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220. Erstes Blatt. Sonntag den 21. September
1879.
Meßmer "Anzeiger
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Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ptz»
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Einladung Mm Abonnement
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GLetzener Anzeiger.
Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewobnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, incl.
der Beilage „Gießener Familienblätter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. „
Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in s Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; ttt der Erpedrt-.on
abgeholt 2 Mark; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, beträgt derselbe 2 Mark ercl. Postgebühr.
Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im IV. Quartal 1879 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.
Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, um vollzählige
| Exemplare liefern zu können. Die Expedition.
Amtlicher Th eil.
Gefundene Gegen st an de:
3 Portemonnai's mit Inhalt, 1 Schwamm mit weißem Netz, 1 Sack mit Inhalt (Kleider), 1 schwarzseidenes Tuch, 1 Kinderschuh, 1 weißes Taschentuch,
3 bunte Taschentücher, 1 Leitriemen, 1 Brieftasche, 1 Eigarrenetui.
Die Gegenstände sind auf der Polizeiwache (A. 258) aufbewahrt.
Gießen, den 19. September 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
Fresenius.
nicht genug Verständlich für das Finanzwesen habe, ein Fehler, den das Blatt, welches die vielen hervorragenden Eigenschaften des Herrn Mumm, seine Repräsentation, sein Organisationstalent, seinen Fleiß rc. anerkennt, übrigens auf die Gründerjahre zurückführt. Das ist Alles recht schön, gut und richtig; aber die hiesigen Blätter scheinen Eines nicht zu wissen, nämlich daß Herr v. Mumm, wie wir von einem demselben sehr nahe stehenden Manne hören, nicht geneigt ist, eine Wiederwahl anzunehmen. Wir beklagen das aufrichtig! (Rh. Kur.).
Telegraphische Depeschen.
Wagrrer's telegr. Correspondenz - Bureau.
Wien, 19. Septbr. Fürst Bismarck trifft hier erst morgen Abend ein.
Berlin, 19. Septbr. Der „Post" zufolge wird Feldmarschall v. Manteuffel sich am 28. Septbr. nach Straßburg begeben.
— Privat-Telegramme der „Nordd. Allg. Ztg." aus Deutsch - Erone: Das hiesige Kreisgertcht verhandelte heute eine Anklage gegen den ehemaligen Erzbischof Ledochowski wegen Uebertretung der Maigesetze (betr. die Verhängung der großen Excommunication gegen den staatstreuen Probst Lizak in Schrotz) und verurtheilte Ledochowski zu 2000 Mk. Strafe event. 70 Tage Gesängntß und zur Erstattung der Kosten.
Stuttgart, 19. Septbr. Der König hat heute dem Manöver bei Blaufelden beigewohnt und reist von da nach Jugenheim zum Besuch der Kaiserin von Rußland. ,
Gastein, 19. Septbr. Nuntius Jacobini ist heute Nachmittag nach Wien zurückgereist.
Baden-Baden, 19. Septbr. Versammlung der deutschen Naturforscher. Heute sanden Vor- und Nachmittags Sections-Sitzungen statt. Die zweite Hauptsitzung ist morgen. Als Notabilitäten unter den Anwesenden sind u. A. zu nennen: Kußmaul, Hegar, v. Langenbeck, Golz, Nachtigall, Friedreich und Ecker.
London, 19. Septbr. Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Simla vom 19. d.: Wegen des Vormarsches der britischen Truppen auf Dakka ist Gegenbefehl ertheilt. Die Vorbereitungen für den Transport sind nunmehr gut organistrt; die Regierungsbehörde in Madras stellt eine größere Anzahl von Transportmitteln zur Verfügung.
— „Times" bringt in ihrer zweiten Ausgabe folgendes Telegramm aus Alikheyl vom Heutigen: Depeschen des Emirs von Afghanistan an General Roberts bestätigen, daß Herat in vollem Aufruhr ist. Der Emir verfügt über 12 Regimenter und mehrere Geschütze in Kabul und hat mehrere Regimenter aus Gbusni und Turkestan herbeibeordert.
Rom, 19. Septbr. Im gestrigen Consistorium ernannte der Papst nach einer Allocutio» die Nuntien Meglia und Jacobini, ferner Catani und Sanguigni zu Cardinälen und außerdem sechs Bischöfe für Italien und zwei für lg @ept6r- Meldung des Reuter'schen Bureaus aus der
Capstadt vom 2. ds. (via St. Vincent). Laut näheren Mittheilungen über die Gefangennahme Cctewayo's beorderte Lord Gifford, nachdem er erfahren hatte, daß der König mit seinen Anhängern stch im Zustande der Erschöpfung in einem Kraal aufhalte, den Major Marter, den Kraal mit Dragonern zu umstellen. Cetewayo und seine Begleiter ergaben sich darauf ohne Wider-
Keutschkarrd.
Darmstadt, 19. Septbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfing heute den Geheimer ath Stüber, den Steuerrath Eckhart, den Hofgerichtsrath v. Herff, den Justtzrath Gros, den Proseffor Dr. Urtch, den Landgertchtsdirector Muth, den Oberamtsrichter Roos, den Obecamtsrtchter Klingelhöffer, den Landgerichtsrath Holzapfel, den Landgertchtsrath Steinberger, den Baurath Köhler, den Polizeirath Haas, den Mr. Bengough, den Generalmajor Kehrer, sowie den Obersten v. Heineccius, und nahmen militärische Meldungen entgegen; daraus zum Vortrag den Staatsminister Freiherrn v. Starck, den Mtnisterialprästdentcn Schleiermacher, den Geh. Cabtnetsrath Dr. Becker und den Hosjägermelstcc v. Werner.
— Seine Königliche Hoheit der Prinz von Wales trifft Sonntags den 21. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr in Groß-Gerau em, woselbst Seine Königliche Hoheit der Großherzog den hohen Gast empfangen und nach Wolfsgarten geleiten werden. Am Dienstag findet im Groß-Gerauer Park eine Hos- jagd statt.
Die Abreise Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, sowie Seiner Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs nach Balmoral erfolgt Dienstag den 23. ds. Mts., Nachmittags 5 Uhr 10 Minuten über Calais und London.
Darmstadt, 19. Septbr. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 43 enthält die Verordnung, die Tagegelder, Reisekosten und Umzugskosten der Civilbeamten betreffend.
Frankfurt, 17. Septbr. Lebhaft wird in allen Gesellschaftsschichten der Beschluß der Stadtverordneten besprochen, die demnächst zur Erledigung kommenden Stellen des ersten und zweiten Bürgermeisters, sowie zweier besoldeter Stadträthe öffentlich auszuschreiben, ein Beschluß, dem die Ausführung rasch aus dem Fuße gefolgt ist, denn die neueste Nummer des amtlichen „Anzeigers" enthält bereits die bezügliche Bekanntmachung. An Bewerbern wird es kaum fehlen, denn der Jahresgehalt des ersten Bürgermeisters beträgt 12,000 Mk- und 3000 Mk. Functtonszulage, der des zweiten 8400 Mk. und 1000 Mk. Functtonszulage, der der Stadträthe 8000 Mk. Die Amtsdauer ist 12 Jahre. Da der Beschluß der Stadtverordneten mit Viersünstel-Mehrheit und ohne politische Motive, wie man bestimmt versichert, gefaßt worden ist, so mögen die Väter der Stadt ja alle ihre wohlerwogenen Gründe dazu gehabt haben; aber immerhin wird man es auswärts, trotz der analogen Vorgänge in Berlin, Köln und neuerdings in unserer Nachbarstadt Hanau rc. für ein Armuthszeugniß der Stadt halten können, daß sie außerhalb Frankfurts auf die Suche nach ihren Vertretern hat gehen müssen, wenn auch mit dem Beschluß nicht ausgeschloffen ist, daß sich hiesige befähigte Männer für die vacan- ien Stellen melden können. Jndeffen beruht das Aussehen, welches das Ausschreiben macht, nicht sowohl oder wenigstens nicht allein in dem Beschämenden sür die Stadt, als daraus, daß der Beschluß der Stadtverordneten in seiner Spitze gegen unseren vortrefflichen Oberbürgermeister gerichtet zu sein scheint, dem man gegnertschersetts vorwirst, daß er zu viel „Fühlung" mit Berlin unterhalte, oder, wie sich eine Einsendung in dem „Stadtanzeiger" ausdrückt, „der preußischen Regierung hier die Wege ebene." Selbst die „Neue Franks. Preffe" wirst Herrn Mumm von Schwarzenstein in einem vortrefflich geschriebenen und ganz objectiv gehaltenen Artikel, an deffen Schluß sie stch warm sür die Wiederwahl unseres bisherigen Oberbürgermeisters auSspricht, vor, daß er


