Ausgabe 
16.11.1879 Erstes Blatt
 
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Tilsit, 13. Novbr. DieTilsiter Ztg." meldet: Der Oberpiäfldmt v. Horn benachrichtigte telegraphisch den hiesigen Magistrat; das Ministerium habe wegen sortdauernder Anstände Seitens der russischen Behörde gegen die Touisahrten des preußischen DampfersFalke" auf dem russischen Theile des Riemen die Jnhibirung der Touisahrten der russischen Dampfer aus dem preußischen Theile des Riemen beschlossen; dieselbe sei bereits angeordnet.

Spanien.

Madrid, 13. Novbr. In der heutigen Kammersitzung erwiderte der Minister der auswärtigen Angelegenheiten auf die gestern von Carvajal ge­stellte Anfrage, die Vermählung des Königs habe überhaupt keine politische Bedeutung. Die Souveränität Spaniens über den Sult-Archtpel sei eine ab­solute. Marokko gegenüber werde Spanien den status quo beobachten.

Amerika.

New-Nork, 27. Octbr. Der jüngste Jndianerkrieg mit den U^ahs in Nordwest Colorado hat eine Art vorläufigen Abschlusses dadurch gesunden, daß die von den Rolhhäuten bei Vernichtung der White River Agentur gefan­genen Frauen und Kinder der ermordeten Beamten und anderen Weißen von den Utahs aus friedlichem Wege wieder ausgeliefert worden sind. Es ist das um so mehr zu einem Erfolg des Waihingtoner Indianer-Bureaus und desien Vorgeietzten, des Ministers deS Innern, Karl Schurz, geworden, als das Krtegsdepartement aus augenblickliche Fortsetzung der Feindseligkeiten bestand und sich in Folge desien bereits ein amtlicher Streit zwischen dem Minister des Innern und den Generälen Sherman und Schröder zu entsptnnen schien. Dadurch, daß Minister Schurz einen seiner Indianer-Agenten, einen gewisien Adams, in das Hauptquartier der feindlichen Utahs entsandte, und es diesem gelang, die gefangenen Frauen und Kinder gütlich ausgeliefert zu erhalten, wurde das unmittelbare Object einer Fortsetzung des Krieges aus dem Wege geräumt, und es erübrigt jetzt nur noch solcher Maßregeln, die entweder zur Züchtigung oder zu einer endgültigen Beruhigung des aufständischen Stammes zu führen haben

Telegraphische Depeschen.

Wagner'- telegr. Correspondenz Bureau.

Berlirr, 14. Novbr. Die Ernennnng des Geh. Ober-Justizrathcs Oehlschläger zum General-Auditeur der Armee ist nunmehr et folgt. Die Neubesetzung des Amtes des Staatssecretärs im Reichsjuptzamt ist derPoft" zufolge in kurzer Zeit zu erwarten.

Kopenhagen, 14. Novbr. Zur Feier des hundertjährigen Geburts­tages des Dichters Oehlenschläger sind die Häuser der Stadt mit Flaggen geschmückt und die Geschäfte geschlossen. Der Gedächtnißfeier im königlichen Theater wohnten der Kronprinz, die Minister, die Vertreter der Universität, die Spitzen der Behörden und ein zahlreiches Publikum bet. Prof. Nielsen hielt die Festrede. Abends findet ein Fackelzug statt; in sämmtltchen Theatern find F ststellungen veranstaltet.

Wien., 14 ffionfcr. Zu Ehren ver hier anwesenden hohen Gäste sand gestern bei den Majestäten ein Diner statt, zu welchem auch der Herzog von Cumberland, die russische Botschaft und der dänische Gesandte geladen waren. Abends wohnten der Kaiser, die dänischen Majestäten und der G- fürst'Thronsolger mit Gemahlin der Vorstellung ttn Hofbmg-Theater bei. Die feierliche Renunciation der Erzherzogin Christine, Braut des Königs von Spanien, findet morgen Vormittag statt.

Petersburg, 14. Novbr. Die Nachricht verschiedener Blätter, daß die englische Regierung ihren Botschafter in Petersburg beauftragt habe, dem kaiserlichen Cabtnet einen Entwurf für einen modus vivendi in Betreff Afghanistans vorzulegen, ist derAgence ruffe" zufolge unbegründet. Lord Dufferin sei zur Zeit gar nicht in Petersburg anwesend.

London, 14. Novbr. Meldung desReuter'schen Bureau" aus Kon­stantinopel : Die Pforte bat um Aufklärung wegen der neuerlichen Abfahrts- Ordre für die britische Flotte. Bet der jüngsten Besprechung des Sultans mit Layard erklärte der Sultan, die Pforte habe ihm die sofortige Emfüh- rung von Reformen vorgeschlagen; sein Ansehen würde aber schwer erschüttert, wenn es den Anschein gewinne, als ob er unter dem Druck Englands handele.

London, 14. Novbr.Times" schreibt über die bevorstehende Ent­sendung der britischen Flotte in die türkischen Gewäffer: Die Absicht rer Regierung werde die Sympathie des Landes finden. Es sei nicht unmöglich, daß gewiffe türkische Staatsmänner die Allianz mit Rußland der Ausführung von Reformen vorziehen würden. Rußland dürfte sich jetzt zu solchen Jntri- guen nicht hergeben; aber wenn dies doch der Fall sein sollte, so müßte Eng­land zu allererst sich von allen Verpflichtungen gegen die Türket lossagen.

Wien, 14. November. Meldung derPoltt. Corresp." aus Konstanti­nopel : Layard hatte gestern Audienz beim Sultan und besprach mit diesem die Reformfrage. Es verlautet, der Sultan habe auf die Nothwendigkett einer län­geren Frist für die Einführung der Reformen hingewiesen, zu welchen er und seine Regierung entschloffen seien. Am 17. ds. soll eine griechisch - türkische Conferenz stattstnden zur Prüfung der verschiedenen Grenzlinien. Die Pforte soll bemüht fein, einen Anlehensvorschuß von 300,000 Livres zu contrahiren.

Loudon, 14. November. Meldung aus Stmla von beute. General Roberts erließ eine Proclamation, wodurch Allen, welche den Engländern bet dem Marsch auf Kabul Widerstand leisteten, Amnestie zugesichert wird, wenn sie ihre Waffen ausltefern; keiner Amnestie werden die an dem Angriffe auf das englische Gesandtschastsgebäude in Kabul Betheiltgten thetlhaftig; dieselben sollen als Rebellen behandelt werden._______________________________

Vermischtes.

Friedberg, 13. November. Die Nachricht derN. Frkftr. Pr.", als sei Minister Maybach gestern an der Stätte deS Unglücks in Heldenbergen gewesen, welche Nachricht auch in unserem Blatte Aufnahme gefunden hatte, war, wie unsere Leser schon erkannt haben werden irrthümltch. DieN. Frkftr. Pr." bemerkt, indem sie dieseL constakirt, ein anderer hoher Be­amter aus Berlin sei anwesend gewesen.

Mainz, 12. November. Sin fast unübersehbarer Leichenzug bewegte sich heute Nach­mittag durch unsere Stadt; es wurden zwei Opfer des Sisenbabnunfalles in Bischofsheim Frau Hauptmann Garisch, geborene Neuhäuser, und deren einziges, 2</2 Jahre altes Töchterchen zur Erde bestattet. Die außerordentlich starke Betheiligung an dem Begräbniß legte Zeua- niß ab von der innigen Theilnabme, welche die gesammte Bürgerschaft an diesem beklagens- werthen Eretgntß und an dem Schmerze der davon Betroffenen nimmt. Der Schicksalsschlag, der die tiefgebeugten Angehörigen betroffen, ist um so härter und die so plötzlich über sie hängte Prüfung um so größer, als der bedauernswerthe Gatte, dem die auf so traurige Weise um's Leben gekommene Gattin die treueste Pflegerin war, schon seit Jahren an rheumatischen Leiden einer Folge der im deutsch-französischen Kriege erlittenen Strapazen hcimgesucht

und fast ganz gelähmt ist, so daß er nicht allein zu gehen vermag. Nun sind ihm Gattin und Kind aus einmal und unerwartet entrissen worden. Die betagten Eitern, wc.che beide noch leben, verloren eine liebende Tochter und Enkelin, die Freude ihrer Tage. Möge die allgemeine Theilnabme, die sich b.ute öffentlich bekundete, den so harr Geprüften einigen Trost und Linderung m ihrem Schmerze bereiten (AR. I )

Mainz, 13. November. Das Landeszuchthaus Marienschloß bei Rockenberg ist gegen­wärtig derart überfüllt, daß sammtlichc, vor den hiesigen Ger.chten zu Zuchthausstrafe oerur- theilte Verbrecher nicht nach dorten übergeführt werden können. Bis im Zuchthaus Raum vorhanden ist, muffen die Verurthetlten im hiesigen Gtfängniß ihre Strafe antreten. (D Z.)

Viersen, 10 November. Man schreibt verEres Zig.": (Sin hiesiger Jäger hatte gestern das Glück ein hier noch nicht vor den Schuß gekommenes Wild zu erlegen, nämlich eine wilde Kuh. Dieselbe batte sich vor etwa einem Vierteljahr auf dem Transport aller Vorsicht zum Trotz losgerissen und sich seitdem in den hiesigen und Dülkener Peschcn Herum­getrieben De: betreffende Händler batte auf das Wieoerejnfangen eine Belohnung gesetzt, mehr­fache Streifzüoe wurden unternommen, Treibjagden veranstaltet, doch daS Thier blieb uncireicht. Bald war diewilde Kuh" in Jedermanns Munde und hielt die Thätigkeit unserer Jäger an­haltend lebendig Morgens fand man häufig im Gebüsch die Stelle, wo der Flüchtling über­nachtet, in Den Feldern waren Spuren, wo derselbe in den Stoppelrüben und im Klee seinen Hunger gestillt, ihn selbst aber fand man nicht. Gestern Morgen nun entdeckte ein Jäger in den Bockerter Peschen daS fast zur Mytbe gewordene Thier Er verfolgte es und traf es vier mal, doch wieder entschwand es seinen Blicken, bis es ihm Nachmittags mit einem fünften und sechsten Schuß gelang, den Flüchtling niederzustrecken. Unter dem Zusammenlauf einer großen Menge wurde die Jagdbeute auf bekränztem Wagen hier eingebracht.

Berlin. 7. November. Eine wackere That erregte am Donnerstag die lebhafteste Theilnahme des Publikums in der Nähe der Geitraudtenbrücke. Daselbst war eine fetngekleidete Dame mit ihrem kleinen etwa drei Jahre alten Knaben auf einen Apfelkahn gegangen, um Einkäufe zu besorgen. Während die Mutter handelte, entfernte sich der Knabe und ging, einen Apfel essend, auf dem schrägen Verdeck des Kahnes hin und her Plötzlich verlor das Kind das Gleichgewicht und stürzte kopfüber ins Wast»r Die entsetzte Mutter wollte in der ersten Aufregung dem Liebling sofort nachspringen und wurde nur mit Mühe zurückgehalten Ein zufällig des Weges kommender Herr in eleganter Kleidung hatte die Gefahr bemerkt, warf schnell den Ueberzieher ab und sprang dem versinkenden Knaben nach. Es gelang ihm durch einmaliges Tauchen, das Kind zu erfaffen und glücklich an- Land zu bringen. Die Freude dec Mutter, als der Knabe ihr in die Arme gelegt wurde, war gränzenlos. Der Retter, der an »einem Rocke neben dem Eisernen Kreuz die Rettungsmedaille trug, war vor dem lauten Bravo der Zeugen seiner edlen That so schnell verschwunden, daß die Mutter ihm nicht einmal danken konnte.

Paris, 10. Novbr. Der Emir Abd-elKader, der algerische Volksheld der vierziger Jahre, ist zu Damaskus int Alter von 72 Jahren gestorben. Er war als der dritte Sohn eines Marabuts von Oran zu Mascara im Jahre 1nu7 geboren und durch lange Jahre der fanatische und erfolgreiche Vorkämpfer Algeriens sowohl gegen die Türken als gegen cie Fran­zosen, welchen letzteren er besonders viel zu schaffen machte, bis er endlich 1*47, nachdem er alle seine Hilfsmittel erschöpft hatte, in ihre Gefangenschaft gerieth. Man brachte ibn erst auf das Fort Lamalgue, dann auf das Schloß Pau und noch später auf das Schloß Ämboisc. Napoleon III. begnadigte ihn, als er den Kaiicrthron bestieg und gab ihm gegen das eidliche Versprechen, nie mehr die Waffen gegen Frankreich zu ergreifen, die Freiheit wieder. Abd el, Kader ließ sich darauf zuerst in Bruffa und nach dem Erdbeben, welches diese Stadt im Jahre 1855 heirnsuchte in Damaskus nieder, nachdem er eine Zeit lang in Konstantinopel verweilt hatte. Als in Syrien im Jahre 1860 der Aufstand der Drusen ausbrach, nahm er sich helden- müthig der dortigen Christen an, wofür ihm der Kaiser Napoleon zum Danke das Gioßkreuz der Ehrenlegion verlieh. Im Jahre 1863 bereiste er Aegypten, besuchte die Suezcanalbauten und wallfahrte nach Mekka. Bis an sein Ende bezog er von der französischen Regierung eine Pension von 100,000 Fr. In den letzten Jahren hatte man wenig von ihm gehört, und auch der jüngste orientalische Krieg hatte nicht vermocht, ihn aus seiner Zurückgezogenheit auszurütteln. Die Nachricht von dem Tode des EmirS ist übrigens noch nicht verbürgt und wir müffen bemerken, daß sie schon zu wiederholten Malen unbegründeter Weise die Runde durch die fran­zösischen Blätter gemacht hat.

Berlin. Heber die bei den Hofjagden in der Colbitz-Letzlinger Haide an den beiden Jagdtagen, am Freitag und Sonnabend, erzielten Resultate liegen jetzt folgende authentische Zahlen vor: DaS Gesammtergebniß beläuft sich auf 8 Hirsche, 17 Stück Rothwild, 126 Schaufler, 304 Stück Damwild, 41 grobe und 108 geringe Sauen, zusammen 6<'4 Stück Hochwild. Hiervon streckten: der Kaiser: 1 Hirsch, 3 Stück Wild, 26 Schaufler, 30 Stück Damwild, 10 grobe und 10 geringe Saueu, zusammen "0 Stück; der Großfürst Wladimir von Rußland: 1 Hirsch, 2 Stück Wild, 18 Schaufler, 24 Stück Damwild, 13 grobe und 5 geringe Sauen, zusammen 63 Stück; der Prinz Wilhelm: 1 Schaufler, 17 Stück Dam­wild, 4 grobe und 2 geringe Sauen, zusammen 24 Stück; der Prinz Carl: 10 Schaufler, 11 Stück Damwild, 3 grobe und 2 geringe Sauen, zusammen 26 Stück; der Prinz Friedrich Carl: 1 Hirsch, 4 Stück Wild, 16 Schaufler, 5 Stück Damwild, 1 grobe und 9 geringe Sauen, zusammen 36 Stück; und der Prinz August von Württemberg: 2 Schaufler, 16 Stück Damwild und 10 grobe Sauen, zusammen 28 Stück.

Der Erfinder der Stahlschreibefedern ist der Lehrer Bürgers in Königsberg in Ost­preußen. Er gab im Jahre 1808 der Welt die erste Kunde im Jntelligcnzblatte der Stadt, daß erFederschnäbel", wie er sie nannte, aus Metall anfertige. Das kam allmählig zur Kennr« niß eines Herrn Perry in Birmingham, der i83ti ein Patent aufStahlfedern" nahm. Perry wurde Millionär und Bürgers starb im Armenhause.

Aus einer Predigt des Pfarrers Spörer zu Rechenberg im Fränkischen anno 1720: Das Frauenzimmer lieb ich von Natur, wenn es schön galant, complatsant, honnet, sauber aufgeputzt wie ein schönes Pferd; da weiß ich schon, wie sie zu respectiren seien, die da recht haushalten können, dem Manne Alles an den Augen absehen, was er will. Ha! da lackt das Herz, wenn der Mann heimkommt und einen so liebenswürdigen Engel antrifft, die ihm mit den schneeweißen Händchen empfängt, küsset, herzet, ein Brätlein und ein Salätlein auf den Tisch trägt, und sich zu ihm hinsetzet und spricht: Liebster, wo willst Du heruntergeschniten Han? und was dergleichen Honig- und zuckersüße Sachen mehr sind. Wenn man aber eine hasche, dasche, rasche! einen Rumpelkasten, em Marterfell im Hau,e hat, die immer brummt, die eine Thür zu-, die andere aufschlägt, die im Schlot mit der Ofengabel hinauffährt und wieder auf den Herd herunterplurnpt, die ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter oder wie ein Nest voll Eulen macht, die lauter Suppen aus dem Höllentopfe anrichtet und was des Teufelszeugs mehr ist: die lieb ich nickt, die mag der Teufel holen!"

Ein genialer Gaunerstreich, welcher kürzlich von einer Hochstaplerin auf der Route von Odessa nach Kiew an einem vornehmen Herrn verübt wurde, macht in Odeffa viel von sich reden. Besagter Herr kam auf dieser Route im Coupee einer hübichen eleganten Dame gegenüber zu sitzen Während der Fahrt entstand zwischen Beiden eine lebhafte Konversation, die nach und nach eine gewiffe Vertraulichkeit annahm. Bei der Gelegenbeit, als der Herr nach seinem Cigaretten-Etui langen wollte, offerirte ihm die Dame mit bezaubernder Liebens« Würdigkeit eine Papyros aus ihrem Vorrathe, indem sie die Vorzüglichkeit derselben betonte. Ohne Bedenken brannte der Herr dieselbe an, während sein vis-a-vis ihm die Rauchwolken, welche seinem Munde entflogen, mit einem Fächer in's Gesicht zurücksächelte, wobei sie schelmisch lächelnd bemerkte, daß es jammerschade sei, den köstlichen Duft dieser Rauchwolken so ver­flüchtigen zu lasten. Herr W. beging nach einiger. Minuten die Unschicklichkeit, in Gegenwart einer Dame einzuschlafen, woran jedoch die .... chlorosormirte Cigarette schuld war, die er von der Gaunerin empfangen. Ein Moment genügte derselben, sich der Umhängtasche des Schlafenden, die 500 Rubel enthielt, zu bemächtigen und die nächste Station ließ sie spurlo- verschwinden.

fConservirung de« Brodes.^j In Land Haushaltungen, wo man hauptsächlich größere Mengen von Brod auf einmal backt, pflegt letzteres, gkwöhnlich im Sommer ober bet Auf« bewahrung in einem feuchten Keller, leicht schimmelig zu werden. Als erprobtes Mittel gegen diesen Uebelstand empfiehlt bteAllgemeine Zeitung für deutsche Land- und Forstwirthe", da« frischg.'backene Brod, sobald es aus dem Ofen gekommen, in einen Mehlsack zu stecken, in welchem noch etwas Mehl übrig geblieben, und zwar so, daß die Oberrinden des Brodes auf­einander liegen. Hierauf bindet man den Sack zu und hängt ihn an einem luftigen Orte frei schwebend auf. Auf diese Weise läßt sich da« Brod vier bis sechs Wochen aufbewahren, ohne trocken zu werden oder auch nur eine Spur von Schimmel anzusetzen. Vor dem Gebrauch bürstet man das Brod mit einer reinen Bürste ab und l:gt es eine Nacht vorher in den Keller, damit es wieder geschmeidig wird

ÄchifFeberiehit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd ® W. Dietz in Gießen.

Southampton, 12. November. Der Postdampfer Donau, Capt. R- Busflus, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. November von Newyork abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nackm. wohlbebalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 6 Ubr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Donau überbringt 99 Passagiere und volle Ladung.