Lokales.
Gieß<M, 131 Januar. Der Schwurgerichtshof verurthcilte am 11. d. den Heinrich Waaner 111. von Schwalheim, wegen Körperverletzung, in eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen.
Am nämlichen Tage wurde die Verhandlung der Anklagesache gegen Karl Lehr und Konsorten von Nidva, wegen Diebstahls 2C. bis zur nächsten Quartalssitzung vertagt.
__In einer Restauration auf dem Kicchenplatz ging cs gestern Abend toll her. Bei einer entstandenen Rauferei wurde der Ofen umgeworfen, Fensterscheiben eingehauen und sonstiger großer Unfug verübt. — In einer Restauration auf dem Reichensand wurden gleichfalls zwei Fensterscheiben zertrümmert. L . L ,
y _ Auf Requisition Großh. Landgerichts Friedberg wurde heute in aller Frühe em Handelsmann von Groß-Buseck, betheiligt an dem Felldiebstahl in Friedberg, verhaftet und nach Äriedberq verbracht. _
y — — Ein schwer betrunkener Mann von Nieder Ohmen mußte gestern per Wagen vom Bahnhof nach dem Arresthaus verbracht werden. Das Fuhrwerk kostete ihn 2 X
’ ___Am Samstag Abend prügelten sich zwei Handwerksburschen auf der Herberge
gründlich durch; der Herbergsvater bekam dabet auch sein Theil weg. Die beiden Excedenten wurden ^erhaftet^. 2ßcgcg gehende junge Leute wurden Samstag Nacht am Aster-
wea von mehreren aus einer Wirtschaft kommenden Burschen angegriffen und nicht unerheblich mißhandelt. Die Polizei ist den Uebelthätern auf der Spur. ,
__Wegen Diebstahls einer Pfeife, verübt in einer Wirthschaft auf der Grünberger Straße, wurde gestern ein Mann verhaftet._____________
Worms, 6. Januar. Leider ist gestern Abend auch der Schlaffer Wilh. Großhans «us Frankenthal in Folge der am 2 d. bei der Keffclexplosion in der Baruch und Schonfeld schen Dampfmühle erhaltenen schweren Verletzungen gestorben. Es ifl bte8 ba8 dritte und hoffentlich letzte Opfer, welches diese beklagenswerthc Katastrophe kostete. Das Befinden der drei übrigen im Hospitale noch befindlichen Verletzten ist heute zwar etwas besser, jedoch ist die Gefahr für Göbel und Becker noch nicht beseitigt.
Eine Blutthat, welche von einem grauenerregenden Grad menschlicher Rohheit zeugt, Lat sich in einer Vorstadt Bromllerg's ereignet. Wir entnehmen der „Brornb. Ztg^" vom 3. Januar darüber Folgendes: Die unverehelichte Marie Arkuszewska, früher bet der Wittwe Anna Lange wohnhaft, war vor einiger Zeit von dieser fort und zu der Familie Greikowski o«oqen. Darüber war bei der P. Lange ein tiefer Groll entstanden. Gestern nun drangen die Gebrüder Lange, Söhne der Genannten, in die Wohnung des Arbeiters Greikowski, der mit seiner Familie beim Esten saß, und fingen ohne alle Veranlastung an, in der Stube herumzutoben Es gelang jedoch dem Greikowski, sie aus der Stube zu drangen und die Thur zu „erschließen Bald darauf zurückkehrend, polterten die beiden Strolche vie Treppe herauf, hieben mit einem Beile die Thür ein und drangen in die Stube, Wilhelm Lange mit dem Beile und Karl Lange mit einem Mester bewaffnet. Beide fielen nun mrt einer wahren Wuth Lber ihre Opfer her. Die verehelichte Greikowski, welche nahe der Thur am Ofen stand, erhielt mit dem Mester eine von unten nach oben gehende Schnittwunde in den Unterleib, welche die Eingeweide heraustreten ließ; der Ehemann Greikowski empfing zwei Mesterstiche in den Unterleib während Marie Arkuszewska durch einen Beilhieb, der ein Stück Ohr abtrennte, an der rechten Kopfseite schwer verwundet wurde. Der ebenfalls anwesende Schiffsgehülfe Johann Hinz wurde von den beiden Lange's durch einen Axthieb und Mesterstiche an der Unken Schulter und dem rechten Oberarm verletzt. Während dieser blutigen Scene stand die Mutter der beiden Lange's im Hausflur und feuerte ihre Söhne zu weiteren Unthaten mit den Worten an: So, gebts ihnen doch ordentlich, schonet nicht!" Als das Mordwerk vollendet war und die Verbrecher auf das Jammergeschrei der Kinder und die Nothrufe der Nachbarsleute sich entfernt hatten, nachdem sie noch im Laden des Parterrcgeschostes den Wirth und dessen Frau aemißhanvelt, äußerte die Lange ihre Freude über die Thatcn ihrer Sohne, indem sie zu den Umstehenden bemerkte: „Ja, meine Söhne schlagen eine gute Klinge, wo die hin hauen, wachst fein Gras." Ein schauerlicher Anblick bot sich bald nach der Gewaltthat beim Betreten der Stube dar. Vier Personen, darunter die Ehefrau Greikowski, lagen blutend und zum Tode erschöpft auf den Betten. Frau Gr. hatte einen Säugling an der Brust, dessen Fuße bis zu -er klaffenden Wunde reichten und sich mit dem Blute der Mutter färbten. Nicht lange nach der tödtlichen Verwundung verlor Frau Gr. die Besinnung, so daß cs dem schnell her bei geholten^
Geistlichen nicht möglich war, sie mit den Sterbesacramenten zu versehen. Im städtischen: Lazareth ist die Bedauernswerthe bereits gestern Abend verschieden. Die Wunden ihres Ehemannes sind ebenfalls lebensgefährlich, während die Verletzungen der beiden anderen Personen weniger Besorgniß erregen. Die Brüder Lange, welche Schiffsknechte sind, und ihre Mutter wurden noch gestern verhaftet und heute Mittag der Staatsanwaltschaft vorgeführt.
— Aus dem Ahrthale schreibt man der „Cobl. Vztg.": „Ein seltenes Unglück hat sich zu Bachem bei Ahrweiler ereignet. Im Erdgeschosse eines Hauses, unter welchem sich kein gewölbter, sondern nur ein flach gedeckter Keller befand, waren Leute um das Bett ehu& Sterbenden versammelt uno beteten, als plötzlich der Boden einsank und die ganze Versammlung mit dem Sterbenden im Bette in den Keller hinabstürzte. Der Kranke verschied sofort; sonst aber wurde Niemand verletzt. Dagegen war der brennende Ofen, der die Reise in die Unterwelt mitgemacht hatte, umgeschlagen und hatte das Bett in Brand gesetzt. Die Leute mußten sich durch gewaltsames Oeffnen der Kellcrthüre retten."
TU ater.
Einer der populärsten und gefeiertsten deutschen Schriftsteller ist wohl Carl von Holtei! Wer kennt nicht seinen „alten Feldherrn", — „Wiener in Berlin" rc.^ wem sind seine trefflichen Romane fremd geblieben? — Die größte Sensation erregte sein Drama „Lorbeerbaum und Bettelstab"; — die größten Darsteller spielten den unglücklichen Dichter „Heinrich" mit Vorliebe, und entwaffneten dadurch eine dem Werke oder vielleicht dessen Dichter feindselige Kritik. Einer der größten holländischen Künstler, van Beek, schrieb nach der ersten Aufführung: „Das Drama hat eine solche Popularität bekommen, daß es auf allgemeines Verlangen gedruckt werden mußte!" — Dies Alles sind Thatsachen, die für den geistigen und zugleich sittlichen Werth des Stückes sprechen! Dieses Stück nun wird heute Dienstag den 14. d. M. mit Herrn Alberti in der Titelrolle und Herrn Lindner I. in der anderen Hauptrolle „Chevalier Feodor von St. Erval" in Scene gehen und wir erachten es daher für unsere Pflicht, auf diese Vorstellung besonders aufmerksam zu machen und daffelbe aufs Wärmste zu empfehlen. -- Möge durch zahlreichen Besuch der Beweis geliefert werden, vaß dem Publikum die Holtei'ichen Muse nicht fremd geblieben ist und das Bemühen der Direction, wirklich Gutes zu bieten, seine Anerkennung finden. P.
Die Neujahrsnummer (Nr. 14) des Daheim zeichnet sich textlich wie bildlich durch große Mannigfaltigkeit aus. Ein tiefempfundenes stimmungsvolles Gedicht des Sängers der „Palmblätter," Karl Gerok: „Zum Jahreswechsel" eröffnet die Nummer; die neue Novelle von der in der Gunst des Publikums rasch gestiegenen Verfasserin von „Gäthe," „Haus Eckberg" rc., Sophie Junghans: „Die Reichenbachs in Rom" verspricht hochinteressant zu werden. Der unlängst verstorbene Dichter Bayard Taylor wird uns sodann aus berufener Feder vorgeführt; von geradezu sensationeller Wirkung dürfte aber der Artikel: „Frankreich in neuer Rüstung" fein, der — offenbar aus kompetenten militärischen Kreisen stammend — höchst beachtenswerthe Schlaglichter auf die Thätigkeit unserer alten Gegner zur Vertheidigung ihres Landes wirst. Ueberaus anmuthig ist das Bildchen: „Ausverkauft" von Prof. Kretzschmer; nicht minder schön die Scene, welche den alten Straßburger Kapellmeister Richter als Dirigenten eines Knabenchores im Jahre 1879 nach einem seltenen Stiche von C. Guörin darstellt.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 11. Januar. (Marktbericht.) Der heutige Victualienmarkt hatte reiche Zufubr. Gestern Abend traf schon eine Menge Wagen mit Cerealien ein und nahm Ausstellung. Weißkraut wurde das Stück mit 10-12 Kohlkraut 10 H und Rothkraut mit 25 H bezahlt. Butter int Großen per Pfd. 1. Qual. 90 H, 2. Qual. KO H, im Detail 1. Qual. X 1.5—10, 2. Qual. 90—95 Eier das Hundert deutsche X 5.40, italienische X 7.50
bis 8. Heu und Stroh gut zugefahren. Heu kostete je nach Qualität per Ctt. X 2.60—3, Stroh X 1.60—2.15. Ganze Erbsen 19—21, geschälte Erbsen X 20- 26, Linsen X 24 bis 28, Bohnen X 22-24 per 100 Kilo. Kartoffeln X 6.50—7. Ochsenfleisch per Pfd. 70—75 4, Rindfleisch 55-64 H, Schweinefleisch 70-75 H, Kalbfleisch 60—70 H, Hammelfleisch 50-68 4. Hasen X 3 -3.50. Hahnen X 1.20 2. Salm je nach Qualität^ 5 bis 7, Hecht 90 H bis X 1.50, Barben X 1. Börs X 1.20-50. Buchenscheitholz 1. Sorte per Cubikrneter X 10 — 11-5, 2. Sorte X 8.50 9. Tannenscheitholz 1. Sorte X 8, 2. Sorte X 6—7. Holz je nachdem geschnitten int Großen der Centner X 1.40—70, im Detail X 1.80—2. Tannäpfel per Hectoliter X 1.
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Handel« verein.
Dienstag den 14. Januar, Abends 8 Uhr:
Generalversammlung
im Caf§ Etzel.
Tagesordnung: 1) Eingänge.
2) Differenzial-Frocht-Tarise.
Die zur Verhandlung kommende Frage ist von bervorragender Bedeutung für die hiesigen Geschäftsverl'ältnlffe und ergeht deßhalb an alle Jntereffe«- ten, auch Nichtmitglieder des BereinS, die Ciniadung, der Versammlung beizuwohnen. Der Vorstand.


