Ausgabe 
11.5.1879 Zweites Blatt
 
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Amtlicher Hhei L

Gießen, am 7. Mai 1879.

Wir sehen Ihren Berichten in rubricirtem Betreff innerhalb 14 Tagen entgeg n und zwar über

1) Zahl

L) Zahl

b)

2

H

c) 3

3) Zahl

a) ohne Schulgeld,

römisch-katholisch, israelitisch.

anderer Confession, im Ganzen.

a) b) c) d) e)

II. Stand derFortbildungsschulen" nach Beginn der Schulperiode 1878/79.

b) mit Schulgeld.

4) Zahl der wirklichen Lehrer, definitive und provisorische, mit Ausschluß besonderer Hülfslehrer und der Lehrerinnen für weibliche Handarbeiten.

5) Zahl der Schulkinder nach dem Geschlecht:

a) im Ganzen,

b) Knaben,

c) Mädchen.

6) Zahl der Schulkinder nach dem Bekenntntß:

a) evangelisch,

b) römisch-katholisch,

c) israelitisch,

d) anderer Confession.

a) ganz gemischt,

b) zum Theil gemischt, c) ganz getrennt.

der Schulen nach den Schulklassen: a) 1 klasstg,

III. Stand derErweiterten Volksschulen" nach Beginn des Schuljahres 1879/80.

1) Zahl der Schulkinder nach dem Geschlecht: a) im Ganzen, b) Knaben, c) Mädchen.

2) Zahl der Schulkinder nach dem Bekenntniß: a) evangelisch, b) römisch katholisch, c) israelitisch, d) anderer Confession.

Betreffend: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen.

Die Großherzoqliche Kms-Schul-Commissw» Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

2) Zahl der Schüler: evangelisch,

I. Stand derEinfachen Volksschule"

nach Beginn des Schuljahres 1879/80.

der Schulen (nicht Schulklaffen) nach dem Geschlecht:

d) 4

der Schulen nach dem Schulgeld:

1) Zahl der Fortbildungsschulen: a) 1 klassig, b) 2 c) ic.

rc.

Wir bemerken noch besonders, daß da, wo in einer Gemeinde für die einfache Volksschulemehrere Gebäude" bestehen Knaben- und Mädchenschule aettennt sind und diese zusammen die Volksschule einer Schulgemeinde bilden, dieselbe zusammen nur alseine" Schule auszusuhren find.

Die Berichte sind genau nach vvistehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzufaffen.

cvn Kürze wird Ihnen noch ein Amtsblatt über Berechnung der Schulversäumniffe in Procenten zugeben und sind die darüber besonders auszuferti- aenden Berichte mit dem RubrumBerechnung der Schulversäumniffe in % mit denen im rubricirtem Betreff" zugleich einzusenden.

vr. Boek mann. _____________

Unser Kaiser ist am Donnerstag Abend von Wiesbaden abuereist und am Freitag Morgen wieder in Berlin in bestem Wohlsein eingetroffen. Am 5. d. empfing er den zum Fürsten von Bulgarien gewäblten Prinzen Alexan­der von Battenberg nebst deffen Vater, dem Prinzen Alexander von Heffen.

Der Kronprinz hat sich am 1. d. nach Kisstngen begeben, um dort aus Anrathen der Aerzte eine mehrwöchentliche Kur zu gebrauchen.

Angesichts der Dinge, welche sich auf den Samoa-Inseln vorbe- retten, ist der Corvetten Capitän Zembsch zum deutschen Consul daselbst ernannt worden. Dem BundeSra'h ist als Nachtrag zum NetchshauShaltsetat eine Forderung von 200,000 Mk. für die Betheiligung des Reichs an der Ausstellung zu Sidney zugegangen. , m

Für die Mitglieder d s Reichsgerichts sowohl, tote für die Präsi­denten der Oberlandesgerichte sind die Ernennungen vom Kaiser voll­zogen worden. Der zum Präsidenten des Reichsgerichts ernannte Dr. Simson wurde bei dieser Gelegenheit zugleich zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Titel Excellenz ernannt. Ein hübsches Zusammentreffen war es, daß derselbe gleichzeitig sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum feiern konnte. Eine Deputation des Reichstags, an ihrer Spitze Präsident v. Forckenbeck, überreichte dem Jubilar als Ehrengabe eine Adresse und eine kunstvolle Caffette, welche zur Aufbewahrung des kaiserl. Ernennungsdecretes dienen soll.

Die Debatten über die Zollreform füllten die S t tz u n g e n d e s R e i ch s- tags im Laufe dieser Woche vollständig aus. Wir können über dieselben aus unseren täglichen Bericht verweisen.

Die zweite Kammer der hessischen Landstände hielt am Mittwoch und Donnerstag eine Sitzung ab und vertagte sich an letzterem Tage aus un- ^st^ Die Schweiz er Regierung hat verschiedene Personen, darunter den berüchtigten ehemaligen Redacteur derRetchsglocke", Gehlsen, welcher die Deutschen zum Drausschlagen aufgefordert hatte, wegen Asylmtßbrauchs zu einer mit dem Völkerrecht unvereinbaren publictsttschen Thätigkeit, ausgewtesen.

Der Kaiser von Oesterreich ist, nachdem er seinen Dank für die ihm aus Anlaß seiner Silbernen Hochzeit kundgegebene Verehrung in einem Schreiben an den Minister des Innern ausgesprochen, worin er versichert,

eine reinere Freude hätte ihm kaum geschaffen werden können, als diejenige, welche ihm in den letzten Togen durch die Liebe seiner Völker bereitet worden, mit seiner Gemahlin nach Pesch abgereist und dort mit großem Enthusiasmus empfangen worden. Einige Tage vorher hatte Kronprinz Rudolf in Begleitung des Naturforschers Brehm eine Reise nach Spanien angetreten. Der nach Beendigung der gemeinsamen Mtnisterconferenzen aögehaltene Kro-- rath hat u. A. die Einverleibung Bosniens in das gemeinsame Zollgebiet be» schloffen. Ein Beschluß des ungarischen Abgeordnetenhauses betreffs Einfüh­rung des obligatorischen Schulunterrichts in der ungarischen Sprache hat unter der deutschen und serbischen Bevölkerung des Landes große Unzufrieden­heit hervorgerufen.

In Rußland dauert das Schreckensregiment, welches sich durch zahl­lose Einkerkerungen kundgibt, fort. Trotzdem lasten sich die Verschworenen in ihrem Treiben nicht stören, thun vielmehr, als ob nichts vorgefallen wäre.

Die englische Regierung hat, trotzdem Robert Peel im Oberhause in einer fulminanten Rede von ihr verlangte, sie solle im Interesse der Mensch­lichkeit Schritte zur Linderung der durch den Belagerungszustand in Rußland herbeigeführten Härten thun, es entschieden abgelehnt, sich in die inneren An­gelegenheiten Rußlands einzumischen. Durch die mit 303 gegen 230 Stimmen erfolgte Verwerfung eines die Vermehrung der Ausgaben tadelnden und sofor­tige Reduction derselben fordernden Antrages trug sie im Unterhause einen eclatanten Sieg davon. Während übrigens die neuesten Nachrichten aus In­dien Aussicht auf einen baldigen Friedensschluß eröffnen, stehen die Dinge im Caplande weniger befriedigend. Zur Charakterisirung der Wirthschaftspolitik der Regierung dient die Thatsache, daß Lord Beaconsfield bei einer Debatte im Oberhause über den wirthschaftlichen Nothstand alle Schutzzoll- und Retor­sionsgelüste energisch zurückwies.

Auch in Frankreich finden die schutzzöllnerischen Bestrebungen nur geringen Anklang bet der Regierung: wenigstens erklärte der Hanbelsminister Tirard den Vertretern von 60 Handelskammern, welche ihn um Schutzzölle baten, er huldige sreihändlerischen Grundsätzen und werde seine Entlastung einretchen. wenn die Kammern schutzzöümrtsche Beschlüste fasten sollten. Uebri- gens ist Frankreichs Jntereste in erster Linie nach wie vor von den Ferry- schen Gesetzentwürfen in Anspruch genommen. Ein Vorspiel zu den in den