mtgretl vom wencyr auszusoroern stnv. llnrervrecyungen treten ferner ein, wenn eine Partei in ConcurS geräth, bis der Concursverwalter eintritt; — wenn eine Partei die Proceßfähigkeit verliert, bis ein Vertreter beschafft ist; — wenn ein Anwalt stirbt, bis ein neuer bestellt ist; auch wenn eine Partei in Kriegszeiten sich im Militärdienste befindet. Auch die Thätigkeit eines Gerichts kann aufhören (z. B. im Kriege); dann bleibt das Verfahren ausgesetzt. Die Unterbrechung des Verfahrens bewirkt, daß alle Proceßhandlungen ohne rechtliche Wirkung sind, und jeder Fristenlauf aushöri. Die Fristen beginnen nach Beendigung der Unterbrechung von Neuem. Natürlich können auch Parteien sich einigen, daß das Verfahren ruhen soll Q. B. Zwecks gütlicher Einigung).
Deutschland.
m. Darmstadt, 15. October. Der Abgeordnete Freiherr v- Nordeck zur Rabenau hat untcrm 8. d. M- bei dem Bureau der zweiten Kammer den Antrag übergeben: Die Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, 1 ein; sehende Untersuchung darüber anzustellen, inwieweit der Bau von localen Secun- oär-Eisenbahnen geeignet sei, die Rentabilität der vorhandenen Eisenbahnen zu heben, den Absatz landwirthschaftlicher Erzeugnisse, sonstiger Rohproducte und Fabrikate, sowie den Verkehr überhaupt zu erleichtern; 2. ferner dem Landtage sobald als möglich Vorlage auch darüber zu machen, inwieweit die Erbauung solcher secundären Localbahnen durch Maßregeln der Gesetzgebung und Verwaltung, beziehungsweise durch Staats-, Provinzial-, Kreis- und Gemeindebeihülfe zu unterstützen sein würde.
Der Antrag wurde dem vierten Ausschuß zur Berichterstattung überwiesen.
— Der Vorsitzende des von der zweiten Kammer zur Vorberathung des von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurfes, die allgemeine Bauordnung betreffend, gewählten besonderen Ausschusses, Herr Provinzialdirector Küchler, hat auf Mittwoch den 15. ds. M. eine Sitzung im Sitzungszimmer der Prooinzialdirection anberaumt, zu welcher, außer den Mitgliedern des Ausschusses und der Regierung, eine Anzahl hervorragender Techniker eingeladen sind.
AuS dem Großherzogthum Hessen wird der „tföln. Ztg." ge- schrieben: Die Abtretung deö hessischen Drittelbesitzes an der Maiu-Weser- Bahn ist in einem zwischen der preußischen Regierung und dem hessischen Ministerium schon im vergangenen Jahre verabredeten Vertrag den Landstäuden gegenwärtig zur verfassungsmäßigen Behandlung vorgelegt worden. Der Ausschuß der zweiten Kammer hat sich über die Angelegenheit schlüssig gemacht und ist in seiner Mehrheit gegen die Abtretung; ein Mehrheits- und ein Minderheits-Bericht wird der Kammer die Gründe der Stellung der Mitglieder zu der Frage vorlegen. Der Zusammentritt der Kammer, welche sich, da weder der erste, noch der zweite Vorsitzende bei den in Folge Beförderung nöthig gewordenen Neuwahlen wieder gewählt wurden, neu zu construiren hat, wird Mitte dieses Monats erfolgen und die Angelegenheit eine der ersten ihrer Verhandlungen sein. Seit dem Friedensvertrag von 1866 steht die Bahn vollständig unter preußischer Verwaltung. Einschließlich der jüngsten Verwilligungen zu dem Baukapital beträgt der hessische Aniheil an derselben gegenwärtig etwa 17,450,000 Mk., wogegen Preußen 171/4 Mill. Mk. bietet. Die Betriebsrente tst von Jahr zu Jahr gesunken von 5,75 auf 3,78 pCt. und es ist bei der fortschreitenden Ausbildung des preußischen Staatsbahnsystems eine Besserung dieser Lage nicht zu erwarten. Die Regierung drängt daher auf die zustimmende Erledigung der Angelegenheit, namentlich vom finanziellen Standpunkt. Es fehlt dagegen nicht an Versuchen, die ganze Angelegenheit mehr vom politischen Standpunkt zu behandeln. Ob die Lage der Dinge nach dieser Seite hin wirklich im Falle der Nichtgenehmigung des Vertrages eine den Wünschen und Hoffnungen der Gegner der Abtretung entsprechende bleiben würde, ist nun allerdings fraglich, weniger, daß jener Uebergang des hessischen Besitzes an Preußen doch nur eine Frage kurzer Zbit ist- *
Berlin, 10. Octbr. Der Generalpostmeister hat betreffs Stempelung der Briefe unterm 5. d. Mts. folgende Verfügung erlassen:
Aus den Kreisen des Publikums, sowie insbesondere auch von Reichs-, bezw. Staatsbehörden sind mir in letzter Zeit wiederholt Klagen über Undeut- lichkeit der Stempelabdrücke auf den Postsendungen zugegangen. Namentlich wird es, ungeachtet der häufig ergangenen Aufforderungen, immer wieder unterlassen, dle frankirten Briefe u. s. w. noch mit einem zweiten Abdruck des Aufgabestempels zu versehen, wenn aus dem ersten, zur Entwerthung der Freimarken dienenden Stempelabdruck der Aufgabeort, sowie der Tag und die Stunde der Einlieferung nicht mit völliger Deutlichkeit erkannt werden können. Ich mache daher den Postanstalten die sorgsamste Wahrnehmung des Stempelgeschäfts von Neuem dringend zur Pflicht. Die Herren Vorsteher der Verkehrsanstalten, sowie die Herren Aufstchtsbeamten haben diesem Dienstzweige fortwährend die eingehendste Beachtung zu widmen und die untergebenen Beamten und Unterbeamten auf die Wichtigkeit der deutlichen Stempelung noch besonders hinzuweisen. Bei sorgloser Wahrnehmung des Stempelgeschäfts sind die Schuldigen sofort zur Verantwortung zu ziehen und erforderlichen Falls durch Strafen zur Erfüllung ihrer Pflichten anzuhalten.
Laut Verfügung vom 29. v. Mts. sind die mittelst des Hektographen hergestellten Schriftstücke im Verkehr des Weltpostvereins ebensowenig wie im inneren deutschen Verkehr zur Beförderung gegen die ermäßigte Drucksachen- Taxe zulässig, da die im Wege des Durchdrucks erzielten Abdrücke oder Abzüge nicht als Drucksachen gelten, auf welche die ermäßigte Taxe Anwendung findet und die durch den Hektographen hergestellten Schriftabzüge den mittelst Durchdrucks angewandten gleichgeachtet werden müssen. Die vom Auslande eingehenden Streifbandsendungen in Rede sind, sobald sie nach ermäßigter Taxe frankirt, nicht weiter zu befördern und nach dem Aufgabe-Orte zurückzusenden.
— Die hiesige jüdische Altersversorgungs-Anstalt feierte am 6. ds. ihr 50jährigeS Bestehen, bet welchem festlichen Anlasse ihrem Vorstande folgendes huldvolle Schreiben der Kaiserin zuging: „Ich freue Mich, zu dem 50jähri- gen Bestehen einer Anstalt Glück wünschen zu können, deren Werth Ich durch persönliche Kenntniß schätze und die berufen ist, auch in fernem Zeiten fegens- reich für die Mitbürger Berlins zu wirken. Ich übersende der Anstalt beifolgend das Bild des Kaisers. Baden-Baden, 3. Oct. 1879. (ger.) Augusta." Die Kaiserin hatte vor zwei Jahren der Anstalt einen längeren Besuch abgestattet und sich dabei von den Einrichtungen auf das Genaueste unterrichtet. Die Stadt Berlin errichtet bekanntlich zum Andenken an die Goldene Hochzeit des Kaiserpaares eine Altersver,orgungs-Anstalt, zu welcher der Grundstein am 22. März k. Js., dem Geburtsfeste des Kaisers, gelegt werden soll. — Berlins Stadtbehörden haben der im nächsten Jahre zu eröffnenden neuen städtischen Realschule den Namen Falk-Realschule zur dauernden Erinnerung an den vorigen Unterrichtsminister beigelegt.
T)er „Nordd. Allg. Ztg." zufolge beginnen dem- nächst im Reichsiustizamt commissansche Berathungen über den Vertrag mir Oesterreich-Ungarn wegen Regelung der gegenwärtigen Rechtshülfe in bürgerlichen Rechtsstreitigkeilen. Die österreichisch-ungarischen Delegirten Harraffavin und Zaden sind bereits hier emgetroffen.
Nürnberg, 11. Octbr. Der „Fränk. Kourier" meldet: Das baue- rische Gewerbemuseum bereuet eine Landesmdustrie-, Gewerbe- und Kunst. Ausstellung in Nürnberg für das Jahr 1882 vor. Die Staatsregieruna werde dieselbe unterstützen.
Hesterreich.
Wien, 11. Octbr. Die Herzogin von Cumberland wurde heute in Gmunden von einer Tochter entbunden.
Prag, 11. Octbr. Die „Politik" erklärt bei Besprechung der Rechts- Verwahrung der czechtschen Abgeordneten: dieser -Standpunkt der böhmischen Volksvertreter verlangt keineswegs eine unmittelbare praktische Geltendmachung wodurch der Reichsrath ein ausschließlicher Kampfplatz für rechtshistoriscke Fragen würde. Die böhmischen Abgeordneten sind sich bewußt, daß der Staat noch andere, zumal materielle Interessen hat, und werden diesen Ansprüchen nach besten Kräften gerecht werden.
England.
London, 11. Octbr. „Times" meldet aus dem Lager vor Kabul vom 7. d.: Drei Regimenter aus Kohistan, vereinigt mit den Ueberresten anderer Regimenter und vielen Einwohnern, stehen der britischen Abteilung unter Baker in einer stark verschanzten Stellung auf den Anhöhen westlich von Kabul gegenüber. Am Nachmittag wurde das Gefecht durch gegenseitiges Artilleriefeuer eingeleitet. Der Sonnenuntergang verhinderte den Angriff der Infanterie. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde starkes Gewehrfeuer gehört. — „Standard" meldet aus Benhissar vom 8. d., Abends: Die Afghanen räumten Balahissar und werden voraussichtlich keinen weiteren Widerstand leisten. Der friedliche Einzug in Kabul soll angeblich unverzüglich stattfinden.
— Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Simla von heute: Die Truppenabtheilung unter General Gough soll sich bis zum 13. d. bei Jella- ladad concentriren. Oberst Jenkins soll nach Gundamuk vorrücken, um die Verbindung mit General Roberts herzustellen. Die bisherigen Transport- schwierigkeiten sind überwunden; die einzelnen Abtheilungen rücken zur Unter- stützung von Roberts vor.
Italien.
Pegli, 11. Octbr. Der Kronprinz des deutschen Reichs und die kronprinzliche Familie sind heute Nachmittag mittelst des königlichen Expreßzuges hier eingetroffen.
Rumänien.
Bukarest, 11. Octbr. Kammersitzung. Jonescu bekämpfte den Regie- rungs.Entwurf in Betreff der Verfaflungs'Revision, erklärte sich jedoch mit der Naturalisirung aller Israeliten, welche in der Armee gedient haben, einverstanden.
Amerika.
New-Aork, 11. Octbr. Bei einem Zusammenstöße auf der Michi- gan-Elsenbahn kamen 25 Personen ums Leben und 40 wurden verwundet.
New-Nork, 12. Octbr. Aus dem Dampfer „Mosel" sind am 3. Octbr. mit Seiden- und Baumwollstoffen gefüllte Kisten, die in Southampton eingeschifft worden waren, in Feuer gerathen. Dieser Theil der Ladung ist verbrannt. Das Feuer wurde alsdann gelöscht und das Schiff blieb im Uebri- gen unbeschädigt.
Paris, 13. Octbr. Der jüngst amnestirte vormalige Redacteur des Journals „Pöre Duchesne", Humbert, ist gestern zum Muntctpalrath von Paris gewählt worden. Die „Agence Havas" veröffentlicht eine Note, wonach gegen das Journal „La Marseillaise" und gegen Humbert wegen Beschimpfung des Richlerstandes und Verherrlichung von Thaten, welche das Gesetz als Verbrechen bezeichnet, die gerichtliche Untersuchung eingeleitet wurde.
London, 13. October. General Roberts telegraphirt vom 10. d. aus Sarahsingh, 1300 Meter von Balarhissar: General Baker konnte am 8. Oktober den Feind wegen der Dunkelheit nicht mehr angreifen. Ec vereinigte sich am andern Morgen mit General Macpherson. Der Feind war aber in der Nacht geflohen und hatte 12 Kanonen zurückgelaffen. Die Eaoallerie verfolgte den Feind mehrere Meilen weit, konnte aber, da derselbe sich zerstreut batte, nur kleine Abtheilungen einholen. General Roberts will am 11. oder 12. October in Kabul einrücken und Balarhissar besetzen.
m. Darmstadt, 6. Oktober. Die Jury für dir Beurtheilung der hervorragenden Leistungen auf der Landes-Gcwerbe-Ausstellung zu Offenbach hat folgende Prämien zueriannt: (Fortsetzung aus Nr. 237.)
e. Medaillen in Bronce r
Kohl & Wengenroth, Offenbach, Bijoutertefabrik.
Kolbe, L. & Co., Beffungen, Knopffabrik.
Kopp & Best, Bürgel, Fabrikanten chemischer Product«.
Kumpf, Gg. Wilhelm, Erback und Oberfinkenbach, Luchfabrikant.
Lang, Christian, Michelstadt, Bierbrauerei.
Lanz, Carl, Offenbach, Bierbrauer.
Leißler, Wtlh. & Sohn, Offenbach, Lederwaarenfabrtk.
Leo, Louis, Bensheim, Fabrik chemischer und pharmaceutischer Präparate.
Losten, Gebr, Darmstadt, Maschtnenfabrikanten.
Lottermann, Richard, Mainz, Holzwaarenfabrtkant.
Lotz, Louis. Gießen, Gerber.
Lust, Adolph, Offenbach, Bierbrauer.
Lutz, Joh., Mainz, Juwelier.
Lyncr, Conrad, Offenbach, Feilenfabrikant.
Mahr, Gg-, Darmstadt. Zimmergeschäft mit Dampfschnriderei.
Martenstein, Aug. & Co., Offenbach, Filzfabrik.
Martenstein, Aug. & Joffeaux, Offenbach, Asphalt-, Cement- und Dachpappenfabrikanten.
Mayer, Ludwig. Offenbach, Buchbinder.
Mielcke, C-, Worms, Bernsteinperlen-Fabrikant.
MLlbert, Chr., Darmstadt, Lackirer und Zimmermaler.
Mohrmann, Ernst, Gießen (Hufeisen unb Geräthe für den Hufbeschlag).
Moller, Friedr, Offenbach, Cigarrenwickel-Formenfabrikant.
Moschel, Carl, Offenbach, Fa^on-Dreherei und Stiftenfabrik.
Müller, H. & Co., Offenbach, Fabrik lackirter Filz und Lederwaaren.
Mutschler, I- B-, Offenbach, Fabrikant neusilberner und vergoldeter Gürtlerwaaren.
Neumann, Georg, Neu-Isenburg, Bildhauer.
Neugester, C. I., Offenbach, Dreher.


