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11.5.1879 Erstes Blatt
 
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hi<v4< k«» n7Tt^tct eine Beschwerde an die Stadt,

^?»r?J?Ch^b ?=rt. Qnb9Tube am ^odtberg sein Gelange tn Gefahr komme. ? c T.eTb<l Tr6 ° 8 begründet angeieben und bcantraacn die Bau-Deputation und der S,°dtb°um->stn °°ß man zu betccn Setten oer @rube einen Streifen Gelände erwerben möqe und solchen liegen Inffe. Die SBnwmmlung beschließt hierauf einen Äcker des Herrn 8. Kauf für 2 0 M. zu erwerben, ebenso dus erforderliche Gelände von Herrn Simon zum Preise'

? KlftrEin Baugesuch des Herrn g. 8ub^ welcher ganz oben an d Frankfurterstraße bauen will, wird abgelebnt weil lolcbes ntd>i in der Baulinie liegt - Die Erbauung einer Waick-kuche und -M-« Stalles auf dem Hamm soll Herrn Fr, Riebel best - wartet werden, Ebeulo wird Herrn L Heimo ldt die Erbauung eines HiniergebäudeS gefaltet wenn berfelbe sich »erpfhrbtet innerhalb 2 Jahren auch das Vorderbau« zu erbauen - Die errifaung einer ffiinfnebigung an seinem erkauften Haute wirb Herrn S Reutlinaer gedattet - Deegle.chen da« provisorische Anbringen eines LattenspalierS vor dem Hause bei Hrru Mögen bürg auf dem Reichen,and, Be, dieser Gelegenheit kam die Erwerbung de, Plage, vor gedachtem Hause zur Sprache, ,edoch war die Versammlung der Ansicht, daß beiügL ?" ""y a6»u,'6,n U"d der Äusgang de« SxpropriationSve,fahren« gegen Jeremia, sj'1'* Wtw. -bzuwarten fei. - Herrn SB. Koch ii. A. Raab von Wetzlar wirb eil, Plaii oberhalb den Lahnbrucke zur Lagerung von gebaggertem Lahnkies überlassen. Herrn Rabrttant Shngfaor wirb b'eSlnlegung einer Wasserableitung aus seinem Hause nach dem fabt. flanal gefaltet. Das Gehalt eine« neu angestellten Lehrers wird auf vorläufig 1700.x festegesedt Verschiedene Kostendeereturen werden genehmigt Das Gesuch bet SB. Busch Erben um Eröffnung eines alten Kanals zur Bewässerung einer Wiele am Riegelpfab wird abgelehnt Sitzung^'" taS ®<|U* Um ®n'*tun8 elnet Ruhebank auf einem Erbbegräbniß. - Geheime

Lokales.

Gießen, 10. Mai. (Sitzung der Stadtverordneten am 8. Mai.) Anwesend - Herr Bürgermeister Bram in, Herr Beigeordneter Heß; von Seiten der Stadtverordneten- die Herren Batst, Grüncberg, Honstein, Hombergcr, Kauf, Lüdeking, May Aug. Noll, Pfannmüller, Schopbach, Wenzel und Wortmann. Punkt 1 bet Tagesordnung, Gesuch wegen Fahrbarmachung der Plockstraße veranlaßte eine Il/Mndige Debatte. Die früheren Gesuche der Herren Labroisse und Bach veranlaßten Großh. Kreisamt das Großh. Kreisbauamt zu einem Gutachten in vorstehendem Betreff aus- zufordern und ist letzteres auch in ausführlichstem Maaße erfolgt Das Gutachten, begleitet von einem Rescript des Kreisamtcs, wurde der Versammlung bekannt gegeben. In dem sehr umfangreichen Gutachten wird u. A zur Plockstraße bemerkt, daß das Kreisbauamt nicht be­greifen könne wie die Stadtverordneten Anstand an dem Bach'schen Hinterhaus, worin sich dessen Werkstätte befindet, nehmen könnten und diesbezügliche Baugesuche in der Plockstraße verweigerten. Man lasse doch in der Rerchensand-Bahnhofstraße vorstehende Häuser, welche der Passage hinderlich seien stehen, auch das Weiner'iche Haus tn der Marktstraße, welches zu erwerben gewesen, sei nicht acquirirt und bie Straße breiter gemacht worden. Die Fahrbar­machung der Plockstraße anlangend, so sei der Untergrund der Straße für schweres Fuhrwerk vorgesehen, ebenso deute der Bau der soliden Brücke darauf hin, daß der frühere Gemeinderath eine Fahrbarmachung qu. Straße ichon im Auge gehabt habe. Im Uebrtgen würde die Neue Anlage durch die Durchführung der Plockstraße verlieren und empfehle es sich nunmehr zur Entlastung des Verkehrs an eine Fortsetzung der Löwengasse durch den Kasernenhof oder die Ztnßer sche Wiese zu denken u. s. w. Auch das Kreisamt ist der Meinung daß eine Verbindung mit der Löwengasse anzustreben sei. Die alte Kaserne, das jetzige Lazareth, biete kein Hinderniß mehr und Herr Zinßer habe sich bereit erklärt unter gewissen Bebingungen seine Wiese zur Erbauung einer Straße unentgeltlich herzugeben. Ferner könne nach Lage bet Sache das Bauen tn der Plockstraße wohl nicht weiter verweigert werden. Die Bau-Deputation welche bereits die Vorlage berathen, stellt den Antrag, daß die Stadtverordneten ihre Zustimmung zu den Baugesuchen in der Plockstraße nur dann geben möchten wenn die Petenten die in der Sitzung vom 31. Mai 1877 vorgesehenen Bestimmungen (Verzicht auf Ueberwandlunq nach der Plockstraße, b. h. Zugang burch bie Maigasse, Verzicht auf Wasserableitung re.) unter­schreiben würben. Bei btt nun folgenben Debatte beteiligten sich bie Herren Heß Wenzel unb Aug. Noll, welche sich für bas Bauen in ber Plockstraße bis an ben Schoorgraben aussprechen. Die Anlage solle man nicht ourchschneiden, sondein dieses der Zukunft überlassen wenn ein dringenderes Bedürfniß, als momentan, vorliege. Die Eröffnung einer neuen Straße gegenüber der Löwengasse möge man im Auge behalten, für jetzt sei auch bitr kein dringendes Bedürfniß vorhanden. Herr Hom berget ist für Fahrbarmachung der Plockstraße, welches keine so großen Opfer erfordere als eine neu anzulegende Straße. Herr Batst ist gegen das Bauen in der Plockstraße und stellt einen Antrag dahin, das Bauen in der Plockstraße über­haupt so lange zu verweigern bis eine Uebereinkunft mit Herrn Bach erfolgt fei. Dieser Äntrag wird jedoch abgelehnt. Hur Heß stellt einen weiteren Antrag, das Bauen zu gestatten wenn die Petenten auf den Durchbau ber Plockstraße burch bie Neue Anlage verzichten wollten, dieser Antrag wird jedoch durch Annahme des Antrags der Bau-Deputation (siehe oben) hinfällig. Der Zusatz Antrag der Bau-Deputation, die Verhandlungen zur Fort- ^^öwengasse fortzusetzcn wurde einstimmig angenommen, während dies mit dem

Theil mit 9 Stimmen geschieht. Die Eröffnung der Bleichstraße steht auch schon längere Bett auf ber Tagesordnung ber Stadtverorbnetensitzungen. Frühere Verhandlunaen scheiterten an ber Hohe bet Forderungen der betr Geländebesitzer. Dieselben forderten '«April 1k7k) Mgefomtnt eine Entschädigungssumme, von 32,546 JL In einer neueren Eingabe haben die Interessenten ihre Forderungen herabgesetzt. So verlangen A Nauheimer W tw eine Ent­schädigung von 7000 jl für Gelände und Anlagen, H. Adami 15 für die Klftr. Gelände, Gg Maleom estu s 2ü0 Jt. Entschädigung und In pro n Klftr. (Stlänbe Sr'f r ^000 -/k (früher 9000 ^L) Entschädigung für eine Seilerbahn unb 5 pro «ftr- Gelände B. Strauch unb Vogt 8 6(» H für die D Klftr. Gelänbe Diese

Forderungen sind nun noch nicht dem Ge.chmacke der Stadtverordneten entsprechend (welchem man sich nur vollständig an'chließen rann) und nehmen dieselben den Antrag b/t Bau-Devu- tation an, welcher dahin geht, daß die Eröffnung der Bleichstraße wegen der Höbe ber Forde­rungen abzulehnen fei und baß sich tm Vornherein gegen eine Entschädigung von 8000 JL für die beregte Seilerbahn ausgesprochen werden müsse, da man für diesen Zweck doch allerwärts billigeres Gelände erwerben könne. Die Versammlung beschließt zu Punkt 3 der Taaesord Itung daß vor dem Zimmerplatz^des Herrn Marx am Ludwigsplatz eine Trockenmauer aufqe- führt und das Trottoir vom -Btollmer ichen bis zum Volkschen Hause gepflastert werde ©ine Beschwerde über die Anlegung eines Abzuggrabens hi der Swwarzlach wird ablehnend beschieden. - Die Erbauung einer Turnhalle für die Mädchenschulen anlangend nimmt die Versammlung einen Antrag der Bau-Deputation an, welcher besagt daß der Stadtbaumeister entsprechende Vorschläge zur Erbauung einer Turnhalle am Schulbaus im Ebel'ichen Garten machen möge. Herr Ehr. Rübsamen will einen Theil der Stadtwiese an seiner Bade. Anstalt erwerben, gleichzeitig macht er darauf aufmerksam daß das diesseitige Lahnufer immer- mehr weggesckwemmt werde und daß das Ufer entsprechend befestigt werden müsse welches et der Stadt bei käuflicher Ueberlassung ersparen wolle. Die Versammlung ist jedoch' der Ansicht daß eS nicht angehe städtisches Eigenthum ohne zwingenden Grund zu veräußern und beschließt Ablehnung des Gesuchs. Dagegen solle das Lahnufer durch die Stadt gründlich heraeslellt und versichert werden. Eime ausgebeutete Lehmgrube im Neustädterfeld soll einer öffen'lichen Ver­

warten. Rickert Mtlstrt einzelne Positionen detz Tänfs, polemisirt gegen die Agrarier, erklärt sich entschieden gegen die landwirthichaftlichen Zölle und beklagt die Nicht­beachtung der Interessen der Ostseehäfen. Redner appelliit an die Schutzzöllner: sie möchten den Ostseeprovinzcn keine Opfer zumuthen, die über ihre Lebensfähigkeit gingen. Bundes-Commisfar Burchardt rechtfeitigt seine früheren Ausführungen gegen die Einwendungen Richter's. Bundes Commissar Meyer wendet sich gegen die Aus­führungen Richter's und spricht sich gegen getrennte geschäftliche Behandlung der Finanz- und Schutzzölle aus. Bundes-Bevollmächtigter v. Nostiz-Wallwitz gibt eine Declaration seiner gegen Richter gebrauchten Worte, welche Präsident v. Forckenbeck dankend acceptirt. Die Generaldebatte wird hierauf geschlossen und es kommt zur Abstimmung über die geschäftliche Behandlung der Vorlagen. Der Unterantrag Rickert zum Anträge Löwe wird abgelehnt und hierauf der erste Absatz des Antrages Löwe, die Zolltarif- Vorlage theilweise an eine Commission von 28 Mitgliedern zu überweisen, theilweise im Plenum zu berathen, angenommen. Demnächst vertagt sich das Haus auf morgen.

London, 9. Mat.Daily News" meldet: Die Regierung be bild)» ttgt, 5000 Mann Vnftäikungen nach Natal zu senden. D rTimes" zu­folge kehrt das britische Mitglied der ostrumeltschen Commcksion, Drummond Wolff, nach Jnstallirunq A eko Pascha's nach England zurück.

Petersburg, 9. Mat. Der Großfürst-Thronfolger hat sich bereit erklärt, bti dem neugeborenen Sobne des Fünften von Mo-tenegro Patben- stelle zu übernehmen. Oberst Graf Sckeseme'j^ff geht als Stellvertreter des Großfürsten nach Eetttnje. DieA ,e ce ruffe" co-statirt, daß tn der orientalischen Frage eine beruhigtere Auffassung Platz gegriffen habe und schreibt dies glückliche Resultat der versöhnlichen Stimmung Englands, Rußlands und der Türkei zu.

Köln, 9. Mat. Die .Köln. Zta." läßt sich aus Saarbrücken vom Heutigen melden: Der Staatsanwalt hat die Appellation gegen das tm Mar- ptnger Wunderprozeß ergangene Erkenntniß zurückgezogen.

Wien, 10. Mai. DiePresse" n eidet: D>e Regierungen von Groß­britannien und der Republik N'caragua haben sich tn einem z mscken beiden schwebenden Streitfälle, beirffenb die Zahlung eines jährlichen B träges von 5000 Dollars an die Mosquitos, geeinigt, an einen Schiedsrichter zu opp llt» ren und den Kaiser von Oesterreich angegangen, das Schiedsrichteramt zu übernehmen. Ter Kaiser erklärte sich zu dessen Annahme bereit.

London, 10. Mai. DerStandard meldet eine Depesche aus Labore vom 9. Mai: Jakub Khan nahm sämmtlichr Friedensbedi gu igen der Eng länder an. Dieselben umfassen: Verschiebung der Grenz-Richtung Kandahar bis Khojakamram tncl. des Khoj .kpasses und Ptichinthales, Abtretung des Kdurumthales bis Shaturgardan, des Khyberp ff^s bis L'argt. Major Ca- vagnari geht mit dem Emir nack K bul als britischer Gesandter. England ist berechtigt, englische Ag-, ten in Kandahar a'zustellen.

Vermischtes.

Wildbad, 6. Mai Der Telegraph hat uns neulich einen argen Spuk gespielt. Kommt da am Sonntag Abend von Calw ein Diensttelegramm hierher mit den Worten- Könia kommt V' Der Herr Bahnverwalter hatte natürlich nichts Eiligeres zu tbun, als sich in' seine Am.stracht zu werfen, das Haupt bedeckt mit einem sog Dreispitz unb an der Seite den Denen Sofort meldet dieser dem Herrn Stadtschultheißen, daß Se. Majestät der König hier eintreffe In einer noch Abends einberufenen Gemeindeiathssitzung wurde beschlossen, alles Mögliche »u tbun um den König würdig zu empfangen. Es wurden einige Hundert Tannen gefällt, die Stadt prangte im köstlichen Grün, Straßen wurden geschwenkt, die Häuser getüncht, 2 Triumph- bogen sollten errichtet werden, das Festessen wurde bestellt, die HH. Gastwirthe hatten sich reich- lich mit Braten und Geflügel versehen, die HH. Bäcker hatten d rauf losgebacken und die HH. Conditoren konnten ihre Aufträge in Kuchen unb Torten kaum bewältigen. Gestern früh schon vor Tagesanbruch, war Alt und Jung auf den Beinen und es herrschte ein Treiben in

11 Ä? ®r°efbbt' ^lt es doch, unserem König zu zeigen, daß Wildbad keine Opfer und Muhe scheut, seinem Landesvater einen feierlichen Empfang zu be­reitem Kur; nach 10 Uhr gestern Voimittag, als man schließlich ungeduldig wurde, fragt man bet dem Herrn Staatsmimster in Stuttgart an, wann der König hier eintreffe, worauf die Antwort kommt:Der König kommt nicht, es ist hier nichts davon bekannt." - Ueberall saure Gesichter! Man telegraphirt nach Calw unb siehe da, der König ist richtia heute mit Zug 2 Uhr 55 Mm. hier eingetroffen, aber nicht Se. Ma-', der König, sondern de/ Eisenbahn- Condueteur König. - Das Telegramm nach Wildbav sollte nämlich richtigerweise heißen- Aushulfseondueteur König fommt V O Herrgöttli!

t Ein arger Vorwurf wird den Daimstädter Weinhändlern in der Worms. Ztg. gemacht welcher wir auch die Verantwortung für nachstehende Notiz überlassen.Der vmn Aschaffen­burgerGönnte zur Unterstützung der Nothleidenden im Spessart" von Darmstädter Firmen angekaufte Wein siel in seinem Geschmack derart auf, daß man sich veranlaßt sah, denselben dem Ausschuß des fränkischen Weinbauvereines zur Prüfung zu unterstellen Die zuerst vot- genommene Zung nprobe ließ feinen Zweifel übrig, daß bie betr. Weine keinen Anspruch auf diese Bezeichnung hätten, was sich auch alsbald bestätigte, indem die durch Herrn Dr List angestellte chlmische Untersuchung eine totale Fälschung ergab."

Einer, der gern bulgarischer Hoflieferant werden möchte.An den durchlauchtigsten Fürsten Alexander I von Bulgarien", so lautete die Aufschrift eines Briefes der wenige Stunden, nachdem der Telegraph bekannt gemacht hatte, daß der Lieutenant Prinz Battenberg in Potsdam zum Landesvater Der Bulgaren erwählt fei, an Letzteren abgesandt wurde. Fürst­liche Älajestät",erkorene Intelligenz",Freiheit und menschenwürdiges Dasein", nach"biesen Woblthaten schmachtendes Volk» mit diesen unb ähnlichen Schlagwörtern begann ba« Schreiben und Dann hieß es weiter:Ich hatte einst das hohe Glück, Ihnen gelegentlich des Rennens in Hoppegarten ein Paar Kniestiefel eigenhändig zu fabriciren. Sie sprachen damals die Worte aus, die seither der Wahlspruch meiner Familie geworben sind:Sie sitzen famos'" Wenn ich auch seither nie das Glück gehabt, andere Beschuhung für Euere Hobelt zu liefern so giebt mir der Wtderklang jener hehren Worte doch den Muth, den heutigen Fürsten der Bulgaren AlexanDer I. um die hohe Gnade zu bitten, mich zu seinem nunmehrigen Hofliefe­ranten zu ernennen. L. M., Schuhbekleidungskünstler in Potsdam." Wir wissen nicht ob der junge Fürst das betreffende Decret schon vollzogen hat.Fürstlich bulgarischer Hofschuster" klingt in der Tbat nicht übel.

Nach einem alten Jahrgange des früher in Köslin herausgegebenenPommerischen Volksblattes" wird eine hübsche Neminiseenz an Ferdinand v. Schill aufgefrischt. Schill hatte vor der Belagerung von Kolberg von Den Franzosen vier schöne Pferdeerbeutet, die für Den Kaiser Napoleon bestimmt waren. Napoleon bot ihm schriftlich pro Pferd 1000 Thlr. Ver­gütung, adressirte aber:An den Räuberhauptmann Schill!" Der wackere Major antwortete- Mein Herr Bruder! Daß ich Ihnen 4 Pferde genommen, macht mir um so mehr Vergnügen da ich aus Ihrem Briefe ersehe, daß Sie einen hohen Werth Darauf setzen. Gegen die angr botenen 400(, Thlr. kann ich sie nicht zurückgeben. Wollen Sie aber die vier Pferde welche Sic vom Brandenburger Thor in Berlin weggestohlcn haben, zurückgeben, so stehen die Ihrigen unentgeldlich zu Diensten. Schill." 0

(Der Dombau in Oppenheim am Rheins

besitzt noch immer als ein National - Bauwerk im schönsten Sinne des Wortes als Monument des patriotischen (Äeistes an den Ufern des uns nun wieder ganz 'ruae- hörenden Rheinstioms, das rege Interesse aller Kreise des deutschen Volkes vom Throne bis zur Hütte, von Arm und Reich, weit über die Grenzen des deutschen Reiches; denn einem Jeden ist es möglich gemacht, sein Scherflein beizutragen zu der Herstellung dieses in Zecken deutscher Erniedrigung von schamloser Feindeshand zer- störten Gotteshauses. Unter dem Patronat des Kaisers und aller deutschen Fürsten welche aus Reichs- und Landesmitteln beträchtliche Summen für den nationalen Zweck' beigesieuert haben, geht der prächtige Bau seiner Vollendung entgegen; ein Comitä bochange ehener Männer hat für die Kosten der Vollendung eine Orrloofung von SUbergeräthkn, Gemälden, Pendulen rc. arrangirt, welche in 5 Serien ä 10 000 Loosen bis Ende d. I. zur Entscheidung kommt und Gewinne im Werthe von'zu­sammen 72,300 Rm. enthält.

Diese Lotterie ist von allen Regierungen des deutschen Reiche- au-drück- lich genehmigt. <3217

Loose ä 3 JL sind in Depots aller größeren deutschen Plätze vorräthig und empfehlen sich, außer durch den hohen nationalen Zweck der Verloosung" durch di- große und reiche Gewinn-Chance des besonders günstig arrangirtcn Spielplans.

Das Comitö hat mit dem Generalagent Carl Gaule in Darmetadt den Betriebsoenrag abgeschlossen. (h. 61083.)

Es darf gewiß als eine Merkwürdigkeit ersten Ranges bezeichVet^werden, daß gegenwärtig Gelegenheit g.boten ist, im zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. Indianer aus Canada kennen zu lernen Keinem Volke ist in den Jugendschriften eine so große Rolle zugefallen als gerade den Indianern und doch haben, soweit uns bekannt, noch nte Angehörige dieser Menschenrasse bisher den Boden Deutschlands betreten, während einzelne Personen von den verschiedenen Völkerschaften Afrikas und Asiens in den größeren Städten wenigstens, fast tagtäglich anzutressen sind. Beim Anblick ber schön und kräftig gebauten Leute, aus denen die Truppe besteht, welche sieben ihre Rundreise durch Europa beginnt, kann man nur mit Bedauern an daß Sch-ckml der Ureinwohner Amerikas denken, von deren letzten Resten wir hier einige Vertreter vor uns sehen. Besonders sind die ausdrucksvollen Gesichter mit den schönen Zugen und den sprechenden Augen von großer Wirkung; der Ausdruck ist ernst, aber rE unfreundlich und gewinnt an Anmuih sehr, sobald sich das Mienenspiel beim Verkehr mit den Besuchern etwas belebt. Die Tracht ist eigenartig und malerisch, bewnders die bunten, mit Perlenstickereien versehenen Obcrkleidcr, welche den Festtags­schmuck bilden.

Die Darstellungen der verschiedenen Gebräuche, wie die Ceremonien der Häupt­lingswahl, einer Beerdigung, die verschiedenen Tänze und Kampfspiele geben ein ebenso lehrreiches als anziehendes Bild des Lebens und Treibens dieses Volkes.