! ö
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
„Jahre kamen, Jahre schwanden, Silberweiß ward Manches Haar. Nm verjüngt doch ist erstanden
Deutschland.
Darmstadt, 19. März. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil. Nr. 7) enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen, die Erhebung von Umlagen der Stadt Gießen für 1879 betreffend.
2. Uebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Gießen.
3. Uebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Bensheim.
4. Dienstnachrichten. Am 25. Febr. wurde dem Wärter am physikalischen Institut der technischen Hochschule, Bernhard Schneidt, die Stelle eines zweiten Dieners am Großh. Museum übertragen.
5. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Psarrstelle zu Kirch-Brombach. Gehalt 3523 «X Das Präsentationsrecht steht dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach- Schönberg zu. Die evang. Pfarrstelle zu Gambach. Gehalt 2752 Das Präsentationsreckt steht dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels zu. Die evang. Pfarrstelle zu Reichelsheim. Gehalt 2321 JL Die evang. Psarrstelle zu Wenigs. Gehalt 2047 Das Präsentationsrecht steht dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Birstein zu. Die evang. Psarrstelle zu Nteder-Ohmen. Gehalt 1871 JL Die dritte evang. Psarrstelle zu Büdingen mit Herrnhaag. Gehalt 1188 <AL Das Präsentationsrecht steht dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Büdingen zu. Eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Biblis mit einem Gehalt von 1000 «X ; eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Lampertheim mit einem Gehalt von 1000 eine Lehrerstelle an der katb. Schule zu Lampertheim mit einem Gehalt von 1000 «X; die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Beltershain mit einem Gehalt von 900 ; die Leh°
rerstelle an der Gemeiudeschule zu Vtlltngen mit einem Gehalt von 900 c/z- ^"Lehrtrstelle an der Gemeindeschule zu Meckesheim mit einem Gehalt von 900 JL Dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentations- recht zu.
3um Geburtstage unseres Kaisers.
Mit ganz besonderem Danke wollen wir in diesem Jahre den Geburtstag unseres vielgeliebten Kaisers feiern l Wer könnte heute diesen Festtag begehen, ohne auf die Ereigniffe zurückzublicken, die im vorigen Jahre bald dem Geburtstage des Kaisers folgten? Mit namenlosem Schmerze, mit toben- der Entrüstung mußte das deutsche Volk erfahren, daß zweimal rasch nacheinander sich ruchlose Mörderhände gegen den ehrwürdigen Herrscher zu erheben wagten. Welch' bange Sorge knüpfte sich an die zweite Schreckensknnde! Wird der Kaiser erliegen? Soll dem deutschen Volke der ewig nagende Schmerz, die unverttlgbare Schmach bestimmt sein, daß der erste Kaiser des geeinten Reiches sein Leben durch Mörderhand endigte? Gott hat anders ^schloffen.' Gott hat geholfen! Der Kaiser genas, er konnte bald in frischer Kraft und Gesundheit seinem Volke sich wieder zeigen und empfangen von dem Jubel aller Getreuen in seine Hauptstadt zurückkehren, um die Geschäfte der Regierung von Neuem zu übernehmen.
Die schrecklichen Ereigniffe des vorigen Sommers sind unserm Volke eme mahnende Lehre gewesen und sollen eine solche ihm bleiben immerdar. Um dieses Gewinnes willen, sagte der Kaiser, wolle er gerne geblutet haben. Die überwiegende Mehrheit hat bereits den Maßregeln zugestimmt, um das Volk- und staatenverderbende Uebel, welches zwar längst offenkundig vorhanden, aber in seiner abscheulichsten Folge doch plötzlich hervortrat, zu bekämpfen und zu vernichten. Alle Gutgesinnten haben es seitdem als ihre wichtigste nationale Psticht betrachtet, jene Maßregeln durch Wort und That zu unterstützen, die Gesinnungen treuer Liebe zu Kaiser und Vaterland, die ernsten Grundsätze deutscher Treue und Zucht nachdrücklichst zu bekennen und in immer weiteren Kreisen zu verbreiten.
Flußland.
Petersburg. Die Kühnheit der geheimen Gesellschaften in Rußland geht bereits in's Unglaubliche. Es sind socialisttsche Brandbriefe und Manifeste im Umlauf, welche an ihrer Spitze den gedruckten Titel „Revolutionäres socia listisches russisches Comit6" tragen. Ein solches Manifest ist mehreren Botschaftern der fremden Mächte, wie auch maßgebenden Persönlichkeiten der Höch»
chtft er sen Vorträge t unb W* ift. t 7 Uhl
Deutschland aus der Ohnmacht Banden; Was geträumt einst, wurde wahr."
An der Spitze des deutschen Volkes steht wieder ein mächtiger Kaiser Held, der mit starkem Arm sein Volk vor den Tücken des Feindes schützt den deutschen Namen in Ansehen und Ehren hält bei Nachbarn und ferne wohnenden Völkern. Nicht wie weiland die römischen Kaiser deutscher Nation vergeudet unser Kaiser die deutsche Kraft in ehrgeizigem Kampfe mit den Nachbarn, welche ihre Freiheit und Unabhängigkeit ebenso lieben wie wir, sondern er begnügt sich mit der Herrschaft über das Volk, das ihn liebt, und ist ein starker Hort des Friedens, der ersten Bedingung der Wohlfahrt und gedeihlichen Arbeit unseres Vaterlandes. An jenem denkwürdigen Tage, da er die Kaiserkrone annahm, hat er selbst verkündet, daß er sein wolle alle Zeit ein Mehrer des Reiches, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens aus dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung. Ungezählt sind die Gaben, welche er getreu dieser Verkündigung seinem Volke schon gegeben und so können wir die frohe Hoffnung hegen, daß dies kaiserliche Wort auch in Zukunft sich reichlich erfüllen werde.
Denn die herrlichen Regenten-Tugenden, durch welche die Hohenzollern- Fürsten von jeher sich ausgezeichnet haben, Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue Entschloffenheit und männliche Thatkraft, sie alle schmücken, vereint mit schlichtem Sinne, deutscher Treue und Gottesfurcht, in reichem Maße den würdigen Träger unseres Katserthums. Seine Mühe und Sorgfalt gilt nicht Einem Stande, Einem Jntereffe, sondern wie seine Vorgänger in der preußischen Herrschaft, welche sich für die ersten Diener ihres Staates hielten, bringt er Anerkennung und Vetständniß Allen entgegen, dem Richter und Gelehrten, dem Bürger und schlichten Arbeiter so gut, wie dem verdienten Staatsmanns und Heerführer, überhaupt Allen, welche im Dienste des Vaterlandes und des gemeinen Wohles sich redlich bemühen.
Tag. Frühschoppen und Nachmittags Ausflug.
Dem Vernehmen nach dürfen wir hoffen, bei der Festlichkeit Se. Kaiser!. Hoheit den Kronprinzen hier in unserer Stadt begrüßen zu können. Auch der Cultusminister Dr. Falk soll sein Erscheinen zugesagt haben. (Oberh. Ztg.)
Der Geburtstag unseres Kaisers, der heute sein dreiundachtzigstes Lebensjahr beginnt, ist vor Allem andern geeignet, überall wo Deutsche wohnen, die treue nationale Gesinnung zu bekunden. Aber nicht allein persönliche Liebe und Verehrung sind wir dem Liebling des Volkes schuldig, mir müssen auch mit männlicher Entschloffenheit und Hingebung uns zu den Werken bekennen, die er als siegreicher Held, als treuer Wächter des Ruhmes und der Ehren des Vaterlandes geschaffen. Je tiefer sich diese Ueberzeugung in unserm Volke befestigt, desto gesicherter und glücklicher ist seine Zukunft, desto ferner liegt die Gefahr deS socialistischen Umsturzes.
DaS glänzendste Werk des Kaisers ist die politische Einheit unseres Vaterlandes, die Errichtung des neuen Deutschen Reiches. Was Millionen unserer Vorfahren sehnsüchtig erstrebt und nicht mehr erlebt, das zu sehen war uns beschieden!
flb.) , H. Kar;.
Abonnement 'ulW Äfliffts. rOl 0 8
uir'*'*
reu
oldener Kette und- L Mttag im Os- Mben gegen an-
brr ffrp. d. A
fr, etidd, tM itiquitättn, Oel-
mberger.
ey W.______
"SchÄer, welche btiudjtn, werden
Markt B. 32._ ffesiauration an eine beit. Wo?
Bl.
notMfn SW nger Mann findet iintz-
ÄöckinN urg M „ git. CJ28.
Zs
i
unb (S
■^fyartrelb,__
lW«.
!?bnk fui» für 1 'ne.,n(n jungen Ntn 1879o!i
Eisende sich Quc erworben haben, zur Ler- zu engagncn, yn mit Angabe kreises mit o. n. ‘ i’ie Centtal-
L. Daube
R.
it
Klinik des aca- ohier, wirb ein Eintritt gesucht, rben verlangt.
Verwaltung, f gefunden. _
r Laufmaschen Wo? sagt die
Berlin, 18. März. Zur bevorstehenden zwetundachtzigsten Geburtstagsfeier unseres Kaisers werden sich der König von Sachsen und viele andere deutsche Fürsten einfinden. Eine große Abendgesellschaft im Palais wird am G'.burtstage diesmal nicht statthaben, da der Kaiser von seinem letzten Falle zwar ziemlich hergestellt ist, aber sich nach dem Wunsche der Aerzte noch schonen muß. Die allgemeine Liebe und Verehrung für Se. Majestät wird sich an diesem Tage in vielfacher Weise kundgeben, namentlich soll m den Reichshallen eine Festlichkeit stattfinden, welche für einen geringen Eintrittspreis viele musikalische und andere Genüffe darbieten wird. Der Mangel an Ehrerbietung vor der kaiserlichen Majestät, den der Socialdemokrat Liebknecht in der gestrigen Reichstagssitzung an den Tag legte, hat im Reichstage und außerhalb die allgemeinste Entrüstung hervorgerufen und die Zurechtweisuna die Präsident v. Forckenbeck ihm angedeihen ließ, ist Allen aus der Seele gesprochen.
Marburg, 19. März. Bekanntlich soll Ende Mai d. I. das hiesige neue Umverstkätsgebäude feierlich eingeweiht werden. Wie uns aus sicherer Quelle mitgetheilt wird, hat an einem der letzten Tage der akademische Senat nun das Programm der Festlichkeiten wie folgt festgestellt:
J Tag. Empfang der Gäste und Abends Vorkneipe.
Tag. Festgottesdienst in der Universitätskirche, bet welchem der akademische Gesangverein durch Vortrag einiger Gesänge Mitwirken wird, dann Festzug durch die Straßen der Stadt, ein Rede- Act (Redner Pros. Cäsar^. Abends großer Commers im Saalbau.


