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Rom. daß bet der dortigen österreichischen Botschaft an dem italienischen Hofe über eine Berufung des Baron v. Haymerle nach Wien absolut nickts bekannt sei, dagegen sei es richtig, daß derselbe seinen Urlaub, wie alljährlich, im nächsten Monat antreten werde. Aus Belgrad wird derPoltt. Corresp " (. meldet, daß Fürst Dondukoff-Korsakoff nach der Uebernahme der Districte von Breznik und Tru als Ueberbringer eines Schreibens des Kaisers von Rußland an den Fürsten Milan in Ntsch etngetroffen sei. Sermet Pascha e>klärte Ristic, die Pforte sei nicht in der Lage, mit Serbien eine Consular- Convention abzuschUeßen. Serbien verweigerte demzufolge zur Errichtung eines türkischen General-Consulats in Ntsch seine definitive Zustimmung geben.

DiePoltt. Corresp." meldet aus Athen: Der französische Ge­schäftsträger hat die griechische Regierung benachrichtigt, seine Regierung sei entschlossen, bei den bevorstehenden Verhandlungen über die griechische Grenz- frrge von dem 13. Protokoll des Berliner Vertrages nicht abzugehen. Photiades Bey kehrt nach Kreta zurück, ohne die Genehmigung der Beschlüsie der kretenstschen Nationalversammlung Seitens des Sultans mitzubrtnqen.

Pesth, 14. Juni. Unterhaus. Der Ministerpräsident überreichte ein küntgl. Rescript, welches den Reichstag schließt und denselben gleichzeitig für den 2. October einberuft.

Dänemark.

Kopenhagen, 14. Juni. Die Reichstags-Session ist heute geschloffen.

Irankreich.

Paris, 13. Juni. Die letzten Nachrichten aus Algerien melden, daß die Aufständischen umzingelt seien und man alle Aussicht habe, dem Aufstand ein schnelles Ende zu machen. Die Niederlage, welche die Aufständischen bei Batna, 900 Mann stark (800 Mann Fußvolk und 100 Reiter) erlitten und bei der sie 70 Todte und 80 Verwundete hatten, haben die benachbarten Stämme von der Betheiligung am Aufstand abgeschreckt. Ein Theil der Auf­ständischen soll die Absicht gehabt haben, nach Tunis überzutreten, doch wurde dies durch den Vormarsch der französischen Truppen verhindert. In El Ham­mah, einem Dorfe, das 20 Stunden von Batna liegt, haben die Aufständi­schen sich stark verschanzt.

Paris, 14. Juni. Im Senat unterstützt der Ministerpräsident Wad­dington den Entwurf wegen Rückkehr der Kammern nach Paris und die Be­rufung eines Congriffes für bie Diskussion bezüglich Abänderung des bez. Verfassungsartikels, welcher den Sitz der Kammern in Versailles vorschretbt. Waddington sagt, die Regierung stehe für Aufrechterhaltung der Ordnung em; er constatirr die eingetretene Beruhigung der Gemüther und das kluge Verhalten der französischen Demokratie während der Krise des Jahres 1877, welche das Vertrauen der Regierung verdienten. (Beifall). Der Finanzminister L6on Say tritt den Einwendungen entgegen, wonach Gefahren hätten entstehen können aus dem Verhalten des Municipalcaths von Parts und erklärt, die Regierung werde den Gesetzen Achtung verschaffen. Laboulaye bekämpft den Entwurf.

Freycinet, Minister der öffentlichen Arbeiten, sagt, nicht für die Rückkehr der Kammern nach Parts stimmen hieße, kein Vertrauen zur Regierung haben. Jules Simon unterstützt die Vorlage. Audiffret-Pasquier bekämpft dieselbe; , r bittet den Senat, die errungenen Frelheiten nicht den Leidenschaften von 6aris auszusetzen. In der Abstimmung wurde mit 153 gegen 133 Stimmen beschlossen, in die Specialberatdung einzutreten und sodann der einzige Artikel der Vorlage mit 149 gegen 130 Stimmen angenommen.

England.

London, 14. Juni. Der englische Botschafter Layard meldete am 14. Mai auf eine Anfrage Lord Salisbury's, daß Karatheodory Pascha und er Großvezir das Bestehen eines russisch-türkischen Abkommens, wonach die Entsendung türkischer Truppen an die Balkangrenze nicht stattfinden solle, in Abrede stellten.

London, 14. Juni. Graf Schuwaloff wird in etwa 14 Tagen zum Kurgebrauche nach Wildbad und von dort nach Petersburg gehen-

London, 14. Juni, Abends. Der litnrarische Congrcß wählte den Prinzen von Wales, Beaconsfield, Gladstone, Hallberger. Cotta, Heyse, Jokcu uud Longsellow in das Ehren-Comit^ und bestimmte Lissabon zum näd?- fien Congreßort.

Italien.

Nom, 14. Juni. Die Kammer genehmigte nach mehrtägiger Debatte mit 185 gegen 115 Stimmen die Regierungsvorlage, wodurch der Stadt Florenz eine Entschädigung von 49 Mill. Lire zugesprochen wird.

Türkei.

Konstantinopel, 13. Juni. Mahmud Nedin Pascha erhielt die Erlaubnis noch Konstantinopel zurückzukehren, und soll bereits abgereist sein. Fuad klagte Osman Pascha beim Sultan an, von Rußland und dem Khedive von Aegypten große durch Geldsummen bestochen zu sein. Ein zweiter hober Würdenträger der Pforte bestätigte diese Anklage. Eine Untersuchung soll sofort eingeleitet werden. ______

Telegraphische Depeschen.

Wagner'6 telegr. Torrespoudenz-Vureirt.

Stettin, 15. Juni. Kurz vor Abgang des DampfersOrpheus" x oh tjur nach Königsberg explodtrte heute früh der Keffel dlffeiben; bis jetzt sind 10 Todte ermittelt.

Petersburg, 15. Juni. DerRegierungsbote" mildet: Die Un- Ersuchung gegen den Staatsverbrecher Solowjeff ergab, daß derselbe in Ver- k hr mit einem Friedensrichter des Samara'schen Gertchtskreises stand, was oucb durch Haussuchung bei Letzterem bestätigt ward, wobei verbotene Bücher und compromittirende Correspondenzen gefunden wurden.

Bukarest, 15. Juni. Das RegierungsorganRvmanul" fordert die Kammern auf, die Frage der Juden Emanctpation nunmehr möglichst rasch zu erledigen, um die politische Situation des Landes zu consolidiren, da jede Zöge­rung die Schwierigkeiten vergrößern würde.

Berlin, 15. Juni. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Der Protest­erklärung der deutschen Regierung gegen die einseitig erlaffenen Finanzdecrete des Kbedive haben sich nunmebr sämmtliche Großmächte mit alleiniger Aus­

nahme Italiens angeschloffen. Wie daffelbe Blatt ferner erfährt, traf auch bereits die Melcung ein, drß der Viceköuig sich dem Proteste gefügt hat und demnächst die Zustimmung der Mächte zur Herstellung eines allgemeinen rechts­verbindlichen Actes für die Ordnung der egytischen Finanzverhältniffe nach- suchen wird.

Paris, 15. Juni. Heute hielt dec Minister Lepöre anläßlich des Regioual-Co, cuises zu Poitiers eine Rede, welche gänzlich dem Ackerbauwese» gewidmet wir und worin er sagte, daß die Ackerbaukrifis nicht zu fürchten sei und die Hoffnung ausdrückre, daß die Thaten der Regierung alle loyalen Geg­ner für die republikanische Nation gewinnen würden.

Potsdam, 15. Juni. Heute Nachmittag 11/2 Uhr fand im neuen Palais die Tmfe des Erbprinzen von Meiningen statt. Die Majestäten, das kronprinzliche Paar und die übrigen Mitglieder des königlichen Hauses, der Herzog von Edinburgh und die G:oßh. Badischen Herrschaften wohnten der Feierlichkeit bei. Die Prinzessin erhielt die Namen Feodora Victoria Augusta Marianne Marie.

Lokales.

Gießen, 16. Juni In Hinblick auf die Un-uträglichkeiten, zu welchen die Versendung von Spirituosen, fluffigem Lack und Firniß in nicht besonders verpackten Blechgefäßen geführt hat, namentlich auf die Gefahr, welche bei Beschädigung derartiger Sendungen in Betracht der Feuergefährlichkeit der genannten Flüssigkeiten auch für andere Postsendungen, ganze Post­ladungen, Postwagen, Niederlageräume u. s. w. eintritt, sollen laut einer am 4. d. M. ergan­genen Verfügung des Generalpostamts nicht besonders verpackte Blechgefäße mit Spirituosen, flüssigem Lack und Firniß von der Postbeförderung fortan ausgeschloflen sein. Nur wenn die Bleckgefäße mit Flüssigkeiten der bezeichneten Art noch in haltbare Kübel, Kisten oder Körbe fest verpackt sind, bleibt deren Versendung mit der Post bis auf Weiteres gestattet.

Eine andere vom 6. d. datirie Verfügung derselben Behörde bestimmt, daß Post­sendungen an Schüler ohne namentliche Bezeichnung derselben auch dann als unbestellbar zu erachten sind, wenn jenen Adresien eine unbestimmte Hilfsadrrsse beigefügt ist. Die Postaw stalten haben die eben bezeichneten Sendungen nicht erst nach dem Bestimmungsorte zu senden, sondern, so weit thunlich, an den Einlirferer zurück zu geben.

Gießen, 16. Juni. Obgleich die Kehrichtabfuhr in unserer Stadt bereits über ein halbes Jahr besteht, scheint darüber was unter Hauskehricht zu verstehen ist, nock bedeutender Zweifel zu bestehen indem die Hausbesitzer annehmen, daß die in jeder Haushaltung leider zu viel entstehenden Scherben, zerbrochene Teller, Flaschen k. welche seither unbeanstandet mitge­nommen wurden, auch hinzugebören, während neuerdings einzelne Fuhrleute der Meinung sind, diese gehören nicht dazu und entweder solche Scherben zurückwerfen oder einfach die betr. Kasten stehen lasten. Eine Aufklärung hierüber wäre daher gewiß am Platze. Ein weiterer Mißstano bei dem jetzigen System ist das längere Liegen des Straßenkerichts, der kaum zusammengekehrt, wieder auseinandergefahren wird, in den bei dunklen Winterabenden mancher hineinpatscht und sich gründlich beschmutzt. Dieser Mißstand wäre nun bei gutem Willen der Hausbesitzer leicht zu beseitigen, wenn man diesen Kehricht ebenfalls sofort in Kistchen ober sonstige Gefäße schöpfen und auf Seite stellen lasten wollte, es würde dadurch viel größere Reinlichkeit der Straße erzeugt und die Abfuhr würde viel rascher geschehen-

Gestern Morgen ließ sich in Wieseck eine Zigeunerin ein Geldstück wechseln und verlangte dabet lauter Münzen, welche eine grade Jahreszahl tragen. Die aefällige Ladenin­haberin suchte und suckte nack solchen, kramte die Kaffe aus und als sie aufschaute war daS Weib und mit ihr ein 20= sowie ein 10 Markstück versckwunden. Sofort angestellte Nach­forschungen nach der Diebin hatten keinen Erfolg. Es möge dieser Fall zur Warnung dienen.

Einem Italiener wurden von einem Landsmann ein Betrag von 30 Fres. entwendet, welchen der erstere in die Hosen eingenaht hatte. Der Dieb wurde hier festgenommen.

Vermischtes.

(Höflichkeit ist eine Zier.) Es ist in Soldatenkreisen ja allbekannt, daß fast alle militärischen Signale ihre entsprechenden Texte haben So fragte ein Vorgesetzter eines Morgens einen Rekruten, wie der Text der eben geblasenen Neveille laute. Dieser weiß es aber nickt und jener gibt ibm die Aufklärung in folgender Weise -Hast Du sanier Kerl denn noch nicht lang genug geschlafen?" ,,Also wie heißt es?" wird der Rekrut abermals gefragt. Der Rekrut antwortete höflich:Haben Sie fauler Kerl u s. w."Nanu," ruft der Vor­gesetzte,ich habe nicht Sie, sondern Du gesagt."Ja, ich kann doch zu dem Herrn Lieutenant nicht Du sagen!"

(Richtig aber warum?) Offieier:Was hot der Soldat zu beobachten, wenn er mit der Eisenbahn durck einen Tunnel fährt?" Soldat: , Er darf den Kopf nicht zum Fenster hinausstecken." Offieier:Richtig, aber warum darf er es nicht thun?" Soldat: Damit der Tusinel nickt beschädigt wird "

® log alt, 4 Juni. Ein entsetzliches Unglück hat sich am zweiten Feiertage, Abend- 6 Uhr, auf der Oder dicht an der Brücke ereignet. Drei Kinder des Kaufmanns Kionka, ein Sohn von 19, eine Tochter von 17 und eine Tockter von 16 Jahren, so wie der 18jährige Sohn des Kaufmanns Walter hatten bei der Gerberei einen Kabn bestiegen. Leider war die Segelstange nicht umgelegt worden; sie war die Veranlaffung des Unglücks. Beim Aufzug der Oderbrücke konnte in Folge des Hochwassers der Kahn nicht durchkommen, die Segelstange stieß an den Aufzug an, der Kahn erhielt einen gewaltigen Ruck und stürzte um. Ertrunken sind der 19jährige Sohn und die 16jährige Tockter des Kaufmanns Kionka und der 35jährige Werkführer Vogt, Vater von 5 Kindern. Alle verfügbaren Kähne wurden in Bewegung gesetzt, um die Ertrunkenen aufzufinden, doch bisher vergeblich.

Sein hundertjähriges Jubiläum bat kürzlick der folgende Beschluß gefeiert, der vom Rath in Frankfurt a. M. am 28. Mai 1779 gefaßt wurde und wörtlich lautet:Resolutu* coram Deputatione ord. Brachte der ältere Herr Bürgermeister mündlich vor, was maßen in letzter Leipziger Meffe von dem Gotthelff Ephraim Lessing ein Dram« unter dem Titel: Der weise Nathan" erschienen seye, welches den seandaleusesten Inhalt in Rücksicht der Religion enthielte, weßhalben Er anheim stellen wolte, was gegen dieses verdächtige Buck vorzunehmen seye. Cemmittatur dem älteren Herrn Bürgermeister, sogleick bei allen hiesigen Buchhändlern berumzuschicken und dieses Drama nachdruckiamst zu verbiethen." Ausgeführt 28. Mai 1779 laut beigefüaten Berichts des Kanzlisten Heinrich Bernard Beilermann.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 14. Juni. (Marktbericht. 1 Butter im Großen 1. Qual. JL. 0,90 2. Qual. <X 0,80, im Detail 1. Qual. JL 1.20 2. Qual. JL 1,10 Handkäse das Pf. 48 50 H. Ganze Erbsen stellten sick per 100 Kilo auf JL 1823. geschälte Erbsen JL 2327, Speisebohnen 2325, Linsen 2326 JC Kartoffeln JL 10 Es kostete Ochsenfleisw per Pfd. 6570 H, Kuhfleisch, 556 1 Rindfleisch 50 H, Farrenfleisch Hammelfleisch 5065, Kalbfleisch 5055 H, Schweinefleisch 6570 H, Dörrfleisch H, Schinken ausgebeint H bis JL, Fleisckwurft 7080 H, Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwär- tenmagen, Zungenwurst 8090 H, gewöhnliche Leber= und Blutwurst 5560 H. Geflügel: Hahnen JL 1,602, Hühner JL, Enten JL, Poularden v4L 68, Tauben 4050 H Gänse JL, Rheinsalm per Pf 2,80, Hechte 7080 H, Karpfen 700 H bis 1 .A. Schleien H, Eier das Hundert deutsche JL 4, italienische Jt 5. Heu- und Stroh- markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner JL 2 3,20, Stroh JL 2-2.70.

Eisen und Blut.

Es gibt ein liebel, welches mehr Opfer wie alle Kriege, Typhus, Pest, Fieber u. s. w- fordert, das ist die Blutarmuth, eine auffallende Krankheitserscyeinung bei jetziger Generation. Ihre Ursachen liegen in der heutigen Lebensweise; zumeist bilden mangel­hafte Ernährung, schlechte Wohnungen, andauernder Verdruß, Sorgen, Nachtwachen, geistige und phrisische Ueberanstrengung die Motive. In dem Maße das Blut feinen Reickthum an Blutkörperchen verliert wird es wässerig und zur Existenz unbrauchbar und es entstehen Bleichsucht, Scropheln, Schwindsucht u. a. Krankheiten, welche schon so vieles Weh' in manche Familie gebracht haben. Als bestes blutbildendes Mittel von absolut reellem Werth haben sich die Eisentropfen Braval« (Fer Bravais) erwiesen; dieselben können von dem schwächsten Magen vertragen werden, erzeugen feine Verstopfung und schwärzen die Zähne nickt. Die meisten Apotheken halten Bravais- Eisen vorräthig. In Frankfurt a. M. zu haben in der Adler - Apotheke, Trierschcr Platz.