Händler.
* (brQ8 voll, . auf
Sobrifar, J
erta§e M, "gnagel,
3RT
ise.
15 Pfg. Ul.
_______(3132
»ch>n, mit guten he einem Haus- auf den 19. Mai ober Köchin.
Mngasse 161.
'M
\, in Küche hrenes.wlt versehene- (304(1 iel Wwe„
e 8. 87.
Zungen juch: in r Simon, nijniatyr.
gr fann unter fit t'i'bre treten Lchnhmacher. reiner werden Utolt Hoß. b 'n die Stbre , ’JltueJÖauc. Mm Die W itc> jdgL-
ncider imSürgetniehur, eriabrif von Irrnstiorf t a. M.,
FreMbk f
Huinoi*1
sap
er1
nai;
* 7
zlhlma^' jo
Ä
-Zs
'ei
» **■
Nr. 109. Cgrfee Blatt. Sonntag, den n. Mai 1879.
Gießener Wyeiger
Anzeige- iü Amtsblatt für ben Kreis Keßen.
WLLLL'. ««"««-«■•■■>"“BÄSICÄÄfiÄf
■■«■mMMMPaanMUMCwg^ajMe.-lauuBKaiMAwuuaa——bcbb—' n 111 —■—
Amtlicher HHeil. Gefundene Gegenstände:
1 Waaenkette, 1 Serviette. Gießen, den 10. Mai 1879. Großherzogltche Polizeiverwaltung Gießen
Fresenius.
Aotitischer Hheit.
Politiscbe Ueberficht.
Dem Reichstage ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung einiger Bestimmungen der Gewerbeordnung nebst Begründung, zugegangen. Gerade in Bezug auf die gewerblichen und Fabrikarbeiter kann man der modernen Gesetzgebung das Zeugniß rastloser Thätigkeit nickt versagen. Die Gewerbeordnung und deren Novellen, das Unfall-H^stpfiichtgesetz, die Fabrikgesetzgebung, insbesondere die Regelung der Frauen- und Kinderarbeit, endlich allgemeinere Maßnahmen, wie die Steuererleichterungen bezeichnen ehrende Etappen ihres Strebens, die Wohlfahrt der «'.bettenden Klaffen zu fördern. Die Berathung der Arbeiterversicherung im Reichstage wird von hoher socialer Bedeutung sein. Wenn die Arbettsgel<genheit sich verringert hat, die Arbeitslöhne gesunken sind und die Lage der Arbeiter eine schlechtere geworden ist, so muß man eben bede- ken, daß dies rwt einem Schlage zu ändern unmöglich ist und daß auch viele andere Gesellschastsklaffen unter den gegenwärtigen abnormen Verhältntffen schwer leiden.
Man ist in der That gegenwäitig sehr gespannt, welche Entschädigung Fürst Bismarck dem Centrum für seine loyale Haltung gewähren wird. Von einem Gang nach Canoffa kann keine Rede sein, aber irgend einen Tribut wird das Centrum erheben, denn lediglich zum Schaugeprä ge wird es den Triumph Bismarck's in der Zollpolitik nicht vermehren. Man fürchtet, daß das Honorar, welches Excellenz Wtndthvist für seine Gastrolle im Palais der Wtlhelmsstraße erhalten wird, kaum auf einem anderen Brette als dem der Kirchenpolittk bezahlt werden kann.
Aus Petersburg wird die Nachricht, Kaiser Alexander habe zu Gunsten des Großfürsten - Thronfolgers abdictrt, ausdrücklich telegraphisch demenlirt.
Die Türkei hat definitiv gegen eine gewiffe Anzahl bereits votirter Artikel der bulgarischen Verfassung protesttrt. Die Pforte erklärte, daß sich die Artikel 1 und 2 gegen dte Integrität des Territoriums richten, die übrigen Artikel aber zum Theil (15—34) gegen dte Bestimmungen des Berliner Vertrages verstoßen, nach welchen sie die Fürstenwürde nicht als erblich an- zuerkennen braucht.
Dte zuerst von dem Grafen And rass y zugestandene Verlängerung der russischen Occupatton bis zum 3. August ist nun auch von den anderen Mächten accepttrt worden. Dte Stgnatarmächte des Berliner Vertrages sollen dte Pforte hteroon auf eine Weise in Kenntmß gesetzt haben, welche darthun würde, daß die macchtavelltstischen Gewohnheiten der russifchen Diplomatie von Europa gebilligt werden, wenn es sich darum handelt, der Türkei eine Verletzung des Berliner Vertrages plausibel zu machen. Die Stgnatarmächte hätten einfach der Pforte mttgetheilt, daß, obgleich die Verlängerung der russischen Occupatton unzulässig sei, es doch nicht nöthtg wäre, an dem Räum- ungstermtn vom 3. Mat festzuhalten. Man glaubt, dte Pforte werde als Entschädigung das Recht beanspruchen, einige Ortschaften Ostrumeltens besetzen zu dürfen. ______
Deutschland.
Darmstadt, 9. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädtgst geruht:
Am 23. April den ordentlichen Proseffor in der medtcinischen Fakultät der Landes-Universität, Geh. Medtcinalrath Dr. Eugen Seitz, unter Anerkennung seiner eifrigen und ersprießlichen Dienste und unter Verleihung des Charakters als „Geheimerath" mit Wirkung vom 15. Mat d. I. an, und am 6. Mat den ordentlichen Proseffor in der medicintschen Fakultät der Landes- Universität, Dr. Hubert Sattler, mit Wirkung vom 1. Mat d. I. an aus ihr Nachsucken von ihren Dienststellen zu entlasten;
am 10. April den außerordentlichen Prosiffor an der Universität Straßburg, Dr. W. C- Röntgen, zum ordentlichen Proseffor in der philosophischen Fakultät der Landes-Universität und Director des akademischen physikalischen Cabtnets mit Wirkung vom 1. April d. I. an, und am 19. April den außerordentlichen Profestor an der Universität Königsberg, Dr. Arthur von Hippel, zum ordentlichen Profestor in der medtcinischen Fakultät der Landes-Universität und Vorstand der akademischen opbthalmologischen Klinik in Gießen mit Wirkung vom 1. Mai d. I. an zu ernennen und in den ge- dichte» Etiienschasten zu berufen;
am 30. April den Kreisasteffor bei dem Kretsamte Lauterbach, Ludwig Fretherrn von Senarclens-Grancy znm Kretsast.stor bei dem Kreis- amte Darmstadt und den Polizetcommiffär 1. Klasse bei dem Poltzetamte Darmstadt, Karl Bich mann, zum Kreisasteffor bet dem Kretsamte Lauterach zu ernennen; an dems. Tage den Hofgertchts-Advocaten, Otto Hof
mann I. zu Darmstadt, zum vortragenden Rath und juristischen Mttgliede bet den Abthei ungen des Ministeriums der Finanzen unter Verleihung deS Amtstitels „Oberfinanzrath" zu ernennen, sowie an dems. Tage den Pfand- meister bet dem Rentamte Gießen. KaSpar Scharmann, in gleicher Dtenst- eigenschaft an das Rentamt Darmstadt zu versetzen.
Hesterreich.
Wien, 8. Mai. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute: General Obrutsckeff ist in Philippopel eingetroffen. Es gilt für wahrscheinlich, daß die Pforte von der Besetzung von Burgas und Jchtiman zeitweilig absehen werde. — Aus Tirnowa, 8. t., wird der „Poltt. Corresp." gemeldet: Die russiscken Inftiuctions Offictere haben Befehl erhalten, unverzüglich zu ihren russischen Truppenkörpern zurückzukehren. Die in der bulgarischen Miliz verbleibenden Offictere muffen aus der russischen Armee aus treten.
Arankreich.
Paris, 8. Mai. Präsident Grevy unterzeichnete deute Vormittag em Dekret, durch welches 440 Commune-Vnurchiilte begnadigt werden. — Dir Zolltartf-Com^ussion ersuchte Waddington um Mitth-ilung von Documenten in Betreff der deutschen Zollg s'tzentwürfe.
Telegraphische Depeschen.
Wagner's telegr. Korrespondenz-Bureau.
Berlin, 9. Mai. Se. Maj. der Kaiser ist heute Vormittag 9% Uhr im besten Wohlsein von Wiesbaden hier eingetroffen und empfing den Besuch der Mitglieder der königlichen Familie. Ihre Mas. die Kaiserin wird sich Montag von Baden-Baden nach Coblenz begeben und am Dienstag von dort die Reise nach England antreten.
— Der Bundesraths-Aukschuß für die Regelung des deutschen Eisenbahn- Gütertariswesens hielt h'ute Mittag ftine erste Sitzung. Mitglieder des Aue- schuffes sind: Mi-ister Maybach, die Geheimräthe Körte, Kräfft, Schulz und Fleck (Preußen), Hocheder (Bayern), Hofmann (Sachsen), v. Spitzenberg und Dillenius (Württemberg) Eisenlohr (Baden), Schulz (Hoffen) und Seltmann (Oldenbur ).
Berlin, 9. Mai. Reichstag. Der Gesetzentwurf, betreffend die Vertheilung der Matrikular Beiträge pro 1879 80, wird in erster und zweiter Berathung genehmigt. Es folgt die Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Erwerbung der preußischen Staastdruckerei durch das Reich und die Feststellung des bezüglichen Nachtrags-Etats. Nach längerer Debatte, in welcher der General-Postmeister wiederholt für den Entwurf eintritt, wird derselbe in erster Lesung und sodann unter Streichung der 4 und 5 auch in zweiter Lesung angenommen- Das Haus geht über zur Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Feststellung der Kosten der Beteiligung an der Weltausstellung in Sidney. Braun bemängelt die Uebertragung von arbiträren Befugnissen an die Ausstellungs-Commission und protestirt gegen das absprechende Urtheil Reuleaux' über die deutsche Industrie, gegenüber welchem er auf die Leistungsfähigkeit der Berliner Industrie auf der Gewerbeausstellung verweist. Witte (Rostock) wünscht, daß dem Aus- stellungs-Eommissar ein kaufmännischer Beirath beiaegeben werde. Präsident Hofmann widerlegt die Bemängelungen Braun's. Die Reichsregierung habe Sorge zu tragen, daß die Betheiligung der deutschen Industrie letzterer zur Ehre und zum Vortheile gereiche- Die sorgfältigste Prüfung der Anmeldungen sei daher geboten. Der bezügliche Ausspruch Reuleaux' sei nicht so strenge aufzufassen; Reuleaux habe damit durchaus kein endgültiges Urtheil über die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie überhaupt abgeben wollen. Er (Hofmann» bitte, die geforderte Summe zu bewilligen. Reichensperger (Crefeld) spricht für Ablehnung der Forderung, Löwe für die Betheiligung an der Ausstellung. Die erste Lesung wird geschlossen. An der zweiten Berathung de- theiligen sich Schröder (Lippstadt), Sonnemann und v. Miller. Der Gesetzentwurf wird mit sehr großer Majorität angenommen.
In Verfolg der Generaldebatte über die Zollvorlagen weist der sächsische Bundes- Bevollmächtigte v. Nostiz-Wallwitz die Behauptung zurück, daß die Mitthatigkeit des Bundesraths durch die Initiative des Reichskanzlers beseitigt und nullificirt sei. Das Gegentheil gehe hervor aus dem Sckreiben des Reichskanzlers an v. Thuengeu. Ucbcr die Nothwendigkeit und Dringlichkeit der Zolltarifreform seien die Regierungen einig gewesen. Es sei unrichtig, daß die Einzelstaaten in Aufgabe der Matrikularbeiträge gegen ihre Selbstständigkeit gehandelt hätten, da die Matrikularbeiträge in der Ver-- fafsung nicht als definitiv feststehend hingestellt seien. Gegenüber o. Bennigsen betont Redner, die Hauptaufgabe des Reichstages bei Feststellung des Budgets liege in Normiruug der Ausgaben. Die Interessen der Einzelstaaten wurden von den Fürsten und deren Ministern genügend gewahrt. Im Verlaufe seiner Rede bezeichnet v. Noftiz eine Auslassung Richter's als „schnöde". Präsident v. Forckenbeck bezeichnet dies hinterher als miparlamentarisch. (Beifall links.) v. Nostiz-Wallwitz antwortet dem Präsidenten unter dem Beifall der Rechten, er habe den Präsidenten nur auf die kaum zulässigen Angriffe Richter's auf die Regierungen Hinweisen wollen. — Graf Stolberg tritt für die Vorlage ein. ,
Graf Stolberg legt auf die conftitutionette Frage nicht so «roßen Werth wie v. Bennigsen und glaubt, daß das Ausgaben-Bewilllgungsrecht genüge, doch sei feine Partei (die deutfch-conservative) konstitutionellen Garantien nicht principiell entgegen, wolle aber die etwaigen Erklärungen der Reichsregierung in dieser Beziehung ad-


