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ftr. 244» Erstes Blatt. Sonntag den 19. Oktober ISTö«

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AMige- unii Amtsblatt sm den Kreis WH».

» - - ---- 1 Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Lringerlohn.

WO»di»tt#lmr4mt ) Sebulstrahe v. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50

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Amtlicher T? e i l. "B ekttnntmachung.

und und

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Bekanntmachung.

Johannes Becker VI. in Londorf beabsichtigt an der Lumda ein Wafiertrtebwerk für eine Wollspinnerei, bestehend in einem unterschlächtigen Waff-rrad, zu errichten. 6 Wochen lang aus der Bürgermeisterei in Londorf zur Einsicht offen und -S können Einwendungen gegen das Vor­

haben während dieser Zeit, bet M-idung späteren Ausschluffes, bei der unterzeichneten Behörde vorgebracht werden.

Gießen, am 8. October 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

' vr. B o e k m a n n. <0ÖSD

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Die diesjährigen Herbst-Controlversammlungen im Kreise Gießen werden, wie folgt, abgehalten werden:

I Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen).

1. Zu Gießen am 1. November 1879, Vormittags, im Oswald'schen Garten

l ivnnr nm fi iifir fnr fkfmmtlicke Reservisten ber Infanterie sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen, um 9 Uhr für sämmtliche Wehrleute der Infanterie und um 10 Uhr für sämmtliche Reservisten und Wehrlcute der übrigen

2. Zu Lich am 12. November 1879, Vormittags, am Bahnhose

und zwar um 9 Uhr für sämmtliche Reservisten, zur Disposition der Truppentheile und Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen und um Uhr sür sämmtliche Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grümngen, Hausen,

Holzheim, Lang-Göns, Lechgestern, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Munster, Hof-Gill, Nieder-Bessingen, Ober-Bessin- Es haben b"aus^dws^^Oiten^znr"^bestim^ten^^Stunde^sÄmitüch? im betreffenden Bezirke wohnenden beurlaubt^ Militärs aller Waffen t>eS Deutlcken^Reichs zu erscheinen," welche zu, Reserve und Landwehr gehören, zur Disposition der Truppenthe.l. beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz- Behörde» entlassen sind.

Dispe^lionm ^ne"nu?ln'ganz'dringenden Fällen eintreten und muffen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tag- vor den betreffenden Eontro-ve^ammlungen m.s dem Dienstwege K»I^wewen^ M der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen

Schließlich wird noch bemerkt, d"b die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest o-ri-h-n, in bürgerlicher Kleidung zu -rsch-men haben und vor dem Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke und Ps-isen abzulegen sind. Oberstlieutenant j.V nnd^wks - C°mmand-ur.

Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod.

2. Zu Lollar am 3. November 1879, Nachmittags, auf dem Turnplatz

zwar um 12'/, Uhr sür sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen um I >/- "^^^^E^btmida^AitenEusä," Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rodgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck.

3. Zu Grünberg am 4. November 1879, Vormittags, an dem Bahnhose

zwar um 8i/2 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen um 9/2 11^r^^terß^)aül,a^®e^^au^e^, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Keffelbach, Sauter, ^ndenftruth,

Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Winnerod.

II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich).

1. Zu Hungen am 11. November 1879, Nachmittags IV2 Uhr, «m Friedhöfe

für sämmtliche Reservisten und Wehrleute, sowie zur Disposition der Truppentheile und Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen aus den Orten Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Mnschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshause Rodhetm mit Hof Graß, Röthges, Stetnheim, Trais-Horloff, Utphe, Vuttngcn.

Zur allgemeinen politischen Lage.

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. So bedarf es auch für das Friedenswerk, das Fürst Bismarck in Wien vollbracht hat, einige Zeit, um sich bet den zahlreichen Feinden des Reichskanzlers und des Welt« friedens Anerkennung zu erzwingen.

Von allen Setten verlautet, daß die amtlichen Mittheilungen, welche Deutschlands und Oesterreichs Regierungen über das von ihnen ge- schlossene Bündniß an die übrigen Mächte haben gelangen lasten, den besten Ktndruck aemacht haben. Welche wirklich friedliebende Macht könnte auch etwas dawider haben, daß die beiden, durch geschichtliche und natürliche Ver- bältniste auf gegenseitige innige Freundschaft angewiesenen mitteleuropäischen ^etcke sich zum Schutz wider Gefahren von Osten und Westen eng miteinander verbündet haben, ihrerseits aber Niemanden gefährden, vielmehr allen übrizen Mächten den Beitritt zu ihrem Freundschaftsbund offen halten und jede Be­drohung deS Weltfriedens im Keime ersticken wollen.

Rußland hat sich, um seiner Jsoltrung vorzubeugen, beeilt, die Krallen ttnruziehen. Schon ist eine Wiederannäherung der russischen Preste an Deutsch­land ^und Oesterreich zu constatiren; selbst das französische Organ der Pan-

slavisten gesteht zu, daß Rußland sich vor der Handsammeln" muffe; und Kaiser Alexander sucht jeden Mißgriff auf diplomatischem Gebiet dadurch zu verhindern, daß er die oberste Leitung der auswärtigen Angelegenheiten persön­lich in die Hand genommen hat.

Frankreichs Zukunft erregt zwar durch den Mangel an Dauerhastig. feit, an dem seine gegenwärtige Regierung Angesichts der von rechts und ltntt auf sie gerichteten Angriffe zu leiden scheint, ernste Sorgen. Aber seine jetzigen Machthaber lasten doch, wie Fürst Bismarck noch jüngsthin in Wien mit Be­friedigung anerkannt hat, an Redlichkeit, wie an Mäßigung und Weisheit Nichts zu wünschen übrig. Die auffallend lange Unterhaltung, durch welche Kaiser Wilhelm den Grasen St. Valliers kürzlich in Baden-Baden ausgezeichnet h«t, sowie die Besprechung, welche General Chanzy auf seiner Durchreise nach Petersburg mit dem Fürsten Bismarck in Berlin halte, beweist, daß man auf beiden Seiten aufrichtig bestrebt ist, die bestehenden guten Beziehungen auf­recht zu erhalten und weiter zu befestigen. Ist doch sogar schon der Gedanke eines von Deutschland, Oesterreich und Frankreich gebildeten mitteleuropäischen Zollvereins aufgetaucht! ,

England hat von Anfang an keinen Zweifel darüber gelassen, daß es die Bildung einer starken Friedensmacht im Herzen Europas gutheiße, auch nrch