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gegenzunehmen, sodann deren Unterschied mit dem Inhalte des 13. Protokolls des Berliner Vertrags zu constatiren und Konstantinopel zu verlassen. Prtboj, 12. d.: Das Eintreffen Husni Pascha's wegen desinitiver Regelung der Demarkationslinie wird erwartet.

Wien, 13. Septbr. DiePresse" meldet aus Banja: Die Demar­kationslinie bestimmte General Obadich den Kratowo-Bach, als neutrale Zone Defkie beim Dorfe Kratowo. Der türkische Commandant wartet mit der Räumung des von den österreichischen Truppen besetzten Gebietes, bis Husni Pascha aus Serajewo etntrifft und die Angelegenheit entscheidet. Aus Plevlje wird demselben Blatte von heute Morgen gemeldet: Soeben beginnt der Vormarsch gegen Priepolje. Der Herzog von Württemberg begab sich heute nach Priboj, um mit Husni Pascha zusammenzutreffen. Die hiesige Stadtbe­völkerung räumte 200 Häuser zur Emqartirung unserer Truppen. Ein Thetl der Garnison soll in Sweta und Trojiza untergebracht werden. Die Verpfle­gung der Garnisonen im Paschalik soll durch Lieferungen mit hiesigen Kaufleu­ten, zumeist Türken, welche ihr Besttzthum im Werthe von 50,000 Ducatcn für die Einhaltung der Termine verpfändeten, sichergestellt werden. Auch die türkischen Behörden zeigen sich hierbei sehr entgegenkommend.

England.

London, 12. Septbr. Officielle Berichte melden die Ankunft englischer Truppen in Shutargardan und bestätigen, daß die Haltung des Emirs von Afghanistan während des Aufstandes eine freundschaftliche, der Aufstand aber mit Vorbedacht organistrt war. Der Vtcekönig glaubt, der Aufstand sei bald zu unterdrücken, und forderte bis jetzt keine Truppenverstärkungen. Die Trup­pen find derart disponirt, daß General Roberts mit 6500 Mann in 3 Bri­gaden unter Maffey, Macpherson und Baker gegen Kabul marschirt. Das Land zwischen Shutargardan und Thull wird durch 4000 Mann unter (Kordon, der Khyberpaß durch 6600 Mann besetzt.Standard" meldet: Afghanische Priester predigen den heiligen Krieg gegen die Engländer.Daily News" melden aus Rangun vom 11. d.. Das gesammte Personal der englischen Gesandtschaft verließ Mandalay aus Besorgniß vor Gewaltthätigkeiten Seitens des Königs von Birma.

London, 13. Septbr. DasMeuterische Bureau" meldet aus Cap­stadt vom 26. August: In der Unterredung mit den nördlichen Häuptlingen erklärte General Wolseley, daß es sein Plan sei, das Zulu-Land mittelst un­abhängiger Häuptlinge verwalten zu lassen und fügte hinzu, Cetewayo sei so lange er noch nicht gefangen wäre, das einzige Hinderniß des Friedens.

Daily Telegraph" meldet aus Stmla: General Roberts verlangte 4 Regimenter Verstärkungen. Es soll beschlossen sein, einen unverzüglichen Vormarsch gegen Kabul nicht auszuführen.

Nachrichten aus der Capstadt vom 22. August zufolge ist die Situa­tion unverändert. Cetewayo ist noch auf der Flucht, seine Verfolgung dauert fort.Standard" meldet aus Bombay: Der Vormarsch von Lundikatal hat bereits begonnen.

Vermischtes.

(Für Hausfrauen ) lieber den sogenannten Bonner Glanz- oder glacirten Kaffee wtro derKöln. Handelszeitung" geschrieben: Seit einiger Zett wird durch Zettungsreclamen und auf anderen Wegen vielfach ein unter dem NamenBonner Kaffee" benanntes arabisches Ge­tränk empfohlen und hat beim Publikum leider vielfach Anklang gefunden, welches dem Reize der Neuheit nicht widerstehen kann und darum gerne bereit ist, das gute Alte und Billigere mit dem neuen Schlechteren und Theueren zu vertauschen. Dieser Kaffee erhalt während dcs Brennens eine ziemlich bedeutende Zuthat von aufgelöstem oder gebranntem Zucker Zucker­couleur, Gyrup oder sonstiger abfärbenver Substanzen, welche dem Kaffee, nachdem er gemahlen und aufgegossen, eine dunkle Färbung und einen bitteren aparten Geschmack gibt, wodurch denn auch viele Kaffee-Consumenten der Ansicht sind, daß sie hierdurch Cichorien oder sonst ein fär­bendes Surrogat ersparen ohne zu wiffen, wie groß sie durch den Kauf dieses glacirten Kaffee'« in finanzieller Beziehung als auch an Qualität geschädigt werden. Zum Brennen diese« Bonner Kaffee s werden meist nur ordinaire Sorten, wie Santo« und grüne Iava's, von herbem und defectem Geichmack verwandt, weil der eigentliche Kaffcegesckmack durch die die Bohnen um­gebende Substanz überhaupt verloren geht, Kaffee's, welche nach dem heutigen Werthstand 85 bi« 95 H per Pfund roh kosten. Wahrend dem nun der Kaffee beim gewöhnlichen Brennen 25 pCt. verliert, brennt sich dieser glacirte Kaffee durch Zuthat von 10 5 pSt. Zucker und Syrup nur höchstens um 15 pCt. ein, was auf 100 Pfund rohen Kaffee gerechnet allein einen Mehrnutzen von 67 JL ausmacht, weil der zugesetzte Zuckerstoff im Werthe von 40 H per Pfund als Kaffee bezahlt wird. Man findet dies auch leicht heraus, wenn man 1 Pfd. Kaffee

Telegraphische Depeschen.

«aguer's telegr. «orrespsutzeuz Bure««.

Stettin, 14. Septbr. Der Kaiser hat heute um 1 Uhr auf dem Werst desVulkan" im Beisein des Kronprinzen, des Marinemtnisters, des Kriegsmlntsters und deren Gefolge, sowie in Anwesenheit einer großen Masse von Zuschauern die Taufe der gedeckten CorvetteStein" vorgenommen. Der Kaiser sprach die Worte: Ich taufe dich mit dem NamenStein." Hierauf zerschellte Se. Majestät die Champagnerflasche und löste durch einen Druck die das Schiff haltenden Taue, worauf daffelbe unter den Jubelrufen der Zu­schauer in die Oder htnabglitt. y

Konstantinopel, 14. Septbr. Nach hierher gelangten Berichten aus Ostrumelten haben in Aldos blutig- Conflicte zwischen den zurückkehrenden mohamedantschen Flüchtlingen und der bulgarischen B-oölkerung stattgefunden Bei dem Einschreiten der ostrumelischen Gensd'armerte wurden viele mohame- dänische Flüchtlinge getödtet und schwer verwundet, auch mehrere Gensd'armen getödtet.

London, 14. Septbr.Reuter's Bureau" meldet aus Simla Gholam Eussein ist in Shuturgardan eingetroffen. Die Ko ack-Stämme er-' klärten sich bereit, den Engländern zu dienen. Der Khan der Ghelats stellte die Hülfiquellen des Landes der englischen Regierung zur Verfügung. Aus Khurum etngetroffenc Nachrichten melden: Die Stämme der Ali Kais leisten den englischen Truppen Beistand. General Roberts hofft, Vereinbarungen mit den Häuptlingen der benachbarten Stämme treffen zu können, um den Wca durch den shuturgardan-Paß zu sichern. 8

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Lokales.

Gießen, 15. Septbr. (Aliceverein für Frauenbildung und Erwerb in Kielten 1 Der Verein hielt am 11. ds. eine kurze Gedächtnisfeier seines einjährigen Bestehens und eine öffentliche Prüfung besonders derjenigen Schülerinnen, welche sich dem LehrtursuS unter- zogen hatten, um sich zu Lehrerinnen auszubilden, in Anwesenheit der Präsidentin de« sr-inä Frau Landrichter Erdmann, wie der übrigen Mitglieder des Damen-Comitös einiaer Mit­glieder des Verwaltungsrathes, einer großen Anzahl von Freunden und Gönnern des Verein« früheren und jetzigen Schülerinnen der Anstalt. '

Die Feier begann mit einer Ansprache des Herrn Kreisschulinspectors Bückner deren Inhalt wir dem Sinne nach in folgenden Worten wiederzugeben versuchen: '

Hochverehrte Anwesende!

Der heutige Tag ist ein rechter Freuden- und Ehrentag für unseren Verein denn wir feiern heute sein erstes Wiegenfest, wenn auch der Tag nicht ganz zutrifft, und wir dürfen auf sein einjähriges Bestehen mit der Genugthuung zurückblickcn, daß ein guter Anfana aemackt und bereits tüchtige Erfolge erzielt worden sind. Es ist Ihnen Allen bekann? aufwelch Weise der Verein ins Leben gerufen worden ist: Einige Damen haben aus eigner 4nitiatfoc und angeregt von dem Vorstand des HauptvereinS in Darmstadt vor länger denn einem ^ahtc ben Grundstein zu dem Verein gelegt Der Vorstand, welcher in der Folge gebildet wurde gab dem Verein den NamenAliceverein für Frauenbildung und Erwerb", da von unterer ver­ewigten hohen Landesfürstin die Protection desselben huldvoll übernommen wurde Sie ist au$ in dieser Beziehung ihrem segensreichen Wirken allzu frühe entrückt worden. Wir aedenken auch an dieser Statte der Heimgegangenen mit ehrfurchtsvollem Dank und innigster Liebe

de* Gründung des Vereins waren die Mitglieder des Vorstandes von der Ueber- zeugung beseelt, baß das zu unternehmende Werk sich eines guten Fortgangs erfreuen werde' Unb mußten sie nicht von diesem Bewußtsein getragen werden? Der Zweck des Vereins ist ja der, den Schülerinnen eine tüchtige, weitgehende Ausbildung in weiblichen Handarbeit n für das Haus SU geben, um sie tüchtig zu machen einst auch in dieser Beziehung dem eignen Haus- halte in würdiger Weise vorzustehen oder Anderen hilfreich zur Seite treten zu können fciet- mit verbindet sich der weitere Zweck, auch tüchtige Arbeitslehrerinncn von Beruf auSiubSen di- durch Leistungen und Kenntnisse befähigt sind, sich damit eine eigene geachtete Lebensstelluna 8u erringen. In der Überzeugung unb von der Erfahrung getragen, daß ein Unternehmen mtt

ben «gebeuteten Zielen, wie lebe« wahrhaft gemeinnützige Werk, einen guten Fortgang haben werbe, bat benn auf biefe Hoffnung hin ber Verein bie Anstalt am l.Dctober nötigen Mre« « öffnet Seine Hoffnung ist nicht zu Schanden geworden. In dem verfloffenen Jahre sind 86 unterrichtet worden, darunter 9, die sich zu «rbeitslehrerinnen ausgebildet habm

An der Anstalt wirken 2 Lehrerinnen, 1 Hilfslehrerin, unb 1 Lehrer. 9 Cen*

Wir dürfen darum mit dem Erfolge unserer Wirksamkeit in dem ersten Jahre wobt -- frieden sein. Fragen wir aber, wodurch diese Erfolge, diese bereits ausgedehnte Thätiake.t U herein« r^glich geworden, so haben verschiedene Facroren hierzu mitgewirkt. Sie wissen Alle daß beim Beginn eines solchen Unternehmens vor Allem die nöthigen materiellen Mittel beschafft werben müssen, und ich halte es für Pflicht hier dankend zu erwähnen, daß uns eine anie^nhS Uitterstutzung aus Staatsmitteln zu Theil geworden, daß uns der hiesige Stadtvorstand ba8

Anfügung gestellt hat, wir durch hiesige Vereine wie durch Beiträge der Einzelnen ^"ch"ch unterstützt worden sind. Dazu kommt das Honorar ber Schülerinnen, welches ebenfalls einen Theil der aufzuwendenden Kosten gedeckt hat. w

c c6 siud nicht allein die materiellen Mittel, welche ein segensreiches Wirken ein»

solchen Anstalt befördern. Wenn wir in einen ArbeitSsaal eintreten und sehen, wie sich hier

Hanbe regen, wie bie Arbeit in pünktlicher Ordnung von statten geht, bann ft h ° 8"^icht an und wir denken nicht, wie viel unsichtbare Arbeit dahinter

steht, nicht daran, welche Mühe und Umsicht die Einrichtung erfordert hat, bie geschäftliche Verwaltung, die Durchführung des Lehrplans und bie Ueberwachung ber Anstalt verursacht Wer nur ein wenig da hmausgeschaut hat, weiß, daß sich der Vorstand einer großen Mühe.

206011 babet' w»e bei ber Wirksamkeit des Vereins selbstverständlich sich die Verdienste der Manner, bie den Verwaltungsrath bilden, in ein bescheidenes Dunkel hüllen etwa mit Ausnahme dessen, der die Verwaltung der Kaffe übernommen hat, so sind diejenigen des Damen-Comitös um so mehr anzuerkennen. Ich erlaube mir darum, hier der mehrten Prastbentin deS Vereins, auch wenn sie in ihrer bescheidenen Weise damit nicht einverstanden fern sollte, für ihr unermüdliches, einsichtsvolles Wirken für das Gedeihen der Anstalt wie ben übrigen Damen des Comitös, bie ihr in demselben Geist wacker zur Seite standen, den'innigsten Dank auszusprechen. Ebenso müssen wir hier dankend erwähnen, daß dec Vorstand des Darm stadter Hauptvereins mit Rath unb That helfend zur Seite gestanden. Die nun folgend Prüfung wird bauen Zeugniß ablegen, mit welchem Fleiß Lehrer unb Lehrerinnen sich ihrer Berufsthatigkett unterzogen haben unb wie ber Fleiß ber Schülerinnen mitgewirkt hat, tüchtige Leistungen zu Stande zu bringen. w B

Das Alles müssen wir würdigen, wenn wir heute dankend auf bie segensreiche Ent­faltung der ersten Wirksamkeit des Vereins zurückblicken und werden wir dabei unwillkürlich wenigstens in einer Beziehung, an ben bekannten Preisgesang Jakobs erinnert: Ich hatte nichts als diesen Stab, als ich über ben Jordan ging; nun bin ich zu zwei Herren geworden. Haben auch nicht to arm angefangen, so dürfen wir uns, wenn wir auf ben Erfolg ber Vereins- I thatlgkeit blicken, dieses Wort zu eigen machen und auf eine weitere segensreiche Entfaltung derselben hoffen. 1 °

Darauf folgte die Prüfung der 9 Schülerinnen des Lehrkursus, eingeleitet durch bie Lehrerin Fraulein Müller. Nachbem dieselbe in klarer, bündiger Darstellung über das Wesen und die Bedeutung der an der Anstalt eingeführten Unterrichtsmethode gesprochen, begann die I Prüfung, bei bet der stufenmäßige Entwicklungsgang der einzelnen Arbeitsarten dargestellt wurde Die , mündlichen Antworten wie die Zeichnungen der Schülerinnen an der Tafel erwiesen zur Genüge, daß ein eingehender Unterricht ertheilt worden unb bie Schülerinnen theoretisch unb praktisch tüchtig vorbereitet waren. An die Prüfung durch Fräulein Müller schloß sich die des, Herrn Lehrers H u g im praktischen Rechnen, Regel de tri mit gewöhnlichen und Decimal- Bruchen, Dann in der kaufmännischen Buchführung über Bedeutung und Führung der einzelnen Geschäftsbücher.

In dem Schlußworte sprach Herr Kreisschulinspector Büchner den beloen Lehrerinnen Fräulein Müller unb Fräulein Gerbode, wie Herrn Lehrer Hug für ihr fleißiges Wirken den Dank des Vorstandes aus. Dann entließ er die Schülerinnen des Lehrkurjus mit etwa folgenden Worten:

Sie haben in ber eben flattgefunbenen Prüfung bezeugt, baß Sie bie Ihnen hier zu Ihrer Ausbildung unb Erweiterung Ihrer Kenntnisse verstattete Zelt wohl angewandt haben. Ist auch auf die an Sie gerichteten Fragen hin und wieder von Ihnen mit einem Anflug von Zittern, Zagen und Beben geantwortet worden, jo haben wir doch aus Ihren Antworten, wie den von Ihnen gefertigten Arbeiten, den Eindruck empfangen, daß Sie sich die Kennmisse unb Fähigkeiten, die Sie in Ihrer ferneren Lebensstellung bedürfen, ganz zu eigen gemacht babtn unb darum wohl ausgerüstet die Anstalt verlassen. So gehen Sic denn mit Gott, begleitet von unseren innigsten Glückwünschen für Ihre Zukunft. Treten Sie bald oder erst später in Stellungen als Lehrerinnen ein, seien Sie stets Ihres Berufes eingedenk. Es ist ein hoher Beruf. Sie sollen Schülerinnen jene Arbeiten lehren, deren Kenntniß für den Bestand des Haushaltes unentbehrlich sind, deren Mangel das HauSwescn so oft zu unheilbarem Schaden | bringt und gänzlich zerrüttet. Dessen seien Sie eingedenk und erfüllen Sie Ihren Berus mit Fleiß, daneben aber geben Sie ben Schülerinnen, bie Ihnen anvertraut ftnb, aus ber Fülle ! Ihres Gemüthes, aus ber Tiefe Ihres Herzens burch schönes Vorbilb unb Pflege edler, sitt­licher Grundsätze weitere gute Gaben mit, bann erfüllen Sie in einer noch höheren Weise Die Pflichten Ihres Berufes als wahre Lehrerinnen. Wenn Sie bas thun, wirb Ihnen auf Ihrem Lebensweg nicht nur jenes hohe Gut, bas nur die Herzen Derer schmückt, die treu ihre Pflicht "füllen ber Friede des Gewissens, der höchste Lohn des treuen Arbeiters, niemals ermangeln, fonbern Sie werben sich auch eine schöne, geachtete Lebensstellung unb genügenbeS Auskommen erringen. Mit bieser Hoffnung lassen wir Sie ziehen unb sind überzeugt, baß solche Hoffnung nicht zu Schanben wirb."

Daran schloß sich noch eine kurze Ansprache an bie «nwesenben, worin ihnen für bie Teilnahme an dem Wirken bes Vereins gebankt unb sie um bie Erhaltung dieser Theilnahrne gebeten würben, damit der Verein eine weitere segensreiche Wirksamkeit entfalten könne.

In dem Vereins - Lokale fand am 11. unb 12. b. eine reichhaltige Ausstellung ber Ar­beiten in allen Zweigen ber Arbeitsthätigkeit ber beiben Hauptlehrerinnen Fräulein Müller und Gerhöbe, wie ber schriftlichen Arbeiten unb Zeichnungen statt. Die Ausstellung wurde an beiden Tagen von Einheimischen und Fremden sehr zahlreich besucht und fanden die Arbeiten ungeteilten Beifall.

Gießen, 15. September. Die vielbesprochene Angelegenheit der Verpachtung der Gießener Gcmeindejagd hat nunmehr endlich ihre definitive und wohl auch nach allen Seiten hin befriedigende Lösung gefunden. Bekanntlich hatte Großherzogliches Kreisamt die dieser Verpachtung beigefügte Bedingung der Auswahl unter den drei Letztbietenden mit Rücksicht auf die Vorschrift des § 11 des Gesetzes vom 12. Juli 1848 als unzulässig beanstandet und wurde diese Beanstandung in höchster Instanz als begründet anerkannt. Hierauf wurde von der Stadtverordneten-Versammlung in Uebereinstimmung mit dem von Großherzoglichem Kreisamtc schon von Anfang an gemachien Vorschläge beschlossen, bei Großherzoglichem Ministerium dcs Innern um nachträgliche Genehmigung der fraglichen Verpachtung nachzusuchen. Großherzog­liches Ministerium hat nunmehr diesem Gesuche mit Rücksicht auf dessen Einstimmigkelt entsprochen.

In Darmstadt haben Differenzen derselben Art zwischen der Ansicht der Kreisämter und ber Stabtverorbneten-Versammlung eine gleiche Lösung gefunden.

Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben unterm 3. August unserem ersten Stadt­pfarrer, Herrn Dr. Wilhelm Seel, das Ritterkreuz 2. Klasse des Ludewigs'OrdcnS verliehen.

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