tuf einem bestimmten Orte zu hinterlegen. Im entgegengesetzten Falle wurde Fufajew mit dem Tode gedroht. Bis zum 2. Mai war Fufajew unschlüssig, ob er das Lösezeld zahlen, oder den anonymen Brief bei der Polizei hinterlegen solle. Um 10 Uhr früh des 2. Mai ging Fufajew aus und erst draußen entschloß er sich dahin, bei der Polizei Rath und Hülfe zu suchen. Kaum aber war er in der Nähe des Polizeihauses angelangt, als er über den Kopf mit einer eisernen Stange einen heftigen Schlag erhielt und besinnungslos zusammenstürzte. Der Attentäter und mit ihm 40,000 Rubel, die Fufajew bei sich trug, sind spurlos verschwunden, und konnte der Verbrecher, der unzweifelhaft ein Abgesandter des „Revolutions-Lomit^s" gewesen, bis heute nicht cruirt werden. Der Zustand des Verletzten ist besorgnißerregend."
Erbach, 12. Mai. Se. Erl. Graf Eberhard zu Erbach hat für die hiesige freiwillige Feuerwehr einen Beitrag von 1000 X bewilligt. (Bravo!)
— Der „hundertjährige Kalender" hat das Vertrauen schlecht gerechtfertigt, welches harmlose Gemüther in seine berühmten Wetter-Prophezeihungen setzen. „Vom 8. bis 18", sagt er, „wird es sehr warm, daher können auch die Früchte auf dem Felde wegen der Dürre nicht fortwachsen". Schlechter ist cs noch keinem Propheten gelungen, den Schleier der Zukunft zu lüften. Martin Luther scheint ein besserer Wetterprophet gewesen zu sein, als der selige Knauer, wenn er sagt: „Der März ganz, der April am Schwanz, der Mai neu, halten selten Treu." Das heurige Jahr wenigstens bestätigt diese Regel bis auf das i-Tüpfelchen.
— Alte Häuser leiden nicht selten an plötzlichen Einfällen. Vor Kurzem aber überzeugte im Bad Kronberg (am Taunus) ein zur Versteigerung kommendes Haus die versammelten Kaufliebhaber, daß cs bedenklich sei, als Liebhaber für Alterthümer aufzutreten. Als nämlich
die Stimme deS Auctionators das letzte Höchstgebot „zum dritten Male" wiederholte und gerade den Zuschlag zu erthcilen im Begriff war, versank die ganze Versammlung, der Ausbieter mit dem Sopha, auf welchem er seine Amtshandlung vollzog, und eine große Gesellschaft Steigerungslustiger in den Keller, ohne glücklicherweise Schaden zu erleiden. Das möchte der neueste Beleg sein zum Sprüchworte: „Einfälle wie ein altes Haus!"
Aeugniß über Dampf-Dresch-Maschinen.
Herrn Ph. Mayfarth & Co. in Frankfurt a. M.
Die von Ihnen bezogene complette Dampf-Dresch-Maschine aus der Fabrik von Robey & So. in Lincoln (England) hat sich vortrefflich bewährt. Die Dreschmaschine mit Eisenrahmen und 48zölliger Trommel ist sehr gut construirt, macht das Getreide vollkommen rein und vermag mit Hilfe der sechspferdigen Locomobile fünf Fuder per Stunde zu dreschen. Die Locomobile hat einen ruhigen Gang und bedarf für die Stunde 80 Pfund Kohlen.
Unserer Maschine werden von den hiesigen Einwohnern unter allen anderen der Vorzug gegeben.
Nehmen Sie zum Schluß die Versicherung, daß diese Maschine unsere Wünsche vollkommen befriedigt und wir Ihnen für die reelle Bedienung bestens danken.
Achtungsvoll zeichnen
gez. PH. Kreiling VI. und Ludw. Karl Steinmüller. Heuchelheim bei Gießen, den 2. Deeember 1878.
Allgemeiner Anzeiger.
Mzversteigerung.
Dienstag den 20. und Mittwoch den 21. Mai d. I. sollen in dem Stadtwald zu Hungen nachverzeichnete Holzsortiriente versteigert werden:
Dienstag den 2v Mai in den Districten Hubbach, Wellhau
und Steinkaute:
Scheiter R
Knüppel au m m
Reisig e t e r
Stöcke
Buchen
53
98
4
136
Eichen
—
14
38
—
Nadel
—
22
44
19
Eichen-Durchsorstungs-
—
268
—
Mittwoch den 21. Mai in den Districten Herborn, Langs- dorfer-Grenzwald und Weckmannsscheuer:
Scheiter Knüppel Reisig Stöcke Raummeter
Buchen 14 138 9 183
Eichen — 15 27 13
Nadel — 65 64 63
Der Anfang der Versteigerung ist jedesmal Vormittags 10 Uhr, am ersten Tag im District Hubbach, am zweiten Tag im Distrtct Herborn.
Hungen, am 13. Mat 1879.
Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen.
3373)Bender.
Oeffeutliche Aufforderung.
Philipp Heinrich Konrad Uhrig, Sohn des verstorbenen Musketiers Konrad Uhrig und dessen Ehefrau M a r i e W i l h e l m i n e, geb. P ross er dahier, getauft am 5. October 1787, ist schon seit langer Zeit mit unbekanntem Aufenthalte abwesend.
Das Vermögen desielben wurde seither von dem unterzeichneten Gericht curatorisch verwaltet und beträgt dermalen 248 M 13 H. Da seit der Geburt des Abwesenden ein Zeitraum von über 90 Jahren verflossen ist, so werden dessen etwaige Leibeserben oder Seitenverwandte hiermit aufgesordert, so gewiß (2633
binnen 3 Monaten von heute an sich bei dem unterzeich- n ten Gericht zu melden und beziehungsweise sich als zum Nachlaß des P h i l i p p H e i n r i ch K o n r a d U h r i g gesetzlich berufene Erben zu legitimiren, widrigenfalls firach fruchtlosem Ablauf dieser Frist der besagte Philipp Heinrich Kofiirad Uhrig für verschollen und das dahier verwaltete Vermögen desselben als bonum vacans erklärt und dem Großherzoglich Hessischen Fiscus überliefert werden würde.
Gießen, am 4. April 18Z9.
Großberzogl. Stadtgericht Gießen.
Langsdorfs, Oppermann, Stadtrichter. Stadtg.-Assessor.
Dienstag den 20. Mai,
Nachmittags 2 Uhr, werden im Nebenhause des Herrn Karl Lony neben Herrn Spediteur Lpnker in der Erlengasse dahier die zum Nachlaß des Herrn Küfermeisters Wilhelm Faber gehörigen Mobilien, bestehend in einem vollständigen Küferwerkzeug, 1 Partie Werkholz, Faßreife, eichne und tannene Züber und Eimer, 2 Bettstellen mit Bettwerk, ein Schreibsecretär, ein Kleiderschrank, Stühle, Weißzeug, Kleidungsstücke und sonstige Hausgeräthschaften öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden.
Gießen den 16. Mai 1879.
M. Pilger,
3875) Erbschaftscurator.
Montag den 19. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung der verstorbenen L. Hörring Ww. verschiedene Möbel versteigert werden.
Gießen, den 15. Mai 1879.
Großh. Ortsgericht Gießen.
3352) Lüdeking.
Verkaufsanzeige.
Die zur Debitmasse der Gebrüder Köhler dahier gehörigen im Gartfeld gelegenen Immobilien sollen gctheilt aus freier Hand verkauft werden, und zwar:
1) ein dreistöckiges Wohnhaus mit Hof- und Gartenraum und
2) die im Betrieb befindliche Dampfschneidemühle mit allen Maschinen, Sägen und sonstigen Geschäftsutensilien, nebst einem großen theilwejse bedeckten Holzplatz.
Preis und Zahlungsbedingungen sind bei den Herren Hofgerichtsadvokaten Baist und l)r. Gutfleisch, sowie bei dem Unterzeichneten zu erfahren.
Gießen, den 15. Mai 1879
3353) M- Pilger, Massecurator.
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