brave Leute; sie gewannen sich lieb und sie beschlossen, einander für das Leben anzugehören. Aber sie wußten auch, daß das Staatsgesetz solche Mischehen verbietet, und so lebten sie denn — ungern und mit schwerem Herzen — zunächst in wilver Ehe. Da kamen die frommen Herren der Stadt und drohten ihnen mit Verfolgung wegen Verhöhnung der guten Sitten, und um endlich diesem Zustande der Angst und Gorge ein Ende zu machen, reisten sie nach dem Sitze der Bundesregierung, nach Washington, wo da- beschränkende Gesetz keine Gültigkeit hat, ließen sich dort in aller Form Rechtens trauen und kehrten dann nach ihrer Heimath zurück Hie hatten sich in der Annahme, vaß sie in dieser Weise das Gesetz umgehen könnten, geirrt, und sie haben diesen Jrrthum mit fünfjähriger Zuchthausstrafe zu büßen. Ob es ihnen gelingen wird, vor einem höheren Gerichtshöfe das Urtheil umzustoßen, wiro lediglich davon abbängen, ob sie die Mittel zur Einleitung der kostspieligen Appellation auftrciben können. Einstweilen verbringen sie den „Honigmond'^ im Gefängnisse. So geschehen im Jahre des Heils i«79 in der sehr frommen Stadt Virginia lm Namen der Sittlichkeit und der Moralität, im Lande der Freiheit, der großen amerikanischen Republik!
Eingesandt.
Bei dem großen Interesse, welches hier die Tabakfrage erregt, möge ein Auszug der Rede des Herrn Commerzienrath Gail zur Zeit der Casseler Versammlung, hier einen Platz finden.
„Ich war Mitglied der Commission, die gestern Abend bcrathen hat, konnte jedoch mit meinen Ansichten nicht durchdringen. Ich glaube wir können nur dann einen Erfolg haben, wenn wir in Uebereinstimmung sind mit der großen Masse der
Interessenten, die hier nicht anwesend sind, und diese Uebereinstimmuna ist nur dann zu erreichen, wenn wir die Steuer so niedrig, wie möglich ßeantraam - M?r müssen erwägen, ,b dem Artikel die Steuer zugemuthet werden kann -Ke daß bed Utende Jntereiien verletzt werden. - Diese Interessen sind allerdings unsere Interessen aber wir sind doch auch em Theil des Volkes und zwar ein ganz namhafter Tbeil und tck 6^ube mcht, daß eine Berechtigung besteht, zu sagen: weil wir Geld brauchen gehen so viel bunderttausende Existenzen rücksichtslos Hinwegs (Bravo!) namentlich im vorigen Jahre, als die Camphausen'sche Volläge kam, gegen die Hohe der Steuersätze ausgesprochen. Ich bin damals nicht allein geblieben, zuerst in einer großen Versammlung in Frankfurt hat man sich ehr- W bm gegen den Satz von ^42, weil ich absolut zu hoch halte! Wenn ein solcher Satz angenommen wird so wird
SR1™ nnnltlTnre r^ckation und damit auch der Import von ausländischem und der Bau von inländischem Tabak m enormer Weise beeinträchtigt werden, sondern bei einem solchen Lratze wird auch die Staatsregierung nicht as erreichen, was sie will.
Eine höhere Einnahme kann nur erzielt werden, wenn man sehr niedrige Sätze nimmt und dadurch den Consum möglichst wenig vermindert.
Es ist vorhin gesagt, man solle es vermeiden, eine Spaltung in unserer Versammlung h^vor zu bringen. — Aber eine Spaltung ist nur dann zu vermeiden wenn man sich an die niedrigsten Sätze hält. '
________ Das Tabakstcuer-Comitv.
Aufforderung.
3314) Fritz Flimm in Firma L. Müller in Gießen hat am 21. April 1879 ein aus den Acten zu ersehendes Arrangement abgeschlossen, gegen desien beantragte Bestätigung b s zum 10. Juni d. I. etwaige Ein- trenbungen vorzubrlngen sind, bei Meidung der Nichtberücksichtigung.
Gießen, den 9. Mai 1879. G'vßherzogl. Stadtgericht Gießen.
Langsdorfs, Dr. Gtlmer, Stadtrichter. Stadtger.-Asstfsor.
Oeffentliche Aufforderling.
Heinrich Heibertshaufen und Lessen Ehefrau Katharine, geb. Müller, von Staufenberg hatten unterm 29. April 1874 ein Testament errichtet, worin sie ihre Kinder, darunter auch ihren nach Amerika ausgewanderten Sohn — Kasper Heiberts- hausen — zu Erben einsetzten, jedoch bestimmten, daß ihr Sohn Kasper durch dasjenige, was er bereits aus ihrem Vermögen erhalten, — bezüglich je nes Erbchells sich als beliefert anzusehen habe.
Heinrich Heibertshausen's Ehefrau ist am 18. Januar 1876 gestorben und das fr. Testament ist von allen Erbinteressenten mit Ausnahme des — unbekannt wo? — abwesenden Kasper Heibertshau- se n als rechtsgültig anerkannt worden.
Heinrich Heibertshaufen bk-avstchtigt nunmehr mit Zustimmung seiner übrigen Kinder verschiedene zu dem mütterlichen resp. errungenschaft- lichen Vermögen gehörige Grundstücke zu verkaufen. Es ergeht hiernach an Kasper Heibertshaufen resp. desien Leibes* oder Testamentseiben die Aufforderung, binnen 3 Monaten von heute an gerechnet — das Testament seiner Eltern auf dem Klagwege anzufechten und seine etwaigen Rechte bezüglich der beabsichtigten Güterver- Lußerung zu wahren, als sonst angenommen würde, er erkenne das fr. Testament als gültig an und genehmige di? von seinem Vater beabsichtigte Güterveräußerun^. — Einsichtsnabme der Acten ist gestattet. (1782
Gießen, den 6. März 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen.
Erdmann, Langerma»ln, Landrichter. Landg.-Affeflor.
Lieferung.
Mittwoch den 21 Mai d. I..
Vormittags um 10 Uhr, werden dahier:
16 Centner frische Butter, sowie
10 Centner weiße und
2 Centner schwarze Hammelwolle, zur Lieferung öffentlich versteigert.
Marienschloß, den 11. Mat 1879. Großh. Landeszuchthaus - Direktion.
Scriba. (3301
Weißbiudergefellen u. Handlanger gesucht von (3326
Phil. Schäfer, Brand 207.
Allgemeiner Anzeiger.
Oeffentliche Aufforderung.
3323) Nachdem Friedrich Hummel von Wiefeck, desien Vermögen nach dem aufgenommenen Status um 2652 «X überschuldet ist, mit der Mehrzahl seiner nicht bevorzugten gerichtsbekanntei Gläubiger heute ein Arrangement abgeschlossen,wonach er, unter Bürgschaftsleistung seiner Eh frau, 250/o aller unbevorzugten Forderungen in 4jährl'chen Zielen Martini 1879, 1880, 1881, 1882 sich bereit e klärt hat, so werden nunrmhr alle übrigen dem Gerichte bis jetzt noch unbek nnten Gläubiger cmfgesordert, etwaige Einwendungen gegen besagtes A'r-mgement binnen 4 Wochen an unterzeichnetem Gericht vorzubrigen, widrigenfalls das Arrangement gerichtlich bestätigt und zum Vollzug gebracht werde.
Gießen, 7. Mai 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen.
I. V. d. L.:
Dr. Trapp, Landger.-Assessor.
Brennholstieftrung.
Die Lieferung des für die verschiedenen Unlversitäts - Anstalten für den Winter 1879/80 erforderlichen Brennholzbedarfes mit ca. 240 Nmtr. soll im Ganzen oder in Abtheilungen im Submissionskrege vergeben werden.
Die bezüglichen Bedingungen können in unserem Geschäftszimmer im Uni- versttäts - Kanzleigebäude eingeschen werden, woselbst die Offerten oer- schloffen und mt bezügliche Aufsch ift versehen bis zum 17. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, einzureich-n sind, in welchem Termin deren Eröffnung erfolge > w>rd.
Gießen, den 10 Mai 1879. Großherzogliches Universitätr-Rentamt.
Schmitt. (3262
Holzversteigenmg.
Freitag den 16. d. Mts., Mor ens 8 Uhr, sollen in hiesigem Gemeindewald versteigert werden:
23 Rmtr. Nadel-Scheiter, 159,3 Rm. Nadel-Knüppel, 57,5 Nadel-Stöcke, 5150 Nadel - Wellen, 15 Nadel- Stämme und 1250 Nadel-Stangen (Bohnenstangen).
Anfang und Zusammenkunft im District Mühlberg oberhalb der Ricdö- müble.
Leihgestern, den 13. Mai 1879. Givßh. Bürgermeisterei Leihgest rn.
Heß. (3295
Donnerstag den 29. Mai, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Seilermeisters L. Huhn dahier, als:
Flur Mtr.
V1007 50 Hofraithe in der Wallthor- straße,
VioisVc 1394 Grabgarten in der Zosels- gasse,
25/ep 687 Wiese vor dem Weiher meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 15. April 1879.
Großh. Ortsgericht Gießen.
2531) Müller.
Bekanntmachung.
3332) Verschiedene im Gießener Stadtwald erforderliche Wegbau Ar- beiten unD Lieferungen, als:
vH.
Planirarbeit, veranschl. zu 205 —
Fertigung von Canälen, ver
anschlagt zu 100 —
Chaussirarbeit, veranschl. zu 428 40
Lieferung von Chaussee-
Steinen, veranschl. zu 821 70 sollen
Dienstag den 20. Mai d. I.,
Vormittags 10 Uor, im Ratbhaussaale öffentlich versteigert werden.
Gießen, den 14. Mai 1879.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
A. B r a m m.
Arbeitsversteigerung.
Dienstag den 20. ds. Mts.,
Vormittags 11 Uhr, werden von unterfertigter Bürgermeisterei nachverzeichnete Arbeiten öffentlich in Accord versteigert: 1) Anfahren von Mauer- u.
Unterhaltungssteinen, veranschl zu 279,50 2) Steinschlagen u. Decken, veranschl. zu 350,— 3) diverse Zimmer-, Maurer-, Wnßbwder-, Glaser- und Schlosierarbeiten, veranschl. zu 48,— Lang Gö"s, den 13. Mai 1879. Großh. Bürgermeisterei Lang - Göns. 3333) Brückel.
Donnerstag den 29. Mai,
Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Egydus Ebel dahier, als: Flur Mtr.
V«? 44 Hofraithe in der Kühgafse, 7423 6 Miststätte in der Judenaasse,
V426 .138 Hofraithe in der Kühgaffe meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 15. April 1879.
Großh. Ortsgericht Gießen.
2538)_ _ Mülle r.
Donnerstag den 26. Juni,
Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Friedrich Weber Flur. Mtr.
41,8 659 Hofraithe links der Chaussee meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 27. April 1879.
Großh. Ortsgericht Gießen.
2927) Müller.
Jellgeöotenes.
3320) Große Wiegeklötze, von 4—5* Durchmesser, verkauft Herm. Euler.
Hemden nach Maaß unter Garantie des Gutpassens liefert zu billigen Preisen (2965
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D ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÜ ÄÄ t ÄÄÄÄÄÄÄÄLLÄW | Geschafts Eröffnung. 8:
Einem verehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die 1F- ergebene Anzeige, daß ich Donnerstag den 15. Mai in \ - A meinem Hause dikeustadt Nr. 1£9 eine U
| Ochsen- und 8chweincmetzgerei | M eröffnen werde. Es wird mein Bestreben sein, durch gute W"
Waare und reelle Bedienung meine werthen Abnehmer zu- 6-' tK frieden zu stellen. Hochachtungsvoll
Ä 3299) Karl Burkhardt. |:
Kölnische Hagel-Persicherungs-Gesellschaft.
Gegründet lm Jahre 1858.
Grund-Kapital M. 9,000,000, Reserven M. 1,179,383
Zur Vermittelung von Versicherungen gegen Hagelschlag bei obiger Gesellschaft empfiehlt sich unter Zusicherung prompter Erledigung aller Aufttäge.
Die Agentur der Kölnischen Hagelversicherungs-Gesellschaft.
2561) Theodor Küchler.
Anonyme Artikel in Betreff der Tabaksteuerfrage werden von uns nicht mehr berücksichtigt. — Unser letzter Artikel ist in keiner Weise widerlegt und lassen wir uns durch Bemerkungen, deren Urheber sich zu nennen schämt, nicht abhalten, unser ehrliches Ziel zu verfolgen.
Gießen, im Mai 1879.
Das Tabaksteuer Comite.
3330) Schreiner, Uorsihender.


