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■einen Ruf -zur Ordnung zurück, zur Bescheidenheit und Tapferkeit. Die Erhaltung 'g Geistes durch den wir siegen sollten, das ist der beste Dank an Gott für jene tzrosie Zelt- ^ene aud) ba§ Denkmal, das Denkmal gilt den Kriegern des Landes, gilt unserem Heere. Es war das Werkzeug scharf und schneidig, von Meisterhand Whrt, durch welches Gott den Sieg aab.
* Es aab eine Beit, da glaubte der Deustche gebildeteren Schlages großentheils mächtlich heruntersehen zu dürfen auf das Soldatenwei-k. Schien es doch nur ein fnnteß Spielzeug in den Händen von mancherlei Kriegsherren und meinte man doch Sie wirklichen Tugenden, die auch da sich fanden: Manneszucht und Pflichttreue, an- rmwo besser zu finden. Das ist Gott Lob anders geworden. Heute ist das deutsche jyev unser Stolz, seitdem offenbar bekannt geworden, wie nicht nur dre ledesmalige Mtbe der Nation an Leibeskraft, sondern auch die größte herrlichste Manneskraft amierer nationalen Helden in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ,m Heere sich beiden, seitdem der höchste Ehrentitel des deutschen Kauers der ist, der Feldmarschall ll sein aller Deutschen. Und mehr als auf die Schule bauen wir auf den Geist, den U Heer den Männern einftößt, der Pflichttreue, des Gehorsams und des Edelmuthes. Mn "und nimmer aber wäre ein solches Heer geworden im Frieden. Wenn unsere Mördern eine Freundschaft schließen wollten, die immer dauern sollte m Kampf und €iea Noth und Tod, so traten sie unter zwei geneigte Speere, öffneten eine Ader, und M das Blut zusammenfloß, so wurden die Herzen der Männer eins. Das geschah in jener großen Zeit; das Blut aller der deutschen Stamme machte aus dem Heere Ms Und daß auch unser Stamm dabei sein durfte, deß rühmen und freuen wir uns leute wie damals. Und mit der Errichtung des Denkmals sprechen wir es aus , daß wir cs wissen, was wir dem deutschen Heere verdanken, und daß wir es halten für die jefte Wehr, die unser Vaterland, ungeschwächt und unverkürzt, handhaben soll gegen den Lißercn, wie, Gott gebe nie, gegen den inneren Feind. — Einen siegenden Krieger Mi das Denkmal dar, und einen sterbenden. Was der sterbende mit seinem Blute wiitcrworben, das soll der siegende mit seinem Schwert behaupten. Wer uns das an; inftct was der Tod unserer Kameraden errang, der spottet ihres Todes und ist ihres Lusers nicht werth. Ihres Opfers — es ist ein Gedanke, auf dem alle Religion .beruht und den unser Chriftenthum in der leuchtendsten Gestalt verwirklicht sieht im Heiland am Kreuze; das Opfer. Und das scheint mir der tiefste, das der christliche ginn des Heerwesens zu sein, das ja sonst in dem Reiche des Fnedensfürsten keine Stellung hat, daß es im Volke wach hält den Gedanken: Es aibt Zeiten im Leben Les Volkes uud des Einzelnen, da alle Pflichten zurücktreten vor der einen: sich auf; zllspfcrn für das Ganze. Das aber lehrt uns keine Schule, denn tn der Schule fitzen jfinber, die nicht wissen, was opfern heißt, das lehrt nur mit ihrem Wort vom Kreuze Lie,'JMigion, und das lehrt in seiner Weise durch Mannszucht und Pflichtstrenge das Heer. Diesem Geist, der von dem Heere ausaehen und dann vom Volk in's Heer ein; Langen soll, huldigen wir heut mit unserem Kriegerdenkmal. In diesem Sinne dürfen wir uns dieses Denkmals dankbar freuen und begrüßen es mit dem Gelübde, das ein «hier Dichter (Curtius) vor 9 Jahren am Todtenfeld von Metz gethan:
Ihr bleibet unser! Ein Vermächtmß Ist euer Tod für Jedermann, Und eure Thaten im Gedächtniß, Wächst unser deutsches Volk heran. Es schwöret bei dem theuren Blute Mit dem ihr uns den Sieg erwarbt, Daß es mit felsenhartem Muthe Einsteht, wofür ihr kämpfend starbt; Daß Deutschland neu durch euch geworden, Gerächt durch eures Blutes Zoll, Sich nimmer mehr in Süd und Norden Feindselig wieder trennen soll.
Wir wollen treuen Sinnes immer Abschwören jeden falschen Schein, Und euer Heldentod soll nimmer Vergessen noch verwirket sein.
So sei es! Amen.
(Fortsetzung folgt.)
Lokales.
Gießen, 20. August. (Schwurgerichtsverhandlung am 19. Aug.) Katharina Kemmer von Herchenhain, angeklagt des versuchten Mordes ihres 3 Jahre alten Lindes, wurde in eine Zuchthausstrafe von 12 Jahren und in die Kosten verurtheilt. -Mit dieser letzten Verhandlung ist die diesmalige Schwurgerichtsperiode geschlossen-
Gießen, 20. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 21. August 1879, Nachmittags 4 Uhrr
1. Klage des Ortsarmenverbands Hamburg gegen den Ortsarmenverband Gießen.
2. Die Verpachtung der Gemeindejagd.
3. Verlegung eines städtischen Grabens.
4. Voranschlag über die sachlichen Bedürfnisse für die städtischen Schulen pro 1880.
5. Der Bedarf an Saat-Bucheln und Eicheln pro 1879.
6. Gesuch der Georg Becker's Wittwe um Erlaubniß zur Erbauung eines Treibhauses.
7. Gesuch des Conditors Heinrich Kinkel dahier um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen.
8. Die Sedanfeier.
— Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 10. bis 16. August betrug in Gießen 7. Davon ereigneten sich 2 bei Kindern, die nur einige Monate alt waren. Beide starben an Krämpfen. Ein Zjähriges Kind erlag einer Gehirnentzündung, ein 2Vr Jahre altes Kind allgemeiner Abzehrung. Von 3 erwachsenen Personen starb eine an einem organischen Herzleiden, eine an Knochenfraß, eine an eitrigem Erguß in die Brusthöhle. G.
— Die gestrige außerordentliche Generalversammlung der Gewerbebank war von 72 Mitgliedern besucht. Die Versammlung genehmigte die Aufhebung des in der außerordentlichen Generalversammlung am 29. Januar 1877 wegen Erwerbung des I. B a ch'schen Grundstückes gefaßten Beschlusses und stimmte mit 40 gegen 32 Stimmen für den Ankauf der Wiesen oer Herren H. Weidig und Th. Haubach an der Wieseck, hinter der Loge, zum Bauplatz für das zu erbauende Bankgebäude. Die erhebliche Minorität der Versammlung war dafür, daß das Bankgebäude in der Stadt feinen Platz haben müsse.
— Wir erwähnten vor einigen Tagen des Mißstandes, daß die Ueberwölbung des Schipka;Passes noch ohne Geländer sei und daß dadurch leicht ein Unfall paffiren könne. In Bezug daraus wird uns ferner mitgetheilt, daß am Schipka-Paß noch ein größerer Mißstand obwalte. Seit circa 2 Monaten ist das Pflaster einige Quadrat; metcr groß in der Mitte der Caplansgafse vis-h-vis dem Schipka;Passe, an welcher Stelle die Straße nur einige Meter breit ist, aufgerissen. Die Anwohner haben nun täglich das interessante Schauspiel, wie Fuhrwerke, welche die Straße paffiren müssen, sich fast stundenlang aus dem Morast und der Untiefe herauszuarbeiten sich bemühen. Schließlich muß sich wohl noch der Thierschutzverein ins Mittel legen.
— Der vom Ruder;Club bei der internationalen Regatta in Frankfurt errungene Pokal ist im Erker des Herrn Jul. Bach am Seltersweg ausgestellt.
— Wir berichtigen die Mittheilung in unserem gestrigen Blatte unter Berlin betr. Petroleumstcuer dahin, daß nicht wie gesagt worden 1 pro 100 Kg. sondern 6 «M. Steuer zur Anwendung kommen.
Eingesandt.
Gießen, 20. August. Die außerordentliche Generalversammlung der Gewerbebank am gestrigen Abend war statutengemäß ordentlich und rechtzeitig berufen und darf vorausgesetzt werden, daß sämmtliche Mitglieder der Bank Kenntniß von derselben hatten. Trotzdem fand sich von über 700 Vereinsmitgliedern nur der 10. Thetl bewogen, an dieser so hochwichtigen Versammlung Theil zu nehmen. Wir sagen hochwichtig, weil es sich um ein Objekt von mindestens 40,0. 0 handelte, welche für ein Bankgebäude verausgabt werden sollen. Es waren im Ganzen nur 72 Mitglieder anwesend, von denen 32 gegen den Ankauf des von dem Auf- sichtsrathe proponirten Bauplatzes (Weidig - Haubach) stimmten. Bei den 40 Stimmen für diesen Bauplatz befanden sich diejenigen des in pleno erschienenen Aussichtsrathes sammt Bankbeamten und Diener, im Ganzen also ca. 18 Stimmen. Würden diese 18 Stimmen von den 40 in Abzug gebracht, blieben 22 Stimmen aus der Versammlung der Mitglieder, welche sich für den Bau außerhalb gegen 32, welche sich für den Bau innerhalb der Stadt ausgesprochen haben. Jedem Unbefangenen muß es unter diesen Umständen einleuchten, daß hier von einer Majorität keine Rede sein kann und wurden sich unseres Erachtens nach die Mitglieder des Aussichtsrathes einer großen Verantwortlichkeit unrerziehen, wenn sie auf Grund dieses „Majoritätsbeschlusses" ein Bankgebäude erbauen wollten, welches für die Bankmitglieder am zweck- widrigsten Platze ist.
Bei der Wichtigkeit der Sache einer so schlecht besuchten Generalversammlung gegenüber, wäre eine schriftliche Abstimmung durch Herumsendung einer Abstimmungsliste bei sämmt- lichen Mitgliedern geboten, denn es kann doch unmöglich eine Majorität von 40 Mitgliedern auf so einfache Weise mit dem Vermögen des Vereins wirthschaften. — Eine zweite Frage wirft sich bei Besprechung dieses noch auf. Hat die Baufrage überhaupt ein so reges Interesse bei bcn gesammten Mitgliedern hervorgerufen, daß man deren Zustimmung zu dem gefaßten Beschlüsse unterstellen darf, oder läßt sich das Nichterscheinen der großen Mehrzahl am gestrigen Abend durch die Abneigung am Bauen überhaupt erklären? Einsender vieses, als altes Bankmitglied, glaubt es dem Interesse der Bank und ihrer Mitglieder schuldig zu fein, auf diese Zustände öffentlich aufmerksam zu machen.
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Mittwoch den 27. l. Mts., v>on Vormittags 9 Uhr an, illen im alten Rathhaussaale ver- 1 liiger t werden: JL
)ße Lieferung von Stetnkohlen- ifen, veranschl. zu 383,20
- ^Lieferung von Cementröhren, veranschl. zu 132,— )tr Lieferung von Cement, veranschl. zu 126,— 'Maurerarbeit, „ „ 298,32
' Zirmhauerarbeit,
n
„1256,-
Ochdeckerarbeit,
ll
„ 286,84
Lhreinerarbett,
u
„ 318,38
' Lchlosseraröeit,
n
„ 357,50
t Mserarbeit, < Lpenglerarbeit,
il
„ 97,44
„ 504,10
' Dißbinderarbeit, „ „ 1383,96
öie Lieferung von Basalt-
ßeinen, veranschl. zu 127,50 ! rai Anfahren derselben,
veranschl. zu 322,50 ■ rar Anfahren von Kies,
veranschl. zu 94,50 Naussirarbeit, „ „ 451,20
Wstererarbeit, „ „ 1800,41
Gi-eßen, den 20. August 1879. Großherzogl- Bürgermeisterei Gießen. MIT) A- Bramm. - >
Ms bevorstehende Manöver em- Wen wir gut geräucherten feinsten Blasenschinken, feinste Cervelatwurst, feinste Ochsenzungen, jmie Arac, Cognac und Rum in bekannter Güte. (5473
J. A. Busch Söhne-
Allgemeiner Anzeiger.
Submission
zu
5370)
Die bei dem Umbau der Wieseckbrücke vor dem Neuenweger Thor
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M
zu n ii ii
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Gießen nöthig werdenden Arbeiten, als: Maurerarbeit,.......
Steinhauerarbeit,......
Zimmerarbeit.......
Schlosserarbeit u. Trägerlieferung, Weißbinderarbeit,......
Pflaster- und Chaussirarbeit, . .
findet daselbst
Montag den 25. August 1879, Dormittags 9 Uhr,
die Submissionseröffnung in Gegenwart der etwa erscheinenden Concurrenten statt
veranschlagt h
Gießen, den 15. August 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.
I. A.:
>von Rieffel.
sollen in Submission vergeben'werden. Pläne, Voranschläge und Bedingungen können in unserem Bureau im neuen Gertchtsgebäude eingesehen werden und
cX
446
92
135
66
625
57
2339
01
367
39
380
56
Bekanntmachung.
5438) Das Realsclmlgeld pro II. Quartal 1879 (I. Quartal 1879/80) ist innerhalb 8 Tagen, an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag an den Unterzeichneten zu bezahlen.
Gießen, den 18. August 1879.
Der Rechner Großh. Realschule Gießen.
Enders, Stadtrentmeister.
5417) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen ___________________bei Bäcker Kuhn.
50 Inder Strohseile
zu verkaufen. (5458
______________Fr. Müller, Neustadt.
Loose
M Landes-Geiverbe-AussteUung in Offenbach a M. a 1 pr. Stück bei (5463
Wilh. Balser, Kirchenplatz.
Sehr gute Dickmitch
ist stets zu haben bei (5471
PH. Müller, Lvwengafse 161.
Salicylsäure-Weinessig
ZU1N Eimnachen,
per Liter 50 Pfennig,
empfiehlt (5405
Robert Stuhl,
Marktstraße 23.
Bekanntmachung.
5478) Das Frühobst der Stadt, bestehend tn Aepfeln und Birnen von Bäumen am Wiesecker und Krosdorfer Weg, in der Allee an der Grünberger Straße und vor dem Friedhof soll Samstag den 23. d. Monats, von Nachmittags 3 Uhr an, versteigert werden.
Zusammenkunft cn der Gail'schen Wollspinnerei.
Gießen, den 20. August 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
A. B r a m m.
Ieitgeöotenes.
5429) Ein Bauplatz mit angelegtem (Sorten im Garfield ist zu verkaufen, wobei bemerkt wirb daß der Betrag mit 5% verzinslich stehen bleiben kann. Näheres _____________Seltersweg Vit. C- Nr. 10.
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