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mit einem anderen Manne beim Branntwein in Streit wahrhaft bestialischer Weise um's Leben gebracht. Man zerbrochen, dann ihm der Unterleib zertreten worden sei. geht noch einige Schrttte fort, erhält dann noch einen

Afghanistans bestiegen. Die afghanische Gesandtschaft erhielt aus K bul die Nachricht, daß zwei englische Bataillone abseits Khurum durch den Gel scha- Stamm geschlagen seien, ihre ganze Bagage verloren und sich gestüchrel hätten. Die Garnison der Festung Lagma, 24 Werst von Jellalabad, fei von den Einwohnern überfallen worden, welche Alles zerstörten und raubten; der Com- mandant sei gefesselt nach Kabul zu Jakub Khan gesendet worden. Die Panik der Engländer sei laut Aussage der Afghanen groß, die Lage sehr schwierig. Die afghanischen Truppen hielten am 28. gebt, in Mazarichertf Todtengebete für den verstorbenen Emir und beglückwünschten des neuen Emirs Bruder. Die afghanische Gesandtschaft ist heute von Taschkent abgererst in Begleitung der russischen Beamten Melevmsky und Jbrahimoff, welche dieselbe bis zum Amu-Darja begleiten.

Lin junger Mann Namens Blau war gerathen und wurde von Letzterem in erzählt sich, daß ihm der Rückenwirbel

Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 16. bis 22. März besorgt Pfarrer Schlosser.

Petersburg, 13. März. General Graf Loris - Meltkoff meldet aus Astrachan vom 10. d.: Es sind keine Epidemiekranken vorhanden. Nachdem es von Specialitäten als nothwendig erkannt worden, die Bewohner uon Wel- lianka einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, bevor die Aufhebung der Quarantäne erfolge, hat Prof. Dr. Etchwald gestern den dritten Thnl der gesammten dortigen Bevölkerung besichtigt und Nichts Verdächtiges beobachtet. Die Besichtigung wird heute fortgesetzt und dürfte in tret Tagen beendet fein. Auch in Prtschib und Nikolskoje wird eine ärztliche Besichtigung der Einwoh­ner vorgenommen. Der Eisgang in der Wolga hat begonnen.

London, 13. März. DieTimes" bestätigt, daß England und Frankreich keine Commtffäre zur Ordnung der türkischen Finanzen ernennen werden. Ueberbaupt geschehe Nichts zur Ordnung der türk schen Finanzen, so lange die Pforte nicht eine angemeffene Controle einräume.

Berlin, 13. März. DerReichsanzeiger" schreibt: Durch ver­schiedene Zeitungen ist die Nachricht verbreitet, im hnsigen Hausvogtei-G.fängniß sei eine Flecktyphus-Epidemie ausgebrochen. Bon kompetenter Sette gebt uns als Berichtigung jener Nachricht die Angabe zu, daß allerdings brei tn das Kreis- Gerichtsgefängniß am Hausvogteiplatz eingebrachte Landstreicher, welche wegen Erkrankung in die Charite übergeführt waren, von dort kurze Zett nach ihrer Aufnahme in das Baracken-Lazareth zu Moabit verbracht werden mußten, weil bei zweien Fleckentyphus und beim dritten Typhus recurrens ausgebrochen war. Dagegen hat sich bikher noch bei keinem Gefangenen, so lange er sich im Hausvogtei-Gefängnisse befand, Flecktyphus gezeigt. Alle Vorsichtsmaßregeln zur Desinfection der Räume, worin die gedachten Gefangenen sich aufgehalten, und die Absperrung derjenigen Gefangenen, mit welchen sie in Berührung

Gingesandt.

Wohl den wenigsten Einwohnern Gießen's dürfte es genügend bekannt sein, zu welchem Kunstgenuß währeno der letzten Tage oahier Gelegenheit geboten war und bis zum nächsten Sonnabend den 15. d. Mts. noch geboten ist.

Wir meinen das tn der RestaurationLahnstein" dahier ausgestellte naturwissenschaftlich- zoologische Museum des Herrn H. Förster.

Niemand wird das niedrige Eintrittsgeld 30 gereuen, denn Jedem, der sich für Naturkunde, Zoologie und Industrie interessirt, wird dort des Schönen Vieles geboten, ja sogar der Numismatiker und Siegelsammler kann seine Kenntnisse und für rntspr. Geld et)ent. auch seine Sammlungen erweitern.

Als besonders tn die Augen fallend erwähnen wir nur die unübertrefflichen Corallen- Polypen und Muschelsammlungen tn Hunverten von Exemplaren, die seltenen Exemplare von Seekrebsen aller Art, die abenteuerlichsten Fischgestalten, wie sie kaum bis jetzt in AbbUdungen ober Imitationen geboten wurden, die musterhaft angelegten Schmetterlings- und Käfersamm­lungen mit Den glänzendsten Exemplaren der Tropen, die reizende Kolibricollektion, die Früchte und Produkten, die Waffen und Geräthesammlungen.

Vor allem aber machen wir noch auf die Vorstellung des acclimatistrten, nicht abfärben­den Afrikaners Jean Harres aufmerksam, der das fast Abschreckende seiner Race und Tracht durch eine taktvolle Liebenswürdigkeit ausgleicht und den Zuschauer sofort für sich einnimmt.

Es Ist ein Wilder, der Europens übertünchte Höflichkeit kennt und zu seinem Vortheil auszunutzen weiß. Doch genug der Worte möge Niemand Samstag, den letzten Tag der Ausstellung, unbenutzt vorübergehen lassen. R.

Vermischtes.

E i n kleiner Roman hat sich in der Rächt vom Sonnabend auf Sonntag in Mainz abgespielt. Von dort wird darüber Folgendes berichtet: An dem fraglichen Abend er­schien Plötzlich auf unserm Polizeiamt eine hohe militärische Persönlichkeit aus einer großen norddeutschen Stadt, deren Name zur Sache selbst nichts thut, und ersuchte die Behörde, ihm zur Wiedererlangung seines ihm vor 2 Jahren von seiner eigenen Gattin entführten Töchterchens behülflich zu sein. Die Gattin des Officlers befand sich vor ungefähr 2 Jahren mit ihrem Töchterchen tn einem Badeort; dort lernte die Dame einen jüngeren Officier kennen, und diesem schloß sie sich an ohne daß sie jedoch ihre Tochter von sich ließ Die Untreue der Gattin schmerzte den Officier lange nicht so sehr als der Verlust seines einzigen Kindes, das er trotz aller Mühe nicht zurück erhalten konnte. Verflossene Woche erfuhr nun der Officier, daß sich sein Kino und seine Frau in Mainz befänden. Mit dem nächsten Schnellzug eilte er hierher, legitimirte sich durch von höchster Stelle ausgestellte Papiere als der Vater des ihm entführten Kindes und erbat sich für die Wiedererlangung desselben den Schutz der Polizei. Den sofort angestellten Bemühungen derselben gelang es alsbald, sowohl die Dame als auch das Mädchen, wenn auch unter anderm Namen, in einem unserer ersten Hotels aufzufinden. Die Behörde entwarf sofort ihren Feldzugsplan, und theils mit List, theils mit Gewalt wurde das Kind der Frau Entführt unb seinem rechtmäßigen Vater zugeführt. Noch in der Nacht reiste die hohe Persönlichkeit mit seinem Schatz von hier ab.

Gladenbach, 9. März. In dem benachbarten Hartenrod ist in der Nacht vom 2. auf den 3. März ein scheußliches Verbrechen verübt worden. ' ~~ " '

Kirchliche Anzeigen

der evangelischenSemeinde suSießen.

Gottesdienst:

Sonntag den 16. März: Morgens: Pfarrer Schlosser. Nachmittags: Pfarrvlcar Schöner.

PassionSgotteSdtenst in der Hospitalkirche.

Mittwoch den 19. März: Abends 6 Uhr: Pfarrvicar Schöner.

Gottesdienst zur Feier dcS Geburtstags Sr. Majestät deS Kaisers.

Samstag den 2 2. März: Pfarrer Schlosser.

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gekommen, sind sofort a geordnet. Neben theilweiser Evacuirung ist auch die Zulassung von neuen G fangenen in das Hausoogtel-Gefängniß bi- auf Weiteres tnhibtrt. Nene Bedenken erregende Kra betten sind nicht vorzekorimen.

Bukarest, 13. März. L-ämmtiiche russische Truppen, welche noch tu Rumänien cantoumren, erhielten Befehl, in den allernächsten Tagen nach Ruß­land abzumarschiren.

Pesth, 13. März. Abends. Em kaiserliches Handschreiben sagt, daß der Kaiser Angesichts der Überschwemmungs-Katastrophe von seinem Vorhaben, anläßlich seiner silbernen Hochzeltsfeier zur Entgegennahme der Glückwünsche nach Pesth zu kommen, absehe und wünsche, daß in dieser Beziehung beabstch- kigte Ausladen reichlichst den Nothleidenken zugewendet werden. Der Kaiser spe det außer den früheren Bet'ägen noch in seinem und der Kaiserin Namen 40,000 st. aus seiner Privatkasse. In Szegedin dauern die Rettungsarbei- ten ununterbrochen fort. Auch bezüglich anderer Theißstädte wird Ueber- schwemmung befürchtet.

Berlin, 13. März. Reichstag. Die internationale Convention betr. Maßregeln gegen die Verbreitung der Reblaus wird nach unerheblicher Debatte in erster und zweiter Lesung genehmigt. Nach Erledigung von Wahlangelegenhelten und verschiedener Petitionen wird die Berathung des Reicbshaushaltsetats beim Etat der Marineverwaltung fortgesetzt. Richter (Hagen) weist darauf hin, daß man bedeutend mehr Matrosen zum Marinedienst heranziehe, als im Flottengründungsplan vorgesehen sei. Der Marine-Etat wird darauf genehmigt. Beim Erat der Reichsjustizverwaltung beklagt Winterer die thcilweise Verweigerung des Gebrauchs der französischen Sprache in Elsaß-Lothringen. Staatssecretär Friedberg sagt Abhülfe zu, soweit solche thunlich Der betreffende Etat wird ohne weitere Debatte genehmigt und nach unerheblicher Debatte auch der Etat des Reichsschatzamts.

Beim Etat des Reichs-Eisenbahnamtes erörterte Richter (Hagen) daS Project der ein­heitlichen Regelung der Eisenbahntarife; er stehe demselben nicht principiell entgegen, aber es komme auf den Inhalt an; solle das Project die Verwirklichung des Reichs-Eisenbahn Projektes anbahnen, so würde er dasselbe ganz entschieden verwerfen. Der Vergleich mit dem Postwesen treffe durchaus nicht zu. Die gegen die Privatbahnen erhobenen Vorwürfe seien ungerecht; von Ausbeutung des Publikums könne keine Rede sein. Es würde ein großer Fehler sein, die Tarife durch die Gesetzgebung zu fixiren- Die ganze Volkswirthschaft sei in beständiger'Be­wegung ; durch die Vixirung würden also die Tarife in verschiedenen Zeiten ganz verschiedene Bedeutung gewinnen und eine fortlaufende Ermäßigung der Tarife gehemmt werden. Das Bestreben, den ganzen Verkehr auf den kürzesten Linien zusammenzudrängen, sei ein völlig ver­kehrtes. Bundescommissar Körte hält die Ausführungen Richters für durchaus verfrüht, da es sich um eine Vorlage handele, welche noch nicht in die Oeffentlichkeit gelangt, auch nicht dafür bestimmt sei. Der Reichskanzler habe allerdings beim Bundesrathe beantragt, daß ein Gesetzentwurf wegen Regelung des Gütertarifwesens ausgearbeitet werde, der Antrag habe in- deß der Beschlußfassung noch nicht unterlegen- Ferner habe eine Conferenz der Staaten mit Staatsbahnbesitz stattgefunden, über deren Beschlüffe er nur so viel mittheilen wolle, daß sie den Ausführungen Richter's hinsichtlich der Nothwendigkeit, Zweckmäßigkeit und Durchführbar­keit der einheitlichen Regelung des Tarifwesens diametral entgegengesetzt seien Der bezügliche Antrag des Reichskanzlers sei aus den schweren Mißständen auf Dem Gebiete des Gütertarif­wesens hervorgegangen und im Interesse des Nationalwohls gestellt. Mirbach spricht gegen Richter s Ausführungen, speclell gegen Differentialtarife. Günther (Sachsen) schließt sich den Darlegungen des Vorredners an. v. Kardorff wendet sich gleichfalls gegen Richter. An der­weiteren Debatte beteiligen sich noch Graf Stolberg, Windthorst und Rickert Der Etat des Reichs-Eisenbahnamts wird sodann genehmigt. Bei dem Etat des Reichskanzleramts für Elsaß Lothringen führt Winterer Klage über die Zunahme der Verbrechen der Unsittlichkeit und Trunksüchten Elsaß-Lothrlngen, wofür er die Polizei mit verantwortlich machen will. Unter; staatssecretär Herzog wies die Grundlosigkeit des erhobenen Vorwurfs nach. Der Etat wurde genehmigt, ebenso ohne Debatte der Etat des Rechnungshofes und nach kurzer Debatte auch der Etat des allgemeinen Pensionsfonds. Auf eine Anfrage Bcrmuths wegen Vorlegung Gesetzentwurfes, betreffend die Unterstützung der Hinterbliebenen von Reichsbeamten, erklärt Minister Hofmann, die Regierung beschleunige die bezüglichen Arbeiten. Die Vorlegung Entwurfs stehe für die nächste Session in Aussicht.

Nächste Sitzung Sonnabend 12 Uhr.

Pesth, 13. März. Aus Szegedin wird von zunehmendem Elend meldet. Da die Rettungsschiffe vielfach auf Trümmer stoßen, so wird Rettung oft unmöglich gemacht. Die Fluth ist noch fortwährend im Steigen; die gegenwärtig noch 600 Quadrat-Meter betragende wasserfreie Fläche wird immer kleiner. In Folge Umkippens eines Rettungsbootes sind 7 Frauen er­trunken. Bei Eintritt der Katastrophe ertranken .15 Honveds und 20 Sol­daten., Die Staatsbahn beförderte gestern unentgeltlich 10,000 Menschen. Es wüthet ein heftiger Sturm. Die Ueberschwemmungßfluth ist 2 Fuß höher als oas Niveau der Theiß Im Unterhause brachte die Regierung eine Vorlage wegen eines Moratoriums für Szegedin ein.

Tirnowa, 12. März. Der türkische Aufstand tn Osmanbazar ist unrerdrückt.

In Tovesangst habe er sich aufgerafft, . . , , Schlag über den Kopf, der ihn tobt

niederstreckte; es sollen außerDem noch mehrere Personen, welche sich an der in Folge des er­wähnten Streites entstandenen allgemeinen Rauferei betheiligten, durch Messerstiche schwer ver­wundet darniederliegen.

Vrischbäcker in Gießen.

Sonntag den 16. März. Eduard Noll, Neustadt. Karl Steinberger, Löwengasse. Heinrich Faß, am Kreuz.

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Vormittags unter dem Rech daß die zurückblei gläubiger Hinsicht al- dem Bescklu erschienenen beitre Marburg, am ^öchl. Amtsge 1522) Die§ bau einer Kirche liien Mauerfte 3660 Ä 90 H Mrd vergeben Offerten sind

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Türkei.

Tirnowa, 11. März. Türkische Einwohner aus Dartes im District von Osmanbazar griffen Kosaken an und tödteten mehrere. Die Ruffen haben Truppen und Artillerie nach dem genannten District abgesandt, um die Ruhe wieder herzustellen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner- telegr. Eorrespondenz- Bureau.

Berlin, 13. März. Se. Majestät der Kaiser hat gut geschlafen, im Uebrigen ist sein Befinden unverändert. Der Kaiser empfing heute Vormittag den aus Petersburg eingelroffenen Militär-Bevollmächtigten General v. Werder und consertrte mit dem Kriegsmintster v. Kamecke. Zur heutigen Sotröe sind auch die Botschafter geladen.

Eingesandt.

Auf olle Diejenigen, welche am vergangenen Sonntage die in Wenzel's Saalbau vom GesangvereinSängerkranz" aufgeführte komische OperKönitz Wullrisching und sein Hof" sahen, wird es einen angenehmen Eindruck machen, zu Horen, daß derselbe diese gelungene Oper Mittwoch den 19. März nochmals zur Aufführung bringt. (Die drei Löwen können nicht länger mehr hier gehalten werden wegen Mangel an passendem Futter, auch hat Fräulein Pulrianda ein Engagement an einer bedeutenden auswärtigen Bühne angenommen, so daß die Oper bereits an diesem Tage aufgeführt werden muß.) Abgesehen, daß jeder Be- sucker sich sagen wirb,diese Oper kann man mehreremale hören," muß man es lobend erwähnen, daß der Ertrag dieser Vorstellung einer Alicen - Stiftung und einigen hiesigen bedrängten Familien gegeben werden soll und wünschen wir genanntem Verein für besagten edlen Zweck ein recht volles Haus. ------- .. .... - l

Stimme aus dem Publikum.

Um vielfachen Aufforderungen und Wünschen des Publikums zu entsprechen, sieht sich Einsender dss. veranlaßt, hiermit öffentlich an Herrn Director Alberti die Bitte zu richten, er möchte doch jetzt endlich an die verheißene Aufführung des in Darmstädter Mundart abge­faßten LustspielsDatterich" denken. Den Gießenern würve dadurch der längst ersehnte Genuß einer äußerst humoristischen Theatervorstellung bereitet werden. X.

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