Gießen, 16. April. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 17. April 1879, Nachmittag- 4 Uhr r
1. Die Wahl der Einschätzungs-Commission zur Einkommensteuer.
2. Die Aufhebung der katholischen Confessionsschule betreffend.
3. Die Straßen-Reinigung.
4. Verpachtung des Steinbruchs im Hangelstein.
5. Die Unterhaltung der städtischen Wiesen.
6. Anlagen am Wallthor betreffend.
7. Gesuch des Bauunternehmers L. Kauf dahier um Bauerlaubniß.
8. Gesuch des Weißbinders Karl Kämmerer von Gießen um Erlaubniß zur Erbauung einer Waschküche.
9. Gesuch der August Nauheimer Wittwe um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen.
10. Gesuch des Schreinermeisters Ferdinand Kreiling um Erlaubniß zur Abänderung eines Bauprojects.
11. Gesuch des Philipp Kreiling um Erlaubniß zur Errichtung einer Einfriedigung.
12. Gesuch der Firma Kauffmann & Comp. um Erlaubniß zur Aufführung einer Mauer.
13. Gesuch der Firma E. W. Fernie um Erlaubniß zur Jntriebsetzung eines Locsmobil- Dampfkeffels.
14. Gesuch des Maurermeisters Christian Haubach in Gießen um Erlaubniß zur Ueber- brückung eines stäotischen Grabens und Umzäunung eines Grundstücks.
15. Die Straßenbeleuchtung.
16. Kostendecreturen.
17. Die Errichtung von Grabdenkmälern.
— Am Samstag Abend wurde in der Nähe des Neustädter Thors ein ruhig seines Weges gebenver junger Mann von einem Individuum angefallen und mit einem Dachkandel mißhandelt. Die sofort requirirte Schutzmannschaft brachte den Thäter zur Anzeige; tntereffant ist dabei, daß derselbe bei dem Verhör selbst eingestehen mußte, daß er den Ueberfall ohne jede Veranlassung ausgeführt habe und den jungen Mann gar nicht kenne.
Gießen, 16. April. Die Gestügel-AnSstellung in der Turnhalle hat einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Allgemein hat namentlich das hübsche Arrangement in derselben gefallen. Der Besuch war ein sehr zahlreicher und wurde das durchgehend schone Geflügel von Kennern und Liebhabern als vorzüglich anerkannt Der Loose - Vertrieb war ein recht günstiger und wurden theilweise in der Stadt Loose mit Agio verkauft, weil in der Turnhalle alle „ausverkauft" waren. Der Verein darf auf die diesjährige Ausstellung stolz und mit dem erzielten Resultate zufrieden sein Nachstehend laffen wir die Prämiirungsliste der Aussteller folgen, während wir Loose-Besitzer auf die Ziehungsliste im Jnseratentheil verweisen.
Prämienliste.
Bei der vom 13. bis 15. April 1879 stattgefundenen Geflügel - Ausstellung wurden folgende Prämien ertheilt:
a. Mr Hühner.
1. Prämie. W. Schön sen. in Klippe bet Büdingen für schwarz und weiße Hamburger. Gg. Balser in Gießen für schwarze Italiener. F. Gail in Gießen für chamois Italiener. Crefelder Thiergarten für blaue belgische Kampfhühner. L. Chr. Rübsamcn für Le Mans,
Crefelder Thiergarten für Negerhühner. G. C. Hamann in Rabenau i. S. für rothgesattelte Pokohama.
2. Prämie. C. Birlenbach in Diez für Stlberbantam. F. G. Gebauer in Prositz für schw. Breda. Joh. Faist III. in Beienheim für gelbe Cochinchina. P. Müller in Eberstadt für weiße Cochinchina; derselbe für braune Malayen. Crefelder Thiergarten für Le ManS; derselbe für chamois Paduaner und für weiße Paduaner. C. und A. Schwan für Silber- Paduaner; dieselben für Spanier. Kammerrath Kratz in Ltch für Spanier.
b. Mr Enten.
2. Prämie. Conr. Weil III. in Lang-Göns für schwarze türkische Enten. C. und A. Schwan für weiße Hauben-Enten.
c. Mr Msanen.
1. Prämie. A. Scheyda in Gießen für Goldfasanen.
d. Mr Tauben.
1. Prämie. Joh. Faist in Beienheim für rothe und für weiße deutsche Kropftauben. Ernst Wagner in Södel für gelbe deutsche Kropftauben. L. Kauf in Gießen für schwarze böhmische Kropftauben. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für weiße pommersche Kropftauben. Fr. Schüler-Ducat in Frankfurt a. M. für rothe und für schwarze französische Kropftauben. C. Dietze in Bodenbach für deutsche weiße Mövchen. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für chinesische blaue Mövchen Rudolph Pascoe in Gießen für Pfaffentauben. B. Hannß in Altenburg kür desgleichen. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für blaue Pfautauben. Th. Wode in Gießen für Trommeltauben. C. und A. Schwan in Gießen für Breslauer rothe Verkehrtflügel. B. Hannß in Altenburg für Eistauben.
2. Prämie. Gg Schirmer in Gießen für Gimpeltauben. Wilh. Bauer I. in Diez für sckw. Indianer. Ernst Wagner in Södel für weiße deutsche Kropftauben. Rud. Pascoe in Gießen für geelsterte deutsche Kropftauben. Carl Schwan in Gießen für rothe deutsche Kropftauben. F. G Gebauer in Prositz für böhmische schwarze Kropftauben. Fr. Schüler- Ducat in Frankfurt a. M. für blaue französische Kropftauben. Robert Saffenfeld in Homberg a. d. Ohm für schwarze deutsche Mövchen. Heinr. Fuhr IV. in Homberg a. d. Ohm für schwarze, geschildete Mövchen. Rudolph Pascoe in Gießen für weiße Perrückentanben; derselbe für blau und weiß gespr. Pfaffentauben; derselbe für blau und weiße Schwalbentauben. Robert Saffenfeld in Homberg a. d. Ohm für blaue vollplattige und für blau mit weißen Strichen Schwalbentauben Friedrich Schmidt in Diez für schwarze Trommeltauben. Georg Schirmer in Gießen für Elster-Tümmler. L. Kauf in Gießen für schwarze Tümmler. Joh. Feist III. in Beienheim für Gelbbrüster. Robert Metzger in Reichenbach für vesgleichen. Ernst Wagner in Södel für rothe Schnippen. A Wauer in Döbeln für desgleichen.
e. Mr Dögel
I. Prämie. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für ein Paar hochgelbe und für ein Paar blaßgelbe Pariser Kanarienvögel. Ernst Paulus in Caffel für einen Stieglitz - Bastard.
2. Prämie. Ernst Paulus in Caffel für einen Stieglitz - Bastard.
Ferner lobende Anerkennung für eine Collection exotischer Vögel von F. L. Paulus in Cassel und Dr. Schäfer in Darmstadt.
Preisrichter waren die Herren F. Hartmann; Dr. Dornseiff; L. Kauf; F. Flach; H. Fuhr; Ch. Rübsamen; Peter Gondolf; L. Limpert; G. Patz.
Geffentliche Aufforderung.
Heinrich HeibertShausen und dessen Ehefrau Katharine, geb. Müller, von Staufenberg hatten unterm 29. April 1874 ein Testament errichtet, worin sie ihre Kinder, darunter auch ihren nach Amerika ausgewanderten Sohn — Kasper Heiberts- d aus en — zu Erben einsetzten, jedoch bestimmten, daß ihr Sohn Kasper durch dasjenige, was er bereits aus ihrem Vermögen erhalten, — bezüglich seines Erbtheils sich als beliefert anzusehen habe.
Heinrich Heibertshausen^s Ehefrau ist am 18. Januar 1876 gestorben und das fr. Testament ist von allen Erbtnteressenten mit Ausnahme des — unbekannt wo? — abwesenden Kasper Heibertshau- sen als rechtsgültig anerkannt worden.
Heinrich HeibertShausen beabsichtigt nunmehr mit Zustimmung feiner übrigen Kinder verschiedene zu dem mütterlichen resp. errungenschaft- lichen Vermögen gehörige Grundstücke zu verkaufen. Es ergeht hiernach an Kasper HeibertShausen resp. desien Leibes- oder Testamentseiben die Aufforderung, binnen 3 Monaten von heute an gerechnet — das Testament seiner Eltern auf dem Klagwege anzufechten und seine etwaigen Rechte bezüglich der beabsichtigten Güterveräußerung zu wahren, als sonst angenommen würde, er erkenne das fr. Testament als gültig an und genehmige die von seinem Vater beabsichtigte Gütcrvcräußerung. — Einsichtsnahme Der Acten ist gestattet. (1782
Gießen, den 6. März 1879. Großherzogllches Landgericht Gießen.
Erdmann, Langermann, Landrichter. Landg.-Asseffor.
Donnerstag den 29. Mai,
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Seilermeisters L. Huhn dahier, als:
Flur Mtr.
V1007 50 Hofraithe in der Wallthor- straße,
VioisVß 1394 Grabgarten in der ZoselS- gasse,
25/68 687 Wiese vor dem Weiher meislmetend versteigert werden.
Gießen, den 15. April 1879.
Großh. Ortsgericht Gießen.
■2531) Müller.
Allgemeine Bekanntmachung.
2413) Am 20. v. Mts. ist zu Annerod ein fremder Bettler plötzlich verstorben. Derselbe war ungefähr 70 Jahre alt, hatte ein längliches Gesicht, spitze, etwas gebogene Nase und trug einen grauen Schnurr- und Backenbart. — Er war bekleidet mit einem Rock von grauem Sommerstoff, e'ner alten Weste, dunklen Beinkleidern und blauleinenem Hemde, alten Stiefeln, einer alten Militärmütze und einem alten schwarzen Cylinderhut; er hatte einen alten ledernen Ranzen umhängen, in dem sich Lumpen und einige Knollen Knoblauch befanden. Etwaige Nachrichten über Namen und Heimachkort des Verstorbenen wolle man dem unterzeichneten Gericht baldigst zugehen lasten.
Gießen den 4. April 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen.
I. V. d. L. Langermann 2413) Landgertchts-Astestor. HolzoersteiMimg im Gießener Stadtwalde.
Montag den 21. April 1879,
von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Bruderwinter nachverzetchnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz:
Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 177,2 96,2 — 4860
Eichen — 11,8 — 360
Nadel 16 15 12,8 830
B. Bau-, Werk- und Nutzholz
20 Eichen-Stämme mit 4,84 Festm. 287 Fichten- u. Kiefern-Stämme mit
107,60 Festm. bis 39 Ctm. Durchmesser,
57 Etchen-Stangen mit 3,57 Festm.
99 Fichten- „ „ 14,67 „
Die Zusammenkunft ist an der Strangswtese.
Gießen, am 12. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2513) A. Bramm.
2490) Fenster zu einem Lstöckigen Haus mit Mansarden sind billig zu haben.
Wo? sagt d. Exped. o. Bl.
r Anzeiger.
Holzversteigerungen.
Donnerstag den 24l. und Freitag den 28. April l. I. sollen in der Freiherrlich von Rabenau- schen Oberförsterei Rabenau nachstehende Holzsortimente zur Versteigerung kommen:
1. Donnerstag den 24. April l. I. aus den Districten Hainstruth und Kahleberg.
282 Rmtr. Buchen-Scheiter
28 „ Eichen- „
38 „ Kiefern- „
40 „ Buchen-Knüppel
36 „ Eichen- „
4 „ Kiefern-
100 „ Bnchen-Stöcke
24 „ Eichen- „
20 „ Nadel- „
456 „ Buchen-Reisig
80 „ Eichen- „
16 „ Birken- „
21,66 Fstmtr. Eichen-Stammholz
1,90 „ Buchen- und Birken-
Stammholz
19,07 „ Nadel-Stammholz
3,29 „ Nadel-Derbstangen.
2. Freitag den 25. April aus dem District Eichwald
416 Rmtr. Buchen-Scheiter
2 „ Eichen- „
108 „ Buchen-Knüppel
16 „ Eichen- „
113 „ Buchen- und Eichen-
Stöcke
624 „ Buchen-Reisig
64 „ Eichen- „
34 Fstmtr. Eichen- und Buchen- Stammholz
0,26 „ Nadel-Derbstangen.
Die Zusammenkunft ist Donnerstag 8 Uhr Morgens im District Hainstruth, Freitag den 25. April 8 Uhr Morgens im District Eichwald.
Kesielbach am 13. April 1879.
Die Freiherrlich von Rabenautsche Oberförsterei Rabenau.
2511)________Hopp 6.___
Freitag den 18. April,
Mittags 12 Uhr, sollen die im Garten des neuen Garni- son-Lazareths ^Braugasse) abgehauenen Bäume an Ort und Stelle an den Meistbietenden verkauft werden.
Kauflustige wollen sich daselbst einfinden.
2523) Großh. Garnison-Lazareth.
Hohvcrsteigerungen.
In der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms soll nachverzeichnetes Gehölz an Ort und Stelle versteigert werden.
1. Montag den 21 d. M. in den Districten „ I s e l s ch e i d " und „Eulersgrund":
126 Rmtr. Buchen- u. Eichen-Prügelh.
156 „ Buchen-Stockholz
5550 „ „ Reisholz
600 „ Kiefern- „
143 geringe Eichen-Stämme mit 16,50 Fstmtr.
59 Stück starke Eichen-Stangen für Wagner.
Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr im District „Jselscheid" auf der Staatsstraße.
2. Donnerstag den 24 d. M. Morgens 9 Uhr anfangend in dem District „ Buchenberg" zunächst Altenstädten:
52 Rmtr. Tannen-Stockholz 1700 Wellen „ Reisholz
127 Fichten-Stämme von 15 — 30 cm Durchm. und 10—16 m Länge mit 33,05 fm
640 Stück Fichten-Stangen zu Sparren und Letterbäumen geeignet.
3. An demselben Tage Nachmittags 4 Uhr im District „Landheege" zunächst Bellersdorf. 4800 Buchen- und Eichen-Stockschlagswellen.
Hohensolms am 12. April 1879. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. 2504)3)ormer, Revierförster.
Hausverkaus.
Das Haus B. 55, (Sonnenstraße) soll Donnerstag den 17. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, auf hiesigem Ortsgericht Erbverthei- lungshalber öffentlich versteigert werden. 2532)__________Fr. Müller.
Freitag, den 18 April, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Bäckers Carl CcFel an der Grünberger Straße dahier 1 tBett stelle mit Bettwerk, 1 Schrank, 2 große Tische, 1 Nähmaschine, Bäckereigeräth schäften und sonstige Mobiliargegenstände gegen Baarzahlung öffentlich versteigert.
Gießen, den IG. April 1879. 2527) M Pilger, Massecurator.


