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Mittwoch, den 12. März
1879
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Meige- und Amtsblatt flr heu Kreis Gießen
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Generale der Infanterie und Kavallerie solche von..........
General-Lieutenants solche von . . . Generalmajors ........
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Oberstlieutenants........
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Hauptleute und Rittmeister solche von . General- und Oberstabsärzte .... Premier- und Seconde-Lieutenants . . Stabs- und Assistenzärzte .....
Folge etngelangter wichtiger Mttthetlungen des griechischen Gesandten in Konstantinopel trat gestern der Mtnisterconseil zusammen. Konduriotts thetlte die letzten türkischen Bedingungen mit. Mukhtar Pascha wäre angewiesen, ein aus thessalischem und epirotischem Gebiete combintrtes Stück Landes den griechischen Delegirten anzubteten, welches, mit Ausschluß der Golfe von Volo und Arta, links vom Nezero-See über Pharsala bis einschließlich Trikala sich erstrecke und von da den Pindus übersetzend bis Piro reiche und längs der Abdachung des Pindus, das Aspropotamo-Thal in sich schließend, zwischen Synteker und Agrapha endige. Im Falle der Bestätigung dieser Version, was kaum zweiselhaft sein dürfte, wird die Abberufung der griechischen Commission aus Prevesa schon in den nächsten Tagen erfolgen. Der Appell Griechenlands an die Vermittlung der Berliner Stgnatarmächte gilt als unvermeidlich.
— Die „Polit. Corresp." meldet aus Pesth, daß in den letzten Tagen die Eisenbahn-Convention zwischen Rumänien und Ungarn auf Grundlage gleicher Tarife für die Strecke Bukarest-Predeal und Bukarest-Verciorova zu Stande gekommen ist. — Dieselbe Correspondenz meldet: Zufolge eines Telegramms der österreichischen Aerzte aus Wetlianka find an dem rechten Wolga- Ufer seit 40 Tagen keine Pestfälle vorgekommen. Die rusfische Regierung traf energische und zweckmäßige Maßregeln. Der erste Erkrankungsfall in Wetlianka am 17. October betraf eine aus Astrachan am 13. October angekommene Frau, die an der Bubonenpest starb. Von ihrer Familie erkrankten gleichfalls an Bubonen 25 Personen in 7 Gehöften, wovon 20 Personen starben. Vier Aerzte erklären die Krankheit für die asiatische Pest.
Arankreich.
Spanien.
Madrid, 9. März. Ueber die Mtnisterkrtsis in Spanien liegen noch keine näheren Nachrichten vor. Den Grund zu derselben gab bekanntlich die Ankunft des Marschalls Martinez Campos, der zur Sicherung der spanischen Herrschaft auf Cuba eine sür spanische Verhältnifie ungeheure Summe verlangt. Kaufleute und Industrielle behaupten, daß die Gewährung dieser Bitte Spanien ruiniren werde. Cortes und Ministerium waren ihr gleichmäßig abgeneigt. Der König beschloß daher Neubildung des Ministeriums und Auflösung der Cortes, damit das Land entscheiden könne.
Ztußkand.
Petersburg, 9. März. Die Agitation für constituttonelle Verfafiung
Deutschland.
Darmstadt, 10. März. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:
Am 25. Febr. den Dtrector an dem Gymnasium zu Büdingen, Dr. Ludwig Krämer, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 16. April d. I. an, in den Ruhestand zu versetzen;
an demselben Tage den Gymnasiallehrer Dr. Ludwig Wittmann zu Gießen zum Dtrector an dem Gymnasium zu Büdingen, mit Wirkung vom 16. April d. I. an, zu ernennen;
an demselben Tage den Landgerichts-Actuar am Landgerichte Schotten, Georg Steinacker, in gleicher Eigenschaft an das Landgericht Offenbach zu versetzen;
am 2. März den Gerichts - Accejsisten Emil Latst aus Westhofen zum ersten Ergänzungsrichter bei dem Friedensgerichte Osthosen, sowie zum Ergän- zurgsrtchter bei dem Friedensgerichte Worms zu ernennen;
am 3. März den Privatdocenten in der juristischen Fakultät der Universität Graz, Dr. Franz Eduard von Liszt, zum ordentlichen Professor tn der juristischen Fakultät der Landes-Universität, mit Wirkung vom 15. April d. I. an, zu ernennen.
Berlin. Daß die Pensionen im deutschen Reiche, wenigstens soweit sie die Officiere unserer Armee betreffen, nicht ganz unbeträchtlich sind, ersehen >vtr aus folgender Tabelle, welche dem Reichshaushalts-Ctate beigesügt ist:
Danach erhalten überhaupt 3615 Osfictere des preußischen Contingents Pensionen und zwar:
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13,524 Gefreite, Gemeine und Spielleute tn Höhe von 36—792 «X
Berlin, 9. März. Nach den neuesten Erklärungen des Prof. Botkin in Petersburg erscheint der Pestfall daselbst doch ziemlich begründet zu sein. Mer scheint die Eptdemiegefahr in der Luft zu liegen. In Berlin nimmt
Versailles, 8. März. Die Verlesung des Briffonffchen Berichts wurde von der Kammer im Ganzen kühl ausgenommen. Die Rechte verhielt sich schweigend. — Die Journale machen aufmerksam, daß von den 22 Mitgliedern der Commission, welche die Majorität derselben bllden, 16 am 23. Februar für völlige Amnestie stimmten, 3 sich der Abstimmung enthielten, 2 abwesend waren und nur eins mit der Majorität sür die Regierung stimmte. Die Majorität der Commission repräsentire also die Minorität der Kammer und werde am Donnerstag wahrscheinlich ebenso 23. Februar geschlagen
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«rpedittonSbureaur f Schulstraße B. 18.
Nr. 6 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 7. l. M., enthält:
» i v J.,. 3-) Verordnung wegen Ergänzung bezw. Abänderung der Verordnung vom 16. August 1876, betreffend die Cautionen der bet der Militär- und der Marine-Verwaltung angestellten Beamten. Vom 4. März 1879.
(•Wr. 1284.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung ver Bevollmächtigten zum Bundesrath. Vom 19. Februar 1879.
G'bßen, den 10. März 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
____________ Dr. Boekmann.
London, 9. März. Sehr wenig erbaut ist man in England durch immer unzweifelhafter werdende Aussicht auf ein ziemlich bedeutendes De- fictt. Zwei Kriege zu gleicher Zett, sind sür die regelmäßigen Etnnahmk- quellen, selbst Englands, zu viel. In Indien der Krieg gegen Afghanistan, in Afrika der gegen die Zulus und obendrein die Nachwehen der Kosten, die durch die Orientfrage im Südosten Europas entstanden, Alles das zusammengenommen wiegt zu schwer in der Wagschale der Ausgaben, als daß sich durch die regelmäßigen Einnahmen das Gleichgewicht zwischen Soll und Haben Herstellen ließe.
Vesterreich.
Wien, 8. März. Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen: In
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_r anderes Bild erhält man, wenn man dieser Tabelle die der Jnvali- dmpensionen für die unteren Mtlitärpersonen gegenüberstellt. Während die Pensionen für die 3615 Officiere überhaupt 9,151,197 c/fL betragen, erreichen ^selben für 20,710 Mannschaften (Feldwebel, Unterofficiere, Gemeine) nur den Betrag von 3,363,400 «X Diese Pensionen werden gezahlt an:
2305 Feldwebel, Oberfeuerwerker rc. tn Höhe von 108—1116 «X
4881 Sergeanten und Unterofficiere in Höhe von 72 — 969 <x und an
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Bekanntmachung.
In Gemäßheit des §. 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hrermrt nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Februar 1879 veröffentlicht:
_ , Hafer 13,67 Mk., Heu 4,20 Mk., Stroh 3,40 Mk. per 100 Kilogramm.
Gießen, am 8. März 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
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" ' der Flecktyphus bedauerliche Dimensionen an. Es sindlberetts^über 200 solcher
Kranken im Baracken-Lazareth tn Moabit vorhanden, jedoch ist das erfreuliche gaftutn hierbei constattrt, daß die Sterblichkeit in diesen Fällen äußerst gering ist. Auch ist bemerkenswerth, daß die niedrigsten Bevölkerungsklaffen fast aus- ^lteßlich das Conttngent der Typhuskranken liefern.


