Issue 
21/09/1879 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

stand und wurden nach Mundt abgesührt, wo sie am 30. August eingetroffen sind. Von da sollen sie nach Greytown gebracht werden; ihre wettere Be» sttmmung ist unbekannt. General Wolseley benachrichtigte die Zulu-Häupt- linge bei einer Zusammenkunft, das Land werde in drei unter europäischen Residenten stehende Paralleldistricte etngetheilt werden.

Straßburg, 19. Septbr. Die heutige Parade des 15. Armee-Corps Bet bei herrlichem Getter ein großartiges militärisches Schauspiel, zu welchem enorme Menschenmaffen zusammengeströmt waren. Um 11 Uhr erschienen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die Großherzogin von Baden, der deutsche Kronprinz und an deffen Seite der Kronprinz von Schweden. Die Paradetruppen unter dem Cornmando des Generals von Fransecky, gegen 30,000 Mann zählend, waren in zwei Treffen aufgestellt. Der Kaiser stieg zu Pferd und ritt demnächst die Front ab; die Kaiserin und die Großher­zogin von Baden folgten in offenem Wagen; dem Kaiser schloß sich eine glänzende Sui e an. Der Vorbeimarsch erfolgte zuerst in Compagnie-Front, dann in Regiments-Colonne. Da der Regen der vorletzten Nacht den Boden aufgeweicht hatte, so mußte die Paradeltnte beim zweiten Vorbeimarsch verlegt werden. Der Verlaus der Parade war ein vortrefflicher und sprach Se. Majestät nach deren Schluß den versammelten Officieren die Allerhöchste Zu­friedenheit aus. Der Kaiser ritt sodann noch die Front der in der Nähe des Paradefeldes aufgestellten Reservisten und Landwehrmänner der Bezirke Straß­burg, Molsheim und Schlettstavt, sowie von 72 Kriegervereinen ab; erstere zählten 3000, letztere 1800 Mann. Der Ort Königshofen, in deffen Nähe die Parade stattfand, prangte in festlichem Flaggenschmuck. Nachdem der Kaiser über 3 Stunden zu Pferde geseffen hatte, erfolgte gegen 2 Uhr die Rückfahrt. Sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt wurden der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, auch Graf Moltke mit tausendstimmigen Hochrufen begrüßt. Um 5 Uhr fand bet dem Kaiser das Parade-Diner statt, zu welchem sämmtltche Generale und Stabsosficiere, sowie der Oberpfarrer Stetnwender und der Divisionspsarrer Hauptmann geladen waren. Letztere beide werden am Sonn­tag den Gottesdienst celebriren. Heute Abend ist Galavorstellung irn Theater.

London, 20. Septbr. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Simla: Offizielle Nachrichten aus Kabul bestätigen, daß in Herat am 5. September ein Aufruhr uusgebrocheu ist. Gerüchtweise verlautet, daß auch im Distrikte Kohistan ein Aufstand ausbrach. Der Aufstand wird zum Theil dem Umstande zugeschrieben, daß der Emir einen Anführer der Kohtstaner tobten ließ, weil die Mehrzahl der Meuterer in Kabul Kohistaner waren. Die Soldaten der einheimischen Regimenter, welche entkommen sind, erklärten, daß Jakub Khan keine Mitschuld an der Meuterei in Kabul trage. Letztere sei erwartet und Cavagnari davon benachrichtigt worden.

Loka le s.

Gießen, 20. Septbr. (Die DekanatSsynode zu Gießen.) Montag, 15. September ttune unsere Dekanatssynode in der Stadtkirche zu Gießen in Gegenwart des Herrn Super­intendenten Habicht abgehalten. Die Predigt hielt Pfarrer Hüffel von Großen - Linden über 1. Cor. 16, 13. Er ermahnte die Synodalen, zu wachen über sich selbst und die Heerde und bei ihrer Wirksamkeit vor Allem das im Auge zu haben, daß sie selbst im Glauben stünden und den Glauben förderten. Hierauf verlas Dekan Strack den Rechenschaftsbericht des De- kanatsausschusseS, der im Ganzen die kirchlichen Verhältnisse des Dekanats in keinem ungünstigen Lichte darstellte. Im Durchschnitt beträgt die Zahl der Kirchenbesucher 24,4 o 0/ steigt aber "bei einzelnen Gemeinden auf 40 und mehr pCt. Nur über die Theilnahme am Nachmitlagsgottes­dienst wird fast allgemein geklagt. In den bei weitem meisten Gemeinden beträgt die Zahl der Abenvmahlsgenosien mehr als die der Bevölkerung, sie hat eher zu- als abgenommen. Die Katechismuslehre wird fast allenthalben 3 bis 4 Jahre lang und zwar meist fleißig besucht, in wenigen sogar länger, namentlich von der weiblichen Jugend. Tauf- und Confirmationsver- weigerungen und blos civiltter geschlossene Ehen sind nicht vorgekommen. In einer Anzahl von Gemeinden waren keine unehelichen Geburten zu verzeichnen. Die Sonn- und Feiertage werden kaum durch Arbeit entweiht, desto mehr aber durch Wirthshausbesuch selbst schon am' Morgen.

Der ausgestellte Voranschlag wurve genehmigt, hierbei auch der Vorschlag, die Dekanats­synode auch abwechselnd an anderen Orten abzuhalten, und einen besonderen Dekanatsboten anzunehmen. Bel der nun folgenden Wahl der Abgeordneten zur Landessynode erhielten die beiden bisherigen, Dekan Strack und Advokat Dor ns ei ff, die Majorität der Stimmen; letzterer 36 von 37. Ais Stellvertreter wurden gewählt Pfarrer Metz zur Hausen und durch Stichwahl Bürgermeister Wagenbach von Alten-Buseck

Nun kam die von Großherzoglichem Ober-Consistorium aufgeworfene Frage:Was können und sollen die Dekauatssynoden thun, um der Verbreitung unsittlicher und irreli­giöser Schriften entgegen zu wirken!" zur Verhandlung. Hierüber hatte Pfarrer Wi>, becker von Rövgen Thesen ausgestellt, welche nach kurzer Einleitung durch den Referenten zur Discussion aus. gesetzt wurden. Ueber die vier ersten Thesen ging man, weil sie mehr die theoretische Grundlage bildeten, rascher hinweg, um das praktisch Wichtige ins Auge zu fasten. Nur darin erfuhr der Thesensteller Widerspruch, daß er in These 2 behauptet hatte, der durch die irreligiöse sitren- verderbliche periodische Presse angerichtete Schaden stehe in keinem Lerhältniß zu dem durch die nickt periodische schlechte Literatur verursachten Verderben. Zur Vertheidigung seiner Behaup­tung führte der Thesensteller an, ohne die letztere würde die periodische Preste nicht solche ver­derbliche Artikel liefern. Die nun fast durchgängig mit Einstimmigkeit angenommenen Thesen lauteten -.

V. Hieraus ergibt sich, was zur Abwehr zu geschehen hat. a. Von Seiten des Einzelnen:

Er halte nicht nur keine irreligiösen und unsittlichen Blätter und Schriften, sondern zeure dagegen je nach Beruf und Vermögen auch mündlich und schriftlich und fördere in seiner Umgebung so viel als möglich eine gesunde religiöse und sittliche Lectüre. Vor Allem empfehle er dre gute Sache durch selbst eigene religiöse und sittliche Gesinnung und einen dem entsprechen­den Wandel.

b. Von Seiten des Staates.

Geistige Uebel uno Schäden können zwar nur durch geistige Uebel geheilt werden. Nichts­destoweniger hat der Staat als sittliches Gemeinwesen, vorzüglich aber um seiner selbst willen, die Verpflichtung, das gesammte Preßwesen zu überwachen. Er verbiete deßhalb nicht nur offenbar irreligiöse und sittenverderbliche Schriften auch obscöne Bilder, deren Colportage auf Bahnhöfen, Märkten u. s. w., wie das schon geschieht in §§. 183 und 184 des deutschen Strafgesetzbuches von 1870 und 1876 und $ 23 des Reichspreßgesetzes von 1874, sondern er unterstütze auch alle auf Verbesierung des Preßwesens abzielendc Bestrebungen, pflege vor Allem die Religion in der Schule, schütze und unterstütze die Kirche als vornehmste Hüterin und Pflegerin des religiösen und kirchlichen Lebens.

c. von Seiten der Kirche.

Die evangelische Kirche kann ihrem Wesen nach zwar kein Verzcichnlß verbotener Bücher aufstellen wie die römische, eben so wenig hat sie die Macht, zu verbieten, so wie der Staat dies kann, aber sie weise furchtlos hin auf die Quelle aller Schäden und lege kräftiges Zcugniß ab eg en das in irreligiösen und sittenverderblichen Schriften sich breit machende Heidenthum.

These VI. Die Dekanatssynode, als kirchliches Organ, verhalte sich nun auch dem ent­sprechend und wirke in den einzelnen Dekanaten gegen datz Umsichgreifen unsittlicher und irreli­giöser literarischer Machwerke durch Verbreitung, resp. Empfehlung guter religiöser und sittlicher Schriften. DieS kann geschehen: 1) Direkt, verfassungsmäßig ($. 70 der L.-Verf.) durch eine darauf abzielende Beeinflussung ihrer eigenen Mitglieder (Pfarrer, Kirchenvorsteher, Gemeinde- Vertreter).

2) Je na* Bedürfniß und Uebereinkommen in verfaffungsmäßigem Geiste:

a. durch Gründung von Lesevereinen, Volksbibliotheken, b. durch Kolportage guter Schriften, c. durch Flüssigmachung auch kirchlicher Mittel, d. durch Beeinflussung der kleinen Localpreffe, e. durch einen zu crlaffcndcn Aufruf an die Gemeinden

einig waren alle besonders bann, daß dem sich mehrenden Schaden entqeqenqewirkt werden muffe. Der Schaden sei vorhanden mehr als man glaube. Es sei sehr zu beklaaen was für Schund durch den Verkauf von Büchern und Zeitschriften m den Wartesälen der Bahn' Hofe verbreitet werde. Es sei vorgekommen, daß ein solcher Verkäufer nichts Anstößiges offen hmgelegt habe, aber bereitwillig jedem Verlangenden aus einem verschloffenen Behältnisse Schänd- Produkte der neuesten Literatur herbeigeholt habe. Durch Colportcure suchten ipeculirende Buchhändler schlechte sittenverderbltche Romane unter das Volk zu bringen, indem sic durch oft trügerische Versprechung von freien Lotterielosen oder andern Prämien die Kauf- und Sub- scrlptlonslust erweckten oder steigerten. Es wurde einstimmig die Resolution gefaßt bas Kirchen- rcgiment zu ersuchen, daß dasselbe bei der Staatsregierung darauf binwirken möge daß die bestehenden Gesetze genauer beobachtet werden möchten. Die Errichtung von Lesevereinen und Volksbibliotheken, deren schon einige im Dekanat beständen, wurde als heilsam empfohlen. Es sei dies wesentlich erleichtert, indem der Colportageverein für Heffen und Nassau Verzeichniffe guter Volksschriften veröffentliche und zum billigen Ankauf die Hand biete. Empfohlen wurde noch den Mitgliedern der DekanatSsynode, besonders den Geistlichen, in die Localpreffe geeignete Artikel von paffendem Inhalt zu bearbeiten.

Von einem zu erlaffenden Aufruf an die Gemeinden wurde vorerst abgesehen. Nach 1 Uhr schloß der Dekan die Synode mit Gebet und dankte für den friedlichen Verlauf derselben.

Gießen, 20. Septbr. (Sitzung der Stadtverordneten am 18. Septbr.) Anwesend: Herr Bürgermeister ©ramm, Herr Beigeordneter Keller; von Seiten der Stadtverordneten die Herren Batst, Gail, Grüneberg, Hanstein, Hoch, Hornberger, Kauf Lüde- king, May, Ad.Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach und Wenzel. Da der zum Beerdigen der zu wiffenschaftlichen Zwecken auf der Anatomie ver­wandten Leichen seither benutzte Platz vollständig belegt ist, wird ein Theil des bereit« zur Er­weiterung des Friedhofs erworbenen Geländes, an den seitherigen Platz anstoßend, für obigen Z^ck bestimmt. Das Gesuch des Herrn Aug. Montanus um Erbauung einer Bierhalle an lernern Hause in der Wagengaffe (Cafö Klein) soll befürwortet werden, desgleichen dassenige oer hiesigen Gewerbebank, sowie die Gesuche der Herren Gg. H. Schirmer, S. PaScoe und O Mogenburg; dagegen wird das Gesuch des Herrn H. Schäfer um Erlaubniß zur Erbauung einer Waschküche, Holzremise und Stall im sog. alten Feld an die Bau-Deputation zurückver­wiesen. Ein Voranschlag des Stadtbaumeisters in der Höhe von 234 für Reparaturen im früheren Pfandhaus wird genehmigt. Sodann folgt als Hauptgegenstand der heutigen Tagesordnung die Taufe von 29 alten und neuen Straßen. Von jetzt an sollen heißen:

1) die Schoor Straße vom Neuenweger- bis Seltersthor (bte seitherige neue Anlage) Süd-Anlage",

2) die vom Selters- bis NeustädterthorWest-Anlage",

3) Neustädter- bis WallthorNord-Anlage",

4) Wallthor bis NeuenwegerthorOst-Anlage",

5) die projecttrte Parallelstraße vom Neustädterthor bis zur Marburgerstraße (zwischen Schoorstraße und dem Eisenbahndamme)Steinftraße",

6) die Straße von den Häusern der Herren Kling spor' und Neuenhagen an der Schoor nach dem Eisenbahndamme hinDammstraße",

7) die Straße vom Asterweg mit der Fortsetzung zwischen den Köhler'schen Häusern auf dem Gartfelde nach dem Eisenbahndamm hin -Schillerstraße",

8) die projcctirte Straße zwischen den Häusern der Herren Roth und Georgi nach dem Bahndämme hinWeserstraße",

9) der seitherige SchwarzlachwegEberfiraße",

10, der Afterweg mit der Fortsetzung nach dem Bahndamme hin, soweit projectirt Asterweg",

11) die der Pöschel's Brauerei gegenüber in gleicher Richtung wie vorher projectirte StraßeSchottstraße",

12) die Straße vom Zöller'schen Hause in der Neustadt bis an Den BahnhofBahnhofs- straßc",

13) die projecttrte Straße von dem Schoorweg an dem neu erbauten Kauf'schen Hause nach den BurgwiesenWiesenstraße",

14) die projecttrte Straße von der Licherstraße nach der Grünbergerstraße und zwischen den Häusern von Bruchhäuser und Fink durch nach den EichgärtenWolfstraße"

15) die Straße vom Neuenwegerthor ab an Wenzel's Garten herGartenstiaße", '

16) die seitherige StephansstraßeGöthestraße",

17) die Straße westlich der Frankfurtcrstraße vom Schufter'schen nachdem Wasser sch. leben'schen HauseLiebigsstraße",

18) die projectirte Straße auf dem rechten Ufer der WieseckLonyftraße",

19) die projectirte Straße auf dem linken Ufer der WieseckLöberstraße",

20) der SchießgartenwegSchützenstraße",

21) der untere Hammweg nach der Neumühle hinLahnstraße",

22) der obere HammwegHammstraße",

23) der bisherige Krosoorferweg, soweit für den Bauplan vorgesehen,Krofdorferstraße",

24) Die Straße vom Seltersthor ab nach dem BergFrankfurterstraße",

25) die Straße vor dem NeustädterthorRodhelmerstraße",

26) die Straße vom Wallthor abMarburgerstraße",

27) der Complex zwischen den Häusern von L. und A. Petri, G. Volk und von Wernher bis Heinrich VogtLudwigsplatz",

28) die Straße von den Häusern der Herren Georg Volk und Heinrich Voat nack dem TriebGrünbergerstraße",

29) die östlich vor dem Schützenhofe von der Grünbergerstraße abzweigende Straße Licherstraße".

Gießen, 20. September. Gestern Nachmittag 5 Uhr logirte sich ein angeblicher Kauf­mann von Frankfurt a. M. im Hotel &um Einhorn ein. Heute Morgen gegen 4 Uhr versuchte derselbe das Hofthor selbst zu öffnen und sich zu entfernen, was ihm jedoch nicht gelang. Er ging nun zurück zum Hausknecht des Hötels, händigte diesem 4 mit dem Bemerken ein, er möge von diesem Betrage seine Zeche von ungefähr 3 berichtigen, den Rest möge er alö Trinkgeld betrachten, er müsse sofort nach Caffel reisen und habe daher keine Zeit. (Unbegreiflich bleibt es, wie der Hausknecht eine Person fortlasien konnte, welche auf gewaltsame Weise sich zu entfernen suchte.) Gegen 8 Uhr vermißte nun ein in Einhorn einquartierter Hauptmann bes Generalstabes sein Portemonnaie, welches bei nicht verschloffener Stubenthür auf dem Nachttisch gelegen hatte. Im Portemonnaie befanden sich ca. 400 JL Vom muthmaßlichen Diebe konnte bis jetzt feine Spur entdeckt werden. Jedenfalls ist er mit einem der Frühzüge von hier weitergereist.

In einem hiesigen Gasthause stibitzte ein Dienstmädchen nach und nach einen Betrag von 100 Jt und veriheilte diese unter seine Geschwister unter der Angabe, daß es die Erspar- niffe von ihrem Lohne seien. Von einem früheren Burschen des Bestohlenen will bas Mädchen die Manipulaton des Tischplatthebens gelernt haben. Die Diebin wurde verhaftet.

Gießen, 20. Septbr. Wir hatten gestern Abend Gelegenheit, einer Probe mit der Beleuchtung durch elektrisches Licht in Wenzel's Saalbau beizuwohnen. Im Hofe ist eine von Herren Heyligenstädt & Co. gelieferte 9pferdige Dampfmaschine aufgestellt, welche die zwei ebendaselbst angebrachten Electro-Motoren bedient. Von diesen Motoren geht die eine Leitung über die Musikgallerie nach dem Kronleuchter, über deffen Flammen die electrische Lampe mit Schirm und Reflector angebracht ist; die andere Leitung gebt nach dem Anbau, wo eine offene Flamme vorgesehen ist, um den Unterschied zwischen gedämpftem und nicht gedämpftem Lichte zu zeigen. Das Licht selbst ist ein recht helles und reines zu nennen, gegen welches die brennenden Gasflammen wie Oellichter schienen. Auch brannte dasselbe recht ruhig und stetig und war von einem Zucken und Flackern nichts zu merken. Wenn beibe Lampen In Funktion sinb, kann man in ben entlegensten Ecken bes SaalbaucS die kleinstgedruckte Schrift ganz be­quem lesen Die zur Verwendung kommenden Kohlenstücke reichen für 5 Stunden aus. Hoffentlich benutzt daS Publikum die Gelegenheit, um sich von dieser neuen Beleuchtungsart, welcher ein: große Zukunft zu prophezeien ist, durch den Augenschein zu überzeugen.

Vermischtes.

Hildburghausen. Der Landtag deS Herzogthurns hat dem unter Aussicht deS Staates stehenden Technikum Hildburghausen, welches eine Maschinenbau- und Baugewerkschule umfaßt, in Anbetracht der für die Industrie und das Gewerbe so wichtigen theoretischen Aus­bildung junger Techniker und der anerkannten Leistungen Der Anstalt eine fortlaufende Staats- Unterstützung bewilligt.____________________________________

Handel und Verkehr.

Gießen, 20. Septbr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. JL 0,95 bis <X 1,05, Hühnereier per Stück 5 und 6 H, Käse per Stück 47 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 18 Linsen 1 Liter 20 H, Tauben das Paar 50-70 H, Hühner per Stück v*L 0.801-, Hahnen per Stück JL 0.50-1.10, Enten per Stück JL 1,50, Gänse per Stück vtL, Kartoffeln per 100 Kilo JL 6-7, Zwiebeln, per Centner JL 67, Milch per Liter 16 u. 18 H, Ochsenfleisch 70 H per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 5260 Kalb­fleisch 4550 H, Hammelfleisch 6070 Schweinefleisch 6064 H.