Einzelbild herunterladen

Meiningen sind durch dieses freudige Famtlienereigniß, welches alsbald nach -isstngen, Meiningen. Coblenz, Camenz, London, Darmstadt und andern be­freundeten Höfen telegraphirt wurde, in hohem Maße beglückt worden. Der Kaiser, welcher noch um 12% Uhr bet der Frau Kronprinzessin im Neuen Palais das Dejeuner eingenommen, von dort aus sich nach Babelsberg und kann direct nach Berlin begeben hatte, erhielt die Nachricht von der Geburt deS ersten Urenkelkindes in dem historischen Eckzimmer des hiesigen königl chen Palais, und zwar durch die Gräfin Brühl, Palastdame der Frau Kronprin­zessin. Die Kaiserin wird das bezügliche Telegramm voraussichtlich auf der Reise zwischen Darmstadt und Coblenz getroffen haben. Heute Mittag empfing der Kaiser im hiesigen Palais den Erbprinzen von Sachsen-Meiningen. Die neugeborene Prinzessin wird ein gewiß seltener Faü bei ihrem Eintritt in's Leben von zwei Urgroßvätern (Kaiser Wilhelm und Bernhard, Herzog zu Sachsen-Meiningen, der 1866 die Regierung ntederlegte) und vier Urgroßmüttern (Kaiserin Augusta, Königin (und Kaiserin von Indiens Victoria, Herzogin Marte zu Sachsen-Weimar, Prinzessin Mariane der Niederlande), unter denselben ein Kaiser und zwei Kaiserinnen, begrüßt.

Berlin, 13. Mai. Gegenüber den sensationellen Mitthellungen öster­reichischer und Frankfurter Blätter, welche von angeblichen Verhandlungen des Fürsten Bismarck und Wtndhorst's bereits ganz ganau die Grundlage an­geben, woraus der Führer des Centrums abzuschließen bereit wäre, schreibt dieNordd. Allg. Ztg.", das ganze Gewebe wüster Conjectur erledige sich dadurch, daß solche Verhandlungen weder geführt, noch in irgend einer Welse tu Aussicht genommen seien.

England.

London, 13. Mat. Capdepeschen vom 28. v. Mts. melden: Die Boers beschlossen keine feindselige Haltung gegen England etnzunehmen- Der Vormarsch, der in zwei Colonuen unter Crealock und Newdegarte von Fort Pearson und Doornberg beginnen soll, leidet durch Transport-Schwierigkeiten Verzögerung.

London, 13. Mat. Im Unterhauje antwortete Unterftaatssecretär Bourke aus Anfrage von Jenkins, die Idee einer gemeinsamen Action Eng­lands und Frankreichs in Betreff der egyptischen Angelegenheiten ist nicht auf­gegeben. Dtlwyn beantragt eine Resolution des Inhalts: Die wachsenden Mißbräuche der Prärogative und des Einflusses der Krone Seitens der Mini­ster erheischen eine striktere Beobachtung der der Prärogative gesetzten Schranken. Die meisten Redner, darunter Gladstone und Harting'on, sprachen sich gegen Dilwyn's Antrag als unzweckmäßig aus. Northcote bekämpfte densel­ben und erklärte, er muffe, da der ursprüngliche Antrag durch ein Mißtrauens- Votum ersetzt worden sei, dtrecte Ablehnung des Antrages beantragen. Der­selbe vertheidtgte die Königin gegen die Angriffe, daß sie die Verfassung verletzt habe. Die Debatte wurde schließlich vertagt.

Atalien.

Rom. Die mit Auslegung des Tridenter Concils betraute Congrega- tion hat jetzt nach langjährigen Berathungen beschloffen, daß die Ctvilehe nur als ein rein bürgerlicher Act zu betrachten sei, der, obgleich er zeitweilig erlaubt sei, um den Anforderungen des C'vilgesetzes nachzukommen, keinen kanonischen Werth in den Augen der Kirche habe und deshalb kein kanonisches Hinderniß zur Folge haben könne.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. «orrefpondenr- Bureau.

Darmstadt, 14. Mai. DerDarmst. Ztg." wird von unterrichteter Seite mttgetheilt, daß die Erzählung, wonach Gras Andraffy zuerst in mehr als ofstciöser Weise mit Prinz Alexander von Battenberg über dessen bulgarische Thron-Candidatur gesprochen habe, der Berichtigung bedarf; der Prinz habe nicht die Ehre, den Grafen Andraffy persönlich zu kennen und sei niemals in officiöse Beziehung zu demselben getreten.

Die Laudessy' ode tritt am 10. Juni zusammen.

Berlin, 14. Mai. Reickstag. Der Gesetzentwurf, betreffend den Uebergang der Geschäfte auf das Reichsgericht, wird in erster und zweiter Berathung ohne Debatte genehmigt. Es folgt die erste Berathung des Uebereinkommens mit Großbritanien wegen Eintritt des Reiches an Stelle Preußens in den Vertrag über Unterdrückung des Negerhandels, v. Bunsen fragt an, ob und inwieweit deutsche Schiffe an dem Handel betheiligt gewesen seien. Bundes-Commisfar Reichard erwidert, der Vertrag sei seit seinem Bestehen auf deutsche Schiffe noch niemals in Anwendung gekommen. Nach un­erheblicher Debatte wird die erste Berathung geschlossen und das Uebereinkommen sodann ohne Debatte in zweiter Lesung genehmigt. Eine Reihe von Wahlprüfungen wird nach den Commissionsanträgen erledigt. Es kommen nunmehr Petitionsberichte zur Be­rathung. Betreffs einer Petition auf Einführung der Schuldhaft wird ohne Debatte Uebergana zur Tagesordnung beschlossen. Bezüglich Petitionen, welche die Abänderung des Civilstandsgesetzes bezwecken und insbesondere die Einführung der iakultativen Civilehe »erlangen, beantragt die Commission gleichfalls Uebergang zur Tagesordnung, v Cranach beantragt Ueberweisung der Petitionen an den Reichskanzler zur Berück­sichtigung. Löwe (Bochum) tritt für den Antrag der Commission, Westermayer für den Antrag Cranach ein. Hierauf wird Vertagung beschlossen. Morgen 11 Uhr zweite Lesnng der Zolltarifvorlage.

Berlin, 14. Mat. DieProv. Corresp." bespracht tic nach den zum Voraus getroffenen Vereinbarungen beute erfolgende Wahl der Mitglieder der Tarifcommission des Reichstags und bemerkt dabei: Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß die Berathungen in der Commission wie im Reichstage selbst zu einer Verständigung über die Tarifvorlage im Großen und Ganzen führen werden. Dieselbe Correspondenz meldet ferner: Se. Maj. der Kaiser ge­denke zunächst abwechselnd in Berlin und Babelsberg zu residiren. Nach den Festlichkeiten der Goldenen Hochzeit, woran Kaiser Alexander mit mehreren Großfürsten theilnehmen werde, dürfte etwa Mitte Juni die Badereise unseres Kaisers, voraussichtlich nach Ems, eintreten, welcher tm Lause des Juli der Besuch Gasteins folgen solle.

Petersburg, 14. Mat. Der General-Gouverneur von Orenburg telegraphirt unterm 13. d.: Nach dem Brande vom 28. April, wobei die Hälfte der Stadt niederbrannte, entstand am 8. Mai ein zweiter Brand, welcher durch energisches Einschreiten der Feuerwehr und des Militärs rasch gelöscht war. Am 12. Mai, Morgens, begann bei sehr starkem Sturmwind dir Kosakcnvorstadt zu brennen und wurde zur Hälfte eingeäschert. Der Militär-Gourerveur von Uralsk meldet: Am 11. Mai vernichtete eine bei starken. Sturmwind entstandene Feuersbrunst einen bedeutenden Theil von Uralsk. Es war bisher nicht möglich, dem Feuer Einhalt zu thun; daffelbe dauert noch fort. Ein Telegramm des Gouverneurs von Perm meldet: Der Brand von Irbit dauerte 5 Stunden. Der verursachte Schaden wird

auf 210 000 Rubel geschätzt, während die Versicherungssumme nur 140,000 beträgt. Als Ursache des Brandes wird Unvorsichtigkeit angegeben. Der Thronfolger nebst Gcmcchim und Kindern hat sich am 13. d. nach Peterhof begeben.

Berlin, 14. Mai. Die Zolltarif-Commission des Reichstags ist ge­wählt; dteselbe besteht aus den bereits genannten Mitgliedern, mit Ausnahme Sonnemann^s, an dessen Stelle Richter (Hagen) gewählt ist. In die Tabaksteuer Commission sind gewählt: Dieden, Graf Galen, Maj inke, Lingens, Graf Fugger, v. Bodmann, (Sielen, Lender, v. Schmidt, Findetsen, v. Pitt- kammer, Ackermann, v. Marschall, v. Tettau, v. Manteuffel, Blum, Meier, Groß, Witte, Möiing, Böttcher und Stephani. In die Braufteuer-Commission sind gewählt: v. Soden, v. Kebler, Bernards, Stößel, Richter (Meißen), Mel­beck, Eyioldt, v. Puttkammer, Uhden, Merz, Forkel, Feustel, Lüders und Zinn.

München, 14. Mai. In seiner Rückäußerung auf die Einladung des Berliner Magistrats, den Städtetag in Berlin zu beschicken, bedauert der hiesige Magistrat, die Beschickung ablehnen zu müssen, weil die Majorität d..s Gemeindecollegiums in der heutigen Sitzung unter sehr lebhafter Debatte sich entichteden dagegen erklärt habe. Der Magistrat hatte die Beschickung ^stimmig angenommen.

London, 14. Mai. Hopkings, Gilkes u. Comp. und Lloyd u. Comp., beide Eisenfabriken in MtddleSborough haben ihre Zahlungen eingestellt. Die Pafft.a sind unbekannt.

Konstantinopel, 14. Mai. DieAgence Havas" meldet: Aleko Pascha wird sich nach Philippopel begeben, nachdem ihm vom Sultan seine Würde förmlich übertragen sein wird. Dem Sultan ist ein Gesetzentwurf über Mimsterverantwortlichkeit unterbreitet Worten. Die Pforte hat das Pioject des englischen Botschafters bezüglich der Bagdader Eisenbahn nicht augenommeli. Mohamedanisch^ Großgrundbesitzer in Bosnien hrben an den Sultan Petitionen gegen die österreichischerseits auferlegten Abgaben gerichtet. Der Sultan berief einen außerordentlichen Ministerrath zur Prüfung dieser Angelegenheit.

Der Großvezir richtete an den Ball von Koffovo Weisungen, um die dortige wegen der mit Oesterreich abgeschloffenen Convention aufgeregte Be­völkerung zu beschwichtigen.

Berlin, 14. Mai, Abends. Dem Bund-srathe ist nunmehr der Ber- faffungScntwurf für Elsaß - Lothringen zugegaugeu. Demnach wird ein Statt­halter mit den vom Fürsten Bismarck im Reichstage scizzirten Befugnissen eingesetzt und demselben ein in mehrere Abteilungen gegliedertes Ministerium an die Seite gestellt, an dessen Spitze ein Staatssekretär steht. Ferner wird ein Staatsrath zur Begutachtung von Gesetzentwürfen eingesetzt, worin die Spitzen der Verwaltung, des Militärs und der Justizbehörden, sowie die Universität Straßburg vertreten sind; drei Mitglieder präsentirt der Landes­ausschuß. Die Zahl Der Mitglieder des Landesausschusses wird auf 58 erhöht, wovon 34 durch die Bezirkstage in Gemäßheit des Erlasses vom 20. Oct. 1874, die übrigen durch die Gememderäthe der Städte Straßburg, Mülhausen, Metz und Colmar aus deren Mitte und durch die Landkreise gewählt werden. Das Ministerium hat das Recht der konsultativen Bethciligung an dm Sitzungen des Bundesraths und den Ausschüssen. Der Landes-Ausschuß erhält die Be- fugniß, Gesetze vorzuschlagen. Petitionen dem Ministerium zu überweisen, ferner einen in dreijährigem Turnus zu wählenden Vertreter mit beruhender Stimme in den Bundesrath zu delegiren.

Augsburg, 14. Mai. DerAllg. Ztg." zufolge hat der König von Bayern die Gesetzgebungs-Ausschüsse beider Kammern auf den 4. Juni einberufen.

Lokales.

Gießen. 15. Mai. Nach einer von der Gr. Centralstelle für Landesstatistik aufgestellten Ueberstcht über die Zahl der Geburten, Sterbefälle, Heirathen und Ehescheidungen im Äroßh. Hesien im Jahre 1*78 war die Zahl der ehelich Geborenen a) lebend: 16081 männlich und 14931 weiblich, b) tobt: 723 männl, und 579 weibl., der unehelich Geborenen a) lebend: 1189 männl., 10^6 weibl., b) todt: b7 männl., 61 weibl, im Ganzen 34740 Geborene, darunter 411 Zwillinge und 3 Drillinge Die Zahl der Gestorbenen war 124-10 männl, und i 1100 weibl., zusammen 23813 Personen. Die Zahl der Heirathen betrug 6945, die Zabl der Ehescheidungen 44

Vermischtes.

Frankfurt, 14. Mal. Die Indianer, welche gegenwärtig im zoologischen Garten in Frankfurt a. M. ausgestellt sind, gehören dem letzten Rest des Stammes der Irokesen an, welcher in der Stärke von 900 Mann auf einem auf englischem Territorium in Kanada, nördlich vom ©t. Lorcnzstuß gelegenen Gebiete, angesiedelt ist, auf welchem Weiße sich nicht ntederlasicn dürfen. Sie leben dort in festen Blockhäusern und ernähren sich haupt­sächlich von der Jagd auf Pelzthiere aller Art. Anfänglich sehr schüchtern und zurückhaltend, haben die hier befindlichen Irokesen jetzt gelernt in recht freundlicher Weise mit den Besuchern der Ausstellung zu verkehren, wobei sie einige englische Worte und wo diese nicht ausretchen, die Zeichensprache als Verständigungsmittel anwenden. Ihre Darstellung der heimischen Sitten und Gebräuche ist höchst interessant, und erhält einen besonderen Reiz durch das Auftreten eines dem Stamme der Comancho's angebörenden Indianers zu Pferde. Der Besuch der Ausstellung ist ein ganz enormer und hat fick bis jetzt von Tag zu Tag gesteigert. Von dem ermäßigten Eintrittspreise für die Schuljugend während der Vormittagsstunden wird sehr fleißig Gebrauch gemacht, so daß beispielsweise während der letzten 3 Tage jedesmal 15002000 Kinder unter Begleitung der Lehrer in den zoologischen Garten kamen.

Darmstadt, 14. Mai. Nunmcbr ist auch die Ehefrau des Barbiers, der gestern sein sechsjähriges Kind auf so scheußliche Weise getödtet gefänglich cingezogen worden, da sie dem Kind einen schweren, an der Lcickc deutlich wahrnehmbaren Tritt auf den Leib versetzt.

Die Menge parasitischer Geschöpfe, welche sich an einem Kabel in kurzer Zelt ein­finden, ist erstaunlich^ Vor einiger Zeit wurde das Para-Cayennc-Kabel bebufs Ausbesserung ausgenommen und zwar in der Mündung des Amazonenstromes. Das Kabel hatte nur einen Monat in See gelegen und doch war es scpon stellenweise mit kleinen Muscheln buchstäblich überzogen oder mit unterseclschcn Pflanzen, Krabben und merkwürdigen Schaltlneren, zum Theil von großer Zartheit und Schönheit, bedeck'. DaS See-Unkraut war in reicher Auswahl ver­treten, hier und da hingen dicke Büschel rother und gelber Algen an dem Kabel, oder schlankes, durchsichtiges Federgraß' rother, schleimiger Tang und Büschel amethystfarbiger Moose. Man fand daran Korallenpflanzen von einem Fuß Höhe, bas weiche Gerüst mit einer fleischigen Haut, gewöhnlich von dunkler Orangenfarbe, umgeben. Manchmal fand sich auch em Schwamm zwischen den Wurzeln der Korallen und deren Stämme waren übcrkleidet von zarten Kalkgebilden, welche i' ncn sowohl zum Schmuck als zur Unterstützung dienten. Die Schmarotzer scheinen in 6em weichen, warmen Master dieser Gegend ebenso häufig zu fein als an den benachbarten Küsten der Trovenländer. Mancherlei Seesterne, Pflanzenthiere, merkwürdige Krabben und fonfhge Krustenthiere wurden ebenfalls mit dem Kabel aufgefischt. Die Krabben waren oft selbst völlig bewachsen mit der Vegetation des Meeresgrundes und daher von letzterer kaum zu unter,cheiden. Andere waren derselben entsprechend gefärbt und selbst gestaltet und wieder andere erschienm ganz ober theilweise durchsichtig. Eine wunderschöne krystallartige Krabbe, eine ganz neue Spccies, vereinigte in sich mehrere der auf dem Grund vorherrschenden färben. Ihre schlanken, glasfadenähnlichen Glieder waren hier und da tief topasbraun gefleckt, ihr Mund, so spttz tote eine Nadel, war tief scharlachroth, ihr dreieckiger Körper orangegelb, ihre Augen grün und ihre winzigen Scheren amethystblau. e$r Journ.)

Hanau, 11. Mai. Am letzten Montag wurde ein Mann auf dnn Wege von hier nach Franffurt und zwar in dem Keffelstädter Walde in bet Nähe der sog Genchtsbrucke von fünf

0'bo,'2'ii ssty 1 «A dl

Am?-! fr** fjtN. -0

J ctutttttbrotn si-nde wird am w das Fiuerlvß Stadt zu wat UusßtllUNg

- Ui als ein Abo Ha«" $u eckreö, nlcht

Eine Hausbesitzer fiel es ihm e sand die Kas -asten lag. xtttoetnete t du Leiche in herein. Sie drang über 1 nabm sein i war lange nii nach langer v»n dem tot sagte sie, si Kind sei ni

Bel

Die di den Wiest ungen am WeM so! Monta verwerlhet

Zusam am Neuent

Gießen, Großherzog

w

Äonrc Muschech Vermögen mit ihren he»te ein dessen Ein unterzeichn ist. Ans; memschuli dieses Z 4 Wyche Verfügun andernsal und in z

Ach, d Großhe

Will

5tiei ru-lM if i",»glich

^edenölva

worden, üffentliche, N Aechll

II. u

** ®iüi Mm ,z, A, bet

l°ll im al. ^siveji sS

Ao,)""»