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Donnerstag, den 15. Mai

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Nr. 112

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lebhafter Debatte wurde der Antrag des Referenten mit großer Mehrheit a» ge.ommen, jedoch mit dem Zusatze, daß die Reichsregierung ersucht werden möge. Vorkehrungen zu einer wirksameren Beaufsichtigung der Jmpsärzte zu treffen.

Berlin, 12. Mai. Von welch großer Bedeutung für die national­liberale Frakiion die Wahl der Mitglieder in die Tartscommission geworden, gehr daraus hervor, daß zu diesem Behufe heute nicht nur die Wahlcommisston, sondern auch der Vorstand der Fraktion zusammentritt. Die ans.28 Mitglie­dern bestehende Tartscommission wird zusammengesetzt sein aus fünf Deutsch- Conservatioen (nach dem diesmaligen Turnus fällt, dem Abkommen des Senioren Convents gemäß, ein Mitglied mehr auf die Deutsch-Conservativen. als die Nationalliberalen und das Centrum), vier Mitglieder der deutschen Reichspartet (Fieiherr v. Varnbüler, v. Böiticher-Flensburg, Beide Mitglieder der Tarifcon misston, v. Kardorff und Dr. Lucius), je acht Centrumsmännern und Nationalliberalen und drei Fortschrittslruten. Die vereinigten Conserva- tiven und das Centrum verfügen über 17 Stimmen, die Nationalliberalen und der Fortschritt über 11 Stimmen. Die zum Zolltarif eingelausenen Petitionen werden der Tarifcommisston überwiesen werden. Jntereffant dürfte es sein, zu erfahren, daß bis heute an die Mitglieder des Reichstags vom Bureau gegen 80,000 Exemplare von Broschüren und Petitionen, auf die Zoll- und Steueroorlage bezüglich, vertheilt worden sind.

Essen, 10. Mat. Aus der Kruppschen Fabrik fand in der vorigen Woche em kurzes Probeschießen mit einer neuen 40 ern-Kanone statt, welche auf der Fabrik herg,stellt worden ist. ES wurden nur drei Schüffe abgegeben, die mit furchtbarem Knall über die Stadt hinwegdröhnten. Man kann sich von der Größe des Geschützes eine ungefähre Vorstellung machen, wenn man bedenkt, daß jeder Schuß 220 Kilo oder 440 Psund prismatisches Pulver erfordert, und daß das Geschoß das hübsche Gewicht von 20 Centnern hat. Auf dem im Monat Juni cr. auf dem Schießstande von Meppen projectlrten Probeschießen wird die Firma Krupp unter anderen auch diese Riesenkanone vorführen.

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Erhebung genehmigt sind.

Sehr häufig mußte bet Revision der vorigen Voranschläge bemerkt werden, daß der bei der Berathung anwesend gewesene Beigeordnete den Zahlen-Voranschlag an der betr. Stelle nicht unterschrieben hatte. Wir verweisen Sie in dieser Hinsicht auf § 10 der bereits angeführten Instruction und erwarten, daß diese Bestimmung künftig genau befolgt wird.

Bei Berechnung der Holzpreise ist der tn B tlage Nr. 24 zum Regierungsblatt für 1878 (Seite 170) erschienene Holzpreis - Tarif für die Domanialwaldungen mit der Maßgabe in Anwendung zu bringen, daß immer die Sätze der zunächst gelegenen Oberforstereten zu Grunde zu

Soll in einer Gemeinde mit Emwohnern verschiedener Confessionen die allgemeine evang. Kirchensteuer nickt ausgeschlagen, vielmehr auS den übrigen Einnahmen bestritten werden, so ist doch die Rub.ik 60 im Erläuterungsheste mit Angabe des Sachverhaltes vorzutragen.

6) Bezüglich der Zuziehung des Vertreters der Forensen beme ken wir Jdnen, daß da, wo ein gewählter Vertreter der Forensen nicht vorhanden rst, der höckstbesteuerte Forense, der die Bedingungen der Wählbarkeit in sich vereinigt, an seine Stelle tritt, dass aber eine Stellvertretung de- Vertreters der Forensen bet den Verhandlungen des Gemeinderalhs, zu denen er gesetzlich zuzuziehen ift nicht zulässig erscheint.

Schließlich verweisen wir Sie noch aus unser Ausschretben vom 15. Februar d. I. Anzeiger Nr. 43 die Unterhaltung der Vietnalwege betr. empfehlen Ihnen, in den Voranschlägen die zur ordnungsmäßigen Unterhaltung der Wege erforderlichen Mittel vorzusehen.

Dr. Boekmann.

Voranschläge durch Wartboten bei Ihnen abholen zu lasten.

Zur besonderen Beachtung bei Ausstellung der Voranschläge empfehlen wir Ihnen noch das Folgende:

1) In die Besoldungsverzeichniste Beilage 6 find nunmehr die Lehrerbesoldungen nach den Ihnen zugegangenen Besoldungsnoten unter Beachtung der Ihnen gleichfalls mitgethetlten Entschließungen Großh. Ministeriums des Innern genau aufzumhmen.

Wenn in einer Gemeinde auch auf den Eingang von Emzugsgeld nicht gerechnet und ein Betrag nicht in Einnahme vorgesehen werden kann, so ist im Erläuterungsbeft doch stets, unter Angabe der Munsterial-Verfügung mit Datum und Nummer, vorzutragen, welche einzelne Sätze zur

Deutschland.

Berlin, 11. Mai. Die Hauptlinie des großen deutschen strategischen Eisenbahi.-N.tzes von Eydtkuhven bis Metz ist fertig, wenn auch vorerst nur vermittelst eines pr ovi onsch durch die Lahnbahn gewährten Zwischengliedes. Das unterirdische deutsche Telegr. phennetz soll in seinen beiden Hauptdiago­nalen von Königsberg nach Straßburg und von Hamburg nach Ratibor, wie in seinen beiden großen Verbindungskabeln von Straßburg über Köln nach Hamburg inb von Ratibor nach Königsberg, und endlich noch in dem fünften süddeutschen Kabel binnen anderthalb Jahren ebenfalls ferttggestellt werden. Die erwähnte Eisenbahnlinie ist durchgehends zweigleisig angelegt, womit auch bet Kriegsfall die Mi'benutzung dwch den Privatwrkehr stchergestellt erscheint. Welche gleichartige durckgeheude strategische Bahnen noch gebaut werden sollen, entzieht sich vorerst noch der Beurtbeilung. Vor einigen Jahren wurde namentlich noch eine derartige Hauptlinie von Wilhelmshaven occr Emden die deutsche Nord- und Ostseeküste entlang b s Memel, und eine dritte nach Süddeutschland aerichtete derartige Hauptbahn als m Aussicht genommen be­zeichnet. Zur Zeit stellt sich nach der jüngst auggegebenen neuen deutschen Bahnkarte des Retchs-Eisenbabnamts tie Ausdehnung des deutschen Els.nbahn- Netzes einsä l--ich 975,87 km nickt für den öffentlichen Verkehr bestimmter Bahnen, auf 32.604,14 km, darunter 9,576 87 km doppelgleisige Bahnen; 15 623 35 km sind davon StaatSb hnen, 4,155,40 km unter Staatsverwal- tuna stehende Privatbahnen, 11,849,07 km Privatbahnen.

Berlin, 11 Mai. In der Petitionscowm.sston des Reichstages fand dieser Tage eine Berathung über die Aufhebrn g des gesetzlichen Impfzwanges statt welche von den Centrumsmiigliedern lebhaft befürwortet wurde. Der Regier.-Comm'siär. Geh. Rath Finkelnburg, berichtete über den thatsächlichen Verlauf der angesckuld gien jüngsten Jmpfungssäüe, namenrlich über die Vor­fälle in Grabnick Regierungsbezirk Gumbinnen, wo im Juli v. Js. von den an einem Tage geimpften Kindern 56 erkrankten und 5 starben. Die Ursache dieses VorkowM'iffeS habe nachweislich tn einem sehr fehlerhaften und regel­widrigen Verfahren deS betr. Jmpsarztes gelegen, und dürfe daher nicht dem Jmvfgesetze zum Vorwürfe dienen. Uebertmpsung von Syphilis sand dort nicht statt' ein Theil der Kinder starb an Scharlach, andere an fauliger Blutver­giftung durch Impfung mit unreiner Lymphe. Zur allgemeinen Einführung der Thierlymphe fehlten bis jetzt noch die genügenden Vorbedingungen; ob und wie solche herstellbar sei, werde augenblicklich vom Reichsgesundheitsamte geprüft jedenfalls würde dabei der Kostenpunkt eine Hauptrolle spielen. Bon Seiten einzelner Commisstonsmitglieder wurde die neuerlich zu große Ausdehnung der Jmpsbezirke beklagt und der Wunsch ausgesprochen, jeden Armenarzt mit den Impfungen in seinem Districte zu betrauen. Nach langer

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Hesterreich.

Wie», 12. Mat. Meldung derPoUt. Lorresp." aus Ragusa. Die Uebernahme von Spizza ist gestern in feierlicher Weise erfolgt. Die öster­reichischen Truppen rückten unbehindert ein. In Suttomore wurden die öster­reichischen Behörden von einem Abgesandten des Fürsten von Montenegro im Auftrage des Letzteren begrüßt. Der Vertreter Montenegros forderte das versammelte Volk in einer Ansprache zur Treue für den neuen Herrscher <ms. Sodann wurde zur formellen Uebergabe geschritten, dir von Zivio-Rufen

Gießen, am 10. Mai 1879.

Betreffend: Die Vorarrschläge der Gemeinden dis Kreises Gießen für 1880.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an -re Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Gemäß § 3 der Instruction für Aufstellung und Revision der Voranschläge haben Sie im Monat Juni d. I. die Voranschläge für 1880 zu ent­werfen und nachdem der Entwurf 8 Tage lang zur Einsicht eines jeden Betheiligtrn in Ihrem Geschäftslocal offen gelegen hat, dem Gemeinderath zur Beschlußfaffurg zu unterbreiten. Nach der Berathung des Voranschlags durch den Gemeinderath hat eine nochmalige 8tägige Offenlegung stattzufinden und hiernach ist d.r Voranschlag längstens bis zum 18. August d. I. in duplo an uns einzusenden.

Wie wir Ihnen bereits im vorigen Jahr bemerkt, müssen wir erwarten, daß dieser Termin streng etngehalten wird, indem wir sonst genothtgt sind,

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