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damuk aus und betont, daß die Räumung jcht sicher und ehrenvoll geschehen könnte, aber später Hindernisse eintreten dürften. Lord Dufferin reist heute »ach Petersburg ab. , _

Srew-Oork, 11. Decbr. Die Journale von Havannah melden, daß die Revolution in San Domingo siegreich gewesen und der Präsident Guillerme und seine Minister in Portorico angekommen seien.

Pesth, 11. Decbr. Der Wasserftand des Maros-Flusses ist gefallen; derselbe war gestern Äbend 418 Centimeler. Die Gefahr ist momentan von Arad abgewendet.

Paris, 11. Dcember. In der Kammer der Deputaten brachte der Minister des Innern heute eine Creditforderung von 5 Millionen für die Nothletdenden in Frankreich ein. Der Minister bemerkt dabei, wenn diese Summe unzulänglich sein sollte, so werde die Regierung nicht zögern, eine noch­malige Creditforderung einzubringen. Die Kammer beschloß sofortige Dis- cusfion. Larochefoucauld (Rechte) beantragt Vertheilung der Fonds zwischen den officiellen und den privaten Wohlthätigkeits-Comites, welche sich zur Aus- theilung von Gaben gebildet haben. Lepere sagt, da es unmöglich sei, alle die Wohlthättgkeitsbureaus darüber zu befragen, würden Commissionen eingesetzt werden, welche den dringenden Bedürfnissen abhelfen sollen. Eine Control- Commission mit dem Sitze in Paris werde die Fonds unter den Departements nach dem Bedürfniß vertheilen. Cuneo Ornano (Bonapartist) verlangt eine Garantie und eine Controle für die Vertheilung der Gelder, wobei er der Befürchtung Ausdruck gibt, daß dicselben Wahlzwecken dienstbar gemacht werden würden. Andere bonapartisttsche Redner verlangen Hülfe für die kleinen länd­lichen Eigenthümer. Der Minister des Innern verlangt ein Vertrauensvotum für die Vertheilung, für welche er die Verantwortlichkeit übernimmt. Nachdem alle Amendements abgelehnt worden, wurde die Vorlage mit 524 gegen 3 Stimmen angenommen.

Pesth, 11. December. Der Körösfluß überschwemmte den Marktflecken Brod und theilweise die Stadt Karlsburg, wobei auch Menschenleben ver­loren gingen.

Kairo, 11. December. Der König von Abysfinten hat durch Ver­mittelung Gordon Paschas dem Khedive ein Schreiben übersandt, worin er sich bereit erklärt, Frieden zu schließen, vorausgesetzt, daß die Großmächte die zwischen Egppten und Abysfinten getroffenen Vereinbarungen formell anerkennen. Em Bataillon egypttscher Truppen geht am 13. d. nach Massuah ab.

Wien, H. December. Aus Cettinje meldet diePolit. Corresp." : Der Fürst berichtete dem Czaren telegraphisch über das Georasfest. Der Czar dankte auf demselben Wege und sagte, diese Kundgebung der Waffenbrüderschaft habe die Liebesbande zwischen Rußland und Montenegro befestigt, die nichts erschüttern könne.

Stuttgart, 11. Decbr. DerStaats-Anz." meldet: Gestern ent­gleiste zwischen Weinsberg und Heilbronn der Tender des Schnellzugs in Folge eines Radreifbruchs. Nach zwei Stunden war die Bahn wieder frei. Weitere nachtheilige Folgen hatten weder dieser noch einige andere Fälle von Radreifbrüchen, welche gestern auf anderen Bahnstrecken durch die Kälte ver­ursacht wurden.

Madrid, 11. Decbr. Der Colontenminister telegraphirte gestern an den Oberbefehlshaber der Truppen auf Cuba, er werde ihm die unumgänglich uothwendigen Hülfsmittel zur Niederwerfung des Ausstandes senden, werde wirthschaftliche Reformeu für Cuba beschließen und alle Interessen miteinander auszusöhnen suchen.

Officiell wird aus Cuba gemeldet: In dem Distrikte Cmeovtllas und in einigen anderen Bezirken ist die Ruhe hergeftellt. Der Papst beauf­tragte den Nuntius, der Königin die ihr vom Papste verliehene goldene Rose zu überreichen.

Uergesset der Uögel nicht!

Draußen liegt hoher Schnee und die Vögel, welche uns Frühjahr, Sommer und Herbst hindurch im Kampfe gegen unsere kleinen Feinde aus dem Thierreiche ge- tteulich beigestanden haben, finden jetzt die gewohnte Nahrung nicht mehr und müssen Hunger^a^ M^er, a[§ daß wir uns ihnen dankbar beweisen? Sie helfen uns so lange Zeit; darum ist cs nicht mehr als billig, daß wir ihnen beispringen in der Roth des Winters, in der Zeit des Hungers.

Jetzt ist der Augenblick zum Helfen gekommen und wir können dies um so eher tbun, als uns die Hülfeleistung nur wenig Unkosten auferlegt. Die Ausgaben für den Schutz der Vögel im Winter bilden ein ganz unbedeutendes Capital, welches uns die gefiederten Jnsectenvertilger schon im Frühjahr mit Zinseszinsen heimzahlen.

Was können wir nun thun?

Einmal sollen wir während der schneezeit regelmäßig füttern. E>n wenig Körnerfutter (Hirse, Kleinweizen rc-), Brosamen, die sonst unbeachtet in den Kehrickt kommen, einige gekochte Eelbcrüben, ein Näpfchen mit Fett, das ist Alles, was wir brauchen. Und würden wir gar keinen Nutzen von dem Füttern haben, fo würden wir schon durch die Freude an dem Appetite der kleinen Gäste reichlich bezahlt.

Siehe, da kommen sie hungerig daher, die Köpfchen fröstelnd erngezogen und die Federn aufgeblasen, überall herumsuchend und die frierenden Füße abwechselnd in die Höhe ziehend Jetzt hat ein Fink den Futterplatz erspäht und labt sich an den Kernen; ein zweiter folgt ihm und so geht es fort, bis sie in großer Menge pickend beieinander sitzen am gedeckten Tisch. ,ri

Nun kommen die Amseln; zuerst ein wenig Mißtrauisch, dann aber emsig die Gelberüben und Brodkrummen verschlingend.

Da erscheinen neue Gäste 1 Es sind Goldammern und Haubenlerchen. Auch für sie gibt es noch genug, wenngleich der Fink ein wenig scheel sieht und neidisch ist.

Dock was zeigt sich da in den Wipfeln der nahen Linde? Das ist ein munteres, behendes Völkcken, lebhaft und lustig, als ob es gar kein Wmter wäre. Ast für Ast, Zweig für Zweig bis zu den äußersten Knospen absuchend, hier ein Jnsectenei, dort em eingesponnenes Raupchen aus dem Schlupfwinkel hervorziehend. Es sind Kohl­meisen und kaum haben sie die Näpfchen mit Fett erblickt, so kosten sie mit Begierde davon und stillen ihren Hunger.

Auch die krächzende, schnarrende Elster hat gemerkt, daß es hier etwas zu ver­zehren gibt und macht sich näher Unsere Kostgänger fliegen fort und räumen ihr, der räuberischen, das Feld Sie kennen sie wohl und fürchten ihren Schnabel.

Auch wir kennen den bösen Gast, der uns im vergangenen Frühjahre junge Finken und Meisen erwürgt hat. Ein Nähertrcten an das Fenster genügt, um ihn in die Flucht zu jagen und den Tisch wieter für die Kleinen frei zu machen. Und zuletzt kommt wahrlich nicht aus Bescheidenheit, sondern aus Unkenntniß des Mahlens (er trieb sich in der Scheuer herum) der Spatz, siech uud unverschämt wie immer. Ein ganzes Volk kommt daher, nicht bescheiden wie die anderen von außen her an den gedeckten Tisch hüpfend, sondern gleich mitten darunter, rechts und links unzweideutige Schnabelhiebe austheilend-

Am liebsten würden wir den kecken Burschen davonjag n, wenn es nur ginge, ohne die anderen zu verscheuchen. Wir wollen aber nicht hartherzig sein und ihm auch etwas gönnen; hat er uns doch im vergangenen Frühjahre von gar manchem Mai­käfer befreit

Da sitzen sie nun alle, nahe an hundert, pickend und die Magen möglichst schnell

füllend. Man sieht es ihnen so recht an, wie sie es sich wohl sein lassen und sich stärken gegen Schnee und Kälte. Entschädigt uns die Freude am Wohlthun nicht hin­länglich für die wenigen Körner und Brosamen? Fühlen wir uns nicht befriedigt in diesem Bewußtsein, diesen kleinen Geschöpfen etwas Gutes erwiesen und sie vielleicht vom Hungertode errettet zu haben.

Mit dem Füttern aber ist's noch nicht allein gethan; unsere kleinen Freunde möchten auch noch gegen die scharfe Kälte der Nacht geschützt sein. Da können wir leicht helfen, indem wir einige größere Nistkästen aufhängen, ivelche als Schlafquartiere dankbar angenommen werden. Oder wir schütteln Stroh locker auf einen Haufen: das bietet auch ein Unterkommen.

Wir dürfen ihnen wohl Schutz und Pflege anbieten, denn man stellt ihnen gerade um diese Zeit eifrig nach. Nicht allein, daß die Raubvögel darauf rechnen, die durch Hunger und Kälte ermatteten Thierchen leichter als sonst erhaschen zu können auch die Menschen und leider gerade die halten die beste Zeit für den Vogelfang gekommen und legen Hanfstengel und dergleichen mehr aus, an denen sic zahlreiche schlingen befestigen. Da gerathen Denn, vom Hunger getrieben, die armen Vögel Hinern, um thlerquälerischen Launen ober einer sehr übel betätigten Freude an ihnen dienen zu müssen. Wie oft aber zerbrechen in Folge der straffen Schlingen die schwachen Füßchen und überliefern die armen Gefangenen einem elenden Tod!

Helfen wir also, soweit es in unseren Kräften steht- Wir können bei geringer Anstrengung viel Gutes thun und dürfen sicher sein, daß es sich lohnen wird.

lokales.

Gießen, 12. December. Das General-Postamt richtet auch in diesem Jahre an das Publikum in besten eigenem Interesse das Ersuchen, mit den Weihnachtsversendungen bald zu beginnen, damit sich die Packetmasten nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet. Die Packete sind dauerhaft zu ver­packen/ Dünne Pappkasten, schwache Schachteln sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt fein. Wenn zu der Verpackung dunkel­farbiges Macerial verwendet wird, dann empfiehlt es sich, die Aufschrift auf ein der ganzen Fläche nach festgeklebten Stück weißen Papiers anzubringen. Am zweckmäßigsten werden auf solchem Papier gedruckte Aufschriften benutzt. Formulare zu Packetdrrsten sind wegen ihres geringen Umfanges zur Verwendung als Packetaufschriften im Allgemeinen nicht geeignet. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetaufschrift muß sämmtliche Angaben der Begleitadreste enthalten, zutreffenden Falls also den Frankovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung u. s. w., damit im Falle des Verlustes der Packetadreste das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist tyunlichst die Wohnung des Empfängers, auf Packeten nach Berlin auch der Buch­stabe des Postbeztrks (0., N., SO. u. s. w.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn die Packete f r a n k i r t aufgeliefert werden. Das Porto beträgt für Packete ohne angegebenen Werth bis zum Gewicht von 5 Kilogramm: 25 auf Entfernung bis 10 Meilen, 50 H auf weitere Entfernungen.

Für Zeitungsleser in Landorten ohne Postanstalt heben wir hervor, daß sie zur Er­neuerung ihrer Zeitungs= Abonnements sich nicht persönlich oder schriftlich an die Postanstalt ihres Bezirks zu wenden brauchen, sondern daß es genügt, wenn sie dem ihren Ort berühren­den Landbriefträger die voraus zu zahlenden Zeitungsgeldbeträge übergeben. Zur eigenen Sicher­stellung können diese Beträge in dem vom Landboten mitgeführten Annahmbuche verzeichnet wer­den. Die Landbrtefträger sind außerdem verpflichtet, gewöhnliche oder eingeschriebene Briefe, Postkarten, Briefe mit Zustellungs-Urkunden, Drucksachen und Waarenproben, sowie Postan­weisungen, welche zur Weiterbeförderung mit der Post oder auch nur bis zu einem von dem Landbriefträger auf seiner Tour noch zu berührenden Landorte bestimmt sind, entgegenzunehmen. Diese Gegenstände werden von dem Landboten oder vom Absender selbst in das mttgeführte Annahmebuch eingetragen. Für jedes derartige Dersrndungsobjekt ist außer dem Postporto eine Nebengebühr von 5 H zu entrichten.

Gießen, 12 December. Dienstag, den 16. d. Mts. findet im Hotel Kuhn« blc 12. Wanderversammlung des Verbandes Rheinischer Gartenbauvcreine (zu welchem auch die Mann­heimerFlora" gehört» statt. Auf der Tagesordnung steht: 1) Ablage deS Rechenschafts­und Geschäftsberichts; 2) Antrag des Mainzer Gartenbauvereins um Abänderung des seitherigen Turnus in Betreff der Uebernahme der jährlichen Derbandsauöstellungen und Erlassung einer solchen für Mainz im Jahre 1880; 3) Aufforderung des Vereins zur Beförderung des Garten­baues in den königl. preußischen Staaten zur Theilnahme und Unterstützung der Wilhelm- und Augusta-Jubelstiftung zur Unterstützung von Gärtnern. Voraussichtlich werden von allen Ver­einen des Verbandes Delegirte erscheinen.

Gießen. 12. December. fSchwurgerichtsverhandlung.) Am 11. d. M. gegen Heinrickr Becker von Nidda, 23 Jahre alt, Burraugehilfc bei der Bürgermeisterei und dem Ortsrcckner daselbst, angeklagt der Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge.

Am 7. September d. I. einem Sonntage begab sich Becker des Abends nach dem Nachtessen in die Teuti'sche Wirthschaft zu Nidda. Er verweilte in dieser Wirthschaft bis gegen 12 Uhr des Nachts und ging dann mit dem Wilhelm von der Schmidt von Nidda zu­sammen weg. Auf der Straße trafen Beide mit dem Ludwig Junker von Nidda und noch verschiedenen anderen Personen zusammen. Becker und von der Schmidt gingen mit Junker und dessen Begleitern die Hauptstraße entlang und dabei erlaubten sie sich gegen Junker, welcher stark die Getränke spürte, verschiedene Necke»eien. Insbesondere schlug ihm Becker die Mütze vom Kopfe und nannte ihn auch mit seinem Spitznamen. Nachdem Becker und Schmidt sich auf dem Marktplatze von den Uebrigen getrennt, that Junker, den die Neckereien des Becker und Schmidt verdroßen harten, die Aeußirung:Es ist keiner schlimmer, als dem Bürgermeister sein Schreiber." Becker, welcher nur wenige Schritte von Junker entfernt vor einem Hause stand, vernahm diese auf ihn gemünzte Aeußcrung und darauf eilte er sofort auf Junker zu, faßte denselben mit den Worten:Wie kannst Du mich Bürgermeisters-Schreiber nennen", an oer Brust und stieß oder warf ihn rücklings dergestalt zu Boden, daß sein Kopf auf das Straßenpflaster oder eine chaussirtc Stelle der Straße heftig aufschlug Junker blieb mach Ver­übung dieser That mehrere Minuten regungslos am Boden liegen und als er sich endlich wieder aufraffte, lallte er ein paar unverständliche Worte und begab sich sodann nach Hause. Am folgenden Morgen zeigten sich bei Junker die Symptome einer Schädelverletzung. Seine Frau rief deßhalb eiligst den Arzt, als derselbe jedoch in die Wohnung des Junker kam, war Letzterer bereits verschieben.

Als Vertbeidiger des Angesckuldigten fungirte Herr Rechtsanwalt Dr. Dittmar. Becker wurde der Körperverletzung mit tödtlickem Erfolg, verübt unter mildernden Umständen, für schuldig erklärt und zu einer Gefängnißstrafe von 8 Monaten, unter Aufrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft, verurtheilt.

Gießen, 12. December. Wie aus einer Mücke ein Elephant werden kann, mögen unsere Leser aus nachstehendem Artikel, welchen derWetzlarer Anzeiger" reproducirt, ersehen. Der Artikel, in Nr. 291 vom Heutigen Datirt, lautet:

Gießen, 5. December. (DasElend".) In unserer Stadt ist unter der armen Bevölkerung (?) und den Handwerksburschen das sogenanteElend", eine ansteckende Krankheit, ausgebrochen, welche auch vergangenes Jahr in Ostpreußen, u. A. in Königsberg, geherrscht hat. Zur Aufnahme der von dieser Krankheit Befallenen hat der Magistrat von Gießen ein einzelnstehendes Gebäude gekauft und hergerichtet, und sind daselbst gegenwärtig noch 42 Kranke in Behandlung, nachdem schon mehrere an der Krankheit gestorben sind. Auch hat sick die Stadtbehörde veranlaßt gesehen, zur Linderung der so grell auftretenden Armuth eine Suppenanstalt zu gründen, in welcher täglich 1400 Portionen unentgildlich verabreicht wer­den. Die strenge Kälte der letzten Tage hat auch einige Opfer gefordert und zwar sind zwei Handwerksburschen in der Nähe von Gießen erfroren aufgefunden worden, während ein dritter wohl nod) lebend in die Klinik gebracht wurde, aber alsbald daselbst verschieden ist. (St. B.) Hätte der geschätzte College unter Blatt, welches ihm zugeht, sich angesehen, so würde er sich jedenfalls gehütet haben, einen solchen Unsinn, wie er oben geschrieben ist, weiterzuver­breiten. Unsere Leser wissen, daß sich eine geringe Zahl zugereister Handwerksburschen, an Rccurrensfieber leidend, hier aufhalten. Von derElend"-Krankheit unter der armen Bcvölke rung unserer Stadt ist, Gott sei Dank, bis jetzt noch keine Rede, und wird auch wohl für die Folge keine Rede sein. Was die Suppenanstalt, von der Stadtbehörde gegründet und in welcher täglich 1100 Portionen unentgeltlich verabreicht werden, anlangt, so scheint Münchhausen Dem Correspondenten desSt. B" einen schlimmen Streich gespielt zu haben.

Gestern Abend lieferten sich Insassen der beiden Herbergen ein kleines Gefecht. Einer der Hauptbelden wurde gleich eingelponnen, während ein anderer, der einen geladenen sechsläufigen Revolver und einen Dolch unter seinem Kopfkiffen liegen hatte, beute früh ding­fest gemacht wurde Bei näherer Visitation hatte der Bursche noch 24 JL in Silber und eine j Tasche voll Fechtpsennige bei sich. Das Fechten scheint immer noch lucratio zu sein.

Heute spendete dieVolksküche" eine delikate Eibsensuppe. Es wurden im Ganzen 549 Portionen verabreicht, hiervon wurden 402 verkauft, die übrigen 146 erhielten Arme und ' Handwerksburschen.