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Rr. 64. Zweites Blatt. Sonntag, den 16. Marz 1879
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Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Theis.
Ihren
Gießen, am 17. Februar 1879.
Betreffend : Die Frühjahrs-Controlversammlungen.
Das Großherzogliche Kmsamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir beauftragen Sie die Bekanntmachung des Großherzogltchen Bezirks - Commando's Gießen in rubricirtem Betreff auf ortsübliche Weffe in Gemeinden zu veröffentlichen.
Dr. Boekmann.
Unser Kaiser hatte, nachdem er von seinem neulichen Katarrh voll-
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sjndtg wieder hergestellt war, am 7. d. das Unglück, bet einer Promenade mf dem glatten Parquetboden seines Palais auszugletten und sich dadurch «Ine leichte Contusion der rechten Hüfte zuzuziehen. Am folgenden Tage konnte
I weise der Theilnahme und Verehrung aus ganz Deutschland sand der Jubilar bet seiner Rückkehr nach Berlin vor.
Der Reichstag beschäftigte sich zunächst mit dem Gesetzentwurf, betr. die Strafgewalt des Reichstags über seine Mitglieder. Die Antipathie des Hauses gegen diese Vorlage war bekannt und die Verwerfung derselben vor» herzusehen. Das hielt aber den Fürsten Bismarck nicht ab, sür die Nothwen- digkeit eines derartigen Gesetzes mit Energie etnzutreten und zu versichern, daß die Regierung diese Angelegenheit nach der gegenwärtigen Ablehnung nicht als abgethan betrachte. Der Reichstag kam seinerseits den Wünschen der Regierung wenigstens insofern entgegen, als er bei der zweiten Lesung des Gesetz- Entwurfs nach dessen Ablehnung auf den Antrag des Abg. v. Stauffenber; die Geschäftsordnungs Commission beauftragte, unter dem Vorsitze des Präsidenten die Frage betreffs Nothwendigkeit einer Aenderung der Geschäftsord nung zu prüfen und im Bejahungsfälle bestimmte Vorschläge zu machen. Av 8. d. begann das Haus dix Specialberathung des ReichshauShaltsetats. Leider führte dieselbe zu gereizten Auseinandersetzungen zwischen dem Fürsten Reichskanzler und dem Abg. Lasker. Trotzdem erhält sich in parlamentarischen Kreisen die Ueberzeugung, daß es auf finanziellem Gebiete zu einer Verständigung zwischen der Regierung und btr Mehrheit des Reichstags kommen werde. Als Träger der Vermittlungs-Bemühungen wird neuerdings der Abg. Hammachei
2. Zu Lollar am 31. März 1879, Nachmittags 12 y4 Uhr, auf dem Turnplatz.
Hierzu gehören die Orte:
Mendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wteseck. '
3. Zu Grünberg am 1. April 1879, Vormittags 8'/r Uhr, an dem Bahnhose.
Hierzu gehören die Orte:
Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londors Lumda Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reiuhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsbera nnd^Wirbera' Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Winnerod.
M. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich).
1. Zu Hungen am 8. April 1879, Nachmittags l‘/4 Uhr, am Friedhose.
Hierzu gehören die Orte:
Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelsbausen Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.
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<r indeh schon wieder in gewohnter Weise die regelmäßigen Vorträge entgegennehmen, der Unfall hat mithin keine dauernden Übeln Folgen zurück»
gelassen.
Der Deutsche Kronprinz ist am 5. d. in London eingetroffcn und hat dort bald nachher den leitenden Ministern, dem Lord Beaconsfield und dein Marquis Salisbury, Besuche abgestattet.
Der Generalfeldmarschall Graf Moltke feierte am 8. d. sein 60jäh- riges Dienstjubtläum. In edler Bescheidenheit hatte derselbe sich unmittelbar fronet zu seinem im Holsteinischen (Ratzeburg) wohnenden einzigen Bruder begeben, um den Tag in aller Stille zu begehen. Es fehlte ihm aber auch dort nicht an Glückwunsch-Telegrammen und -Schreiben. An der Spitze der deutschen Fürsten, die den um die Einigung Deutschlands hochverdienten Mann beglückwünschten, stand Kaiser Wilhelm mit einem huldvollen eigenhändigen Handschreiben, das von dem Kreuz und Stern zum Orden pour le mdrite vit dem Bilde Friedrichs des Großen begleitet war. Noch zahlreichere Be-
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2. Zu Lich am 9. April 1879, Vormittags 9 Uhr. am Bahnhoie.
Hierzu gehören die Orte:
Wach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grüninaen Hausen Holzheim, Lang-Göns Leihgestern, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Hof-Gill. Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg.
Es biben aus diesen Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden beurlaubten Militärs aller Waffen des Deutschen Reichs zu erscheinen, welche zur Reserve gehören, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt o? er zur Disposition ter Ersatz- Behörden entlassen find.
Die Landwehrleute und Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen.
Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen daraus bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Hmtrolversammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden.
Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen.
Schließlich wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs - Attest veriehen, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und M dem Beginn der Control-Verfammlung Schirme. Stöcke und Pfeifen abzulegen sind. Franck,
Oberstlieutenant z. D. und Bezirks - Commandeur.
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Qie diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungen im Kreise Gießen werden, wie folgt, abgehalten werden:
I. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen).
I. Zu Gießen am 29. März 1879, Vormittags, im Oswald'schen Garten
und zwar um 71/z Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie die zur Disposition des Truppentheils entlassenen Mannschaften der Infanterie und um 83/. Uhr für sämmtliche Reservisten und Dispositions-Urlauberder Speciolwaffen, sowie alle zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aus den Orten : Annerod, Byrkhardsselden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod.
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